Die Zeittafel Portugal gibt in Stichpunkten einen Überblick über die Geschichte Portugals.

Vor Christus 18000 v. Chr.: die Felszeichnungen von Foz Côa stellen eines der ältesten Zeugnisse menschlicher Besiedlung auf dem Boden des heutigen Portugals dar. 5720 bis 4585 v. Chr. Höhle von Salemas, früheste archäologische 14C-Datenbefunde Portugals 2000 v. Chr.: Beginn der Einwanderung der Iberer. 1200 v. Chr.: die Phönizier gründen Kolonien auf dem Gebiet des heutigen Portugals. 600 v. Chr.: Beginn der Einwanderung der Kelten, diese vermischen sich mit den Iberern zu Keltiberern. um 500 v. Chr.: Im Süden der iberischen Halbinsel wird Karthago zur dominierenden Macht. 218 v. Chr. bis 202 v. Chr.: Zweiter Punischer Krieg: Karthago verliert die Iberische Halbinsel an Rom, das heutige Portugal wird Teil der römischen Provinz Hispania Ulterior 197 v. Chr. bis 179 v. Chr.: Keltiberischer Krieg, die Einwohner des Landes erheben sich gegen die römische Herrschaft, Rom verteidigt seine Provinz mit großer Härte. 154 v. Chr. bis 133 v. Chr. Spanischer Krieg 150 v. Chr. die Römer lassen nach einer List große Teile des Keltiberischen Stammes der Lusitaner niedermetzeln. 147 v. Chr. geht der Krieg in den Viriatischen Krieg über. Viriatus (* um 180 v. Chr.), der Führer der keltiberischen Lusitaner, kann den Römern in der Schlacht bei Baecula (143 v. Chr.) und erneut 140 v. Chr. vernichtende Niederlagen beibringen. Die Römer müssen in einen für sie beschämenden Friedensschluss einwilligen, der allerdings vom Senat nicht ratifiziert wird. mini|100px|links|Viriato-Denkmal in Viseu 139 v. Chr.: Viriatus wird von mit Rom verbündeten Lusitanern im Auftrag der Römer bei Viseu ermordet. Damit erringen die Römer in der Auseinandersetzung mit den Lusitanern wieder die Oberhand. mini|100px|Ruinen von Numantia 133 v. Chr. Ende des Spanischen Krieges mit dem Fall von Numantia. ab 60 v. Chr.: Caesar bricht den letzten Widerstand der keltiberischen Stämme gegen Rom. 27 v. Chr.: Verwaltungsreform des Kaisers Augustus (* 63 v. Chr.; † 14 n. Chr.; reg. 30 v. Chr. bis 14 n. Chr.): Die iberische Halbinsel wird in drei Provinzen eingeteilt: Betica, Hispania Citerior und Lusitania. Letztere umfasste im Wesentlichen das Gebiet des heutigen Portugals. mini|100px|Römischer Tempel in ÉvoraLusitania wurde in drei Bezirke („conventus“) eingeteilt: Pacensis (Hauptstadt: Pax Iulia, das heutige Beja), Scallabitanus (Hauptstadt: Scallabis, das heutige Santarém) und Emeritensis (Hauptstadt: Emerita, das heutige Mérida in Spanien, das auch Provinzhauptstadt von ganz Lusitanien war).

1 bis 1000 60 n. Chr.: Beginn der Ausbreitung des Christentums. mini|150px|links|Karte der römischen Provinz Lusitanien 280: Verwaltungsreform des Diokletian: Hispania Citerior wird in die Provinzen Hispania Cartaginense und Callaecia bzw. Gallaecia geteilt. Die Provinz Callaecia umfasst das Gebiet nördlich des Douro im heutigen Portugal und das nordspanische Galicien. ab 409: Barbareneinfall während der Völkerwanderungszeit zerstört die römische Provinz. Alanen, Vandalen und Sueben fallen nach Portugal ein. 410: Sueben bekennen sich mehrheitlich zum arianischen Christentum. 416: Beginn der Einwanderung der Westgoten um 430: Die Sueben gründen auf dem Gebiet von Gallaecia ihr Reich, Hauptstadt wird Bracara Augusta, das heutige Braga. Auch die anderen germanischen Völker gründen eigene Staaten. Da die Vandalen und Alanen jedoch schnell von den Westgoten besiegt werden, hat nur deren Reich und das Reich der Sueben bestand. um 550: die Sueben werden unter König Karriarich zum Katholizismus bekehrt. 585: der Westgotenkönig Leovigild siegt über den letzten Suebenkönig Andeca. Das Reich der Sueben wird zerstört und dem Westgotenreich eingegliedert, dieses ist damit das einzige germanische Reich auf iberischem Boden. 587: Der Westgotenkönig Rekkared I. tritt in Braga vom arianischen zum katholischen Christentum über. mini|150px|Das Almoraviden-Reich 711: Beginn der arabischen (maurischen) Invasion. Der letzte Westgotenkönig Roderich wird von Tariq ibn Ziyad besiegt und fällt in der Schlacht im südlichen Andalusien. Auch Portugal fällt nach nur wenigen Jahren bis in die Höhe von Braga unter islamische Herrschaft. Schlacht am Río Barbate. Portugal wird Teil des Kalifats von Córdoba. 9. Jahrhundert: Beginn der Reconquista, der Rückeroberung Portugals durch christliche Heere, ausgehend von Asturien und León. König Alfons III., der Große von Asturien verlegt die Hauptstadt nach León und erobert im Jahre 868 den alten Römerhafen Portus Cale (das heutige Porto), von dem das Land seinen Namen erhält; und dann 878 Coimbra

