zentriert|350px|Am Fuße der Höhe 304 (bei Malancourt-Haucourt) Die zehn Monate dauernde Schlacht um Verdunendet ohne wesentliche Verschiebung des Frontverlaufs. zentriert|170px|Britische Soldaten in der Schlacht an der Somme Die Schlacht an der Somme, mit über einer Million getöteten, verwundeten und vermissten Soldaten die verlustreichste Schlacht des Ersten Weltkriegs, bringt keine Veränderung des Frontverlaufs. zentriert|170px|Soldaten der Arabischen Armee während der Arabischen Revolte 1916–1918 Im Nahen Osten beginnt die Arabische Revolte gegen das Osmanische Reich. zentriert|170px|Soldaten der US-„Strafexpedition“ auf dem Marsch; Foto aus dem Jahr 1916 In den USA beginnt die Mexikanische Expedition unter General John J. Pershing. zentriert|350px|Kaiser Franz Joseph auf dem Totenbett Der Österreichische Kaiser Franz Joseph I. stirbt. 1916 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1364/65 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1908/09 (10./11. September) Baha'i-Kalender 72/73 (20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1321/22 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2459/60 (südlicher Buddhismus); 2458/59 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 76. (77.) Zyklus Jahr des Feuer-Drachen 丙辰 (seit 14. Februar, davor Holz-Hase 乙卯) Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch’e 5 Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1278/79 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4249/50 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1294/95 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1334/35 (27./28. Oktober) Japanischer Kalender Taishō 5 ();Kōki 2576 Jüdischer Kalender 5676/77 (27./28. September) Koptischer Kalender 1632/33 (10./11. September) Malayalam-Kalender 1091/92 Minguo-Kalender (China) Jahr 5 der Republik Rumi-Kalender (Osmanisches Reich) 1331/32 (1. März) Seleukidische Ära Babylon: 2226/27 (Jahreswechsel April) Syrien: 2227/28 (Jahreswechsel Oktober) Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2458/59 (1. April) Tibetischer Kalender 1662 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1972/73 (April)

Das Jahr 1916 sieht mit der Schlacht um Verdun und der Schlacht an der Somme zwei der größten und verlustreichsten Materialschlachten an der Westfront des Ersten Weltkriegs, ohne dass eine der beiden Seiten einen Erfolg erreichen kann. Die beiden Schlachten werden damit sowohl in Deutschland als auch in Frankreich zum Symbol der tragischen Ergebnislosigkeit des Stellungskrieges. Auch mehrere Isonzoschlachten im Gebirgskrieg zwischen Österreich-Ungarn und dem Königreich Italien bringen trotz großer Verluste auf beiden Seiten keine Entscheidung.

In Wien stirbt nach beinahe 68 Jahren Regierungszeit Kaiser Franz Joseph I. an einer Lungenentzündung und leitet damit den Zusammenbruch der Habsburgermonarchie ein. Sein Neffe Karl I. folgt ihm als letzter österreichischer Kaiser auf den Thron.

Im November beginnt der sogenannten Steckrübenwinter, eine Hungersnot im Deutschen Reich, die 100.000e Menschenleben fordert.

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Erster Weltkrieg

Politische und diplomatische Entwicklungen

24. Januar: Ein deutsch-afghanischer Freundschafts- und Handelsvertrag sichert Afghanistan die Anerkennung seiner Souveränität zu.

26. Januar: Im britischen Unterhaus wird ein Wehrpflichtgesetz angenommen. Es gilt zunächst für alle ledigen Männer zwischen 18 und 41 Jahren. 4. Februar: Der österreichische Kaiser Franz Joseph I. stiftet das Kriegskreuz für Zivilverdienste in vier Klassen. 22. Februar: Mit dem House-Grey Memorandum schließen Edward Mandell House, US-Präsident Woodrow Wilsons Vertreter bei der Entente und der britische Außenminister Edward Grey eine geheime Vereinbarung über einen Eintritt der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg. 9. März: Nachdem Ministerpräsident Afonso Costa im Februar den Befehl gegeben hat, alle deutschen Handelsschiffe in portugiesischen Gewässern zu beschlagnahmen, erklärt das Deutsche Kaiserreich Portugal den Krieg. Am 15. März folgt Österreich-Ungarn mit der Kriegserklärung. 12. März: Auf der dritten Chantilly-Konferenz im gleichnamigen französischen Ort werden weitere strategische Pläne der Alliierten besprochen.

mini|links|hochkant|António José de Almeida 16. März: In Portugal wird wegen des Eintritts des Landes in den Ersten Weltkrieg eine große Koalitionsregierung gebildet. António José de Almeida wird Nachfolger von Afonso Costa als Regierungschef, dieser bleibt jedoch Finanzminister.

