Der Landkreis Hildesheim ist ein Landkreis im Süden von Niedersachsen. Das Landkreisgebiet deckt sich mit dem gleichnamigen Landschaftsverband.
Geographie Lage und Naturräume Der Landkreis Hildesheim wird durch eine Vielzahl landschaftlich reizvoller Erscheinungsformen geprägt, vor allem bedingt durch den Übergang vom Mittelgebirge in die Norddeutsche Tiefebene. Daher kann der Landkreis grob in vier Naturräume unterschieden werden: die westliche Hildesheimer Börde und Calenberger Lößbörde, sowie das östlich gelegene, waldreiche untere Innerstebergland und Leinebergland. Eher im südlichen Kreisgebiet sind die Gebirgs- und Höhenzüge wie der Osterwald, Thüster Berg, Ith, Hils, die Sieben Berge, die Vorberge, der Hildesheimer Wald, der Duinger Wald, Hainberg, Sackwald und Selter zu finden. Das Gebiet im südöstlichen Kreisgebiet bei Bockenem im Einzugsgebiet der Nette wird Ambergau genannt.
Vom südöstlichen Rand des Landkreises Hildesheim zieht sich die Innerste von Grasdorf, über Hildesheim bis zum nordwestlichen Rand des Kreises nach Ruthe, wo sie in die Leine mündet. Im westlichen Landkreis fließt die Leine durch die Städte Alfeld und Gronau. Weitere Fließgewässer von Bedeutung sind die Lamme, welche von Lamspringe kommend durch Bad Salzdetfurth fließt und bei Klein Düngen in die Innerste mündet. Die Nette fließt durch den Ambergau bei Bockenem und mündet bei Derneburg in die Innerste. Im Norden des Landkreises verläuft der Stichkanal Hildesheim vom Hildesheimer Hafen nördlich zum Mittellandkanal.
Der Landkreis Hildesheim hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 45 km (Ummeln bis Wetteborn), eine von West nach Ost von 49 km (Capellenhagen bis Söhlde). Die im Kreis als Oberzentrum zentral gelegene Stadt Hildesheim liegt bei etwa . Der höchste Punkt im Landkreis Hildesheim ist die Bloße Zelle mit im Hils bei Coppengrave, der tiefste Punkt mit in der Niederung von Ruthe. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 8,5 °C.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Region Hannover, an den Landkreis Peine, an die kreisfreie Stadt Salzgitter, an die Exklave Samtgemeinde Baddeckenstedt des Landkreises Wolfenbüttel sowie an die Landkreise Goslar, Northeim, Holzminden und Hameln-Pyrmont.
Gliederung In Klammern die Einwohnerzahl am .
Einheitsgemeinden
Samtgemeinde mit ihren Mitgliedsgemeinden
* Sitz der Samtgemeindeverwaltung Samtgemeinde Leinebergland () Duingen, Flecken () Eime, Flecken () Gronau (Leine), Stadt * ()
Geschichte Altkreis Hildesheim (1885–1946) Die frühere Geschichte des Landkreises Hildesheim geht auf die Landdrostei Hildesheim, das Fürstentum Hildesheim (bis 1802 selbständig), das Bistum Hildesheim und den sächsischen Gau Astfala zurück. Nach der Annexion des Königreichs Hannover 1867 durch Preußen wurde am 1. April 1885 aus dem Amt Hildesheim der erste Landkreis Hildesheim gebildet.Kreisordnung für die Provinz Hannover (1885). In: Internetseite Digitalisierte Sammlungen der Staatsbibliothek Berlin. Abgerufen am 20. Februar 2019. Verwaltungssitz war die Stadt Hildesheim, die kreisfrei blieb und dem Landkreis nicht angehörte. Der Landkreis Hildesheim besaß eine Fläche von 234 km². Zwischen 1885 und 1946 gehörten ihm die folgenden Gemeinden an:Landkreis Hildesheim. In: www.territorial.de. 1. Januar 1945, abgerufen am 20. Februar 2019.
Gemeinden Adlum Ahrbergen Algermissen (1936 neu gebildet) Asel Barnten Bavenstedt Bledeln Bolzum Borsum Drispenstedt (1938 zu Hildesheim) Emmerke Giften Gleidingen GödringenGroß Algermissen (1936 zu Algermissen) Groß Escherde Groß Förste Groß Giesen Groß Lobke Harsum Hasede Heisede Himmelsthür Hönnersum Hotteln Hüddessum Ingeln Klein Algermissen (1936 zu Algermissen)Klein Escherde Klein Förste Klein Giesen Lühnde Machtsum Oesselse Rautenberg Ruthe Sarstedt, Stadt Sorsum Ummeln Wätzum Wehmingen Wirringen
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1890 22.750 1900 25.837 1910 29.348 1925 31.516 1933 31.270 1939 33.111
Landkreis Hildesheim ab 1946 Am 1. Juni 1946 wurde der erste Landkreis Hildesheim mit dem Landkreis Marienburg in Hannover, dessen Gebiet im östlichen Teil des heutigen Landkreises lag und der seinen Verwaltungssitz ebenfalls in Hildesheim hatte, zum Landkreis Hildesheim-Marienburg zusammengeschlossen.Zeitleiste Landkreis Hildesheim. In: Internetseite Landkreis Hildesheim. 29. Mai 2006, abgerufen am 20. Februar 2019.
