mini|Pocosapiens Clowns in Ludwigslust (2016)

Ein Clown [ oder ,Nach Max Mangold und Dudenredaktion: Duden Aussprachewörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 6. Auflage. Band 6, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2005, ISBN 978-3-411-04066-7, DNB 975190849, S. 246.Nach Eva-Maria Krech, Eberhard Stock, Ursula Hirschfeld, Lutz Christian Anders et al.: Deutsches Aussprachewörterbuch. Mit Beiträgen von Walter Haas, Ingrid Hove, Peter Wiesinger. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009, ISBN 978-3-11-018202-6, DNB 999593021, S. 417. auch ]Hörbeispiel: Liederjan: Wem hammse de Krone jeklaut? 3. Strophe: Was macht denn jetzt Wilhelm und Sohn? Der Wilhelm und Sohn, die geh'n jetzt als Clown, weil sie nichts mehr verdien' auf dem Thron. Youtube, hochgeladen am 18. März 2011, abgerufen am 3. März 2021. ist ein Artist, dessen primäre Kunst es ist, Menschen zum Lachen zu bringen.

Begriff Der Begriff „Clown“ geht entweder auf das englische colonus („Bauerntölpel“) zurück,Entweder von für „Bauer“ oder von altnordisch klunni für „ungeschickter Tölpel“. das ab etwa 1600 die Bedeutung „Narr“ oder „Spaßmacher“ hatte und ab dem 18. Jahrhundert – möglicherweise unter dem Einfluss der Shakespeare-Übersetzungen – auch in Deutschland verwendet wurde.Laut Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch (1993): „[…] wohl unter Einfluß der Shakespeare-Übersetzungen“. Eschenburg (1777, 4. bzw. 9. Band) übersetzt Clown allerdings mit „Der Rüpel“; von Baudissin (1840) hat „der Narr.“ Alternativ wird eine Herkunft vom altnordischen klunni („ungeschickter Tölpel“) angenommen.

Ein veralteter, vor allem in Dialekten gebräuchlicher Begriff ist Pajass, Bajazzo (via Paillasse von Pagliaccio).

Vom Komiker und vom Narren lässt sich der Clown nicht immer unterscheiden; jedenfalls fehlt dem Begriff je nach Kontext meist das Despektierliche des Hampelmanns.

Geschichte mini|hochkant|Jean-Baptiste Auriol

Die Funktion des Clowns in menschlichen Gesellschaften ist uralt. Beispielsweise spielten bei griechischen Gastmählern die gelotopoioi und in der römischen Oberschicht die scurrae eine ähnliche berufsmäßige Rolle.

Die Figur des modernen Clowns entwickelt sich aus den Zanni, den Dienerfiguren in der Commedia dell’arte, die ihrerseits auf ähnliche Figuren in der griechischen und römischen Komödie zurückgehen. Ab Beginn des 16. Jahrhunderts traten Clowns in den Pausen englischer Bühnenstücke auf, um die Zuschauer zu unterhalten. Im 16. Jahrhundert erschienen auch Arlecchino (später Harlekin, Hanswurst), Pedrolino (später Pierrot) und Pulcinella in der italienischen Commedia dell’arte. Diese Figuren, insbesondere auch der Pagliaccio, dessen Name zum romanischen Begriff für den modernen Clown wurde,Ital. pagliaccio, frz. paillasse, span. payaso, portug. palhaço, katalan. pallasso, via frz. auch deutsch Paias (um 1800). Die französische Form ist erstmals 1782 belegt und glich sich volksetymologisch einem Wort für „Strohsack“ an (Le Trésor de la Langue Française Informatisé); sie wurde im frühen 20. Jahrhundert nach und nach durch den Anglizismus clown verdrängt. wurden im 17. Jahrhundert von Molière und Mitte des 18. Jahrhunderts von Goldoni weiterentwickelt. Die entsprechende deutsche Theaterfigur hieß seit dem 16. Jahrhundert „Hanswurst“. Der Darsteller Franz Schuch näherte seinen Hanswurst um 1750 wieder dem italienisch-französischen Harlekin an.

Im 17. Jahrhundert tritt der Clown als spitzbübischer Gegenspieler Harlekins in der englischen Harlequinade auf, einem durch die Commedia dell’arte inspirierten Genre. Bei Shakespeare treten in zwei Stücken Figuren als Clowns auf: in Othello (1603) ein Diener und im Wintermärchen (um 1610) ein tölpelhafter Schäfer.

In manchen deutschen Dialekten wandelt sich das Wort Bajazzo (Ital. pagliaccio) zu „Bajass“ und ist ein als Zirkusclown verkleideter Hanswurst und Possenreißer auf Jahrmärkten und anderen Schaustellungen. Das heutzutage geläufigere Wort für den dummen August ist die Bezeichnung Clown.