16. Mai: Im geheimen Sykes-Picot-Abkommen grenzen Großbritannien und Frankreich ihre kolonialen Einflusssphären im Nahen Osten für die Zeit nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reichs im Ersten Weltkrieg ab. Das von François Georges-Picot und Mark Sykes ausgehandelte Vertragswerk steht im Widerspruch zur Hussein-McMahon-Korrespondenz, in der Sir Henry McMahon, Britischer Hochkommissar in Ägypten, dem Führer des Hedschas, Hussein ibn Ali, Sherif von Mekka, die arabische Unabhängigkeit im Fall eines erfolgreichen arabischen Aufstandes zusagt, dies allerdings in sehr vagen Formulierungen. 18. Juni: Nach einem Misstrauensvotum wegen anhaltender militärischer Misserfolge tritt der italienische Ministerpräsident Antonio Salandra zurück. Ihm folgt sein 78-jähriger Parteikollege Paolo Boselli, nachdem zwei andere das Amt abgelehnt haben. 22. Juni: Der griechische Ministerpräsident Stephanos Skouloudis tritt zurück. Nach ihm kommen in kurzer Abfolge Alexandros Zaimis, Nikolaos Kalogeropoulos und am 10. Oktober Spyridon Lambros. Die von Konstantin I. in Athen eingesetzte Regierung kontrolliert jedoch nur den Süden des gespaltenen Landes. In Thessaloniki etabliert sich eine republikanische Gegenregierung unter Eleftherios Venizelos. 6. Juli: Der Liberale David Lloyd George folgt dem einen Monat zuvor beim Untergang der HMS Hampshire ums Leben gekommenen Herbert Kitchener als britischer Kriegsminister. 28. August: Italien erklärt dem Deutschen Reich den Krieg. 29. August: Erich von Falkenhayn wird als Chef der Obersten Heeresleitung durch Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff abgelöst. Zwei Tage später legen diese das Hindenburg-Programm, eine umfangreiche Liste von Forderungen zur Ausweitung der Rüstungsproduktion vor.

21. Oktober: Der österreichische Ministerpräsident Karl Graf von Stürgkh wird von dem Sozialdemokraten Friedrich Adler im Speisesaal des Wiener Hotels Meissl & Schadn ermordet. 28. Oktober: Ernest von Koerber wird von Kaiser Franz Joseph I. zu Stürgkhs Nachfolger als österreichischer Ministerpräsident berufen. Am 31. Oktober wird das Ministerium Koerber II angelobt. Mit dem Stichtag 1. November findet die Judenzählung im deutschen Heer statt. Der Erlass des preußischen Kriegsministers Adolf Wild von Hohenborn vom 11. Oktober reagiert auf den im deutschen Offizierskorps verbreiteten Antisemitismus und die von antisemitischen Verbänden, Parteien und Medien verstärkte Propaganda, Juden seien „Drückeberger“, die sich dem Waffendienst an der Front mit allen möglichen Ausreden entzögen und davon unverhältnismäßig oft befreit würden. Die Statistik belegt, dass Juden entsprechend ihrem Bevölkerungsanteil am Kriegsgeschehen teilnahmen; sie wurde allerdings von der Obersten Heeresleitung nicht veröffentlicht. 5. November: Die Mittelmächte proklamieren im Warschauer Königsschloss das Regentschaftskönigreich Polen auf dem Gebiet der russischen Provinz Weichselland – ohne einen König und ohne genauere Bestimmung der Grenzen. Die deutschfeindliche Bewegung Narodowa Demokracja (Nationale Demokratie), die ihre Hochburg in der Provinz Posen hat, und deren Führer Roman Dmowski in Paris weilt, lehnt hingegen nach wie vor jede Zusammenarbeit mit den Mittelmächten ab. 11. November: Der Tschechoslowakische Nationalausschuss wird ins Leben gerufen. Die Aufgabe der Organisation ist die Vorbereitung der Machtübernahme und die Ausarbeitung einer Verfassung in der Tschechoslowakei. Zu den Gründungsmitgliedern gehören Edvard Beneš, Tomáš Garrigue Masaryk und Milan Rastislav Štefánik. 15. November: Die vierte Chantilly-Konferenz hat die strategische Planung für das Kriegsjahr 1917 zum Inhalt.

mini|links|Eidesleistung an Karl als König von Ungarn am 30. Dezember 21. November: Der österreichische Kaiser Franz Joseph I. stirbt an einer Lungenentzündung. Nachfolger wird sein Neffe Karl I. 1. Dezember: Das noch unter dem Ministerium Stürgkh beschlossene Amt für Volksernährung nimmt in Österreich-Ungarn seine Tätigkeit auf.