Der ehemalige Landkreis Hildesheim wurde am 1. März 1974 im Zuge der damaligen Kreisreform durch Zusammenlegung der bis dahin kreisfreien Stadt Hildesheim mit dem größten Teil des Landkreises Hildesheim-Marienburg gebildet. Außerdem nahm der Landkreis Hildesheim sechs Gemeinden aus dem Landkreis Gandersheim und die Gemeinde Breinum aus dem Landkreis Alfeld (Leine) auf. Gleichzeitig fielen Bolzum, Wehmingen und Wirringen an den Landkreis Hannover.
Durch § 14 des Achten Gesetzes zur Verwaltungs- und Gebietsreform in Niedersachsen wurden die Altkreise Hildesheim und Alfeld mit Wirkung zum 1. August 1977 aufgelöst und ein neuer Landkreis Hildesheim gebildet. Dieser wurde dadurch erheblich vergrößert. Im Jahre 1981 wurde er um die Gemeinden Coppengrave, Duingen, Hoyershausen, Marienhagen sowie Weenzen (alle heute Samtgemeinde Leinebergland) des Landkreises Holzminden vergrößert.
In der Stadt Alfeld (Leine) ist bis heute noch ein Außensitz der Kreisverwaltung erhalten geblieben.
Eine für den 1. November 2016 geplante Fusion der Landkreise Hildesheim und Peine In: Internetseite Peiner Allgemeine Zeitung. 18. Februar 2014, abgerufen am 11. Juli 2014. In: Internetseite Peiner Allgemeine Zeitung. 3. Oktober 2013, abgerufen am 11. Juli 2014. In: Internetseite Hildesheimer Allgemeine Zeitung. 3. März 2014, abgerufen am 11. Juli 2014. scheiterte im Juli 2015 in einer Abstimmung im Kreistag Hildesheim. In: Internetseite des Landkreises Hildesheim zur Landkreisfusion. Abgerufen am 12. Oktober 2015.
Am 1. November 2016 wurden folgende Gebietsveränderungen umgesetzt: Fusion der Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Gronau (Leine), mit Ausnahme von Eime, zur neuen Stadt Gronau (Leine) Fusion der Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Duingen zur neuen Gemeinde Duingen Zusammenschluss der neugebildeten Stadt Gronau (Leine) und der neugebildeten Gemeinde Duingen sowie des Fleckens Eime zur neuen Samtgemeinde Leinebergland Umwandlung der Samtgemeinde Freden (Leine) in die Einheitsgemeinde Freden (Leine) Umwandlung der Samtgemeinde Lamspringe in die Einheitsgemeinde Lamspringe Umwandlung der Samtgemeinde Sibbesse in die Einheitsgemeinde Sibbesse
Einwohnerstatistik 400px|mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Hildesheim (Datenquelle: Zensus 2011.)
Jahr Einwohner Quelle 1975 217.200 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1976. In: Universitätsbibliothek Mannheim. Abgerufen am 30. April 2026. 1980 278.800 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981. In: Universitätsbibliothek Mannheim. Abgerufen am 30. April 2026. 1985 278.600 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1986. In: Universitätsbibliothek Mannheim. Abgerufen am 30. April 2026. 1990 285.278 In: Internetseite Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN). Abgerufen am 20. Februar 2019. 1995 292.525 2000 292.979 2005 290.643 2010 283.072 2015 277.055 2020 275.464
Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2022 waren (2022) 39,4 % der Einwohner evangelisch, 19,8 % katholisch und 40,8 % konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.
