Nickelsdorf (; ) ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland in Österreich. Die Gemeinde zählt zum Siedlungsgebiet der Burgenlandungarn, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung von Nickelsdorf rund drei Prozent beträgt.

Geographie Nickelsdorf ist eine der am östlichsten gelegenen Gemeinden von Österreich. Östlich von Nickelsdorf liegt der bedeutende Straßen- und Bahn-Grenzübergang nach Hegyeshalom (deutsch Straß-Sommerein) in Ungarn.

Nachbargemeinden:

Geschichte Im Bereich des Alten Dorfes (Bruckmühl) nördlich des Ortes wurden Keramikscherben aus der Urnenfelderkultur geborgen. Aus der Zeit der römischen Besatzung wurden an der Grenze zu Zurndorf zwei Gräber und einen Kindersarkophag gefunden. Aus der gleichen Zeit stammen die Reste von zwei Gutshöfen, die durch Münzen, Schmuck, Bronzefibeln und Gebrauchsgegenstände belegt sind.

Nach der ungarischen Landnahme wurden hier Petschenegen angesiedelt. Die Petschenegen lebten hier als Grenzwächter des ungarischen Königtums. Die Gemeinde hieß in dieser Zeit Turdemech (Turdemicz, Thurdamesz, Tordamez). 1532 ist sie als Miklósfalu erwähnt. Der Ort gehörte bis 1921 zu Ungarn im Komitat Moson.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Am 14. September 2015 erreichte die Flüchtlingswelle 2015 ihren Höhepunkt in Nickelsdorf mit 22.000 Ankömmlingen an einem Tag, nachdem Ungarn ihre Gangart gegen Flüchtlinge verschärfte und mit 4. September begann Flüchtlinge an die österreichische Grenze zu transportieren.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Evangelische Pfarrkirche Nickelsdorf mini|Katholische Pfarrkirche Nickelsdorf

Evangelische Pfarrkirche Nickelsdorf: Die Kirche bzw. das Bethaus wurde 1787 errichtet und im selben Jahr am 11. Oktober geweiht. Nachdem ab 1791 evangelische Kirchen auch einen Turm und ein Geläute haben durften, wurde 1797 die erste Glocke angekauft und in einem Holzgerüst aufgezogen. 1823 erfolgte an der Nordwestfassade der Anbau eines achteckigen Turmes mit Glockenstube und Spitzhelm.Evangelische Kirchengemeinde A.B. Nickelsdorf: 225-jähriges Jubiläum 1787–2012; abgerufen am 29. Nov. 2016 1975 wurden die Gebäude vor der Kirche abgerissen, so dass ein großer Kirchenvorplatz entstand.Evangelische Kirche A.B. Burgenland: Nickelsdorf; abgerufen am 29. Nov. 2016 Katholische Pfarrkirche Nickelsdorf hl. Nikolaus: Die Vorgängerkirche wurde im Zuge der Reformation von den Protestanten genutzt. Am 24. August 1673 wird sie durch den Bischof Graf Kolonitsch mithilfe von 40 Soldaten der katholischen Bevölkerung wieder übergeben. Ab 1904 wird anstelle der zu kleinen und baufälligen Vorgängerkirche unmittelbar nördlich eine neue errichtet und am 15. Oktober 1905 geweiht.Freizeitinfo.at: Katholische Kirche Nickelsdorf; abgerufen am 30. Nov. 2016 Sie hat ein einschiffiges Langhaus mit Strebpfeilern, einen Ostturm, einen Treppenturm und einen eingezogenen Chor. Das vierjochige Langhaus ist kreuzrippengewölbt, die Empore dreiachsig mit vorgebauter Brüstung. Die drei neogotischen Schnitzaltäre stammen aus der Bauzeit.Dehio Burgenland 1976: Nickelsdorf, Kath. Pfarrkirche hl. Nikolaus, S. 215 Die Vorgängerkirche wurde während des Neubaus abgerissen und das Baumaterial teilweise für den Neubau verwendet. Auf der freiwerdenden Fläche richtete man einen Pfarrgarten ein und von 1972 bis 1974 wurde darauf die Aufbahrungshalle errichtet.

Regelmäßige Veranstaltungen Nova Rock: Das Nova Rock, ein Rockmusik-Festival, findet seit 2005 jährlich im Juni in Nickelsdorf auf den Pannonia-Fields statt Konfrontationen: Die internationale Jazzveranstaltung wurde mit der Jazzgalerie Nickelsdorf 1976 gegründet. Seit 1979 ist die Jazzgalerie der Veranstalter.

Politik mini|Gemeindeamt Gemeinderat Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 21 Mitglieder.

Gemeinderatswahlen im Burgenland 1997: SPÖ 10, BGL 6, ÖVP 2, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002: SPÖ 10, BGL 5, ÖVP 2, GRÜNE 1, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007: SPÖ 11, ÖVP 4, GRÜNE 3, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012: SPÖ 12, ÖVP 6, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017: SPÖ 11, ÖVP 8, FPÖ 2. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022: SPÖ 12, ÖVP 7, FPÖ 2.

Bürgermeister

ab 8. April 1945 Rudolf Juno ab Mai 1945 Matthias Lang 1947–1950 Andreas Roth (SPÖ) 1950–1954 Franz Scherhaufer (ÖVP) 1954–1966 Andreas Roth (SPÖ) 1966–1972 Johann Weiss (SPÖ) 1972–1982 Alfred Nachnebel (ÖVP) 1982–1996 Gerhard Jocham (SPÖ) seit 1996 Gerhard Zapfl (SPÖ)

Wappen Blasonierung: Drei weiße lilienähnliche Blüten mit grünen lanzettförmigen Blättern entspringen einem roten Herzen auf einem goldenen (gelben) Wappenschild.

Gemeindepartnerschaften Die Gemeinde unterhält folgende Partnerschaften: Geretsried in Oberbayern, Deutschland Pusztavám in Fejér, Ungarn Chamalières, Frankreich

Persönlichkeiten Hans Sylvester (1897–1939), österreichischer Agrarfachmann, Politiker und NS-Opfer El Awadalla (* 1956), österreichische Schriftstellerin Josef Burger (* 1970), österreichischer Kabarettist

Literatur Burgenländische Landesregierung (Hrsg.): Allgemeine Landestopographie des Burgenlandes. Erster Band: Der Verwaltungsbezirk Neusiedl am See. Eisenstadt 1954. Nickelsdorf: Seiten 302–309. Ludwig Volker Toth: Evangelische Kirchen im Burgenland, sichtbar – erlebbar. Salzburg (Edition Tandem) 2011, S. 18–21. Österreichische Kunsttopographie, Band LIX: Die Kunstdenkmäler des Politischen Bezirkes Neusiedl am See (Bearbeitet von Henny Liebhart-Ulm). Horn (Berger) 2012, S. 543–559. Abschnitt „Die Partnergemeinden“ in „TÜPL Bruckneudorf – 150 Jahre Brucker Lager“ von Petra Weiß, Hrsg. Stadtgemeinde Bruck an der Leitha, April 2017, S. 446/447

Weblinks

Seite der Gemeinde Nickelsdorf

Nova Rock Festival Konfrontationen, Jazzveranstaltung in Nickelsdorf

Einzelnachweise

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