5. Dezember: Herbert Henry Asquith tritt als Premierminister des Vereinigten Königreichs zurück. Zwei Tage später folgt ihm David Lloyd George im Amt als Führer der Koalitionsregierung mit den Konservativen. Die Anhänger Asquiths gehen in die Opposition, so dass die Liberal Party gespalten wird. Der neue Premierminister verfolgt eine Kriegspolitik, die auf eine vollständige Niederlage des Deutschen Reichs abzielt. 13. Dezember: Ernest von Koerber, der kein gutes Verhältnis zu Kaiser Karl I. hat, quittiert sein Amt als österreichischer Ministerpräsident. 20. Dezember: Heinrich Clam-Martinic wird zum neuen österreichischen Ministerpräsidenten ernannt. 30. Dezember: Die Entente weist ein Friedensangebot der Mittelmächte ab.

„Heimatfront“

mini|links|Propaganda-Feldpostkarte, ca. 1916: „Mit solchen Mitteln arbeiten Deutschlands Feinde.“ Die Gruppe Internationale um Rosa Luxemburg, Franz Mehring und Karl Liebknecht organisiert sich in Deutschland reichsweit. Am 1. Januar nimmt sie die von Rosa Luxemburg in der Haft verfassten Leitsätze über die Aufgaben der internationalen Sozialdemokratie als ihr Programm an. Am 27. Januar erscheint der erste der fortan so genannten illegalen Spartakusbriefe, der die Ziele der Gruppe ausführt. Deshalb gibt der Volksmund der Gruppe den Namen Spartakus, so dass diese sich nun ihrerseits Spartakusgruppe nennt. 12. Januar: Karl Liebknecht wird aus der SPD ausgeschlossen. Otto Rühle tritt daraufhin aus Solidarität selbst aus der Fraktion aus. 24. März: Der SPD-Vorsitzende Hugo Haase spricht im deutschen Reichstag überraschend gegen den Krieg und die Annahme des Notetats, den die SPD-Fraktion mehrheitlich annehmen wollte. Er wird mit 17 weiteren Abgeordneten aus der SPD-Fraktion ausgeschlossen und zum Rücktritt als Parteivorsitzender gezwungen. Die ausgeschlossenen Abgeordneten bilden die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft. 1. Mai: Karl Liebknecht spricht auf einer illegalen Anti-Kriegs-Kundgebung in Berlin am Potsdamer Platz und wird verhaftet. Es kommt daraufhin zu spontanen Solidaritätsstreiks mit rund 50.000 Beteiligten.

mini|hochkant|Plakat der Kriegsausstellung 1916 1. Juli: Propaganda im Ersten Weltkrieg: Die Kriegsausstellung 1916 im Wiener Prater wird eröffnet. Während bisherige Ausstellungen der Anbahnung wirtschaftlicher Beziehungen dienten, ermöglicht man mit dieser Ausstellung einen Einblick in die Kriegsführung und belehrt die Bevölkerung, wofür die Mittel, die dafür aufgewendet werden müssten, im Kriege gebraucht würden. Der österreichische Architekt und Professor an der Kunstgewerbeschule Wien Carl Witzmann erhält den Auftrag zur Errichtung der Leistungsschau. Die Ausstellung findet im Kaisergarten und der Gallitzinwiese des Wiener Praters statt und umfasst 25 Abteilungen auf 50.000 Quadratmetern. Große Mengen erbeuteter Trophäen der Kriegsfeinde, sowie Kampfmittel der Artillerie, Infanterie und der Marine werden zur Schau gestellt. Es werden ganze Schützengrabensysteme ausgehoben, um dem Publikum einen erlebbaren Eindruck des Frontlebens zu veranschaulichen. Die medialen Propagandamittel, wie Fotografie und Film, die im Ersten Weltkrieg zum ersten Mal verstärkt eingesetzt werden, sowie Kunst und Kriegsliteratur umfassen eigene Abteilungen. Die Versorgung von Verwundeten und das damit verbundene Sanitätswesen, aber auch die Eingliederung der Kriegsinvaliden in die Gesellschaft werden ebenfalls zur Schau gestellt.