Der Bahnhof Rajajoki war ein Bahnhof an der finnischen Bahnstrecke Riihimäki–St. Petersburg im Dorf Rajajoki, Terijoki.

Vor dem Zweiten Weltkrieg war er Grenzbahnhof zwischen Finnland und der Sowjetunion. Das von Bruno Granholm, dem Chefarchitekten der Valtionrautatiet (VR – Finnische Staatseisenbahnen), entworfene Gebäude galt als einer der schönsten Bahnhöfe Finnlands.

Der im Fortsetzungskrieg vollständig zerstörte Bahnhof liegt heute auf russischen Gebiet und wurde von russischer Seite nie wieder aufgebaut und in Betrieb genommen. Heute sind nur noch teilweise Fundamente des Bahnhofs erhalten.

Geschichte Die Bahnstrecke zwischen Riihimäki und St. Petersburg wurde bereits 1870 fertiggestellt. In der Gemeinde Terijoki gab es schon mehrere Bahnhöfe. Der Bau des Bahnhofs Rajajoki begann jedoch erst im Ersten Weltkrieg.

Notwendig wurde er, da die Bewohner der St. Petersburger Villen in der Gegend in Terijoki, 17 Kilometer hinter Rajajoki, aussteigen mussten. Auf russischer Seite gab es zwar einen Haltepunkt direkt an der Grenze in Valkeasaari, an dem die russischen Zollbeamten ihre Dienststelle hatten. Die Zollbeamten des Großfürstentums Finnland waren aber nur in Terijoki stationiert. Von dort aus reisten die Fahrgäste mit Kutschen oder Nahverkehrszügen zurück nach Rajajoki.

Während des Ersten Weltkrieges diente das unfertige Gebäude zuerst als russisches Militärlazarett, bis es am 1. Dezember 1917 regulär in Betrieb genommen wurde.

Der Bahnhof Rajajoki war ursprünglich als Grenz- und Zollstation zwischen dem Großfürstentum Finnland und dem Russischen Reich geplant, was seine außergewöhnliche Größe und sein imposantes Erscheinungsbild erklärt. Das Bahnhofsgebäude wurde zwischen den Gleisen errichtet und war durch Unterführungen erreichbar. mini|links|Lage der Bahnhofes am Fluss, links Nachdem Finnland nur wenige Tage nach der Inbetriebnahme des Bahnhofs seine Unabhängigkeit erklärt hatte, wurde der Bahnhof Rajajoki zu einem Grenzbahnhof zwischen Finnland und Sowjetrussland. Die Grenze zwischen den beiden Ländern verlief mitten durch den Fluss Rajajoki, etwa einen halben Kilometer vom Bahnhof entfernt.

Im Bahnhofsgebäude fanden auch die Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Finnland und Sowjetrussland statt, die im Dezember 1920 zur Unterzeichnung des Vertrags von Dorpat führten.

Der Eisenbahnverkehr nach St. Petersburg wurde im Frühjahr 1918 während des finnischen Bürgerkriegs eingestellt. Die Russen sprengten die Eisenbahnbrücke über den Rajajoki Anfang Juni 1919 bei einem Grenzgefecht. Sie wurde 1921 teilweise wieder in Betrieb genommen, 1925 wurde eine neue Stahlrahmenbrücke fertiggestellt. Etwa einen Kilometer vom Bahnhof entfernt, nahe der Brücke, befand sich der Tarifpunkt Rajajoki raja (Rajajoki-Grenze), der am 1. Juni 1917 eröffnet wurde und über ein Wachhaus verfügte.

Verkehr In den 1920er und 1930er Jahren war Rajajoki der einzige Grenzübergang auf der Karelischen Landenge, und der Verkehr am Bahnhof nahm stark zu. Es gab mehrere tägliche Zugverbindungen zwischen Rajajoki und Wiborg.

Ein internationaler Zug beförderte Güter auf die sowjetische Seite, der Nahgüterverkehr über die Grenze war rege. Alle aus Finnland oder der Sowjetunion eintreffenden Waren wurden in Rajajoki von russischen auf finnische Güterwagen und umgekehrt umgeladen.

Der Fahrgastverkehr war damals eher gering.

Zwischen den Weltkriegen entwickelten sich der Bahnhof und der Grenzübergang Rajajoki am Fluss Rajajoki und insbesondere die Eisenbahnbrücke an der Grenze zu einer beliebten Touristenattraktion, die jährlich von Zehntausenden von Menschen besucht wurde. In den besten Jahren betrug die Zahl der Besucher 40.000 bis 50.000.

Zustand mini|links|Reste des Bahnhofes (2008) Der Bahnhof erlitt im Winterkrieg leichte Schäden und wurde im Fortsetzungskrieg vollständig zerstört.

Nach dem Winterkrieg musste Finnland große Teile Kareliens an die Sowjetunion abgeben, was im Separatfriedensschluss nach dem Fortsetzungskrieg bestätigt wurde. In diesem Gebiet lag auch Rajajoki.

Der vollständig zerstörte Bahnhof wurde von russischer Seite nie wieder aufgebaut und in Betrieb genommen. Dessen Ruinen befinden sich heute in unmittelbarer Nähe der Kreuzung der E18 und der westlichen Umgehungsstraße von St. Petersburg.

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