Pama (; ) ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland in Österreich. Die Gemeinde gehört zum Siedlungsgebiet der Burgenlandkroaten.

Geografie Pama grenzt an Kittsee im Norden, Gattendorf und Zurndorf im Süden, an Deutsch Jahrndorf im Südosten sowie an Niederösterreich im Westen und die Slowakei im Osten.

Das nicht besiedelte Gebiet wird landwirtschaftlich genutzt, Wälder sind kaum vorhanden. Ein Teil des Gemeindegebiets wurde zum Trappenschutzgebiet erklärt.

Nachbargemeinden:

Geschichte Nach den Türkenkriegen wurde die stark dezimierte Bevölkerung (Pama war „halbwüst“ geworden) durch den Zuzug kroatischsprachiger Bevölkerung ergänzt. Ein Großteil der Gottesdienste wird hauptsächlich in kroatischer Sprache abgehalten.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Mosonkörtvélyes verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

In Pama lebten, wie auch in der zu den sieben jüdischen Gemeinden im Burgenland gehörenden Nachbarortschaft Kittsee, vor dem Zweiten Weltkrieg jüdische Familien. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich wurden am 16. April 1938 die in Kittsee und Pama wohnhaften Juden aus ihren Häusern vertrieben und auf einer einsamen Insel auf der Donau ausgesetzt.

Ab 1934 gab es in Pama außerdem ein Hachschara-Lager.

In neuerer Zeit befand sich aufgrund der exponierten Lage an der Schengen-Ostgrenze in Pama ein Bundesheer-Zugsgefechtstand für den Assistenzeinsatz Grenzraumüberwachung zur Überwachung der Grenzen.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Pama

Katholische Pfarrkirche Pama Allerheiligen

Freizeit und Sport Reiten: Die Weite der Landschaft lädt zum Reiten ein. Radwegnetz: Im Zuge des Ausbaus der Bahnstrecke wurde auch ein ausgedehntes Radwegnetz errichtet. Wanderwege: Durch Pama verläuft der Ostösterreichische Grenzlandweg (Österreichischer Weitwanderweg 07, Nebelstein-Bad Radkersburg) Fußballplatz: Die Gemeinde verfügt über zwei Fußballplätze. Tennisanlage Beachvolleyballplatz Eislaufplatz: Ein ehemaliger Löschwasserteich wird in den Wintermonaten von den Kindern des Ortes als Eislaufplatz benutzt. Turnhalle: Es steht allen Sportbegeisterten seit Dezember 2006 eine Turnhalle zur Verfügung.

Vereine Im Ort existieren mehrere Vereine, darunter die Freiwillige Feuerwehr, die Landjugend, eine Tamburica-Gruppe, die Stucknfreunde (Schnellsportart) sowie der VfB (Verein für Bewegung).

Als einer von ganz wenigen Orten im Burgenland gibt es zwei Fußballvereine: SK Pama und UFC Pama.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Haltestelle Pama mini|Pama/Baumern (Mitte rechts) um 1873 im Aufnahmeblatt der Landesaufnahme (links der Bereich des Militärlagers in Bruck an der Leitha, nur schematisch dargestellt) Bahn: In der Gemeinde besteht ein Bahnhof, von dem aus im Stunden-Takt (morgens halbstündlich nach Wien) Züge nach Deutschkreutz und Bratislava verkehren. Der Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Parndorf – Kittsee – Bratislava-Petržalka. Fahrrad: In der Gemeinde gibt es ein ausgedehntes Radwegnetz.

Ansässige Unternehmen In der Gemeinde selbst sind wenige Arbeitsplätze vorhanden (z. B. in einem Betrieb für landwirtschaftliche Produkte, einem Transport- und Schotterei-Betrieb, einer Tischlerei, einem Installateurbetrieb und einem Zimmereibetrieb), sodass der Großteil der arbeitenden Bevölkerung zum Pendeln gezwungen ist, entweder in angrenzende Gemeinden oder nach Wien. Viele Bewohner sind im Nebenerwerb auch als Landwirte tätig.

Im Jahr 2004 wurden in Pama, wie auch in vielen Nachbargemeinden, Windkraftanlagen errichtet.

Es existieren ein Kindergarten und eine Volksschule (beide zweisprachig), eine Musikschule, ein Lebensmittelladen, ein Gasthof, ein Heurigenlokal und eine Bank. Die Postfiliale schloss im Zuge von Einsparungsmaßnahmen, ein Postpartner übernahm deren Aufgaben.

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

Gemeinderatswahlen im Burgenland 1997: ÖVP 8, SPÖ 7. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002: SPÖ 8, ÖVP 7. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007: SPÖ 11, ÖVP 8. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012: SPÖ 11, ÖVP 8. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017: SPÖ 10, ÖVP 9. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022: SPÖ 11, ÖVP 8.

Bürgermeister

von bis Bürgermeister Partei 1911 1923 Jakob Werdenich CS 1923 1927 Johann Krupicz CS 1927 1931 Georg Waldsich CS 1931 1934 Josef Krist CS/VF 1934 1935 Michael Werdenich VF 1935 1938 Johann Wetzelhofer VF 1938 Matthias Kniefacz VF 1938 Ludwig Michtner NSDAP 1939 1945 Johann Kochwalter NSDAP 1945 1948 Johann Wetzelhofer ÖVP 1948 1954 Johann Pum ÖVP 1954 1958 Johann Krupicz ÖVP 1958 Matthias Neumann SPÖ 1958 1962 Johann Pum Einheitsliste 1962 1972 Matthias Neumann SPÖ 1972 1979 Jakob Szegner ÖVP 1979 1996 Johann Tomaschitz ÖVP 1996 2002 Johann Waldsich ÖVP 2002 15. März 2017 Josef Wetzelhofer SPÖ seit 16. März 2017 Manfred Bugnyar SPÖ

Wappen 50px Blasonierung: Schild geviert, 1. In Rot eine goldene aufrechte Pflugschar, 2. In Gold eine rote sechsstrahlige Sonne, 3. In Gold eine nach links gerichtete rote Sichel, 4. In Rot eine goldene Weintraube. Das Gemeindewappen basiert auf einem alten, seit dem 18. Jahrhundert gebrauchten Siegelbild. Pflugschar und Sichel stehen für die Landwirtschaft, welche früher wie heute eine wichtige Rolle in Pama spielt. Die Weintraube soll an die Weinbauern erinnern, die früher in den Weinbergen Edelstals Weinbau betrieben. Die im Wappen abgebildete Sonne symbolisiert Energie.

Söhne und Töchter der Gemeinde Rudolf Buczolich (1934–2015), Schauspieler und Intendant, auch Ehrenbürger der Gemeinde Markus Stephan Bugnyár (1975), römisch-katholischer Priester, Rektor des Österreichischen Hospizes zur Heiligen Familie in Jerusalem

Literatur Abschnitt „Die Partnergemeinden“ in „TÜPL Bruckneudorf – 150 Jahre Brucker Lager“ von Petra Weiß, Hrsg. Stadtgemeinde Bruck an der Leitha, April 2017, S. 448/449.

Weblinks

Website der Gemeinde Pama

Einzelnachweise

Kategorie:Kroatischsprachige Gemeinde im Burgenland

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