mini|Issa Tchiroma Bakary (2018) Issa Tchiroma Bakary (* um 1946 in Garoua) ist ein kamerunischer Politiker und Oppositionsführer sowie Vorsitzender des Front pour le salut national du Cameroun (FSNC). Er bekleidete in Regierungen von Präsident Paul Biya die Ämter des Verkehrsministers (1992–1996), des Kommunikationsministers (2009–2019) sowie des Ministers für Beschäftigung und Berufsbildung (2019–2025). Nach der Präsidentschaftswahl vom 12. Oktober 2025, deren Ergebnis er anficht, verließ er Kamerun und reiste aus Sicherheitsgründen nach Gambia aus.

Leben Tchiroma wurde um 1946 in Garoua im Norden Kameruns geboren. Er studierte Ingenieurwissenschaften in Frankreich und arbeitete anschließend als Werkstoff- und Bauingenieur bei der staatlichen Eisenbahngesellschaft Regifercam in Douala. Nach dem gescheiterten Putschversuch gegen Präsident Paul Biya im April 1984 wurde er festgenommen und mehr als sechs Jahre inhaftiert, wobei er sich in dieser Zeit Englisch beibrachte. Im Jahr 1992 wurde er für die oppositionelle UNDP in die Nationalversammlung gewählt und im November desselben Jahres zum Verkehrsminister ernannt. 2009 kehrte er als Kommunikationsminister in die Regierung zurück und fungierte über Jahre als Regierungssprecher, bevor er 2019 das Ressort Beschäftigung und Berufsbildung übernahm und im Juni 2025 zurücktrat. Er steht dem FSNC vor.

Wirken Im Juni 2025 vollzog Tchiroma die Abkehr von Biya, kündigte seine Präsidentschaftskandidatur an und positionierte sich – unterstützt von der Plattform Union for Change – als Übergangskandidat mit Reformagenda. Am 14. Oktober 2025 erklärte er sich noch vor Veröffentlichung der amtlichen Zahlen zum Wahlsieger und forderte Biya zum Einlenken auf. Am 27. Oktober 2025 erklärte der Verfassungsrat Amtsinhaber Paul Biya mit 53,66 % der Stimmen zum Sieger; Tchiroma lag mit 35,19 % auf Platz zwei. In der Folge kam es landesweit zu Protesten und Ausschreitungen; nach Angaben von UN-Quellen wurden bis 4. November 48 Zivilpersonen von Sicherheitskräften getötet. Tchiroma rief zu friedlichen Massenprotesten und einem dreitägigen „Lockdown“ auf. Die Regierung Gambias erklärte am 24. November 2025, Tchiroma sei bereits am 7. November eingereist und werde aus humanitären Gründen beherbergt. Tchiroma bestreitet die offizielle Auszählung weiterhin und sieht sich als legitimen Wahlsieger.

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