zentriert|350px|Giftgasangriff In der Zweiten Flandernschlacht eröffnet das Deutsche Kaiserreich den Gaskrieg im Ersten Weltkrieg. zentriert|165px|Österreichischer Schützengraben gegenüber Italien am Isonzo Italien kündigt den Dreibund mit dem Deutschen Reichund Österreich-Ungarnund tritt auf Seiten der Triple Entente in den Krieg ein. zentriert|175px|Das osmanische Deportationsgesetz Mit dem von Innenminister Talât Pascha vorgelegten osmanischen Tehcir-Gesetz wird der Völkermord an den Armeniern eingeleitet. zentriert|350px|Zeichnung der britischen Illustrierten „The Sphere“ vom Untergang der Lusitania Das deutsche U-Boot U 20 versenkt denbritischen Luxusdampfer Lusitania. 1915 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1363/64 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1907/08 (10./11. September) Baha'i-Kalender 71/72 (20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1320/21 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2458/59 (südlicher Buddhismus); 2457/58 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 76. (77.) Zyklus Jahr des Holz-Hasen 乙卯 (seit 14. Februar, davor Holz-Tiger 甲寅) Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch’e 4 Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1277/78 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4248/49 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1293/94 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1333/34 (8./9. November) Japanischer Kalender Taishō 4 ();Kōki 2575 Jüdischer Kalender 5675/76 (8./9. September) Koptischer Kalender 1631/32 (10./11. September) Malayalam-Kalender 1090/91 Minguo-Kalender (China) Jahr 4 der Republik Rumi-Kalender (Osmanisches Reich) 1330/31 (1. März) Seleukidische Ära Babylon: 2225/26 (Jahreswechsel April) Syrien: 2226/27 (Jahreswechsel Oktober) Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2457/58 (1. April) Tibetischer Kalender 1661 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1971/72 (April)
mini|links|Zerschossener Wald in den Argonnen Im Jahr 1915 tritt der Erste Weltkrieg in sein zweites Jahr und gewinnt an Grausamkeit. Mit dem Einsatz von Chlorgas durch deutsche Gastruppen beginnt der Gaskrieg während des Ersten Weltkrieges. Außerdem treten weitere Nationen, die sich dadurch Gebietsgewinne erhoffen, in den Krieg ein, wodurch nicht nur in Europa neue Fronten entstehen. An der Westfront bildet sich der Typus der Materialschlacht heraus, bei dem große Mengen an Waffen eingesetzt werden, um den Gegner zu demoralisieren. Auch der Stellungs- und Grabenkrieg mit hohen Verlusten an Menschenleben bei zumeist nur geringfügigen Geländegewinnen ist ein typisches Merkmal dieses Krieges. Im Atlantik beginnt überdies der U-Boot-Krieg, der seinen Höhepunkt, aber auch sein vorläufiges Ende mit der Versenkung des Passagierschiffs Lusitania findet, bei dem fast 1.200 Menschen ums Leben kommen.
Im Osmanischen Reich, das unter schweren Verlusten durch militärische Niederlagen und Krankheiten wie Typhus leidet, beginnt in diesem Jahr der Völkermord an den Armeniern und Aramäern.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Erster Weltkrieg
Politische und diplomatische Entwicklungen
1. Januar: Papst Benedikt XV. schlägt allen Kriegsbeteiligten im Ersten Weltkrieg den Austausch der kriegsunfähigen Gefangenen vor. 21. Januar: Um Erich von Falkenhayn von der Doppelaufgabe als Kriegsminister und Chef des Generalstabs zu entlasten, wird Adolf Wild von Hohenborn zum preußischen Kriegsminister ernannt.
