miniatur|hochkant|Michael Griffin (2018) Michael Douglas „Mike“ Griffin (* 1. November 1949 in Aberdeen, Maryland, USA) ist ein US-amerikanischer Physiker und Raumfahrtingenieur. Er war vom 13. April 2005 bis zum 20. Januar 2009 Leiter der US-Raumfahrtbehörde NASA und vom 19. Februar 2018 bis zum 10. Juli 2020 Under Secretary of Defense for Research and Engineering im Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten.

Leben und Karriere Griffin absolvierte ein umfangreiches Studium in verschiedenen Fachrichtungen. Er hält einen Bachelor in Physik von der Johns Hopkins University (1971), Masterabschlüsse in Luft- und Raumfahrttechnik (Catholic University of America, 1974), Elektrotechnik (University of Southern California, 1979), Angewandter Physik (Johns Hopkins University, 1983), Betriebswirtschaft (Loyola College, 1990) sowie Bauingenieurwesen (George Washington University, 1998). 1977 wurde er an der University of Maryland im Bereich Luft- und Raumfahrttechnik promoviert.

Griffin begann seine Karriere in den 1980er Jahren am Applied Physics Laboratory (APL) der Johns Hopkins University, wo er an Satelliten für die Raketenabwehr arbeitete. Ab 1986 war er fünf Jahre lang stellvertretender Technikdirektor für das SDI-Programm in der Strategic Defense Initiative Organization des Verteidigungsministeriums. Von August 1991 bis 1994 arbeitete er bei der NASA als Chefingenieur und Forschungsdirektor (Associate Administrator for Exploration). 1995 wechselte er als Vizepräsident zur Orbital Sciences Corporation, einem Raumfahrtunternehmen in Dulles (Virginia). Zuvor stand er als General Manager der Space Industries International in Texas vor.

2001 lernte er den Softwareunternehmer Elon Musk kennen. Anfang 2002 begleitete er diesen auf einer Reise nach Russland, um den Kauf von Dnepr-Raketen für Musks Life-to-Mars-Projekt zu verhandeln. Griffin lehnte danach Musks Angebot ab, Chefingenieur bei dessen neu gegründetem Unternehmen SpaceX zu werden. Stattdessen wurde er Präsident und COO von In-Q-Tel in Arlington (Virginia), einer vom US-Geheimdienst CIA 1999 gegründeten Firma zur Erforschung und Finanzierung neuer, sicherheitsrelevanter Technologien. Ab April 2004 war er ein Jahr lang Direktor der Raumfahrtabteilung des Applied Physics Laboratory an der Johns Hopkins University in Laurel (Maryland).

NASA-Administrator (2005–2009) mini|links|Mike Griffin mit seiner Frau Rebecca bei der formellen Vereidigung durch US-Vizepräsident Cheney (2005) Am 11. März 2005 wurde Griffin von US-Präsident George W. Bush als Chef der NASA vorgeschlagen. Am 13. April wurde er vom Senat bestätigt und trat einen Tag später als 11. Administrator der NASA die Nachfolge von Sean O’Keefe an. Formell vereidigt wurde er am 28. Juni 2005 durch US-Vizepräsident Dick Cheney.

Während seiner Amtszeit trieb Griffin maßgeblich die Entwicklung kommerzieller Raumtransportdienste voran. Er war verantwortlich für die Initiierung des Commercial Orbital Transportation Services (COTS)-Programms und des Commercial Resupply Services (CRS)-Programms. Durch diese wurden historisch bedeutsame Verträge an private Unternehmen wie SpaceX und Orbital Sciences vergeben, um die Versorgung der Internationalen Raumstation (ISS) nach dem geplanten Ende des Space-Shuttle-Programms sicherzustellen. Griffin war zudem mit der Umsetzung des Constellation-Programms beauftragt und für den Abschluss des Aufbaus der ISS verantwortlich.

Mit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama im Januar 2009 endete Griffins Amtszeit, da das obligatorische Rücktrittsgesuch der Behördenleiter vom neuen Kabinett angenommen wurde. Er verließ die NASA am 20. Januar 2009.

Spätere Karriere in Wissenschaft und Verteidigung Im April 2009 nahm Griffin eine Stelle als Professor für Maschinenbau und Luft- und Raumfahrttechnik an der University of Alabama in Huntsville an. Im August 2012 wurde er Chairman und CEO der Schafer Corporation, einem Technologieunternehmen für Regierung und Industrie.

Am 15. Februar 2018 wurde Griffin vom US-Senat als Under Secretary of Defense for Research and Engineering im Kabinett von Donald Trump bestätigt. In dieser Funktion richtete er unter anderem die Space Development Agency (SDA) ein, die mit dem Aufbau einer neuen militärischen Satellitenkonstellation im niedrigen Erdorbit (Proliferated Warfighter Space Architecture) beauftragt wurde. Griffin förderte in dieser Position auch stark die Entwicklung und Skalierung von Hyperschallwaffen. Am 10. Juli 2020 verließ er das Verteidigungsministerium, um in die Privatwirtschaft zurückzukehren.

Von August 2020 bis September 2024 war er Mitglied im Board of Directors des Raumfahrtunternehmens Rocket Lab. Zudem fungierte er als Berater für Castelion, ein von ehemaligen SpaceX-Führungskräften gegründetes Startup im Bereich Hyperschallwaffen.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl) 1986: Department of Defense Distinguished Public Service Medal 2008: Wahl in die Liste der 100 einflussreichsten Personen (Time 100) des Time-Magazins 2018: Benennung des Asteroiden (159999) Michaelgriffin nach ihm 2020: Ernennung zum Fellow des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) 2025: Honorary Fellow der Royal Aeronautical Society 2026: IEEE Simon Ramo Medal

Weblinks

NASA-Biografie (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:NASA-Administrator Kategorie:Raumfahrtingenieur Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1949 Kategorie:Mann