Draßmarkt (, ab 1899: Sopronderecske, ) ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland in Österreich.
Geografie Die Gemeinde liegt im Mittelburgenland. Teile des Gemeindegebietes gehören zum Naturpark Landseer Berge.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Draßmarkt () Karl () Oberrabnitz () Die Gemeinde besteht aus drei gleichnamigen Katastralgemeinden Draßmarkt, Karl und Oberrabnitz.
Nachbargemeinden
Geschichte Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.
Später unter den Römern lag das heutige Draßmarkt dann in der Provinz Pannonia.
Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1289 in der Güssinger Fehde (als befestigter Ort „Traizzendorf“). 1425 gehörte der Ort zur Burg Landsee und bildete eine Filialstation zur Einhebung der Maut. Im Laufe der Jahre wandelte sich der Ortsname zu „Tracondorff“ und 1614 zu „Drassendorf“. Im selben Jahr wurde dem Ort von König Matthias Corvinus das Marktrecht und die niedere Gerichtsbarkeit verliehen. 1784 führte der Ort den Namen Drosenmarkt bis sich daraus schlussendlich der Name „Draßmarkt“ bildete.
Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1921 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). 1971 wurden die Orte Karl und Oberrabnitz zu Draßmarkt eingemeindet. 1971 erfolgte die Weiterverleihung des Marktrechts an die Gemeinde.Statistik Austria: Auflösungen bzw. Vereinigungen von Gemeinden ab 1945
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Draßmarkt mini|Pfarrkirche Oberrabnitz
Draßmarkt Katholische Pfarrkirche Draßmarkt Pranger Johannikapelle
Karl Katholische Kirche zur Heiligen Katharina Oswaldikapelle
Oberrabnitz Katholische Pfarrkirche Oberrabnitz Feuerwehrhaus: altes ungarisches Feuerwehrhaus aus dem 19. Jahrhundert mit altem Löschwagen Cholerakreuz Kapelle
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 51 landwirtschaftlichen Betriebe des Jahres 2010 wurden 23 im Haupt- und 23 im Nebenerwerb betrieben. Einer wurde von einer Personengemeinschaft geführt, vier von juristischen Personen. WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige 2)2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)51794143Produktion24914863Dienstleistung5548144146 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, 2) Erwerbstätige am Arbeitsort mini|Volksschule Draßmarkt
Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 668 Erwerbstätige in Draßmarkt, 176 davon arbeiteten in der Gemeinde und 492 pendelten aus. Von anderen Gemeinden pendelten 157 Personen nach Draßmarkt.
Bildung In Draßmarkt befinden sich ein Kindergarten und eine Volksschule.
Politik Gemeinderat
mini|Gemeindeamt Draßmarkt
Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten 19 Mitglieder. + Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997 Partei2022 2017Land Burgenland: Wahlergebnis Draßmarkt 2017 (abgerufen am 21. Dezember 2017) 2012Land Burgenland: Wahlergebnis Draßmarkt 2012 (abgerufen am 21. Dezember 2017) 2007Land Burgenland: Wahlergebnis Draßmarkt 2007 (abgerufen am 21. Dezember 2017) 2002Land Burgenland: Wahlergebnis Draßmarkt 2002 (abgerufen am 21. Dezember 2017) 1997Sti.%M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. ÖVP56752,9910 597 55,38 11 633 54,43 10 709 64,10 13 613 56,97 11 627 63,40 12 SPÖ50347,019 481 44,62 8 530 45,57 9 375 33,91 6 446 41,45 8 362 36,60 7 FBLnicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 22 1,99 0 nicht kandidiert nicht kandidiert FPÖnicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 17 1,58 0 nicht kandidiert Wahlberechtigte1446 1398 1398 1341 1285 1235 Wahlbeteiligung83,20 % 86,34 % 92,35 % 90,16 % 93,00 % 91,01 %
Bürgermeister Bürgermeister ist Anton Wiedenhofer (ÖVP). Er war zuvor bereits seit 2007 Vizebürgermeister. Wiedenhofer wurde am 11. Februar 2017 vom Gemeinderat als Nachfolger von Rudolf Pfneisl (ÖVP), der seit 2002 der Gemeinde vorstand, gewählt.Burgenländische Volkszeitung vom 12. Februar 2017: Bürgermeisterwechsel in Draßmarkt (abgerufen am 21. Dezember 2017) Anlässlich der Bürgermeisterdirektwahl am 1. Oktober 2017 wurde Wiedenhofer mit 55,99 % in seinem Amt bestätigt. Er erreichte damit ein besseres Ergebnis als sein Vorgänger bei der Wahl 2012. Sein Mitbewerber war der bisherige Vizebürgermeister Alois Bader (SPÖ), der 44,01 % erreichte. In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Bader neuerlich zum Vizebürgermeister gewählt.
Bei der Wahl 2022 wurde Anton Wiedenhofer mit 53,14 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.
Chronik der Bürgermeister
1971–1982 Franz Binder (ÖVP) 1982–1992 Anton Kerschbaum (SPÖ) 1992–2002 Franz Wiedenhofer (ÖVP) 2002–2017 Rudolf Pfneisl (ÖVP) seit 2017 Anton Wiedenhofer (ÖVP)
Persönlichkeiten Draßmarkt Edgar Schenk, akademischer Maler, ausgezeichnet mit der Silbernen Ehrennadel der Stadt Eisenstadt (1933–2019)
Oberrabnitz Johann Kobor, geb. Liebentritt, ehemaliger Abgeordneter zum Burgenländischen Landtag und ehemaliger Bürgermeister von Frauenkirchen Manfred Seidl, LBD Ingenieur, ehemaliger Landesfeuerwehrkommandant Burgenland (1989–2009) Franz Supper, Kammersänger, Tenor am Salzburger Landestheater
Karl Johannes Fenz, Direktor der Berufsschule Eisenstadt, ehemaliger Präsident des Katholischen Familienverband Österreichs, Träger des St. Martinsorden in Gold der Diözese Eisenstadt, Träger des Ritterkreuz des Silvesterordens der Erzdiözese WienSt. Martinsorden für Johannes Fenz in ORF.at vom 15. Dezember 2006, Träger der Kardinal-Opilio-Rossi-Medaille
Weblinks
Website der Gemeinde Draßmarkt Website des Ortsteiles Oberrabnitz
Einzelnachweise
Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Oberpullendorf Kategorie:Ersterwähnung 1289