zentriert|350px|Kapp-Putsch.- Einzug der Marinebrigade Ehrhardt in Berlin, Besetzung Berlins, März 1920 Die Brigade Ehrhardt besetztwährend des Kapp-Putsches Berlin. zentriert|175px|Lage des Epizentrums des Erdbebens von Haiyuan 1920 Das Erdbeben von Haiyuan fordert 200.000 Tote. zentriert|165px|Lage der Stadt Danzig 1937 Danzig wird zur Freien Stadt erklärt. 1920 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1368/69 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1912/13 (10./11. September) Baha'i-Kalender 76/77 (20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1325/26 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2463/64 (südlicher Buddhismus); 2462/63 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 76. (77.) Zyklus Jahr des Metall-Affen 庚申(bis 19. Februar Erde-Schaf 己未) Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch’e 9 Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1282/83 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4253/54 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1298/99 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1338/39 (13./14. September) Japanischer Kalender Taishō 9 ();Kōki 2580 Jüdischer Kalender 5680/81 (12./13. September) Koptischer Kalender 1636/37 (10./11. September) Malayalam-Kalender 1095/96 Minguo-Kalender (China) Jahr 9 der Republik Rumi-Kalender (Osmanisches Reich) 1335/36 (1. März) Seleukidische Ära Babylon: 2230/31 (Jahreswechsel April) Syrien: 2231/32 (Jahreswechsel Oktober) Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2462/63 (1. April) Tibetischer Kalender 1666 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1976/77 (April)

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Internationale Konferenzen und Verträge

10. Januar: Der Friedensvertrag von Versailles tritt nach Ratifizierung durch Deutschland mit dem Austausch der Urkunden in Kraft. 22. Januar: Die Regierung der Niederlande verweigert die von den alliierten Siegermächten beantragte Auslieferung des ehemaligen deutschen Kaisers Wilhelm II. 9. Februar: Im Pariser Vorort Sèvres wird der Svalbard-Vertrag geschlossen, der Norwegen die Staatshoheit über die Inselgruppe Spitzbergen einschließlich der Bäreninsel zuspricht. 19. März: Die republikanische Mehrheit im Kongress der Vereinigten Staaten lehnt die Ratifizierung des Versailler Vertrags und den Beitritt zum Völkerbund ab. 5. bis 16. Juli: Die Konferenz von Spa ist die erste Konferenz nach dem Ersten Weltkrieg, an der mit Reichskanzler Constantin Fehrenbach und Außenminister Simons wieder deutsche Staatsmänner teilnehmen. Es geht um die Frage der Reparationen, die das Deutsche Reich nach dem verlorenen Krieg an die Siegermächte zahlen soll, sowie um die Entwaffnung Deutschlands.

Deutsches Reich

13. Januar: Blutbad vor dem Reichstag. Bei Protesten gegen die Verabschiedung des Betriebsrätegesetzes werden vor dem Berliner Reichstagsgebäude 42 Demonstranten von der Sicherheitswehr erschossen und 105 verwundet. 19. Januar: Der Erzberger-Helfferich-Prozess beginnt. Reichsfinanzminister Matthias Erzberger strengt gegen den ehemaligen Staatsminister Karl Helfferich ein Verfahren wegen Beleidigung an, nachdem dieser in einer Broschüre Korruptionsvorwürfe gegen den Minister erhoben hat. Obwohl Helfferich am 12. März formal zu einer geringen Geldstrafe verurteilt wird, gibt ihm das Gericht inhaltlich Recht. Dies bedeutet das Ende von Erzbergers politischer Karriere. Unmittelbar nach dem Urteil tritt Erzberger als Minister zurück. Während des Prozesses wird am 26. Januar ein Schussattentat auf Erzberger verübt. 4. Februar: Einer Regelung des Versailler Vertrags folgend verlassen die deutschen Behörden das Hultschiner Ländchen. Es fällt an die Tschechoslowakei, obwohl eine überwältigende Bevölkerungsmehrheit nach einer Umfrage beim Deutschen Reich bleiben möchte. 4. Februar: Das Betriebsrätegesetz wird erlassen. Damit gibt es für Betriebe ab einer Größe von zwanzig Beschäftigten die Verpflichtung, Betriebsräte wählen zu lassen. 10. Februar: Im ersten Teil der Volksabstimmung in Schleswig stimmt Nordschleswigs Bevölkerung mehrheitlich für die Vereinigung mit Dänemark.

