Der Meteorit El Ali (arabisch) oder Ceel Cali (Somali), von den Einheimischen traditionell als Shiid-Birood (Eisenfelsen) genannt, ist ein 15.150 Kilogramm schwerer Meteorit, der der lokalen Bevölkerung in Somalia seit Generationen bekannt war, aber erst 2020 offiziell als Meteorit anerkannt wurde.
Geschichte Der Meteorit, ein brauner Felsbrocken wurde in einem Kalksteintal, 15 Kilometer nördlich im Distrikt El Ali, in der Region Hiiraan gefunden. Lokale Hirten kannten den Stein seit fünf bis sieben Generationen; er tauchte in Liedern, Folklore, Tänzen und Gedichten auf. Die Kamelhirten nutzten den metallisch wirkenden Stein als Amboss zum Schärfen ihrer Messer.
Diese Gegend ist reich an Opalvorkommen. Im September 2019 entdeckten Kleinschürfer auf der Suche nach Opal den Stein, er war teilweise im Sand versunken, sah aber anders aus als die Steine, die die Finder in der Gegend kannten. Sie informierten das in Mogadischu ansässige Bergbauunternehmen Kureym Mining and Rocks Company über den ungewöhnlichen Stein. Mit Vorschlaghammer und Kaltmeißel entnahmen sie mühsam eine 90 g schwere Probe vor Ort und schickten sie zur Röntgenfluoreszenzanalyse nach Nairobi. Dabei wurden die Gehalte zu 44,28 % Fe, 44,97 % Ni, 5,54 % Mg, 1,80 % Co und 1,40 % Al bestimmt (vermutlich auf einer verwitterten Oberfläche).
Auf der Suche nach Käufern für den Meteoriten nahm das Bergbauunternehmen Kureym Kontakt zu Forschern im Ausland auf und teilte Bruchstücke des Meteoriten mit Wissenschaftlern in Kanada, Christopher Herd, Kurator der Meteoritensammlung an der University of Alberta (rund 70 Gramm des Meteoriten) und den Vereinigten Staaten, Nicholas Gessler, emeritierte Experte für Meteoriten von der Duke University in North Carolina. Die Proben enthüllten etwas Außergewöhnliches: drei neue Mineralien, die noch nie zuvor auf der Erde identifiziert worden waren. Das erste Mineral wurde nach dem Meteoritenfundort Elaliit benannt. Das zweite heißt Elkinstantonit, benannt nach der Planetenforscherin der NASA Lindy Elkins-Tanton. Josef Scheppach: Dem Geheimnis auf der Spur - Der verschwundene Meteorit, Süddeutsche Zeitung, 23. Januar 2026, abgerufen am 8. Februar 2026. Mitarbeiter des Bergbauunternehmens machten die internationale Gemeinschaft auf den Meteoriten aufmerksam.
Im Februar 2020 wurde der Meteorit in El Ali geborgen. Die Region wird von der militanten Gruppe al-Shabaab kontrolliert, und die Berichte über den weiteren Verlauf gehen auseinander. Einige lokale Anführer behaupten, Milizionäre hätten die Bergung überwacht und seien mit Clanmilizen zusammengestoßen, wobei mehrere Menschen ums Leben gekommen seien. Andere Geologen relativierten diese Berichte später als übertrieben. Ende 2022 zeigten Videoaufnahmen den Meteoriten in einem Schiffscontainer im Hafen von Mogadischu. Monate später verorteten ihn neue Aufnahmen in Yiwu, einer Handelsstadt in der chinesischen Provinz Zhejiang. Verkäufer bieten ihn nun in Einzelteilen für 200 US-Dollar pro Gramm oder als Ganzes für 3,2 Millionen US-Dollar an. Somalische Beamte haben die UNESCO aufgefordert, den Meteoriten zum nationalen Kulturerbe zu erklären, was den Verkauf erschweren könnte.
Die 2022 von der International Mineralogical Association (IMA; ) bestätigten Ergebnisse unterstrichen den wissenschaftlichen Wert des El-Ali-Meteoriten. Er wurde der Eisengruppe IAB zugeordnet, die vermutlich aus den Bruchstücken zerstörter, alter Himmelskörper stammt.
Beschreibung Der Meteorit ist etwa ca. 205 × 128 × 100 cm groß und wiegt nach einem Gewichtszertifikat der Hafenbehörde von Mogadischu über 15.150 kg. Die rotbraune Außenfläche weist auf der einen Seite zahlreiche unregelmäßige Vertiefungen im Zentimeterbereich, auf der anderen Seite im Dezimeterbereich und eine lange Rille auf. Die Oberfläche ist durch die jahrzehntelange Nutzung durch Kamelhirten geglättet und abgenutzt.
Kleinere Proben befinden sich an der University of Arizona, der University of Alberta und der UC Los Angeles. In einer 70 Gramm schweren Probe aus Eisen, Phosphor und Sauerstoff wurden zwei bisher unbekannte Mineralien entdeckt.
Geochemie: 90 % Fe, 9,52 % Ni, 0,48 % Co, 23 ppm Cr, 0,4 ppm Ir, 60,6 ppm Ga, 176 ppm Ge, 15,6 ppm As, 3,1 ppm Ru, 0,6 ppm W, 0,5 ppm Os, 2,5 ppm Pt, 302 ppm Cu, 1,4 ppm Au.
El Ali als Typlokalität Der Meteorit El Ali gilt als Typlokalität (erster Fundort) für das nach ihm benannte Mineral Elaliit (IMA 2022-087; (Fe2+8Fe3+)(PO4)O8) sowie die Minerale Elkinstantonit (IMA 2022-088; Fe4(PO4)2O) und Olsenit (IMA 2022-100; KFe4(PO4)3).Typlokalität El Ali beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 28. Januar 2026.
Des Weiteren konnten in dem Meteoriten die bereits bekannten Minerale gediegen Eisen und dessen Varietät Kamacit, Graftonit, Hämatit, Magnetit, Sarkopsid, Troilit und Wüstit nachgewiesen werden.
Siehe auch Liste von Meteoriten
Weblink El Ali Status Information, Nicholas Gessler, emeritierte Experte für Meteoriten von der Duke University in North Carolina, hat eine Website mit allen verfügbaren Informationen über den Meteoriten erstellt. Zusammen mit den somalischen Behörden hat er an die UNESCO appelliert, den Meteoriten zum kulturellen Erbe Somalias zu erklären, um so den Weiterverkauf zu erschweren.
Einzelnachweise
Kategorie:Eisenmeteorit Kategorie:Typlokalität Kategorie:Namensgeber für ein Mineral