Stawropol (, von griechisch stavros, Kreuz, und polis, Stadt), von 1935 bis 1943 Woroschilowsk (russisch ), ist eine Stadt in Russland im Föderationskreis Nordkaukasus mit 563.000 Einwohnern (Stand: 2025). Stawropol ist Hauptstadt der Region Stawropol.
Geographie Stawropol liegt eingebettet zwischen Hügeln und Tälern an den Ausläufern des Nordkaukasus. Die Stadt liegt auf dem 45. Breitengrad, was dem von Mailand oder Lyon entspricht.
Klima Stawropol liegt im Bereich von Ostseitenklima (Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger: Cfa) im Übergang zu Ozeanischem Klima (Cfb) und entlang der Nullgrad-Isotherme zu feuchtem, sommerwarmem Kontinentalklima (Dfa/Dfb), mit kurzen, kalten Wintern und heißen Sommern. Der Jahresniederschlag ist mit 560 mm niedrig und hat seine Spitze im Frühsommer.
Weil die Stadt nicht durch hohe Berge vor Kaltluftströmen geschützt ist, kann es in den Wintermonaten sehr kalt werden. Die bisher kälteste Temperatur in Stawropol wurde während der Kältewelle in Europa 2012 mit –28,3 °C am 8. Februar gemessen, während der Hitzerekord bei 39,7 °C am 8. August 2006 liegt.
Geschichte miniatur|Straßenzüge in Stawropol miniatur|Stadtmitte Die Stadt wurde 1777 als eine der zehn Festungen zur Bewachung der südlichen Grenzen des Russischen Kaiserreichs gegründet. Der Stadtname geht auf einen Brauch der damaligen Zeit zurück, neuen Städten in Russland griechische Namen zu geben (vgl. etwa Sewastopol, Mariupol). Der Name „Stawropol“ bedeutet Stadt des Kreuzes. Ursprung dieses Namens ist eine Legende, die besagt, dass beim Errichten der Festung ein großes Steinkreuz im Erdreich entdeckt wurde. 1785 erhielt der Ort den Stadtstatus, im Jahre 1847 wurde er Gouvernementshauptstadt. Aufgrund seiner Lage an einem Postweg vom europäischen Teil Russlands in den Kaukasus und der Bedeutung als Militärstützpunkt entwickelte sich die Stadt wirtschaftlich relativ schnell. Ende des 19. Jahrhunderts erhielt Stawropol einen Eisenbahnanschluss.
Im Russischen Bürgerkrieg wechselte die Stadt mehrmals die Seiten und wurde schließlich im Januar 1920 von der Roten Armee erobert. 1935 wurde die Stadt zu Ehren des Marschalls Woroschilow in Woroschilowsk umbenannt, erhielt jedoch acht Jahre später ihren ursprünglichen Namen zurück.
Von August 1942 bis Januar 1943 war die Stadt im Zweiten Weltkrieg von deutschen Truppen besetzt. Zuvor waren ca. 100.000 Bewohner geflohen, so dass die Stadt beim Einmarsch der Deutschen nur noch einige zehntausend Einwohner hatte. Viele Häuser wurden durch Kämpfe im Januar 1943 zerstört, viele weitere auch von der Wehrmacht bei ihrem Rückzug angezündet. Im Frühjahr und Sommer 1943 kehrten viele Bewohner in die Stadt zurück.
Bevölkerung Die rund 400.000 Menschen umfassende Bevölkerung Stawropols setzt sich zu fast 89 % aus Russen zusammen. Daneben gibt es in der Stadt eine bedeutende armenische Minderheit (4,5 %) sowie einige tausend Ukrainer, Aserbaidschaner, Griechen, Karatschaier, Lesgier und Tataren.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1897 41.590 1939 85.251 1959 141.023 1970 198.251 1979 258.233 1989 318.298 2002 354.867 2010 398.539 2017 433.577 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Fernverkehr Stawropol ist über die Fernstraße R216 über Elista mit Astrachan verbunden.
