zentriert|350px|Unterzeichnung des Vertrags von Versailles Die Pariser Vorortverträge beenden völkerrechtlich den Ersten Weltkrieg. zentriert|350px|Von Freikorps erschossene Aufständische Die Niederschlagung des Spartakusaufstands in Berlin beendet die Novemberrevolution. zentriert|187px|Nach der Vereidigung des ersten Reichspräsidenten in Weimar: Reichspräsident [Friedrich] Ebert, Reichskanzler [Konstantin] Fehrenbach und die Regierungsmitglieder bei einem Hoch auf die Republik. Friedrich Ebert wird als Reichspräsident vereidigt. zentriert|153px|Grab der ermordeten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, 1919 Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht werden ermordet. zentriert|153px|Maximilianmuseum, München. – Männer an Maschinengewehren Die Münchner Räterepublik wird niedergeschlagen. 1919 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1367/68 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1911/12 (11./12. September) Baha'i-Kalender 75/76 (20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1324/25 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2462/63 (südlicher Buddhismus); 2461/62 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 76. (77.) Zyklus Jahr des Erde-Schafes 己未(bis 31. Januar Erde-Pferd 戊午) Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch’e 8 Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1281/82 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4252/53 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1297/98 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1337/38 (25./26. September) Japanischer Kalender Taishō 8 ();Kōki 2579 Jüdischer Kalender 5679/80 (24./25. September) Koptischer Kalender 1635/36 (11./12. September) Malayalam-Kalender 1094/95 Minguo-Kalender (China) Jahr 8 der Republik Rumi-Kalender (Osmanisches Reich) 1334/35 (1. März) Seleukidische Ära Babylon: 2229/30 (Jahreswechsel April) Syrien: 2230/31 (Jahreswechsel Oktober) Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2461/62 (1. April) Tibetischer Kalender 1665 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1975/76 (April)
Im Jahr 1919 wird mit den ersten der Pariser Vorortverträge der Erste Weltkrieg formell beendet.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Friedensverhandlungen nach dem Weltkrieg
3. Januar: Emir Faisal und Chaim Weizmann schließen das Faisal-Weizmann-Abkommen über die politische Neuordnung Palästinas. Faisal stimmt darin der Herauslösung Palästinas aus dem arabischen Königreich und der Existenz eines jüdisch-zionistischen Staates grundsätzlich zu, macht jedoch die Wirksamkeit des gesamten Vertrages davon abhängig, dass die Araber die ihnen versprochene Unabhängigkeit erhalten. Da diese Bedingung von den Siegermächten Großbritannien und Frankreich nicht erfüllt wird, tritt der Vertrag nie in Kraft.
mini|links|Die Vororte, an denen die fünf Verträge geschlossen werden 18. Januar: Am Jahrestag der deutschen Reichsgründung beginnt im Spiegelsaal von Versailles die Pariser Friedenskonferenz 1919 mit einer inneralliierten Vorkonferenz unter Ausschluss der Besiegten. Ergebnis der rund ein Jahr dauernden Konferenz sind die von den Siegermächten einseitig aufgesetzten fünf Pariser Vorortverträge. 7. Mai: In Versailles erhält die deutsche Delegation den Entwurf des Friedensvertrages der Alliierten zur Beendigung des Ersten Weltkriegs ausgehändigt. Die quasi unabänderbaren Vertragsbedingungen bewirken im Juni den geschlossenen Rücktritt des Kabinetts Scheidemann.
21. Juni: Auf Befehl von Konteradmiral Ludwig von Reuter erfolgt kurz vor Unterzeichnung des Friedensvertrages von Versailles die Selbstversenkung der Kaiserlichen Hochseeflotte in Scapa Flow.
mini|links|Massenkundgebung vor dem Reichstag gegen den Versailler Vertrag 28. Juni: Die deutsche Delegation unterschreibt unter Protest den ihr vorgelegten Friedensvertrag von Versailles, welcher formell den Ersten Weltkrieg abschließt. Zugleich wird im Vertragswerk die Satzung des entstehenden Völkerbundes akzeptiert. Am gleichen Tag wird auch der Minderheitenschutzvertrag zwischen den Alliierten und Assoziierten Hauptmächten und Polen unterzeichnet. 10. September: Der Vertrag von Saint-Germain wird von Vertretern der Alliierten und Deutschösterreich unterzeichnet. 17. Oktober: Das Reichsland Elsaß-Lothringen des deutschen Kaiserreiches wird von Frankreich aufgelöst. 27. November: Mit dem Vertrag von Neuilly-sur-Seine werden die Friedensbedingungen für das Zarentum Bulgarien festgelegt. 8. Dezember: Die Curzon-Linie entsteht in Paris als Vorschlag für die polnisch-russische Demarkationslinie.
