mini|Sandra Bullock (2024)

Sandra Annette Bullock (* 26. Juli 1964 in Arlington, Virginia) ist eine US-amerikanisch-deutsche Schauspielerin, Filmproduzentin und Synchronsprecherin. Sie wurde durch die Actionfilme Demolition Man (1993) und Speed (1994) und die Romanze Während Du schliefst (1995) bekannt und gehört seitdem zu den bestbezahlten Schauspielerinnen Hollywoods.

Zu ihren größten Erfolgen zählen Komödien wie Miss Undercover (2000), Ein Chef zum Verlieben (2002), Selbst ist die Braut (2009) und Taffe Mädels (2013). Sie spielt aber auch ernsthafte Rollen, wie in dem oscarprämierten Episodenfilm L.A. Crash (2004), dem Drama Blind Side – Die große Chance (2009) und dem Science-Fiction-Thriller Gravity (2013).

Für Blind Side – Die große Chance wurde Bullock als beste Hauptdarstellerin mit dem Oscar und dem Golden Globe ausgezeichnet. Gravity, der bislang finanziell erfolgreichste Film ihrer Karriere, brachte ihr neben einer zweiten Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin eine Rekordgage von mindestens 90 Millionen US-Dollar ein.Hollywood Reporter 26. Februar 2014

Leben Kindheit und Jugend Bullock wurde 1964 als Tochter der deutschen Opernsängerin Helga Meyer (1942–2000) und des US-amerikanischen Militärangehörigen und Gesangslehrers John Bullock (1925–2018) geboren. Ihre ersten zwölf Lebensjahre verbrachte sie überwiegend in Nürnberg, da ihre Mutter am örtlichen Staatstheater auftrat; zeitweise lebte die Familie auch in Salzburg und Wien. Sandra und ihre jüngere Schwester Gesine (* 1970) traten im Kinderchor auf und übernahmen kleinere Rollen, zum Beispiel in den Opernaufführungen ihrer Mutter. Bullock spricht Deutsch, dem eigenen Bekunden nach mit einem leichten fränkischen Akzent.Zimtzicke mit Haltung. fr-online.de, 29. Juni 2009; Interview mit Sandra Bullock Bis zu ihrem 18. Lebensjahr besaß sie neben der US-amerikanischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit. 2009 beantragte sie zusätzlich einen deutschen Pass. Bullock ist eine Cousine von Susanne Ramsauer, Ehefrau des Politikers Peter Ramsauer.Zu Tisch mit Peter und Sandra

In Nürnberg besuchte Bullock die Rudolf-Steiner-Schule, in Arlington County die Washington-Lee High School, an der sie als Cheerleader-Captain auftrat und an vielen Theateraufführungen teilnahm. Nach ihrem High-School-Abschluss 1982 studierte sie Schauspiel an der East Carolina University. 1986 brach sie das Studium ab, um in New York City Schauspielerfahrungen zu sammeln, was sich als schwierig erwies. So arbeitete sie unter anderem als Kellnerin, Reinigungskraft, Diskotänzerin und Hundefrisörin, bis sie bei Sanford Meisner ihre Schauspielausbildung beendet hatte. Sie besuchte Schauspielkurse und trat in verschiedenen Studentenfilmen auf. Ihr erstes Engagement hatte sie in dem Off-Broadway-Stück No Time Flat.

Anfänge der Karriere 1989 zog sie nach Los Angeles und spielte kleine Film- und Fernsehrollen, darunter eine Hauptrolle in dem Fernsehfilm Bionic Showdown: The Six Million Dollar Man and the Bionic Woman. In der Fernsehserie Working Girl, basierend auf dem gleichnamigen Kinohit (Die Waffen der Frauen), hatte sie 1990 eine Hauptrolle, die Serie wurde nach zwölf Episoden eingestellt. Anschließend wirkte sie in mehreren Kinofilmen mit, darunter war eine Hauptrolle in der Komödie Love Potion No. 9 – Der Duft der Liebe (1992) mit Tate Donovan, eine Nebenrolle in dem Thriller Spurlos (1993) mit Jeff Bridges und Kiefer Sutherland sowie eine Nebenrolle in dem Drama The Thing Called Love – Die Entscheidung fürs Leben (1993) mit River Phoenix. Für The Thing Called Love, in dem sie eine Country-Musikerin spielt, schrieb und sang sie den Song Heaven Knocking on My Door.www.imdb.com

1993 spielte sie neben Sylvester Stallone und Wesley Snipes in Demolition Man eine Polizistin, da die Schauspielerin Lori Petty, die ursprünglich für die Rolle vorgesehen war, wenige Tage nach Drehbeginn entlassen wurde. Der Actionfilm war Bullocks erster großer finanzieller Erfolg und steigerte ihren Bekanntheitsgrad; er brachte ihr jedoch auch eine Nominierung für eine Goldene Himbeere als schlechteste Nebendarstellerin ein.