Söhne und Töchter der Stadt
Michail Timonow (1863–1931), GeneralmajorТимонов Михаил Иванович, grwar.ru (russisch) Dmitri Chodkewitsch (1865–1941), GeneralmajorХодкевич Дмитрий Иванович, grwar.ru (russisch) Alexander Dinnik (1876–1950), Ingenieurwissenschaftler Oleksandr Hruschewskyj (1877–1943), sowjetisch-ukrainischer Historiker, Literaturhistoriker und Literaturkritiker, Ethnograph und Journalist Michail Mjasnikow (1893–1974), GeneralmajorМясников Михаил Акимович (1893-1974), biografiaru.wordpress.comMiasnikov, Mikhail Akimovich, generals.dk Michail Sjusjumow (1893–1982), Historiker Rimma Iwanowa (1894–1915), Krankenschwester & Trägerin des Orden des Heiligen Georg Nikolai Filimonow (1897–1986), Wasserbauingenieur und Hochschullehrer Aleksander Słuczanowski (1900–1942), polnischer Eishockeyspieler Fjodor Sosulja (1907–1964), AdmiralФёдор Владимирович Зозуля, novodevichye.com (russisch) Dmitri Oskin (1919–2004), Generalleutnant der Luftwaffe Juri Potapow (1925–2005), GeneraloberstПотапов Юрий Михайлович, eurasian-defence.ru (russisch)Потапов Юрий Михайлович, veterangabtu.ru (russisch) Boris Tschesnokow (1928–2005), Geologe, Mineraloge und Hochschullehrer Arnold Reitsakas (1933–2000), estnischer Computerpionier und Informatiker Oleg Sintschenko (1935–2007), GeneralleutnantО.В. Зинченко, old.redstar.ru (russisch) Waleri Postnikow (1945–2016), Eishockeytorwart und -trainer Sergei Karpow (* 1948), Historiker Juri Bunkow (* 1950), experimenteller Festkörperphysiker Michail Umansky (1952–2010), deutsch-russischer Schachmeister und 13. Fernschachweltmeister Irina Wirganskaja (* 1957), Tochter von Michail Gorbatschow, Vize-Präsidentin der Gorbatschow-Stiftung Alexei Schipenko (* 1961), Schriftsteller, Musiker und Schauspieler Andrei Akischin (1963–2016), Handballspieler und -trainerАкишин Андрей Анатольевич, sport-strana.ru (russisch) Dmitri Kusmin (* 1966), russischer und europäischer Politiker Sergei Schmatko (1966–2021), Politiker und Unternehmer Alexei Drejew (* 1969), Schachspieler Lev Gorn (* 1971), russisch-amerikanischer Schauspieler, Fotograf und Künstler Anna Archipowa (* 1973), Basketballspielerin Igor Lawrow (* 1973), Handballspieler Sergey Sokolov (* 1977), aserbaidschanischer Fußballspieler Konstantin Igropulo (* 1985), Handballspieler Ljubow Lopatina (* 1985), BoxerinЛопатина Любовь Ивановна, infosport.ru (russisch) Marija Abakumowa (* 1986), Speerwerferin Jewgenija Koschelnikowa (* 1986), Triathletin Anna Bulgakowa (* 1988), Hammerwerferin Renat Saidow (* 1988), JudokaRenat Saidov in der Datenbank von Sports-Reference (englisch) Svetlana Tsys (* 1989), deutsches Model russischer Herkunft Jewgeni Kusnezow (* 1990), Wasserspringer Dmitri Polos (* 1991), Fußballspieler Swetlana Kossowa (* 1992), BoxerinКосова Светлана Анатольевна, infosport.ru (russisch) Alexei Gorodowoi (* 1993), Fußballspieler Ilja Kutepow (* 1993), Fußballspieler Maxim Belogorzew (* 1996), Volleyballspieler Nikita Schleicher (* 1998), Wasserspringer Matwei Safonow (* 1999), Fußballtorwart Daniil Kornjuschin (* 2001), Fußballspieler Dmitri Kratkow (* 2002), Fußballspieler
Sport Im Fußball ist die Stadt durch den Verein Dynamo Stawropol vertreten.
Städtepartnerschaften Stawropol listet folgende zwölf Partnerstädte auf: StadtLandseitBéziers 15px1982Changzhou2014Des Moines1992Elista 15px2014Feodossija 15pxUkraine2002Jerewan 15px2013Machatschkala 15px2011Omsk 15px2013Pasardschik 15px1969Südöstlicher Verwaltungsbezirk der Stadt Moskau 15px2010Wladikawkas 2015Zhenjiang2012
Weblinks
Stawropol auf mojgorod.ru (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Region Stawropol
Kategorie:Hauptstadt eines Föderationssubjekts Russlands Kategorie:Gemeindegründung 1777 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1785