miniatur|links|hochkant|Gedenkblatt für die Angehörigen unserer gefallenen Helden 27. Januar: Propaganda im Ersten Weltkrieg: Kaiser Wilhelm II. gibt anlässlich seines Geburtstages das Gedenkblatt für die Angehörigen unserer gefallenen Helden in Auftrag, das von Emil Doepler entworfen wird. Januar: Im deutschen Heer werden erstmals Gastruppen aufgestellt, womit der Gaskrieg während des Ersten Weltkrieges vorbereitet wird. 2. Februar: Die drei Teilnehmer am Attentat von Sarajevo, die zum Zeitpunkt der Tat bereits volljährig waren, werden in Sarajevo durch Hängen am Würgegalgen hingerichtet. 26. April: Im Londoner Vertrag geht Italien ein Bündnis mit Großbritannien, Frankreich und Russland ein. Für seinen Kriegseintritt gegen die Mittelmächte werden Italien im geheim gehaltenen Vertrag große Gebietsgewinne nach dem Kriegsende in Aussicht gestellt. 28. April: Ein Internationaler Frauenfriedenskongress beginnt in Den Haag, angeregt von Anita Augspurg, Lida Gustava Heymann und Aletta Jacobs. Den meisten Frauen wird von ihren Heimatländern die Teilnahme verwehrt oder durch Schikanen sehr erschwert. Höhepunkt des dreitägigen Kongresses ist die Gründung des Internationalen Ausschusses für dauernden Frieden, der 1919 in Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit umbenannt wird. Nach dem Kongress reisen zwei Delegationen durch Europa und führen dabei Gespräche mit den Vertretern von 13 Regierungen. Obendrein wird ihnen eine Audienz bei Papst Benedikt XV. gewährt, der sich ebenfalls für den Frieden einsetzt und dabei mehrere Forderungen der Friedensbewegung aufnimmt. 3. Mai: Italien kündigt den Dreibund mit dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn. 12. Mai: Das Committee on Alleged German Outrages des britischen War Propaganda Bureau unter dem Vorsitz von James Bryce, 1. Viscount Bryce, veröffentlicht den Bryce-Report über Gräueltaten der deutschen Armee im neutralen Belgien während des Ersten Weltkrieges. Mitte Mai: In Folge der Munitionskrise und des negativen Verlaufs der Gallipoli-Kampagne kommt es zu einer Regierungskrise in Großbritannien. Der liberale Premierminister Herbert Henry Asquith bildet daraufhin eine Koalitionsregierung mit den Konservativen unter Andrew Bonar Law. Bedingung für deren Regierungseintritt ist unter anderem der Rücktritt Winston Churchills als Marineminister, der am 18. Mai erfolgt. 23. Mai: Obwohl es ursprünglich durch den Dreibund mit den Mittelmächten verbündet war, tritt Italien auf Seite der Entente in den Krieg ein und erklärt Österreich-Ungarn den Krieg. Damit beginnt der Gebirgskrieg 1915–1918 an der Italienfront. 27. bis 29. Mai: Bei einem Deutschen-Pogrom in Moskau werden zahlreiche Geschäfte deutscher Kaufleute zerstört und mindestens drei Deutsche getötet. Man wirft ihnen vor, mit ihren Landsleuten zu kollaborieren und das Kriegsgeschehen beeinflusst zu haben. 7. Juli: Auf der ersten Chantilly-Konferenz wird erstmals eine gemeinsame Vorgangsweise der Alliierten gegen die Mittelmächte beraten. An ihr nehmen militärische Vertreter der Entente-Mächte Großbritannien, Frankreich, Russland, Italien, Belgien und Serbien teil. 20. August: Italien verkündet dem Osmanischen Reich den Krieg. Anfang September: Die Deutsche Afghanistanexpedition unter Leitung von Wilhelm Wassmuss, Werner Otto von Hentig und Oskar von Niedermayer hat das Ziel, Afghanistan zum Kriegseinstieg auf Seiten der Mittelmächte zu bewegen. 6. September: Die Mittelmächte Deutschland, Österreich-Ungarn und Bulgarien verbünden sich. Vom Bündnis mit dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn erhofft sich der bulgarische König Ferdinand I. die Chance, Gebietsverluste seines Landes zu revidieren, die der Friede von Bukarest nach dem Zweiten Balkankrieg mit sich brachte. 14. September: Das Osmanische Reich tritt dem Pakt der Mittelmächte bei. 14. Oktober: Mit der Kriegserklärung an Serbien tritt das Zarentum Bulgarien auf der Seite der Mittelmächte in den Ersten Weltkrieg ein. 29. Oktober: Die französische Regierung unter René Viviani tritt zurück. Aristide Briand wird neuer Ministerpräsident. 6. bis 8. Dezember: Auf der zweiten Chantilly-Konferenz werden unter anderem die alliierten Großoffensiven des kommenden Jahres besprochen.
mini|links|hochkant|Der Wehrmann in Eisen als Kriegsnagelung von 1915 in Wien Von Wien ausgehend verbreitet sich der Brauch der Kriegsnagelungen über Österreich-Ungarn und das Deutsche Reich.