mini|links|hochkant|Erste Seite des 25-Punkte-Programms 20. Februar: Die NSDAP wird durch Umbenennung der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) gegründet. Die Bekanntgabe der Umbenennung erfolgt am 24. Februar im Münchener Hofbräuhaus. Dabei präsentiert Adolf Hitler auch das unter anderem auf die Schaffung eines totalitären großdeutschen Reiches, den Ausschluss von Juden aus der Gesellschaft und Pressezensur abzielende 25-Punkte-Programm. 29. Februar: Reichswehrminister Gustav Noske löst die Marinebrigade Ehrhardt und das Freikorps Loewenfeld auf. Aus dieser Maßnahme entwickelt sich der Kapp-Putsch gegen die Weimarer Republik. 12. März: Am späten Abend und in der Nacht marschieren meuternde Reichswehr-Offiziere mit ihren Leuten nach Berlin. Der abgesetzte General Walther von Lüttwitz steuert die Operation, die den Auftakt zum Kapp-Putsch bildet. 13. März: Artur Mahraun gründet den Jungdeutschen Orden und wird zum Vorsitzenden (Hochmeister) gewählt.

13. bis 17. März: Es kommt zum Putschversuch des Generallandschaftsdirektors Wolfgang Kapp, der mit seiner „Brigade Ehrhardt“, einem ehemaligen Freikorps, und einigen Truppenteilen der Reichswehr Berlin besetzt und die Regierung zur Flucht zwingt. Als Gegenbewegung beginnt der Ruhraufstand im Ruhrgebiet, der zunächst von einem breiten Spektrum politischer Gruppen getragen wird. Die Rote Ruhrarmee umfasst binnen kurzer Zeit rund 50.000 Bewaffnete. 14. März: In der zweiten Volksabstimmung in Schleswig stimmen 80,2 % für Deutschland, womit es zur Teilung des ehemaligen Herzogtums Schleswig in das dänische Nordslesvig und den Süden als Teil der preußischen Provinz Schleswig-Holstein kommt. 15. März: Im Deutschen Reich findet als Reaktion auf den Kapp-Putsch der bislang größte Generalstreik statt. 12 Millionen Menschen folgen einem Aufruf verschiedener Organisationen und Parteien. Im Westen bricht der Ruhraufstand aus. 16. März: In Bayern wird der nationalkonservative Gustav von Kahr zum Nachfolger des zurückgetretenen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann gewählt. 22. März: Der deutsche Reichswehrminister des Kabinetts Bauer, Gustav Noske, muss infolge des Kapp-Putsches zurücktreten, weil ihm Unterstützung der Konterrevolution vorgeworfen wird. 25. März: Verbindungsstudenten aus Marburg ermorden in der Nähe der thüringischen Stadt Mechterstädt 15 Arbeiter, die sie zuvor wegen „Widerstands gegen den Kapp-Putsch“ verhaftet haben. Die Täter, unter ihnen Bogislav von Selchow und Otmar von Verschuer, werden noch im gleichen Jahr wegen der Morde von Mechterstädt freigesprochen. 1. April: Der Staatsvertrag zur Gründung der Reichseisenbahnen (später Deutsche Reichsbahn) unter der Hoheit des Deutschen Reiches tritt in Kraft. 2. April: Einheiten der Reichswehr marschieren im Ruhrgebiet ein, um den kommunistischen Ruhraufstand niederzuschlagen, der als Reaktion auf den Kapp-Putsch ausgebrochen ist. 1. Mai: Schaffung des Landes Thüringen 9. Mai: Forstrat Georg Escherich gründet in München die „Organisation Escherich“ („Orgesch“). Erste Werbeplakate der NSDAP in München. Aufruf zur öffentlichen Parteiversammlung am 11. Mai 1920. Sprecher: Adolf Hitler 21. Mai: Die Weimarer Nationalversammlung, die die Weimarer Verfassung ausgearbeitet hat, löst sich auf. 4. Juni: Unterschrift des Friedensvertrags von Trianon.

