Der Landkreis Hameln-Pyrmont ist ein Landkreis im Süden von Niedersachsen. Er entstand im Jahr 1922 durch die Fusion der bisherigen Kreise Hameln und Pyrmont. Im Landkreis Hameln-Pyrmont leben 150.377 Einwohner. Er gliedert sich in 8 Gemeinden. Die Kreisstadt ist Hameln. mini|Blick über den Landkreis vom Grießemer Berg bei Bad Pyrmont zur Hohen Egge im Süntel mini|An der Oberweser bei Hajen Geographie Lage Der Landkreis Hameln-Pyrmont liegt im Weserbergland an der Oberweser im südlichen Niedersachsen. Das gesamte Kreisgebiet wird von Mittelgebirgslagen durchzogen: Im Norden liegen Süntel und Wesergebirge, im Osten Deister, Osterwald, Ith und Thüster Berg und im Süden und Westen schließt sich an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen das Lipper Bergland an. Die höchsten Erhebungen im Kreis sind der Kanstein (441 m ü. NN) am Nordrand des Thüster Bergs bei Salzhemmendorf und die Hohe Egge (440 m ü. NN) im Süntel bei Pötzen. Die Weser durchfließt das Gebiet in Nord-Süd-Richtung mitten durch die Kreisstadt Hameln, wo die Hamel einmündet. In der Gemeinde Emmerthal im Süden des Kreisgebietes mündet die Emmer aus dem Kreis Höxter kommend in die Weser. Das Kreisgebiet erstreckt sich in West-Ost-Richtung über 35 km (Hagen bis Benstorf-Quanthof), in Nord-Süd-Richtung 38 km (Nienstedt bis Baarsen).

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an den Landkreis Schaumburg, an die Region Hannover und an die Landkreise Hildesheim und Holzminden (alle in Niedersachsen) sowie an den Kreis Lippe (in Nordrhein-Westfalen).

Geschichte Im Jahr 782 schlugen während der Sachsenkriege Karls des Großen Franken und Sachsen die Schlacht am Süntel,Vielfach wurde bisher vermutet, dass sich die Schlacht zwischen Franken und Sachsen in der Nähe des Hohensteins am Süntel zugetragen habe. Damit werden der Flurnamen "Blutbachtal", "Totental" und "Dachtelfeld" in Verbindung gesetzt. Aber das bleibt Spekulation.

Der Archäologe Erhard Cosack hält es auch für möglich, dass die Schlacht an der Deisterpforte stattgefunden hat.

Es fehlen zur Ortsbestimmung noch klare archäologische Befunde. bei der die Franken unterlagen.

Im Jahr 1523 wurden Hameln, Bodenwerder, die Ämter Aerzen, Lauenstein, Grohnde und die „Goe auf der Hamel“ (= Siedlungs- und Gerichtsbezirk auf dem Eichberg bei Klein-Hilligsfeld) dem Herzogtum Calenberg angegliedert. Die wirtschaftliche Lage und die soziale Stellung des Bauernstandes verbesserten sich in den darauffolgenden Jahren, der Weserraum wurde wieder ein geschlossenes Gebiet. Das Handwerk breitete sich aus, und mit der Salzgewinnung in Salzhemmendorf und dem Abbau der Steinkohle in Osterwald (1587) begann industrielle Tätigkeit.

Im Jahr 1823 wurden einige kleinere Ämter aufgelöst. Ohsen kam zum Amt Grohnde, die Ämter Lachem und Aerzen bildeten mit der Hamelner Stadtvogtei ein neues Amt Hameln. Die Patrimonialgerichtsbarkeit der Güter Hastenbeck und Ohr wurde abgeschafft. Die mit den Ämtern verbundenen Gutshöfe wurden als Domänen selbständig. Die Ämter als unterste Verwaltungsbehörden wurden den neu eingerichteten Landdrosteien unterstellt (spätere Regierungsbezirke). Das Hamelner Gebiet gehörte zur Königlichen Landdrostei Hannover.

Die alte hannoversche Ämterverfassung endete am 1. April 1885 mit dem Inkrafttreten der Kreisordnung für die preußische Provinz Hannover: Der Kreis Hameln entstand als neuer preußischer Verwaltungskreis aus den Städten Hameln und Bodenwerder und den Ämtern Hameln, Polle und Lauenstein. Die neue Ordnung zielte auf eine bewusstere Selbstverwaltung der Gemeinden und Kreise: Der Kreis wurde zugleich staatlicher Verwaltungsbezirk und selbständiger Kommunalverband. Die Dörfer erhielten eine eigene Gemeindeverwaltung mit Gemeindevorsteher, Rechnungsführer und Gemeindeausschuss.

Der Landkreis Hameln-Pyrmont besteht seit dem 1. April 1922. Er entstand aus der Fusion der beiden Kreise Hameln und dem zuvor zum Fürstentum beziehungsweise Freistaat Waldeck gehörenden Pyrmont. Vom 1. April 1923 bis zum 31. Dezember 1972 war die Stadt Hameln kreisfrei und gehörte in dieser Zeit nicht zum Landkreis. Am 1. April 1938 wurde die Gemeinde Holzhausen nach Bad Pyrmont eingemeindet. Bodenwerder und Pegestorf wurden am 1. November 1942 in den Landkreis Holzminden umgegliedert.