„Heimatfront“
18. Februar: Rosa Luxemburg muss in Berlin eine einjährige Haftstrafe im Frauengefängnis Barnimstraße antreten, zu der sie im Vorjahr ein Gericht verurteilt hat, weil sie in einer Rede zur Kriegsdienstverweigerung aufgerufen hat. 20. März: Die SPD-Abgeordneten Karl Liebknecht und Otto Rühle stimmen im deutschen Reichstag gegen das Kriegsbudget. 29 weitere Abgeordnete verlassen vor der Abstimmung den Saal, darunter der SPD-Vorsitzende Hugo Haase. 14. April: Die erste und einzige Ausgabe der marxistischen Monatszeitschrift Die Internationale, herausgegeben von Rosa Luxemburg und Franz Mehring, erscheint in Deutschland. 13. Juni: „Baden verboten“ heißt es ab heute auf allen deutschen Nordseeinseln und an der Nordseeküste. An der Ostsee gestattet demgegenüber das preußische Kriegsministerium, von wenigen gesperrten Gebieten abgesehen, den Badebetrieb. 19. Juni: Die SPD-Politiker Hugo Haase, Eduard Bernstein und Karl Kautsky veröffentlichen in der Leipziger Volkszeitung ein Manifest gegen den Krieg. Die Zeitung wird sofort für mehrere Tage verboten. 21. Dezember: 19 SPD-Abgeordnete stimmen im deutschen Reichstag gegen die Kriegskredite, darunter Karl Liebknecht und der SPD-Vorsitzende Hugo Haase; 22 weitere Kriegsgegner verlassen vorher den Saal.
Westfront
mini|Die Westfront 1915/16 16. Februar bis 20. März: Die Winterschlacht in der Champagne, der erste größere Versuch des französischen Oberbefehlshabers Joseph Joffre, unter Einsatz von Trommelfeuer und massierten Infanterieanstürmen die deutsche Front aufzureißen und mit bereitgestellten Reserven einen operativen Durchbruch zu erreichen, scheitert an der Abwehrkraft der angegriffenen deutschen Stellungen. Es handelt sich um eine der ersten Materialschlachten.
mini|links|Opfer auf dem Schlachtfeld von Neuve-Chapelle 10. März: Die Schlacht von Neuve-Chapelle beginnt. Sie ist die erste größere eigenständige und planmäßig durchgeführte Offensive der British Expeditionary Force im Stellungskrieg des Ersten Weltkriegs und zielt darauf ab, ein Höhengelände östlich von Neuve-Chapelle, im Arrondissement Béthune in Besitz zu bringen, endet allerdings am 12. März mit einem Abwehrsieg der Deutschen. Die britischen und indischen Truppen erleiden Verluste von rund 11.650 Mann für eine relativ geringfügige Frontverschiebung. Der britische Oberbefehlshaber John French macht für das mangelhafte Ergebnis einen Mangel an Munition für die Artillerie verantwortlich und löst damit in Großbritannien die Munitionskrise von 1915 aus. Als Reaktion darauf wird nach Bildung der liberal-konservativen Koalitionsregierung im Mai ein Munitionsministerium unter David Lloyd George gebildet. 17. April: Mit der Eroberung durch die Alliierten nach einem großangelegten Angriff beginnt der mehr als zwei Jahre dauernde Kampf um Höhe 60 an der Westfront im Wijtschatebogen bei Ypern.
mini|Deutsches Sperrfeuer auf alliierte Schützengräben bei Ypres, vermutlich während der Zweiten Flandernschlacht (1915) aufgenommen 22. April: Der erste Tag der Zweiten Flandernschlacht gilt als Beginn des Gaskrieges im Ersten Weltkrieg, auch wenn schon zuvor vereinzelt mit Reizstoffen wie T-Stoff experimentiert wurde. Das deutsche Heer setzt bei Ypern in Belgien als erstes Land Giftgas ein, indem es auf Vorschlag von Fritz Haber von der BASF erzeugtes Chlorgas auf die gegnerischen Stellungen abbläst. In den folgenden Kriegsjahren bringen die Mittelmächte und die gegnerische Entente in der sich gegenseitig hochschaukelnden Eskalationen immer wirksamere chemische Waffen zum Einsatz. 9. Mai: Die Lorettoschlacht bei Artois beginnt. Sie endet als eine für den Grabenkrieg im Ersten Weltkrieg typische Schlacht am 23. Juli ohne sichtbares Ergebnis, mit einer Geländeverschiebung von knapp zwei Kilometern bei knapp 180.000 Todesopfern. 25. Mai: Wegen zu großer eigener Verluste stellt die deutsche Oberste Heeresleitung die Angriffe während der Zweiten Flandernschlacht ein.
mini|links|Britische Infanterie beim Vorrücken auf Loos