Deutsches Reich/Freie Stadt Danzig
1. Januar: Der Achtstundentag tritt als Folge des Stinnes-Legien-Abkommens im Deutschen Reich in Kraft.
1. Januar: Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Leo Jogiches gründen die KPD als selbständige Partei. 4. Januar: Der Berliner Polizeipräsident Emil Eichhorn (USPD) wird vom Rat der Volksbeauftragten unter Friedrich Ebert entlassen. Das führt am folgenden Tag zu Massendemonstrationen und zum Beginn des Spartakusaufstands. 5. Januar: Mit der Besetzung der Druckereien der Zeitungen Vorwärts und Berliner Tageblatt sowie einem Streikaufruf für den folgenden Tag beginnt in Berlin der Spartakusaufstand, der bis zum 13. Januar niedergeschlagen wird. 10. Januar: Die Rheinlandbesetzung führt zur Entstehung der Mikronation Freistaat Flaschenhals. 10. Januar: Der Arbeiter- und Soldatenrat ruft die Bremer Räterepublik aus. 11. Januar: In Cuxhaven wird vom Arbeiter- und Soldatenrat die „Sozialistische Republik Cuxhaven“ ausgerufen. 15. Januar: Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht werden von Soldaten der Garde-Kavallerie-Schützen-Division in Berlin ermordet; Luxemburgs Leiche im Landwehrkanal versenkt. 19. Januar: Wahl zur Nationalversammlung in Deutschland. Zum ersten Mal erhalten Frauen das aktive und passive Wahlrecht. 6. Februar: In Weimar tritt die neugewählte Nationalversammlung zusammen und wählt den SPD-Politiker Eduard David zu ihrem Präsidenten. Da dieser kurz darauf in die Regierung Scheidemann eintritt, wird am 14. Februar der bisherige Vizepräsident Constantin Fehrenbach zu seinem Nachfolger.
10. Februar: Das Gesetz über die vorläufige Reichsgewalt regelt die Regierungsgewalt in der Übergangsphase vom Deutschen Kaiserreich zur Weimarer Republik. 11. Februar: Der Sozialdemokrat Friedrich Ebert wird von der Nationalversammlung mit überwältigender Mehrheit gegen Arthur von Posadowsky-Wehner zum ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt.
13. Februar: Das Kabinett Scheidemann übernimmt vom bislang als Reichsregierung fungierenden Rat der Volksbeauftragten die Amtsgewalt in Deutschland. 17. Februar: Hermann Ehrhardt gründet in Wilhelmshaven die republikfeindliche 2. Marine-Brigade.
mini|links|hochkant|Marie Juchacz um 1919 19. Februar: Marie Juchacz hält vor der Weimarer Nationalversammlung als erste Frau in einem deutschen Parlament eine Rede. 19. Februar: In München scheitert der von Matrosen initiierte Lotter-Putsch gegen den bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner. 21. Februar: Der Student Anton Graf von Arco auf Valley verübt auf den bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner (USPD) ein Attentat, Eisner stirbt. 3. März: Im Stadtteil Lichtenberg beginnen die Berliner Märzkämpfe, bei denen mehr als 1.200 Menschen sterben. 6. März: Das Gesetz über die Bildung einer vorläufigen Reichswehr tritt in Kraft. 23. März: Rund 70.000 Menschen demonstrieren in Danzig gegen die Abtrennung der Stadt von Deutschland und den Anschluss an Polen ebenso wie gegen den Status der Stadt als Stadtrepublik. Am 25. April kommt es zu einer weiteren Demonstration mit rund 100.000 Beteiligten, etwa ein Drittel der Bevölkerung zu dieser Zeit. 7. April: In München wird die Räterepublik Bayern ausgerufen. Die bayerische Regierung des Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann flieht nach Bamberg und ruft Truppen des Reichs und aus Württemberg zur Niederschlagung der Rebellion zu Hilfe. 13. April: Nach der Vereitelung des Palmsonntagsputsches wird die zweite – kommunistische – Phase der Münchner Räterepublik eingeleitet. 14. April: Der Vollzugsrat der Betriebs- und Soldatenräte ruft in München zur Bewaffnung auf. 16. April: Die revolutionären „Roten“ gewinnen quasi kampflos die „Schlacht“ bei Dachau. 26. April: Eine Landesversammlung verabschiedet die Verfassung des demokratischen Volksstaats Württemberg, der nach der Novemberrevolution aus dem Königreich Württemberg hervorgegangen ist. 2. Mai: Reichswehrtruppen des Obersten von Epp besetzen nach heftigen Kämpfen gegen Kommunisten und Anarchisten München. 20. Juni: Philipp Scheidemann, ein entschiedener Gegner des Versailler Vertrags, tritt im Streit um die Unterzeichnung des Vertrages zurück.
