Die DB Regio AG mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein deutsches Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU). Sie ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des Konzerns Deutsche Bahn und dort Teil des Geschäftsfeldes DB Regio, zu dem auch die DB RegioNetz Verkehrs GmbH sowie weitere eigenständige Tochterunternehmen gehören.
Das Unternehmen ist für alle Regionalverkehrsaktivitäten (Schiene und Straße) des DB-Konzerns in Deutschland zuständig. Hierzu zählen auch Verkehre in das benachbarte Ausland. Zur Wartung der Fahrzeugflotte betreibt das Unternehmen eigene Werkstätten.
2024 konnte der Gesamtumsatz durch eine Steigerung um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr erstmals 10 Milliarden Euro überschreiten und der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) erreichte mit 108 Millionen Euro wieder einen positiven Wert, nachdem im Vorjahr ein geringer Verlust zu verzeichnen war.
DB Regio Schiene beförderte 2024 täglich mit 20.930 Zugfahrten rund 4,7 Millionen Reisende und DB Regio Straße rund 1,5 Millionen Fahrgäste.
Unternehmensstruktur mini|Firmensitz DB Brick und DB Tower (hinten) im September 2020, kurz vor der Fertigstellung mini|Ehemalige Zentrale von DB Regio und DB Fernverkehr im Frankfurter Gallusviertel
Die Unternehmenszentrale von DB Regio in Frankfurt ist verantwortlich für die Geschäftsentwicklung und konzentriert sich auf die Rahmenvorgaben und Servicefunktionen für die regionalen Einheiten beim Abschluss von Verkehrsverträgen und Ausschreibungen. Daneben unterstützt sie die Regionen in den Bereichen Preis- und Erlösmanagement, Marketing sowie bei der Verkehrsplanung. Außerdem werden die S-Bahnen München, Rhein-Main und Stuttgart von der Zentrale koordiniert und gesteuert.
Sparte Schiene Die Sparte Schiene unterteilt sich in sieben Regionen. Daneben gibt es fünf urbane S-Bahnen, die direkt aus der Zentrale geführt werden, sowie die eigenständige DB RegioNetz Verkehrs GmbH.
mini|Organisationsstruktur von DB Regio Schiene
Regionen DB Regio Baden-Württemberg DB Regio Bayern DB Regio Mitte (mit S-Bahn RheinNeckar) DB Regio Nord (mit DB Regio Schleswig-Holstein) DB Regio Nordost DB Regio NRW DB Regio Südost
S-Bahnen S-Bahn Berlin S-Bahn Hamburg S-Bahn München S-Bahn Rhein-Main S-Bahn Stuttgart
DB RegioNetz Verkehrs GmbH In diesem Tochterunternehmen von DB Regio existiert für jedes RegioNetz eine Abteilung. Es gibt folgende RegioNetze, die als Profitcenter jeweils weitgehend wirtschaftlich selbstständig arbeiten: Erzgebirgsbahn (Sachsen) Kurhessenbahn (Nordhessen und Nordrhein-Westfalen) Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn (Thüringen) Südostbayernbahn (Ober- und Niederbayern) Westfrankenbahn (Unterfranken und nördliches Baden-Württemberg)
Regionalverkehre Start Deutschland GmbH
Die unter der Marke start agierende Gesellschaft war ein Tochterunternehmen von DB Regio. Sie sollte für Erfolge bei in der Vergangenheit verlorenen Ausschreibungen/Netzen sorgen. Die Regionalverkehre Start Deutschland GmbH waren in regionale Tochterunternehmen untergliedert. Diese waren: Verkehrsgesellschaft Start Unterelbe mbH Verkehrsgesellschaft Start Emscher-Münsterland mbH Verkehrsgesellschaft Start Niedersachsen mbH Verkehrsgesellschaft Start Augsburg mbH Verkehrsgesellschaft Start NRW mbH Verkehrsgesellschaft Start Ostsachsen mbH, ehemals Verkehrsgesellschaft Start Ruhr-Sieg mbH Zum 1. August 2026 wurde die Regionalverkehre Start Deutschland GmbH in die DB Regio AG integriert.
DB Regio Stuttgart GmbH
Die DB Regio Stuttgart GmbH betrieb von 1. August 2025 bis 31. Juli 2026 Leistungen im Schienenpersonennahverkehr in Baden-Württemberg. Es handelte sich dabei um Leistungen, die ehemals durch die Südwestdeutsche Landesverkehrs GmbH (SWEG) betrieben wurden. Diese wiederum hatte den Betrieb dieser Linien nach der Insolvenz der Abellio Rail Baden-Württemberg übernommen. Zum 1. August 2026 wurde die DB Regio Stuttgart GmbH in den Regionalbereich Baden-Württemberg der DB Regio AG integriert.