Entwicklung des Zirkusclowns Moderne Clowns finden sich im Varieté und vor allem im Zirkus. Begonnen hat alles in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in einem mit Sägemehl übersäten Spielzirkel, der durch Philip Astley zum Schauplatz des Clowns wurde. Genutzt wurde dieser vorerst für komische Artistik auf dem Pferderücken (deswegen auch die Kreisform). Hieraus entwickelte sich im Folgenden der Komiker mit dem Pferd, wie bei „scènes de manège“ oder „Two Englishmen on horseback“. Mit der Entstehung fester Spielorte (Cirque Olympique, Cirque Medrano, Cirque d’hiver) veränderte sich auch die Darbietung der Clowns. Der Clown trat vornehmlich als Pantomime auf, der tölpelhaft in der Manege herumstolperte, stürzte und sich in Interaktion mit anderen Clowns Fußtritte und Ähnliches einfing. Hier zeigt sich schon die Ähnlichkeit mit unserem heutigen Zirkusclown, der ein Sammelsurium von gebündelter Sinnlosigkeit aufzeigt, indem er partout durch Türen treten will, auf denen „Gefahr“ steht, neugierig in Gewehrläufe schaut oder aus Hunger auch mal Kerzen aufisst. Mit all diesen Gebärden überschreitet der Clown verbotene Grenzen der Gesellschaft und wird damit zum Spötter der Realität. Der Zirkus mit seinen Clowns bildet so ein verkleinertes Modell der Gesamtheit einer Kultur mit all ihrer Irrationalität und Ironie ab.Vgl. Konstantin von Barloewen: Clown. Zur Phänomenologie des Stolperns. Ullstein Sachbuch, Frankfurt am Main 1984.

Der moderne Clown

mini|Clownduo „Les Rossyann“ mit Yann Rossi als Weißclown und Maurin „Hector“ Rossi als Dummer August Die ersten großen Vorläufer der heutigen Clowns waren die Pantomime-Künstler Jean-Gaspard Deburau mit seiner Nummer „Der Arzt“ und Joseph Grimaldi, der den modernen Clown mit dem geschminkten Gesicht Anfang des 19. Jahrhunderts in London entwickelte, der aber noch nicht im Zusammenhang mit dem Zirkus, sondern mit der englischen Pantomime stand.

Im Circus Renz entwickelte Tom Belling die Typologie des Dummen Augusts, der anfangs das Geschehene karikierte, später aber fast nur mehr gemeinsam mit einem Weißclown im klassischen Clowns-Entrée auftrat.

Wesen und Symbolik des Clowns werden ganz besonders deutlich in der Unterscheidung zwischen den fast immer gemeinsam auftretenden Figuren Weißclown und dummer August. Zum Teil wird auch noch die Figur des Ansagers (Sprechstallmeister oder Ringmaster) in diese Differenzierung aufgenommen, wobei diese und besonders der Direktor als Vorgesetzter auch als Objekt der Veralberung dienen können.

Erscheinungsbild mini|Angela und Vincenzo mini|hochkant|Als Clown geschminkte Frau ohne Maske (Faschings­kostüm)

Die Verkleidung des typischen (Zirkus-)Clowns besteht aus verschiedenen Elementen. Er trägt oft zu große, bunte Kleidung, eine Perücke und eine rote Nase. Häufig wird durch Größenkontraste, wie zu große Schuhe und Miniaturinstrumente, eine komische Unangemessenheit herausgestellt. Besonders ist auch das geschminkte Gesicht, das je nach Typ variiert.

Das Kostüm: Durch das Kostüm werden die Figur und die Situation des Clowns charakterisiert. Durch besonders ausgestaltete Kostüme zum Beispiel in Bezug auf die Größe, können so Figur und Spielhandlung vergrößert werden. Außerdem rufen bestimmte Kostüme bestimmte Assoziationen hervor, weswegen durch den Erwartungen entgegengestelltes Handeln eine Diskrepanz entsteht. So entwickelt sich eine wirkungsvolle Gestaltungsmöglichkeit der Groteske. Die Schuhe: Durch Schuhe lässt sich eine Verfremdung der Bewegung erzielen, die wiederum interessante Effekte haben kann. Die Maske: Mit einer Maske lässt sich der Charakter vergrößern. Man unterscheidet zwischen Vollmaske und Halbmaske. Die Vollmaske bedeckt das gesamte Gesicht und hat meist noch Haarteile angefügt. Durch die Bedeckung des Gesichts geht die Mimik verloren, weshalb bei Vollmaske eine überzogene Gestik gefordert ist. Die Halbmaske lässt Mund und Unterkiefer frei, womit das Sprechen möglich ist. Zur Maskierung gehört auch die rote Clownsnase, die einen wichtigen Bezugspunkt bildet, da sie den Charakter festlegt. Schminke ist vor allem bei Pantomime wichtig, um eine bessere Wahrnehmung der Mimik zu erzielen. Farbkontraste wie weißer Grund, schwarz umrandete Augen und roter Mund erleichtern dies. Durch die Vergrößerung oder Verkleinerung verschiedener Gesichtsteile mit Schminke verändern sich die Gesichtsproportionen, was wiederum Einfluss auf die Mimik hat.