21. Juni: Gustav Bauer wird als Reichsministerpräsident angelobt. Das Kabinett Bauer wird wie schon das Kabinett Scheidemann von SPD, Zentrum und DDP getragen. Bauer ist ein Befürworter der Unterzeichnung des Versailler Vertrags, möchte aber noch einzelne Punkte nachverhandeln. In der Sitzung vom 22. Juni muss er eingestehen, dass seine Interventionen bei den Alliierten keinen Erfolg gezeitigt haben. 23. Juni bis 1. Juli: Sülzeunruhen in Hamburg. In ihrer Folge besetzen Reichswehr und Freikorps die Stadt. 5. Juli: In Nürnberg entsteht als Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund ein Zusammenschluss von 52 Gewerkschaften, der von Carl Legien geführt wird.
mini|hochkant|Die Verkündung der Verfassung des Deutschen Reichs im Reichsgesetzblatt am 14. August 1919 11. August: Die Weimarer Nationalversammlung gibt Deutschland eine demokratisch-parlamentarische Verfassung. Die Weimarer Verfassung tritt am 14. August in Kraft. 11. August: Das Reichssiedlungsgesetz wird erlassen. 12. August: Mit der angenommenen Bamberger Verfassung erhält Bayern die erste demokratische Verfassung seiner Geschichte. 16./17. August: In Oberschlesien beginnt unter der Führung von Alfons Zgrzebniok und Wojciech Korfanty ein Aufstand mit dem Ziel des Anschlusses an den neu geschaffenen polnischen Staat. Anlass ist die Tötung von zehn streikenden polnischen Bergleuten der Myslowitzer Grube einen Tag zuvor. Der Aufstand wird durch die Schwarze Reichswehr am 26. August niedergeschlagen. 20. August: Auf der 84. Sitzung der Weimarer Nationalversammlung wird der Untersuchungsausschuss für die Schuldfragen des Weltkrieges eingesetzt, der die Vorgänge aufarbeiten soll, die zum Ausbruch, zur Verlängerung und zum Verlust des Ersten Weltkrieges geführt haben, nachdem Deutschland mit Art. 231 des Friedensvertrags von Versailles die alleinige Kriegsschuld auferlegt worden ist. 25. August: Das bayerische Kriegsministerium wird aufgelöst, die Soldaten in die Reichswehr integriert. Die Weimarer Verfassung behält die Landesverteidigung allein dem Reich vor. 27. August: Das Innenministerium der Weimarer Republik erklärt, es werde keine Sedanfeiern mehr geben. Diese Feiern gedachten zuvor des Sieges in der Schlacht von Sedan am 2. September 1870 (Deutsch-Französischer Krieg) 30. September: Im Deutschen Reich wird die Technische Nothilfe als reichsweite Organisation gegründet. 8. Oktober: Hugo Haase, Vorsitzender der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD), wird bei einem Attentat schwer verletzt; er verstirbt am 7. November. 2. November: Gründung der Lausitzer Volkspartei als politischer Interessenvertretung des sorbischen Volkes 30. November: In der ersten freien Volksabstimmung in Deutschland votieren über 88 % der Stimmberechtigten im Freistaat Coburg gegen den Zusammenschluss mit den thüringischen Staaten. Daraufhin kommt es 1920 zur Vereinigung mit dem Freistaat Bayern. November: Der Berliner Stadtkommandant Otto Wels bildet Soldatenwehren zum Schutz vor Plünderungen und Bürgerkrieg in Berlin. 9. Dezember: Die Abgeordneten der verfassungsgebenden Volkskammer in Darmstadt verabschieden die Verfassung des Volksstaats Hessen.
mini|Historisches Schild der AWO