mini|Steve Wozniak (2018)

Stephen Gary „Steve“ Wozniak, auch bekannt als „The Woz“ (* 11. August 1950 in Sunnyvale, Kalifornien),Steve Wozniak, Gina Smith: iWoz: Wie ich den Personal Computer erfand und Apple mitgründete. Deutscher Taschenbuchverlag, Oktober 2008, ISBN 978-3-423-34507-1 ist ein US-amerikanisch-serbischer Computeringenieur und freier Unternehmer. Er war ein prominentes Mitglied des Homebrew Computer Clubs, der als „Schmelztiegel für eine ganze Branche“ bezeichnet wurde und aus dem zahlreiche Computerunternehmen entsprungen sind – unter anderem Apple, das Wozniak und sein Freund Steve Jobs 1976 gründeten.

Er war maßgeblich an der Entwicklung des PCs beteiligt und entwickelte mit dem Apple I den ersten in Serie hergestellten und für Privathaushalte erschwinglichen persönlichen Computer. Zusammen mit dem Nachfolgemodell Apple II sind dies die letzten in Serie hergestellten Computer, die von einer einzelnen Person entworfen wurden.Der Traum vom einfachen Computer In: Der Tagesspiegel Wozniak entwickelte auch das Computerspiel Breakout.

Im Dezember 2023 erhielt Wozniak die serbische Staatsbürgerschaft.

Jugend und Ausbildung Jugend mini|Tom Swift and His Giant Telescope (1939)

Wozniak ist der Sohn von Margaret Louise und Jacob Francis Wozniak und hat polnische Vorfahren. Auf seiner Geburtsurkunde ist irrtümlich der Vorname Stephan statt Stephen eingetragen. Sein Vater arbeitete als Ingenieur bei Lockheed und unterstützte seinen Sohn häufig bei seinen Erfindungen und begutachtete sie. Einfluss hatte auch Tom Swift, der Held einer Serie von Abenteuerromanen. Wozniak sah ihn als das Produkt aus kreativer Freiheit, wissenschaftlichen Kenntnissen und der Fähigkeit, für jedes Problem eine Lösung zu finden.

In seiner geistigen Entwicklung spielte die Beschäftigung mit ethischen und moralischen Fragen und der Philosophie eine wichtige Rolle, außerdem die Maxime der Funkamateur-Ethik, Menschen in Not zu helfen, sowie die in den Tom-Swift-Büchern dominierende utilitaristische und humanitäre Einstellung. Später prägten ihn auch die politischen Auseinandersetzungen um den Vietnamkrieg.

Von seinem Vater erlernte er die Grundlagen der Mathematik und Elektronik. Als Wozniak elf Jahre alt war, baute er seine eigene Amateurfunkstation und erhielt eine Amateurfunklizenz mit dem Rufzeichen WA6BND, das ihm mittlerweile nicht mehr zugeteilt ist. Er wurde zum Präsidenten des Elektronik-Clubs an der Homestead High School im kalifornischen Cupertino gewählt.

1963, im Alter von 13 Jahren, gewann er den ersten Preis bei einem Schülerwettbewerb mit einem selbstgebauten Transistor-basierten Taschenrechner. Im selben Alter begann er, seine ersten Computer zu entwerfen, was ihm den Weg zu seinen späteren Erfolgen ebnete. Mit einem dieser Computer konnte man Tic-Tac-Toe spielen. Da er nicht genügend Geld hatte, um sich viele Bauteile zu leisten, begann er, bereits existierende Rechner mit möglichst wenigen Mikrochips neu zu entwerfen, um sie bezahlbar zu machen. Er war allerdings zu schüchtern, um bei Chipfirmen nach Mikrochips zu fragen, um seine Computer realisieren zu können.

