mini|Mona Caird, Gravur nach eine Fotografie vom H. S. Mendelssohn, 1894 Alice Mona Henryson Caird, geborene Alison (* 24. Mai 1854Das Geburtsjahr wird gelegentlich fälschlich mit 1855 oder 1858 angegeben; 1854 entspricht dem im Geburtsregister aufgeführten Datum. in Ryde, Isle of Wight; † 4. Februar 1932 in Hampstead, London) war eine englisch-britische Romanschriftstellerin und Essayistin.

Sie wurde bekannt für ihre feministische Schriften, die zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung kontrovers waren. Sie setzte sich zudem für Tierrechte und bürgerliche Freiheiten ein und trug dazu bei, die Interessen der New Woman in der Öffentlichkeit voranzubringen.

Leben Caird wurde als ältere Tochter von John Alison aus Midlothian, Schottland und Matilda Hector, die gemäß den Angaben des Zensus von 1871 in Schleswig-Holstein geboren wurde, das damals zu Dänemark gehörte. Ihre Eltern heirateten am 21. Juni 1853 in der Nähre von Glenelg, South Australia, wobei ihr Vater in Melbourne ansässig war und ihre Mutter die älteste Tochter eines prominenten Bürgers war.

Im Dezember 1877 heiratete sie James Alexander Henryson, den Sohn von James Caird. Ihr Ehemann bewirtschaftete etwa einen fast 700 ha großeb Landbesitz in Cassencary, Creetown, Kirkcudbrightshire, Schottland. Etwa acht Jahre älter, unterstützte er ihre Unabhängigkeit. Während er in Cassencary und im Northbrook House in Micheldever, Hampshire, lebte, verbrachte sie viel Zeit in London und im Ausland. Sie verkehrte mit literarischen Persönlichkeiten, darunter Thomas Hardy, der ihre Arbeit bewunderte, und bildete sich in Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften weiter. Die Cairds hatten ein Kind, einen Sohn, geboren am 22. März 1884 und Alison James genannt, den sie jedoch Alister nannte. Ihr Ehemann nahm 1897 den Nachnamen Henryson Caird an; er starb 1921.

Seit den 1879er Jahren aktiv in der Frauenwahlrechtsbewegung, trat Caird 1878 der National Society for Women’s Suffrage bei und später der Women’s Franchise League, der Women’s Emancipation Union (WEU) und der London Society for Women’s Suffrage. Ihr Essay Why Women Want the Franchise wurde auf der WEU-Konferenz von 1892 verlesen. 1908 veröffentlichte sie den Essay Militant Tactics and Woman’s Suffrage und nahm an der zweiten Frauenwahlrechtsdemonstration im Hyde Park teil. Sie war außerdem gegen Vivisektion und schrieb viel über dieses Thema, darunter The Sanctuary of Mercy (1895), Beyond the Pale (1896), The Ethics of Vivisection (1900) sowie ein Theaterstück, The Logicians: An Episode in Dialogue (1902), in dem Figuren gegensätzliche Ansichten zu diesem Thema vertreten.

Caird war von 1904 bis 1909 Mitglied der Theosophical Society.

Caird starb 1932 in Hampstead im Alter von 77 Jahren.

Werk Caird schrieb insgesamt sieben Romane, mehrere Kurzgeschichten, diverse Essays zu verschiedenen Themen und ein Reisebuch.

Ihre ersten beiden Romane, Whom Nature Leadeth (1883/85) und One That Wins (1887), veröffentlichte sie unter dem Pseudonym „G. Noel Hatton“; sie erhielten jedoch wenig Beachtung. Ihre späteren Schriften trugen ihren eigenen Namen. Sie wurde 1888 bekannt, als die Westminster Review einen Artikel von ihr mit dem Titel Marriage abdruckte, in dem sie die Demütigungen analysierte, die Frauen historisch in der Ehe erlitten hatten, den gegenwärtigen Zustand als ein „mutwilliges Versagen“ bezeichnete und Gleichheit sowie Autonomie zwischen Ehepartnern forderte. The Daily Telegraph veröffentlichte eine Serie namens Is Marriage a Failure?, die Berichten zufolge 27.000 Briefe aus aller Welt erhielt und drei Monate lang lief. Da Caird das Gefühl hatte, ihre Ansichten seien missverstanden worden, veröffentlichte sie später im selben Jahr einen weiteren Artikel, Ideal Marriage. Ihre zahlreichen Essays über Ehe und Frauenthemen, die zwischen 1888 und 1894 geschrieben wurden, wurden 1897 unter dem Titel The Morality of Marriage and Other Essays on the Status and Destiny of Women gesammelt veröffentlicht.