Sparte Straße Zur Sparte Straße gehören – neben der ioki GmbH, die smarte Mobilitätskonzepte für Kunden entwickelt – 23 Busverkehrsunternehmen, die wiederum an weiteren Busgesellschaften Mehrheitsbeteiligungen besitzen. DB Regio Straße zählt mit etwa 561 Millionen Fahrgästen und einer Verkehrsleistung von 6,3 Milliarden Personenkilometern zu den größten Anbietern im deutschen Busverkehr. Bundesweit werden 11.867 Busse (davon 6.040 eigene) eingesetzt (Stand 2024). Der Marktanteil am Linienbusmarkt in Deutschland betrug 2014 etwa 9 Prozent.
Tochterunternehmen DB Regio hat zahlreiche Tochterunternehmen. Ende 2023 waren das (Auswahl konsolidierter Unternehmen):
Einen Überblick über ehemalige Tochterunternehmen bietet: Liste der Unternehmen im DB-Konzern#Ehemalige Konzernunternehmen.
Geschichte mini|200px|Regionalleitungen von DB Regio (Stand 2002)
Die DB Regio AG ging im Zuge der zweiten Stufe der Bahnreform zum 1. Januar 1999 aus dem Geschäftsfeld Nahverkehr der Deutschen Bahn AG hervor. Ursprüngliche Planungen sahen vor, sie bis 2003 an die Börse zu bringen. Ein Börsengang wurde bis heute aber nicht realisiert.
Am 12. Februar 1998 wurde der Gesellschaftsvertrag für die DB Regio GmbH geschlossen und das Unternehmen am 6. April 1998 ins Handelsregister eingetragen. Sein einziger Zweck war die „Vorbereitung der Ausgliederung des Geschäftsbereichs Personennahverkehr der Deutsche Bahn Aktiengesellschaft auf eine neu zu gründende Aktiengesellschaft in rechtlicher, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht“. Das Unternehmen wurde mit Beschluss vom 27. April 1999 in die Deutsche Bahn Erste Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH umfirmiert, deren Gegenstand die „Verwaltung des eigenen Vermögens sowie jegliche Tätigkeiten, die dem vorgenannten Zweck förderlich sind“ war.
Die Ausgliederung der DB Regio Aktiengesellschaft wurde mit der am 1. Juni 1999 erfolgten Eintragung ins Handelsregister vollzogen. Der Unternehmensgegenstand war: „Erbringen, Vermarkten und Koordinieren von Verkehrsleistungen des schienen- und straßengebundenen öffentlichen Personennahverkehrs und die damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen; Betrieb, Instandhaltung, Beschaffung und Herstellung von Fahrzeugen aller Art, insbesondere von Lokomotiven, Triebwagen, Eisenbahnwagen und Kraftomnibussen; Führen von Betrieben verwandter Unternehmen für deren Rechnung sowie Erbringen von Beratungsleistungen für Dritte.“ Das Grundkapital des Unternehmens betrug zunächst 800 Millionen DM, das sich in 80 Millionen Stückaktien verschiedener Anteilseigner verteilte. Der erste Vorstandsvorsitzende war Klaus Daubertshäuser. Die Satzung des Unternehmens war bereits am 24. November 1998 festgestellt worden.
In den Jahren 2001 und 2002 wurde eine veränderte Managementstruktur im Unternehmen umgesetzt. An Stelle der bislang zentral gesteuerten Gesellschaft traten neun eigenständige Landesgesellschaften, denen wiederum die regionalen Zug- und Busgesellschaften untergeordnet wurden. Ziel der Neustrukturierung war die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit. Im gesamten Unternehmen wurden rund 2500 Arbeitsplätze eingespart, davon rund 400 (von 700) Stellen in der DB-Regio-Zentrale. Der Schienen- und Straßenregionalverkehr wurde ab Januar 2002 neun Regionalleitungen (Nord, Nordost, Niedersachsen/Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Südwest, Südost, Bayern sowie Baden-Württemberg) übertragen. Der Marktanteil von DB Regio am Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Deutschland lag dabei bei 92 Prozent, im übrigen ÖPNV bei sieben.
2007 erzielte DB Regio 70 % ihres Umsatzes aus Zahlungen der Länder für die Erbringung von ÖPNV, 29 % aus dem Fahrscheinverkauf und 1 % aus sonstigen Einnahmen.Amtsblatt der Europäischen Union "Staatliche Beihilfen C35/14" vom 8.2.08 Jüngere Zahlen sind nicht veröffentlicht.