mini|580px|zentriert|Porto

1001 bis 1300 um 1000: Innerhalb Leóns bilden sich in den von den Mauren zurückeroberten Gebieten die Grafschaften Kastilien und Portugal, die ein zunehmendes Eigenleben führen. Alfons VI. von León versucht durch die Annahme des Kaisertitels seine Oberhoheit über die beiden Grafschaften zu demonstrieren. 1064: Endgültige Rückeroberung der Stadt Coimbra im Auftrag von König Ferdinand I., dem Großen von Kastilien und León von den Mauren. In Coimbra wird unter Leitung der Benediktiner die erste Schule auf dem Gebiet des späteren Königreiches Portugal eingerichtet. 1068: Graf Raymond von Armous, ein jüngerer Sohn des Herzogs Wilhelm I. von Burgund, begibt sich nach Portugal. Dies ist das erste Auftreten der Burgunder, einer Seitenlinie der Kapetinger im Lande. Raymond heiratet Urraca, Erbtochter des leonesischen Königs, und wird 1093 Graf von Galicien, des nördlich an Portugal angrenzenden Gebiets. mini|100px|links|Heinrich von Burgund mini|100px|Miniatur aus dem 13. Jahrhundert. In der Mitte Theresia von Kastilien, rechts ihre Tochter Urraca Enríquez, links ihr Geliebter Fernando Pérez de Traba. 1071: In der Nähe von Braga fällt Graf Nuno Mendes in der Schlacht von Pedroso gegen den König von Galicien, Garcia, was die Bestrebungen des portugiesischen Adels nach Unabhängigkeit vorerst verhindert. 1080: Auf einem Konzil in Burgos setzen sich die kirchlichen Kräfte durch, die in allen christlichen Reichen auf der iberischen Halbinsel den altspanischen, mozarabischen Ritus durch den päpstlichen römischen Ritus ersetzen wollen. Dessen Durchsetzung dauert jedoch bis in die ersten Jahrzehnte des 12. Jahrhunderts. 1093: Heinrich von Burgund, ein Neffe Raimonds und jüngerer Sohn Herzog Heinrich von Burgund, heiratet Theresia von León, eine nichteheliche Tochter von Alfons VI. von León. Er erhält 1095 die Grafschaften Portucale und Coimbra. Er begründet die Herrschaft des Hauses Burgund auf einem Teilgebiet des späteren Königreiches Portugal, die bis 1383 andauert. 1104: Gründung des Erzbistums Braga durch Heinrich von Burgund. Die Bistümer Porto, Lamego, Viseu und Coimbra folgen und die Stadt Guimarães, die sich stolz die "Wiege Portugals" nennt, wird seine bevorzugte Residenz. 1109 Nach dem Tod von Alfonso VI. von León und Kastilien löst sich Portugal aus der Lehensabhängigkeit. 1114: Tod Heinrich von Burgunds. Für seinen minderjährigen Sohn Alfons I. (* 1110; † 1185; reg. als König 1139 – 1185) übernimmt zunächst seine Witwe Theresia von Kastilien die Regentschaft. Sie nimmt 1117 den Titel einer Königin von Portugal an, was von leonesischer Seite aber nicht anerkannt wird, und muss sich schließlich wieder der Oberhoheit ihrer Halbschwester Urraca von León beugen, die dort nach dem Tode Alfons VI. die Macht übernommen hatte. 1127: Alfons VII. von Kastilien, ein Sohn der Urraca, besiegt Theresia von Kastilien; diese ist dadurch entscheidend geschwächt. mini|100px|links|Alfons I.