Am 1. März 1973 änderte sich durch die Verwaltungs- und Gebietsreform die Abgrenzung des Landkreises: Brevörde, Heinsen, Meiborssen, Polle und Vahlbruch wechselten in den Landkreis Holzminden. Weenzen wechselte in den Landkreis Alfeld. Bessingen, Bisperode und Harderode aus dem Landkreis Holzminden wurden nach Coppenbrügge eingemeindet. Am 1. März 1974 kam die Stadt Bad Münder am Deister aus dem aufgelösten Landkreis Springe hinzu; am 1. August 1977 außerdem die Stadt Hessisch Oldendorf aus dem aufgelösten Landkreis Grafschaft Schaumburg.

Im September 1999 verkauften der Landkreis und die Mitgesellschafter das Elektrizitätswerk Wesertal an die finnische Fortum-Gruppe.

Einwohnerstatistik mini|400px|rechts|Bevölkerungspyramide für den Kreis Hameln-Pyrmont (Datenquelle: Zensus 2011.)

Durch die Gebietsreformen in den 1970er Jahren wurde der Landkreis Hameln-Pyrmont deutlich vergrößert. Jahr Einwohner Quelle 1933 50.733 1939 51.406 1950 93.456 1960 77.000 1970 82.600 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1980 159.300 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981 1990 158.303 2000 162.663 2010 154.322 2020 148.580 2025 150.203

Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2022 waren (2022) 44,3 % der Einwohner evangelisch, 9,7 % katholisch und 45,9 % konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.

Politik Kreistagswahl 2026

Bei der Kreistagswahl 2026 mussten die SPD, CDU, Grüne und FDP Stimmenverluste verzeichnen. Die SPD und Grüne verloren dadurch jeweils einen Sitz im Kreis, die CDU und FDP jeweils zwei. Die AfD konnte ihr Ergebnis aus 2021 vervierfachen und erhielt dafür zusätzliche sieben Sitze. Auch Die Linke gewann Stimmen dazu und kam dadurch auf drei Sitze. Erstmals trat das BSW für den Kreistag an, bekam mit 0,87 Prozent aber nicht genug Stimmen für einen Sitz.

Die Basis sowie die Wählergruppen Die Unabhängigen und Pro Bürger traten nicht mehr zur Wahl an.

Kreistage seit 2001 Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des Kreistages und die Kommunalwahlergebnisse:

20262021Wahlergebnis auf votemanager.kdo.de, abgerufen am 20. September 2021.2016 2011 2006 2001 ParteiSitze%Sitze%Sitze% Sitze % Sitze % Sitze % SPD1529,56 16 33,04 17 33,17 20 37,34 20 37,59 24 41,52 CDU1428,42 16 32,16 16 31,35 19 34,91 20 36,38 23 40,23AfD1020,04 3 5,13 5 10,50 — — — — — — GRÜNE713,00 8 15,12 5 10,96 7 13,85 4 7,43 3 6,81 DIE LINKE35,13 1 2,78 2 3,25 1 2,42 — — — — FDP12,98 3 5,94 2 4,94 2 3,52 4 7,30 4 8,37BSW00,87—————————— Die Unabhängigen—— 2 3,83 2 3,19 2 2,92 5 8,67 1 3,06 dieBasis—— 1 1,04 — — — — — — — — Pro Bürger—— 0 0,95 — — — — — — — — UFB—— — — 1 1,04 — — — — — — PIRATEN—— — — 0 1,00 1 2,17 — — — —Die Partei—— — — 0 0,54 — — — — — — Bürgerliste—— — — — — 1 1,07 — — — — Frischer Wind—— — — — — 1 1,05 — — — — Aktive Bürgergruppe—— — — — — 0 0,71 — — — — Linke Alternative—— — — — — — — 1 2,63 — — Gesamt50100 50 100 50 100 54 100 54 100 55 100

Landräte (1922–1946) 1922–1933 Ernst Theodor Loeb (1881–1964), zuvor bereits Landrat seit 1919 im Kreis Hameln 1933–1940 Helmut Lambert (NSDAP) 1940–Februar 1941 Erich Müller-Henning (NSDAP) Februar 1941–März 1942 Richard Seebohm (kommissarisch) Januar 1944–Oktober 1944 Oskar Funk (kommissarisch) Oktober 1944–1945 Regierungsvizepräsident i. R. Rieck (kommissarisch), nach anderen Angaben: Martin Weidlich (kommissarisch)

Mai 1945 Friedrich Kreibaum, kommissarisch und ehrenamtlich, Ernennung durch die britische Militärregierung Juli 1945-Dezember 1945 Paul Mertens, Ernennung durch die britische Militärregierung Dezember 1945–? Friedel Zeddies (DP)