Durchbruch mini|Sandra Bullock, 1996 mini|Sandra Bullock, 2002 mini|Sandra Bullock, 2009

Ihren Durchbruch in Hollywood hatte sie ein Jahr später mit dem Actionhit Speed an der Seite von Keanu Reeves und Dennis Hopper. Der von Jan de Bont gedrehte Film über einen Linienbus, der wegen einer Bombe an Bord ohne anzuhalten durch den Berufsverkehr von Los Angeles rast (Tagline: Get ready for rush hour – Mach dich bereit für den Berufsverkehr), spielte 1994 weltweit 350,4 Mio. US-Dollar ein. Als Nächstes spielte sie die Hauptrolle in der Romanze Während Du schliefst (1995) an der Seite von Bill Pullman. Der Film war ein weiterer Kassenerfolg und brachte Bullock ihre erste Golden-Globe-Nominierung ein.

Mit dem Thriller Das Netz (1995), der wenig erfolgreichen Komödie Gestohlene Herzen (1996) und dem Justizthriller Die Jury (1996) etablierte sie sich als eine der beliebtesten und am besten bezahlten Schauspielerinnen Hollywoods. In Die Jury, einer Verfilmung des Debütromans von Bestsellerautor John Grisham mit Matthew McConaughey und Samuel L. Jackson, spielte sie eigentlich nur eine Nebenrolle. Aufgrund ihrer Popularität wurde ihr Name auf den Filmplakaten jedoch an erster Stelle genannt. Für die Rolle erhielt Bullock eine Gage von sechs Millionen US-Dollar.

In der Verfilmung des Buches Hemingway in Love and War, In Love and War (1996), verkörperte sie mit Agnes von Kurowsky erstmals eine reale Person. An ihrer Seite spielte Chris O’Donnell den jungen Ernest Hemingway. Der Film, der gemischte Kritiken erhielt, war nicht sehr erfolgreich. 1997 drehte sie unter der Regie von Jan de Bont Speed 2. Die männliche Hauptrolle übernahm Jason Patric, nachdem Keanu Reeves abgelehnt hatte. Bullock bekam 12,5 Millionen US-Dollar Gage. Der Film erwies sich allerdings als Flop, der seine Produktionskosten nicht wieder einspielte. Außerdem bekam er schlechte Kritiken und eine Goldene Himbeere für die „schlechteste Neuverfilmung oder Fortsetzung“ sowie sieben weitere Nominierungen, darunter eine für Bullock als „schlechteste Hauptdarstellerin“.

Debüt als Regisseurin 1998 war Bullock in dem Drama Eine zweite Chance mit Harry Connick junior zu sehen, dabei arbeitete sie zum ersten Mal als Filmproduzentin. Im selben Jahr spielte sie mit Nicole Kidman in dem Fantasyfilm Zauberhafte Schwestern und gab mit dem Kurzfilm Making Sandwiches ihr Debüt als Drehbuchautorin und Regisseurin. In Making Sandwiches spielte sie neben ihrem Filmpartner aus Die Jury, Matthew McConaughey, mit Eric Roberts – der Film kam allerdings nicht in die Kinos, er wurde nur auf ausgewählten Filmfestivals gezeigt. In dem Zeichentrickfilm Der Prinz von Ägypten (1998) sprach Bullock eine Rolle. 1999 wirkte sie in der Komödie Auf die stürmische Art an der Seite von Ben Affleck mit und etablierte sich damit sehr erfolgreich als ernstzunehmende Schauspielerin.

2000 übernahm sie neben Liam Neeson eine Rolle in der Komödie Ein Herz und eine Kanone. Der Film spielte nicht einmal die Produktionskosten ein. In dem Drama 28 Tage (2000) mit Viggo Mortensen spielte sie eine Alkoholikerin, die nach einem Autounfall im Vollrausch zu einem Aufenthalt in einer Entzugsklinik verurteilt wird. Für diese Darstellung, die so gar nicht ihrem als „Everybody’s Darling“ entsprach, erntete Bullock gemischte Kritiken. Mit ihrer Rolle als FBI-Agentin, die als Teilnehmerin bei einer Misswahl eingeschleust wird, konnte sie als Miss Undercover (2000) dagegen einen weltweiten Kinohit (Einspielergebnis 212,7 Mio. US-Dollar) verbuchen. Die Komödie brachte ihr den American Comedy Award sowie ihre zweite Golden-Globe-Nominierung ein.