Studium mini|Diese Blue Box gehörte Steve Wozniak und wird im Computer History Museum ausgestellt. Während seiner Studienzeit widmete er sich in seiner Freizeit dem Bau eines TV-Störsenders, mit dem er seinen Mitstudenten diverse Streiche spielte. Im Alter von 19 Jahren entwickelte er zusammen mit seinem Freund Bill Fernandez und der Unterstützung des Managers Bill Werner, der ihm die Chips besorgte, den Cream Soda Computer. Als der Computer fertiggestellt war, verständigte Wozniaks Mutter die Presse, doch als der Reporter eintraf, stolperte er über ein Kabel, und der gesamte Rechner ging in Rauch auf. Der Artikel erschien dennoch. Dieser Computer stellte einen Meilenstein für Wozniak dar. Der Rechner war einerseits auf dem Niveau der erhältlichen Bausätze und andererseits von ihm mehr oder weniger allein gebaut worden. Zudem war der Cream Soda Computer ein Grund für das Kennenlernen von Steve Jobs. Als der Rechner fertiggestellt war, veranlasste Bill Fernandez ein Treffen zwischen den beiden, da sich beide für Elektronik interessierten. Sie trafen sich bei Bill, kamen direkt über Computer ins Gespräch und wurden gute Freunde.

Phreaking In einer Ausgabe des Esquire entdeckte Wozniak eine Geschichte über eine Blue Box, mit der es möglich war, kostenlose Telefonate zu führen. Dazu musste man eine kostenlose Nummer anrufen, mittels eines speziellen Tons die Leitung „übernehmen“ und per Tönen wählen. Er traf sich mit John T. Draper alias Cap’n Crunch, dem Entdecker dieser Phreaking-Methode, und ließ sich die technischen Hintergründe erklären. Gemeinsam mit Steve Jobs begann er, selbstgebaute Blue Boxes zu verkaufen. Für Wozniak standen jedoch nicht die kostenlosen Telefonate im Vordergrund, sondern dass er einen Fehler im System ausnutzen konnte – was als typische Einstellung eines Hackers angesehen werden kann. Die zunehmende Verbreitung der Blue Box und von Nachbauten veranlasste die amerikanische Telefongesellschaft AT&T schließlich, die Technik ihres Telefonnetzes landesweit zu ändern.

Hewlett-Packard mini|hochkant|Wozniak arbeitete bei Hewlett-Packard an der Entwicklung technisch-wissenschaftlicher Taschenrechner, nachdem er noch im College fasziniert den Verkaufsstart des HP-35 miterlebt hatte.HP Origins ft HP-35 Death of the Slide Rule, YouTube, Wozniak spricht ab min 13:23 über den HP-35, 7. Januar 2015, abgerufen am 9. Mai 2020 Nachdem Steve Wozniak im Juni 1972 Berkeley verlassen hatte, begann er bei der kleinen Firma Electroglas zu arbeiten. Nach einem halben Jahr, im Januar 1973, wechselte er als Ingenieur zu HP. Hier traf er seinen Freund Allen Baum wieder, der dort ein Praktikum absolvierte. Baum berichtete Wozniak über die Arbeit in seiner Gruppe, die am Taschenrechner HP-35 gearbeitet hatte. Der HP-35 war der weltweit erste technisch-wissenschaftliche Taschenrechner mit trigonometrischen, logarithmischen und Exponentialrechnungs-Funktionen. Wozniak begann danach für Hewlett-Packard an der Entwicklung anderer Taschenrechner zu arbeiten, den Verkaufsstart des HP-35 hatte er noch am College erlebt. Er beschrieb HP später als herausragendes Unternehmen in Bezug auf technische Innovation und Produktqualität, aber auch in Bezug auf die sozialen Beziehungen zwischen den Kollegen.Steve Wozniak Talks about HP, YouTube, 23. April 2010, abgerufen am 9. Mai 2020

Seine Leidenschaft war jedoch immer noch die Entwicklung von Computern. In seiner Freizeit entwickelte er nebenbei Videospiele. Als er Steve Jobs, der mittlerweile bei Atari arbeitete, dort besuchte und den Anwesenden seine Entwicklung präsentierte, bot Atari ihm direkt einen Job an. Wozniak lehnte jedoch ab, da er sich immer noch bei Hewlett-Packard wohlfühlte.

Breakout Ein paar Monate später erhielt er einen Anruf von Jobs, der ihm eröffnete, dass Atari ein ähnliches Spiel wie Pong entwickeln würde und Wozniak dabei helfen sollte; das gesamte Projekt musste jedoch in vier Tagen vollendet werden. So entwickelte Wozniak das Spiel Breakout. Für diese Arbeit erhielt Steve Jobs 5000 Dollar. Seinem Freund Wozniak, der das eigentliche Spiel in lediglich vier Tagen entwickelt hatte, erzählte er, dass er nur 700 Dollar bekommen habe, und gab ihm 350 Dollar.