Weitere Elemente wie Brillen, Bärte, Hüte werden je nach Situation und Absicht benutzt.Vgl. Kramer Michael: Pantomime und Clownerie. Geschichte der Clownerie von der Commedia dell’Arte bis zu den Festivals of Fools. Burckhardthaus-Leatare Verlag, Offenbach 1986.

Berühmte Clowns mini|hochkant|Grock (1903)

Der Schweizer Clown Grock trat Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgreich in Europa, Amerika und Nordafrika auf. Der Russe Oleg Popow wurde in den 1960er-Jahren weltweit berühmt. Andrei Nikolajew gehörte zu den Clowns des Russischen Staatszirkus und war Professor an der Theaterakademie in Moskau. Weltbekannt ist Charlie Rivels „Akrobat – schööön!“.

Organisationen Clowns ohne Grenzen „Clowns ohne Grenzen“ ist – analog zu Médecins sans frontières (Ärzte ohne Grenzen) – eine international tätige Organisation von Clowns, die ehrenamtlich in Krisengebiete reisen, um dort für die Menschen zu spielen und Workshops zu geben.Clowns ohne Grenzen Als Krisengebiete wird ein Umfeld verstanden, in dem beispielsweise Krieg, Naturkatastrophen oder Armut herrschen. Die Idee der „Clowns without borders“ stammt aus Spanien, von wo seit 1993 Clowns in alle Welt reisen. Binnen kurzer Zeit übernahmen Clowns aus Frankreich und Schweden die Idee und mittlerweile (2015) zählen zwölf nationale Organisationen dazu.Who we are. Clowns Without Borders International

Klinikclowns

Clowns halten immer mehr Einzug in Krankenhäuser und in Kinderheime, wo sie als Clowndoktoren oder „CliniClowns“ (in Österreich) mittels Improvisation arbeiten und meistens von Kind zu Kind gehen, um sie zum Lachen zu bringen. Beispiele dafür sind etwa die „Rote Nasen Clowndoctors“ in Österreich, die „Hôpiclowns“ und die Stiftung Theodora in der Schweiz oder der Verein „Dr Placebo“ in Bulgarien.

Clownschulen Verschiedene Einrichtungen bieten Lehrgänge und Ausbildungsmöglichkeiten zum Clown unter Beteiligung namhafter Gastdozenten an.

Coulrophobie mini|Clowns von einer 13-jährigen Schülerin auf den Färöern gezeichnet (Briefmarke von 2002)

Die krankhafte Angst vor Clowns wird als Coulrophobie bezeichnet. Die Universität im englischen Sheffield befragte 250 Kinder im Alter zwischen 4 und 16 Jahren über Clowns. Keines gab an, Clownsbilder, die im Krankenhaus an den Wänden hingen, lustig zu finden, einige fürchteten sich vor ihnen. Auffallend viele Kinder hatten ein Unbehagen beim Anblick von Clowns. Tagesschau.de, 17. Januar 2008Kids frightened by hospital clowns. Sheffield Telegraph (englisch)

Negative Clown-Charaktere

Der Serienmörder John Wayne Gacy trat als „Pogo der Clown“ auf. Ein Beispiel für einen negativen Clown-Charakter aus der Literatur ist die Gestalt des Pennywise in Stephen Kings Horror-Roman Es. Gleiches gilt für die Figur des Captain J. T. Spaulding im Horrorfilm Haus der 1000 Leichen und dem Sequel The Devil’s Rejects.

Im DC-Universum von DC Comics existiert die Schurkenfigur des Joker, der als Antagonist des Helden Batman auftritt.

In der Spawn-Comicserie existiert der Superschurke Violator, ein dämonischer Clown.

In der Fernsehserie Die Simpsons tritt mit Krusty, dem Clown, eine Clownsfigur mit zweifelhaftem Charakter auf. Rauchen, Alkohol, Tablettenmissbrauch, Sex und Glücksspiel sowie Geiz und Profitgier gehören zu seinen Lebensgewohnheiten und nehmen immer wieder Einfluss auf seine Show sowie seine Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit. Außerdem sind seine Merchandise-Artikel oft leicht entflammbar, giftig oder scharfkantig. Krusty wird häufig auch als vom Leben gezeichnete, tragische Figur dargestellt.