In dem Thriller Mord nach Plan (2002) war Bullock als Polizistin zu sehen, die ein scheinbar perfektes Verbrechen aufzudecken versucht – inspiriert wurde der Film von dem authentischen Mordfall Leopold und Loeb. Das Südstaaten-Drama Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern (2002) mit Ellen Burstyn thematisiert einen Mutter-Tochter-Konflikt. Mit Ein Chef zum Verlieben (2002) an der Seite von Hugh Grant bewies Bullock einmal mehr, dass ihre erfolgreichsten Filme im Genre der romantischen Komödie angesiedelt sind; der Film spielte weltweit knapp 200 Mio. US-Dollar ein. 2003 nahm Bullock erneut eine Auszeit von der Schauspielerei.

2004 spielte sie eine Rolle in dem von Kritikern hoch gelobten Episodenfilm L.A. Crash, in dem Menschen in Los Angeles auf unterschiedliche Weise mit den Themen Rassismus und Gewalt konfrontiert werden. Der Film wurde als bester Film mit dem Oscar ausgezeichnet und erhielt weitere Preise, u. a. für das beste Schauspielensemble (Screen Actors Guild Award, Critics’ Choice Award).

Im März 2005 wurde Bullock mit einem Stern auf dem berühmten Hollywood Walk of Fame für ihre künstlerische Arbeit geehrt. Der Stern mit der Nummer 2281 befindet sich neben der Plakette ihres Speed-Filmpartners Keanu Reeves. Im selben Jahr spielte sie eine kleine Nebenrolle in Loverboy, dem Regiedebüt von Kevin Bacon. Für die Hauptrolle in der Fortsetzung Miss Undercover 2 – Fabelhaft und bewaffnet (2005) erhielt sie die Rekordgage von 17,5 Mio. US-Dollar, die Komödie kam aber nicht an den Erfolg des ersten Teils heran.

Für das Drama Das Haus am See stand Bullock 2006 wieder mit Keanu Reeves zusammen vor der Kamera. Im selben Jahr spielte sie in Kaltes Blut – Auf den Spuren von Truman Capote die Rolle der Schriftstellerin Harper Lee. Obwohl der Film über das Leben von Truman Capote bis in die Nebenrollen hinein prominent besetzt war (u. a. Daniel Craig, Gwyneth Paltrow und Sigourney Weaver), stand er im Schatten des Oscar-Gewinners Capote (2005) und floppte an der Kinokasse. 2007 war sie in dem Drama Die Vorahnung mit Julian McMahon zu sehen.

Comeback und Oscar-Gewinn mini|Sandra Bullock (2013) mini|Sandra Bullock und Cate Blanchett, 2018

2009 startete Bullock mit der romantischen Komödie Selbst ist die Braut an der Seite von Ryan Reynolds ein Comeback. Der Film spielte weltweit 317,4 Mio. US-Dollar ein und bescherte ihr die dritte Golden-Globe-Nominierung. Die folgende Komödie Verrückt nach Steve (2009) mit Bradley Cooper war dagegen ein Misserfolg. Bei negativen Kritiken floppte der Film auch finanziell und erhielt fünf Nominierungen für die Goldene Himbeere, u. a. als „schlechtester Film“. Bullock erhielt den Preis als „schlechteste Hauptdarstellerin“.

2009 folgte mit dem Drama Blind Side – Die große Chance die Verfilmung des Lebens von Michael Oher, der als Kind in verschiedenen Pflegefamilien aufwuchs, dann von Sean und Leigh Anne Tuohy adoptiert und schließlich ein erfolgreicher American-Football-Spieler wurde. Der Film spielte weltweit 309,2 Mio. US-Dollar ein und erhielt eine Oscar-Nominierung als bester Film. Bullock erhielt für ihre Darstellung der Adoptivmutter viel Kritikerlob und gewann den Oscar, Golden Globe, Critics’ Choice Award und Screen Actors Guild Award als beste Hauptdarstellerin. Die Oscarverleihung fand am 7. März 2010 statt; einen Tag zuvor hatte sie die Goldene Himbeere als schlechteste Hauptdarstellerin für Verrückt nach Steve persönlich abgeholt.Sandra Bullock: Oscar und Goldene Himbeere zugleich. merkur online, 8. März 2010; abgerufen am 14. Juli 2013. 2011 drehte sie an der Seite von Tom Hanks das Drama Extrem laut & unglaublich nah nach dem gleichnamigen Bestseller von Jonathan Safran Foer. Trotz gemischter Kritiken wurde der Film für mehrere Filmpreise nominiert, u. a. für den Oscar als bester Film.