Homebrew Computer Club Im März 1975 besuchte Wozniak zum ersten Mal ein Treffen von Freizeitingenieuren, den Homebrew Computer Club. Ziel des Clubs war es, die Computertechnik jedermann zugänglich zu machen. Bereits nach seinem ersten Besuch begann Wozniak einen Computer zu entwickeln. In derselben Nacht hatte er den Entwurf auf Papier fertig. Jedoch dauerte es weitaus länger, die Teile zu besorgen und deren Datenblätter zu verstehen. Orientierungspunkt des Rechners war der Altair 8800. Als er den Rechner fertiggestellt hatte, traute er sich zunächst nicht, den Computer zu präsentieren.

Dieser von einer einzelnen Person entwickelte Computer war für seine Zeit eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Der Bedienkomfort war der Konkurrenz überlegen. Er war der erste Heimcomputer mit einer Schreibmaschinentastatur. Die Konkurrenz, zum Beispiel der Altair, der Anfang 1975 vorgestellt worden war, musste mühsam über Kippschalter gesteuert werden. Der Altair hatte im Auslieferungszustand keinen Monitor, keine Tastatur und keinen richtigen Speicher.

Der Apple I war eine vollständig zusammengebaute Hauptplatine, optional auch bereits mitsamt Tastatur, in ein Gehäuse aus Holz eingebaut erhältlich, mit einem 1-MHz-Prozessor auf einem Mainboard mit 4 kB Arbeitsspeicher. Als Speichermedium ließ sich über ein kleines Interface ein handelsüblicher Kassettenrekorder anschließen, so dass Programme nicht nach jedem Start neu eingetippt werden mussten.

Apple mini|Für seinen Beitrag zum Startkapital für die Gründung von Apple verkaufte Wozniak seinen HP-65. Dies war der erste programmierbare Taschenrechner der Welt, Wozniak hatte ihn durch seine damalige Arbeit an solchen Rechnern bei Hewlett-Packard erhalten. mini|Apple I mini|Apple II Am 1. April 1976 gründeten Jobs und Wozniak die Apple Computer Company. Für das Startkapital verkaufte Wozniak seinen programmierbaren Taschenrechner Hewlett-Packard HP-65Walter Isaacson: Steve Jobs. Little, Brown, London 2011, ISBN 978-1-4087-0374-8, Seite 62 und Jobs seinen VW-Bulli. Für beides zusammen bekamen sie 1300 Dollar.Walter Isaacson: Steve Jobs. Little, Brown, London 2011, ISBN 978-1-4087-0374-8, S. 62–63. Die ersten Apple I löteten sie in Jobs’ Garage zusammen. Durch seine Arbeit bei Apple verdiente Wozniak mittlerweile mehr als bei seinem Job bei HP. Dennoch wollte er zunächst lieber bei HP bleiben. Dort wurde er jedoch nicht wie gewünscht in die Abteilung zur Entwicklung eines Computers versetzt.

Forschungsleiter für Apple Dies und ständige Versuche seitens Steve Jobs überzeugten ihn schließlich, seinen Job bei HP aufzugeben und bei Apple verantwortlich für die Forschung und Entwicklung zu werden. Der Apple I kostete 666,66 Dollar (dies entspricht in etwa einem heutigen Wert von 2500 Dollar). Die ersten 50 Computer wurden an den Byte-Shop, einen lokalen Computerhändler, verkauft. Insgesamt wurden einige hundert Exemplare verkauft, die von Steve Wozniak zusammengelötet wurden.

Wozniak konnte sich vollzeitig auf die Problembehebung beim Apple I und die Erweiterung um neue Funktionen konzentrieren. Mit dem Gewinn aus dessen Verkauf wurde der Apple II entwickelt. Dieser neue Computer sollte einfach in der Bedienung und kostengünstig in der Herstellung sein. Dies wurde erreicht durch die Verwendung einfachster massengefertigter Logikchips statt teurer Spezialchips und durch Wozniaks Fähigkeit, viele Chips einzusparen. Der Apple II konnte Farben und Grafiken darstellen, zudem war er mit seinen acht Steckplätzen einfach und vielseitig erweiterbar. 1978 entwarf Wozniak die gesamte Elektronik für ein Diskettenlaufwerk (die Mechanik wurde extern zugekauft). Zusammen mit Randy Wigginton schrieb er das Betriebssystem Apple DOS.