1128: Alfons I. besiegt seine Mutter in der Schlacht von São Mamede. Theresia von Kastilien wird entmachtet, Alfons I. beginnt selbständig zu regieren. 1128: Der Templerorden begründet seine erste Niederlassung in Portugal auf der Schenkung der am Mondego gelegenen Burg von Soure durch D. Theresia, die den Templern auch "alle Gebiete zwischen Coimbra und Leiria, die sich noch in der Hand der Ungläubigen befinden" überträgt. Im folgenden Jahr bestätigt Alfons I. den Templern die Schenkung des Castelo de Soure. 1135: Alfons I. verweigert Alfons VII. von León den Lehnseid. 1139: Alfons I. siegt über die Mauren in der Schlacht von Ourique. Er nimmt danach den Königstitel an und begründet so die Selbständigkeit Portugals von Kastilien-León. Erste Hauptstadt des Königreichs Portugal wird Guimarães. 1143: Vertrag von Zamora: Kastilien-León muss die Unabhängigkeit Portugals anerkennen. Alfons I. verlegt die Hauptstadt nach Coimbra. 1179: Papst Alexander III. erkennt mit der Bulle „Manifestis probatum“, der „Geburtsurkunde Portugals“, die portugiesische Unabhängigkeit an. Portugal ist damit heute der älteste Nationalstaat Europas. 1147: Alfons I. erobert Lissabon und Santarém von den Mauren. 1162: Alfons I. gründet den Ritterorden von Avis. mini|100px|Kreuz des Ritterordens von Avis mini|100px|links|Sancho I. 1185: Sancho I. besteigt den Thron (regiert bis 1211). 1195: Die katholische Kirche verhängt das Interdikt über Portugal. Es beginnt ein fast zweihundert Jahre andauernder Konflikt zwischen Kirche und portugiesischem Königtum. 1211 bis 1223: Alfons II. ruft die erste Cortes ein und schafft das erste zusammenhängende portugiesische Gesetzeswerk. Er kann die Ortschaften Setúbal und Alcácer do Sal von den Mauren zurückerobern. Der Konflikt mit der Kirche verschärft sich, Alfons stirbt im Kirchenbann. 1223 bis 1248: Sancho II. 1226: Niederlage der Portugiesen gegen die Mauren in der Schlacht bei Elves. 1239: Sieg der Portugiesen über die Mauren in der Schlacht bei Aimonte. Die östliche Algarve und das Alentejo fallen an die Portugiesen. mini|links|100px|Sancho II. mini|100px|Alfons III. 1245: Höhepunkt im Kampf zwischen Königtum und Kirche. Papst Innozenz IV. setzt Sancho II. de facto ab und ernennt seinen Bruder Alfons III. zum Verwalter des Königreiches. Es beginnt ein Bürgerkrieg zwischen den beiden Brüdern, der erst durch den Tod von Sancho II. endet. 1248 bis 1279: Alfons III. 1250/1251: Abschluss der portugiesischen Reconquista mit der Eroberung der Algarve durch Alfons III. 1254: Alfons III. war auch der erste portugiesische König, der zu den Cortes in Leiria Vertreter des Volkes (homens-bons dos conselhos) hinzuzog. Diese boni homines ("rechtschaffene Männer") waren nichtadlige, aber angesehene Landbesitzer aus verschiedenen Amtsbezirken des Reiches. Ihre Einladung in die cortes war ein geschickter Schachzug des Königs, um die Steuereinkünfte zu erhöhen. 1256: Der König verlegt die Hauptstadt des Landes nach Lissabon. mini|580px|zentriert|Lissabon mini|100px|links|Papst Johannes XXI. mini|100px|Dionysius 1276: Mit Johannes XXI. besteigt der bis heute einzige Portugiese den Heiligen Stuhl. 1279 bis 1325: König Dionysius. Bürgerkrieg in Portugal zwischen Dionysius und seinem jüngeren Bruder Alfons, gleichzeitig Krieg mit Kastilien, wechselseitiger Einmarsch der Kastilier in Portugal und der Portugiesen in Kastilien. 1289: Durch einen Kompromiss zwischen Dionysius und Papst Nikolaus IV. wird der seit Jahrhunderten schwelende Konflikt zwischen Königshaus und Kirche entschärft. 1294: Mit dem ersten Handelsvertrag mit England beginnt eine lange Reihe von Bündnissen zwischen den beiden Ländern. 1297: Vertrag von Alcañices. Friedensschluss zwischen Dionysius und Ferdinand IV. von Kastilien. Die Grenze zwischen beiden Ländern wird endgültig festgesetzt, sie entspricht im Wesentlichen der noch heute gültigen Grenze zwischen Portugal und Spanien.

1301 bis 1500 mini|75px|links|Christusritter-Burg in Tomar

1312: Auf Betreiben des französischen Königs Philipp IV., des Schönen und Papst Clemens V. wird der Templerorden aufgelöst. Anders als anderswo in Europa kommt es in Portugal nicht zur Verfolgung der Templer. Hier wird 1319 von König Dionysius der Christusorden gegründet, durch den die Templer als nationaler portugiesischer Orden praktisch fortgesetzt werden. mini|75px|Alfons IV.