Politik Landräte 1867–1879 Robert Hue de Grais (Freikonservative Partei) 1879–1896 Otto Hesse 1896–1902 Hans Ukert 1902–1922 Eduard Heye 1922–1929 Max Stiff (ZENTRUM) 1929–1937 Erich Hippler (ZENTRUM) 1937–1943 Hans Joachim Porath 1943–1945 Albert Schneider 1958–1961 Willi Plappert (SPD) 1961–1974 Kurt Grobe (SPD) 1974–1977 Erich Franzke (SPD) 1977–1996 Friedrich Deike (SPD) 1996–2006 Ingrid Baule (ab 2000 als hauptamtliche Landrätin) 2006–2016 Reiner Wegner (SPD) 2016–2021 Olaf Levonen (SPD) seit 2021 Bernd Lynack (SPD)
Kreistag
In Artikel 28 des Grundgesetzes ist geregelt, dass Landkreise und Gemeinden eine Vertretungskörperschaft haben, die aus allgemeinen, unmittelbaren, freien, gleichen und geheimen Wahlen hervorgeht. Bei den Landkreisen heißt diese bürgerschaftliche Vertretung Kreistag. Die Kreistagstätigkeit ist keine Berufstätigkeit, sondern wird von den Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern neben ihren normalen Berufen und Tätigkeiten ausgeübt. Der Kreistag wird für eine Wahlperiode von 5 Jahren gewählt. Die letzte Wahl fand am 12. September 2021 statt.Regierung gibt bekannt: Kommunalwahltermin für Niedersachsen steht: 12. September 2021 in Neue Presse vom 29. September 2020 Die laufende Wahlperiode begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026. Dem Kreistag des Landkreises Hildesheim gehören neben dem Landrat dann 64 (2011–2016: 62) Kreistagsabgeordnete an.
Nach der Kommunalwahl am 12. September 2021 ergibt sich folgende Sitzverteilung:
Parteien und Wählergemeinschaften Prozent2021Endergebnis Kreiswahl – Landkreis Hildesheim. In: www.wahlen.kreis-hi.de. 2021, abgerufen am 23. September 2021. Sitze2021 Prozent2016Endergebnis Kreiswahl – Landkreis Hildesheim. In: www.wahlen.kreis-hi.de. 2016, abgerufen am 20. Februar 2019. Sitze2016 Prozent2011Endergebnis Kreiswahl – Landkreis Hildesheim. In: www.wahlen.kreis-hi.de. 2011, abgerufen am 20. Februar 2019. Sitze2011 Prozent2006Endergebnis Kreiswahl – Landkreis Hildesheim. In: www.wahlen.kreis-hi.de. 2006, abgerufen am 20. Februar 2019. Sitze2006 Prozent2001Amtliches Endergebnis der Kreiswahlen. In: Internetseite Niedersächsisches Landesamt für Statistik. 10. September 2006, abgerufen am 20. Februar 2019. Sitze2001 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 34,0 22 35,7 23 39,6 25 42,4 26 44,8 30 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 30,1 19 33,7 21 35,6 22 38,9 24 40,4 27 Grüne Bündnis 90/Die Grünen 15,4 10 10,2 6 13,0 8 6,8 4 5,4 3 AfD Alternative für Deutschland 5,2 3 9,4 6 – – – – – – FDP Freie Demokratische Partei 4,9 3 3.0 2 1,6 1 3,8 3 3,4 2 D.U. Die Unabhängigen 4,9 3 5,6 4 4,5 3 3,7 2 – – Linke Die Linke 2,7 2 2,9 2 2,1 1 – – – – PARTEI Die PARTEI 0,9 1 – – – – – – – – GUT Gut für Sarstedt 0,6 1 – – – – – – – – Piraten Piratenpartei Deutschland 0,5 0 – – 1,6 1 – – – – IKL Interkulturelle Liga 0,4 0 – – – – – – – – Freie Wähler Freie Wähler 0,4 0 – – – – – – – – Bündnis! Bündnis für Hildesheim – – – – 2,0 1 3,7 3 – – FAMILIE Familien-Partei Deutschlands – – – – – – 0,1 – – – REP Die Republikaner – – – – – – – – 1,3 – ÖDP Ökologisch-Demokratische Partei – – – – – – – – 0,4 – ZENTRUM Deutsche Zentrumspartei – – – – – – – – 0,2 – WG Wählergruppen – – – – – – – – 4,1 2 EB Einzelbewerber – – 0,0 – – – 0,5 – – – Gesamt 100 64 100 64 100 62 100 62 100 64 Wahlbeteiligung in Prozent 59,0 57,6 53,8 52,3 58,7
Wählergruppen, da sich das Ergebnis von 2001 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lässt. Neben den gewählten Kreistagsabgeordneten gehört der Landrat dem Kreistag an.
Verwaltung alt=Kreishaus Landkreis Hildesheim in Hildesheim|mini|Kreishaus in Hildesheim
Bernd Lynack wurde 2021 zum hauptamtlichen Landrat des Landkreises Hildesheim gewählt. Er hat Organstellung und gehört gleichzeitig den anderen Organen Kreisausschuss (als Vorsitzender) und Kreistag (als stimmberechtigtes Mitglied) an.
Die Kreisverwaltung ist in vier Dezernate und 23 Ämter mit derzeit etwa 1250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegliedert.
Wappen Das Wappen wurde am 1. August 1979 genehmigt.
Flagge Die Flagge des Landkreises zeigt in zwei gleichen breiten Querstreifen die Farben Gelb und Rot und darin, etwas zur Stange verschoben, das Kreiswappen. Die Flagge des Landkreises wird auch in Form eines Banners geführt.
Wirtschaft, Verkehr, Infrastruktur
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