2008 gründete das Unternehmen mit der DB Regio Rheinland GmbH für den Rhein-Sieg-Express erstmals ein Unternehmen aus. Nach Gewinn der Ausschreibung sollten rund 180 Beschäftigte von DB Regio NRW zum nicht an den Tarifvertrag des Konzerns gebundenen Tochterunternehmen wechseln und dort laut einem Pressebericht rund ein Fünftel weniger Lohn erhalten. Nach Protestaktionen wurde das Unternehmen 2011 wieder mit DB Regio NRW verschmolzen. Für zukünftige DB-Regio-Tochterunternehmen soll ein im Februar 2011 vereinbarter Branchentarifvertrag gelten.
Von 2004 bis Ende 2010 war das hierfür gegründete Tochterunternehmen DB Stadtverkehr für den Betrieb des Bus- und Stadtverkehrs zuständig. Am 23. Februar 2010 wurde bekannt gegeben, dass die beiden S-Bahn-Betriebe S-Bahn Berlin GmbH und S-Bahn Hamburg GmbH ab dem 1. März 2010 DB Regio unterstellt werden. Zum 1. Januar 2011 wurde DB Stadtverkehr aufgelöst. Gleichzeitig wurde ein neues Vorstandsressort Regio Bus geschaffen.
Zum 1. Januar 2015 wurden die beiden Regionen Südwest und RheinNeckar zur neuen Region DB Regio Südwest zusammengeführt.
Am 1. Januar 2017 erfolgte eine weitere Umstrukturierung, in dessen Rahmen DB Regio Südwest und DB Regio Hessen zu DB Regio Mitte zusammengelegt wurden.
Im Rahmen von Zukunft Bahn Regio sollen die S-Bahnen Berlin, Frankfurt (Main), Hamburg, München und Stuttgart seit Anfang 2017 eigenständiger arbeiten und direkt an ihren Vorstand berichten.
mini|Logo der Tochtergesellschaft start
Das Unternehmen kündigte im Spätsommer 2016 an, an kommenden Vergabeverfahren mit kleineren, flexibleren Einheiten teilnehmen zu wollen. Daraufhin wurde die Regionalverkehre Start Deutschland gegründet, die sich mit ihren regionalen Tochtergesellschaften an den jeweiligen Ausschreibungen beteiligt. Erste Erfolge konnte die DB-Regio-Tochter bereits 2017 im Netz Unterelbe verzeichnen.
Aufgrund der COVID-19-Pandemie in Deutschland ging die Auslastung im Jahr 2020 nach Angaben des für Personenverkehr zuständigen Deutsche-Bahn-Vorstands Berthold Huber auf etwa 70 Prozent des vorherigen Niveaus zurück.
Mit einer Pünktlichkeitsquote von 88½ Prozent wurde im Juni 2022 der tiefste Wert seit 2010 erreicht. Als wesentlicher Grund gelten verspätete Abfahrten aufgrund hoher Auslastung aufgrund des 9-Euro-Tickets.
Die Zahl der Zugausfälle aufgrund von Personalmangel nahm laut Mitte 2022 veröffentlichten Angaben in den vergangenen zwei Jahren zu. Demnach fielen 45.431 Züge binnen zwei Jahren aus. Im 2. Quartal fielen 9725 Züge aus diesem Grund aus (0,3 % aller Züge), doppelt so viele wie im Vorjahresquartal.
In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsmagazin brand eins wurde im Jahr 2025 von der DB Regio ein Mobilitätsreport veröffentlicht, der Aspekte des Wandels im Verkehrssektor differenziert darstellt.
Im Dezember 2025 bestellte DB Regio in einem Rahmenvertrag mehr als 3.300 neue Busse; die meisten bei MAN und fast 200 Busse von BYD aus deren Fabrik in Ungarn. Die Busse sollen in den Jahren 2027 bis 2032 geliefert werden. Viele der bestellten Busse werden Elektrobusse sein.
Auslandsaktivitäten Der erste Auslandsauftrag des Unternehmens war ein Zwei-Stunden-Takt zwischen dem Außerfern und dem Allgäu, der mit fünf Zugpaaren täglich ab 3. Februar 2001 angeboten wurde.
Um sich an Ausschreibungen im skandinavischen Raum beteiligen zu können, wurde 2002 die Tochtergesellschaft DB Regio Sverige AB mit Sitz in Stockholm gegründet.DB Regio Geschäftsbericht 2002
Die Deutsche Bahn übernahm im März 2008 von der englischen Investmentfirma John Laing deren Eisenbahnaktivitäten Laing Rail. Dazu zählen zu 100 Prozent die Verkehrsbetriebe Chiltern Railways und zu 50 Prozent Beteiligungen an den Joint Ventures Wrexham, Shropshire & Marylebone Railways Company Ltd (WSMR) und der London Overground Rail Operations Ltd (LOROL). Diese Unternehmensbeteiligungen wurden DB Regio zugeordnet und unter dem Namen DB Regio UK geführt.