Ehrenamtliche Landräte (1946–2005) Von 1946 bis 2005 waren die Landräte in Niedersachsen ehrenamtlich tätig. Oktober 1946–1952 Wilhelm Tangermann 1952–1953 Heinrich Rasch 1953–1954 Wilhelm Tangermann 1954–1955 Fritz Thiel 1955–1956 Wilhelm Tangermann 1956–1957 Justus Strüver 1957–1958 Fritz Thiel 1959–1960 Fritz Drinkuth 1960–1961 Justus Strüver 1961–1968 Hans Bartel (SPD) 1968–1973 (Unbekannt) 1973–1986 Fritz Saacke (CDU) 1986–1991 Klaus Arnold (CDU) 1991–1996 Herbert Steding (SPD) 1996–2005 Karl Heißmeyer (SPD)

Oberkreisdirektoren (1946–2005) Die Kreisverwaltungen wurde von 1946 bis 2005 in Niedersachsen vom Oberkreisdirektor als Hauptverwaltungsbeamter geführt.

1945–1947 Paul Mertens 1947–1959 Hermann Weise 1959–1979 Günter Graumann 1979–1993 Horst Kallmeyer 1993–2005 Hans Jürgen Krauß

Hauptamtliche Landräte seit 2005 2005–2013 Rüdiger Butte (SPD) 2013–2019 Tjark Bartels (SPD) Seit 2020 Dirk Adomat (SPD)

mini|Beflaggtes Landkreisgebäude in Hameln mit Trauerflor für den am 26. April 2013 im Gebäude getöteten Landrat Rüdiger Butte

Erster hauptamtlicher Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont war Rüdiger Butte (SPD). Er wurde 2005 mit 52,19 Prozent der Stimmen gewählt und 2011 mit 53,34 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Am 26. April 2013 wurde Rüdiger Butte im Kreishaus erschossen.Artikel in Spiegel online: Mann erschießt Landrat von Hameln-Pyrmont

Am 5. April 2020 wurde Dirk Adomat (SPD) mit 51,14 Prozent der Stimmen zum Landrat gewählt.

Wappen, Flagge und Dienstsiegel Der Landkreis Hameln-Pyrmont führt ein Wappen, genehmigt am 30. Oktober 1929, Flagge, genehmigt am 30. November 1959, und Dienstsiegel. Wappenbeschreibung „Das Wappen des Landkreises zeigt in einem frühgotisch geformten spitzen Schilde einen steigenden (aufrecht schreitenden) Löwen, der ein Ankerkreuz in den Pranken trägt.“§ 2 der Hauptsatzung des Landkreises Hameln-Pyrmont, abgedruckt im

Flaggenbeschreibung „Die Flagge des Landkreises zeigt die Farben weiß und blau; in der rechten oberen Ecke befindet sich ein rotes Ankerkreuz.“ Dienstsiegel Das Dienstsiegel enthält das Wappen und die Umschrift „Landkreis Hameln-Pyrmont“.

Wirtschaft und Infrastruktur Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Hameln-Pyrmont Platz 273 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft. Gesundheitswesen

+Aufgestellte Krankenhausbetten im Landkreis Hameln-Pyrmont Krankenhaus Sitz 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Sana Klinikum Hameln-Pyrmont (ehemals Kreiskrankenhaus Hameln) Hameln 478 461 461 443 443 443 443 443 428 428 428 417 Agaplesion Evangelisches Bathildiskrankenhaus Bad Pyrmont 248 224 224 224 214 206 291 291 273 273 263 263 Katholisches Krankenhaus St. Georg(ab 2009 zu Bathildiskrankenhaus) Bad Pyrmont 120 110 110 110 105 95 0 0 0 0 0 0 BDH-Klinik Hessisch-Oldendorf (Neurologische Klinik) Hessisch Oldendorf 160 160 160 120 120 120 113 113 113 113 113 113 Krankenhaus Lindenbrunn Coppenbrügge 154 154 154 127 127 94 94 94 94 94 94 106 AWO-GSD Deister-Süntel-Klinik Bad Münder am Deister 74 74 70 70 65 65 65 61 61 61 58 58 AHG Psychosomatische Klinik Bad Pyrmont Bad Pyrmont 0 0 0 0 0 0 0 0 50 50 50 62 Ameos Klinikum Hameln (psychiatrische Tagesklinik, gehört zum Ameos Klinikum Hildesheim) Hameln 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 32 32 MediClin Deister Weser Kliniken (Asklepios-Gruppe) Bad Münder am Deister 0 0 0 0 0 0 0 0 0 15 15 25 Gesamt 1234 1183 1179 1094 1074 1023 1006 1002 1019 1034 1053 1076

Neben den in der Krankenhausplanung von Niedersachsen aufgeführten Kliniken gibt es in Bad Pyrmont noch ein Rehazentrum (Therapiezentrum Brunswieck, Therapiezentrum Friedrichshöhe, Klinik Weser), getragen von der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover und der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Straßen Das Kreisgebiet liegt entfernt von Autobahnen, jedoch führen verschiedene Bundesstraßen durch den Landkreis: