Mönchhof () ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Burgenland im Bezirk Neusiedl am See in Österreich.

Mit dem Kneippkurhaus ist Mönchhof auch ein Kurort.Mönchhof auf oesterreich-info.at abgerufen am 31. Mai 2010

Geografie Gemeindegliederung Mönchhof ist der einzige Ort in der Gemeinde. Ortsteile sind die Abtei Marienkron und der Edmundshof.

Nachbargemeinden

Geschichte mini|links|Mönchhof (unten Mitte) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme) Der Ortsname leitet sich von der Zugehörigkeit zu den Mönchen von Heiligenkreuz ab. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Barátfalu. Vor etwa 800 Jahren besiedelten Zisterziensermönche aus dem Stift Heiligenkreuz das Gebiet um das heutige Mönchhof. Sie machten das Land, das zuvor meist Sumpflandschaft war, urbar. Im Jahre 1217 schenkte ihnen König Andreas II. von Ungarn das ehemalige Petschenegengut Leginthov als immerwährenden Besitz. Die Schenkungsurkunde von 1217 erwähnt die Gemeinde Mönchhof erstmals unter dem Namen Leginthov.

In der Folge des türkischen Sieges bei Mohacs 1526 wurde die Siedlung völlig verwüstet; 1533 verpfändet das Stift die Siedlung der Stadt Bruck/Leitha und verkaufte sie 1534 an die Gebrüder Stamp. Durch eine königliche Intervention wurde der Besitz an das Stift im Jahr 1545 restituiert.

Mönchhof war Sitz des kaiserlichen Gestüts von 1553 bis 1652. Die Gestütsleute waren überwiegend protestantisch und standen in einem teilweise gewalttätigen Konflikt zu den katholischen Bewohnern und ihrem Pfarrer. Das Gebiet befand sich von 1648 bis 1920/21 in ungarischer Verwaltung, und zwar als Teil des Komitats Moson.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 kam es im Rahmen der nationalsozialistischen antikirchlichen Politik zu Berufsverboten, Versetzungen und Verhaftungen von Geistlichen, darunter auch Pater Richard Wolf von Mönchhof. Er wurde im September 1941 von der Gestapo wegen „Zersetzung der Wehrkraft und Erschütterung des Vertrauens zur NSDAP“ verhaftet und war vom 31. Oktober 1941 bis zum 11. April 1945 im KZ Dachau inhaftiert, wo er körperlich misshandelt und gesundheitlich geschädigt wurde.

Als wirtschaftliche Basis der Gemeinde gilt traditionell der Weinbau. Angefangen mit den Initiativen der Zisterziensermönche, die ihr Wissen aus Burgund über Heiligenkreuz nach Mönchhof brachten, gilt der Ort als die älteste Weinbaugemeinde Österreichs. Mit dem Zisterzienserinnenkloster Marienkron, welches 1955 mit Ansiedlung von Schwestern aus dem niederbayrischen Kloster Seligenthal auf vom Stift Heiligenkreuz geschenktem Grund entstand, hat die Großgemeinde ein geistiges und gesundheitliches Zentrum gefunden, das weit über die Ortsgrenzen ausstrahlt.

Bevölkerungsentwicklung

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren In den Jahren 1999 bis 2010 nahm die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 232 auf 126 ab, 69 davon waren im Jahr 2010 Nebenerwerbsbetriebe. Im Produktionssektor beschäftigt sich rund die Hälfte der Betriebe mit der Herstellung von Waren und die Hälfte ist im Baugewerbe tätig. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor sind soziale und öffentliche Dienstleister und der Handel. WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)126232108102Produktion2817100102Dienstleistung11369374394 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2010 lebten 1137 Erwerbstätige in der Gemeinde. Rund ein Drittel arbeitete in Mönchhof, zwei Drittel pendelten aus. Aus anderen Gemeinden pendelten 224 Arbeitnehmer nach Mönchhof.

Bildung In Mönchhof gibt es einen Kindergarten und eine Volksschule.

Verkehr Eisenbahn: Vom Bahnhof Mönchhof-Halbturn gibt es Direktverbindungen nach Wien. Straße: Drei Kilometer im Westen von Mönchhof befindet sich die Neusiedler Straße B51, die Pamhagen mit Neusiedl verbindet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Mönchhof Kloster Marienkron Dorfmuseum Mönchhof Wehrturm Kellerviertel Sandhöhe Durch Mönchhof führt der von Frauenkirchen kommende und bis zur Einbindung in den Jakobsweg Österreich in Haslau-Maria Ellend überwiegend im Burgenland verlaufenden Jakobsweg Burgenland.

Politik Gemeinderat

Gemeinderatswahlen im Burgenland 1997: ÖVP 10, SPÖ 8, FPÖ 3. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002: ÖVP 10, SPÖ 10, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007: ÖVP 11, SPÖ 10, FPÖ 1, LM 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012: ÖVP 14, SPÖ 8, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017: ÖVP 15, SPÖ 6, FPÖ 2. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022: ÖVP 14, SPÖ 8, FPÖ 1.

Bürgermeister

bis 2007 Herbert Gross (SPÖ) seit 2007 Josef Kolby (ÖVP)

Persönlichkeiten Elias Hügel (1681–1755), Bildhauer und Kirchenbaumeister des Barock; er schuf auch den Hochaltar der örtlichen Pfarrkirche Sandor Peppert (1820–1905), bedeutender Orgelbauer in Steinamanger/Ungarn Adalbert Winkler (1857–1938), österreichisch-ungarischer Zisterzienser Thomas Polz (1880–1973), Mitstreiter für ein deutsches Burgenland (Gedenktafel in Mönchhof)„Deutschtums in Ungarn“ abgerufen am 5. März 2017 Jakob Mädl (1896–1978), Hauptschuldirektor und Politiker (ÖVP) Hans Mittermayer (1913–unbekannt), Politiker (NSDAP) Stefan Steinle (1921–2012), Textilarbeiter, Bürgermeister, Politiker (SPÖ) und Mitglied des Bundesrats Rosaria Golsch (1926–2003), Gründeräbtissin der Abtei Marienkron Josef Huber (* 1956), Fußballspieler Franz Josef Rupprecht (* 1963), Journalist

Literatur Sepp Gmasz, Hg., 800 Jahre Mönchhof: 1217–2017 (Mönchhof 2017). Adalbert Winkler, Die Zisterzienser am Neusiedlersee und die Geschichte dieses Sees (Winden am See 1993).

Weblinks

Seite der Gemeinde Mönchhof Dorfmuseum Mönchhof

Einzelnachweise

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