6. Juni: In der ersten regulären Reichstagswahl der Weimarer Republik verliert die republikstützende Weimarer Koalition aus SPD, Zentrumspartei und DDP ihre Mehrheit. Es gibt starke Gewinne für USPD und Rechtsparteien (DNVP, DVP). Nach der Wahl tritt der Reichstag erstmals am 24. Juni zusammen. Die unklaren politischen Verhältnisse führen zu langwierigen Verhandlungen über eine Regierungsbildung. Schließlich kommt ein bürgerliches Minderheitskabinett aus DDP, DVP und Zentrum zustande, nachdem die DVP zugesichert hat, auf dem Boden der Weimarer Reichsverfassung zu agieren. Die SPD lehnt eine Regierungsbeteiligung ab, toleriert jedoch die Regierung. Reichspräsident Friedrich Ebert ernennt Constantin Fehrenbach vom Zentrum zum Reichskanzler. 15. Juni: Nordschleswig wird nach dem Ergebnis der Volksabstimmungen in Schleswig in der nördlichen Abstimmungszone vom 10. Februar des Jahres dänisch. 23. Juni: Mit dem Preußischen Gesetz über die Aufhebung der Standesvorrechte des Adels und die Auflösung des Hausvermögens werden Adelsprivilegien abgeschafft. Erstgeburtstitel werden aufgehoben, Adelstitel gelten nur noch als Namensbestandteile. Das Gesetz wird in ähnlicher Form auch von den anderen Ländern des Deutschen Reiches übernommen. 1. Juli: Die Vereinigung des Freistaats Coburg, Teil des vormaligen Doppelherzogtums Sachsen-Coburg und Gotha, mit dem Freistaat Bayern wird vollzogen. 11. Juli: Bei den in Folge des Versailler Vertrages angesetzten Volksabstimmungen in Ost- und Westpreußen stimmt jeweils eine breite Mehrheit für die Zugehörigkeit zu Ostpreußen und somit den Verbleib im Deutschen Reich. 15. Juli: Deutschland und Lettland beschließen vertraglich die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. 20. Juli: Die deutsche Regierung erlässt im Hinblick auf den Polnisch-Sowjetischen Krieg ein Waffenembargo und unterstreicht damit ihre Neutralitätserklärung für diesen Konflikt. 5. August: Der Deutsche Reichstag beschließt mehrheitlich das Entwaffnungsgesetz und befolgt damit eine Verpflichtung aus Artikel 177 des Versailler Vertrags. 1. Oktober: Das Groß-Berlin-Gesetz tritt in Kraft und macht Berlin zu einer Vier-Millionen-Stadt. 6. Oktober: Das deutsche Dienstmädchen Maria Sandmayr fällt einem Fememord zum Opfer, nachdem sie ein Waffenlager der Bayerischen Einwohnerwehr anzuzeigen versucht hat. 12. Oktober: In Halle beginnt ein Sonderparteitag der USPD, der zur Spaltung der Partei führt. Die Kommunistische Partei Deutschlands gründet den Antimilitärischen Apparat. Der Nachrichtendienst wird anfangs von der Kommunistischen Internationale (Komintern) und später vom Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) kontrolliert und finanziert und soll in den frühen 1920er Jahren einen kommunistischen Umsturz in Deutschland vorbereiten.

Die Nachfolgestaaten Österreich-Ungarns

1. März: Die ungarische Nationalversammlung wählt Miklós Horthy zum Reichsverweser. 7. Juni: In Graz kommt es zu einer Hungerrevolte. Eine durch die protestierenden Frauen eingeforderte Preissenkung wird am 12. Juni durch eine Kommission zur Preisregelung mittels fixer Marktpreise gewährleistet. 16. Juli: Der Vertrag von Saint-Germain, der die Auflösung der k.u.k. Doppel-Monarchie Österreich-Ungarn und die Bedingungen für die neue Republik Österreich regelt, tritt in Kraft. 28. Juli: Auf massiven Druck der Siegermächte des Ersten Weltkriegs legen Polen und die Tschechoslowakei ihren Grenzkonflikt um das Olsagebiet vertraglich bei, der im Vorjahr als zweiwöchiger Polnisch-Tschechoslowakischer Grenzkrieg begann. 5. bis 7. September: Auf einem Parteitag wird die Großdeutsche Volkspartei gegründet. Die Partei ist deutschnational, völkisch, antimarxistisch und antisemitisch eingestellt und vertritt als zentrale politische Forderung den Anschluss Österreichs an Deutschland. 1. Oktober: Die Konstituierende Nationalversammlung beschließt das Bundes-Verfassungsgesetz, es tritt am 10. November in Kraft. Es stellt zwar das Kernstück der österreichischen Bundesverfassung dar, ist allerdings nicht das einzige Verfassungsdokument. 10. Oktober: Bei der Volksabstimmung in Kärnten votiert Süd-Kärnten für Österreich. 10. Oktober: Italien annektiert auf der Basis des Vertrages von Saint-Germain Südtirol.