Als Nächstes veröffentlichte Caird den Roman The Wing of Azrael (1889), der sich mit ehelicher Vergewaltigung befasst. Die Protagonistin „Viola Sedley“ ermordet ihren grausamen Ehemann in Notwehr. Als nächstes folgte eine Sammlung von Kurzgeschichten, A Romance of the Moors (1891), in der in der Titelgeschichte eine verwitwete Künstlerin, „Margaret Ellwood“, einem jungen Paar rät, jeweils unabhängig und selbstgenügsam zu werden. Ihr bekanntester Roman, The Daughters of Danaus (1894), erzählt von „Hadria Fullerton“, die eine Komponistin werden möchte, jedoch feststellt, dass ihre Verpflichtungen gegenüber Familie, Eltern und als Ehefrau und Mutter ihr kaum Zeit dafür lassen. Er wird von einigen Wissenschaftlern inzwischen als Klassiker der feministischen Literatur betrachtet. Ebenfalls bekannt ist ihre Kurzgeschichte The Yellow Drawing-Room (1892), in der „Vanora Haydon“ die konventionelle Trennung der Sphären von Männern und Frauen herausfordert. Sie war damit eine prominente Vertreterin für Literatur der New Woman.

Zu ihren späteren Schriften gehört ein illustrierter Reiseessay, Romantic Cities of Provence (1906), sowie die Romane The Stones of Sacrifice (1915), der schädliche Auswirkungen von Selbstaufopferung auf Frauen zeigt, und The Great Wave (1931), ein Werk sozialwissenschaftlicher Fiktion, das den Rassismus negativer Eugenik angreift.

Veröffentlichungsliste (Auswahl) G. Noel Hatton: Whom Nature Leadeth, 3 Bände, Longmans, Green & Co., London 1885. G. Noel Hatton: One That Wins, 2 Bände, Unwin, London 1885. Marriage in: Westminster Review, Vol. CXXX, London 1888, S. 186–201 (Online). Ideal Marriage in: Westminster Review, Vol. CXXX, London 1888, S. 617–636 (Online). The Wing of Azrael, Frank F. Lovell & Co., New York Coty 1889 (Online). A Romance of The Moors, Holt, New York City 1891 (enthält die Kurzgeschichten A Romance of The Moors, For Money or For Love, The Yellow Drawing-Room). A Defence of the So-Called Wild Women in: The Nineteenth Century, Vol. XXXI, London 1892 S. 811–829 (Online). The Daughters of Danaus, Bliss, Sands, and Foster, London 1894 (Online). The Pathway of the Gods, Skeffington, London 1898 (Online). Militant Tactics and Woman's Suffrage in: Westminster Review, Vol. CLX, 5, London 1908, S. 525–530 (Online). The Stones of Sacrifice, Simpkin, Marshall, Hamilton, Kent & Co., Ltd., London 1915. The Great Wave, Wishart, London 1931. Essays zur Vivisection The Sanctuary of Mercy, [s.n.], London 1895 (Online). A Sentimental View of Vivisection, William Reeves, London 1895 (Online). Vivisection: An Appeal to the Workers, Miller, Son, & Co., London 1895 (Online). Beyond the Pale: An Appeal on Behalf of the Victims of Vivisection, William Reeves, London 1897 (Online). The Ethics of Vivisection, Society for the Abolition of Vivisection, London 1900 (Online). The Logicians: An Episode in Dialogue (Theaterstück), William Reeves, London 1902. Essaysammlung: The Morality of Marriage and Other Essays on the Status and Destiny of Women, George Redway, London 1897 (Online). Reisebuch: Romantic Cities of Provence, T. Fisher Unwin, London 1906 (Online).

Weblinks

Eintrag „Caird, Mona“ im Project Gutenberg. Suchergebnis zu „Mona Caird“ im Internet Archive.

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