Der Havelseenweg ist mit der Nummer 12 einer der 20 grünen Hauptwege.
Verlauf Der Havelseenweg führt auf einer Länge von 25 Kilometer an der Havel und ihren Seen (also den Flusserweiterungen) entlang und liegt zwischen dem Großen Wannsee im Ortsteil Wannsee (Bezirk Steglitz-Zehlendorf) im Süden und dem Aalemannufer im Bezirk Spandau, Ortsteil Hakenfelde. Bestimmend ist die Ufernähe am Havelgewässer und die anliegenden Landschaften, einerseits die Hochfläche des Teltows im Süden und im Norden die Ebene des Warschau-Berliner Urstromtals. Für die Teltower Hangkante verläuft der Weg durch den Grunewald nicht direkt am Havelufer, sondern größtenteils auf dem Havelhöhenweg. Nördlich der sumpfigen Tiefwerder Wiesen müssen kaum noch Höhen überwunden werden. Im Ortsteil Spandau wechselt der Weg zudem von der Ostseite im Süden auf die Westseite des Havelgewässers im Norden. Hier wurden neue Uferwege angelegt, als die – insbesondere in Hakenfelde – am Wasser angesiedelte Industrie verlagert wurde und neue Wohngebiete und Grünflächen entstanden.Wegnummer: 12 bei Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
Der Havelseenweg beginnt – nach der folgenden Beschreibung – am Großen Wannsee, einer Bucht der Havel auf deren linker Seite. Der Verlauf liegt entgegengesetzt zur Fließrichtung des Flusses. In Spandau an der Schulenburgbrücke erfolgt der Wechsel auf das rechte Havelufer.
Wannsee mini|links |Ronnebypromenade
Der Havelseeweg beginnt am Ufer des Großen Wannsees im nach diesem benannten Ortsteil Wannsee. In der Karte zu den 20 grünen Hauptwegen der bezirklichen Vermessungsämter Berlin 1:5000FIS-Broker Kartenanzeige 20 grüne Hauptwege – Digitale Wanderkarte, seit Mai 2014 sind die empfohlenen Wegeführungen blau markiert, begehbare Planstrecken rot und falls nicht begehbar: rot gestrichelt ist der Startpunkt an der Königstraße östlich der Wannseebrücke auf der Ronnebypromenade gesetzt. Hier hat der Havelseenweg Anschluss an den Wannseeweg. Auf der Ronnebypromenade führt der Hauptweg 12 am Seeufer zur Anlegestelle Wannsee (für Ausflugs- und Linienschiffe) und zum Fähranleger der Linie F10 (S Wannsee–Alt-Kladow). Durch den Parkweg geht es zum Kronprinzessinnenweg, durch den Parkstreifen am Gustav-Hartmann-Platz dem Bahnhofsvorplatz vom S- und Fernbahnhof Wannsee. Am Ende des Platzes führt der Hauptweg nach links in die Straße Am Sandwerder (Ecke Kronprinzessinnenweg). Am Sandwerder biegt am nördlichen Ende auf einem kleinen Platz nach rechts in den Tillmannsweg, der Hauptweg geht geradeaus durch einen Fußweg zwischen den Grundstücken zum Wendeplatz der Scabellstraße und an der Feuerwache Wannsee nach rechts zum Kronprinzessinnenweg. Auf deren linken Fußweg liegt die Ortsteilgrenze und an der Feuerwache vorbei wird der Ortsteil verlassen.
Nikolassee mini|Blick vom Großen Fenster zum Grunewaldturm über die Havelseen
Der Hauptweg liegt auf dem linken Gehweg des Kronprinzessinnenwegs und am Ende der Feuerwache Wannsee wird der Ortsteil Nikolassee betreten und gemeinsam mit dem Radweg R1 folgt der Straßenabschnitt. An der Straßenseite und gegenüber liegt das Wasserwerk Beelitzhof. Am Badeweg nach links auf einer Asphaltstraße in Havelrichtung, geht es (zunächst an einem Parkplatz vorbei) in das Landschaftsschutzgebiet Grunewald, durch das der Havelseenweg im Weiteren verläuft. Der Weg führt am Strandbad Wannsee entlang und am Haupteingang des Bades trifft der Europäische Fernwanderweg E11 auf den Hauptweg, beide führen nun gemeinsam weiter. Am Wannsee liegt noch das Versehrtenbad und der Hauptweg führt auf der Wannseebadstraße nach links, vor der Schwanenwerderbrücke die die Insel Schwanenwerder anbindet führt der Hauptweg zwischen bebautem Gelände und dem Forst. Hier beginnt der Havelhöhenweg, der oberhalb der Teltowkante den Havelseenweg führt, teilweise wird durch den Grunewald auch die Havelchaussee genutzt, teilweise führt nur der Wanderweg E11 auf der Havelchaussee, die insbesondere der Radfernweg R1 nutzt.
Havelseitig liegen Buchten, Havelerweiterungen und Ufermarkierungen: die Klare Lake, das Große Fenster, eine Badestelle und die Segelschule an der Großen Steinlake, es folgt die DLRG-Stelle und kurz darauf geht der Weg auf der Havelchaussee weiter, die für den Durchgangsverkehr gesperrt und dadurch verkehrsberuhigt ist. Nach einem kurzen landseitigen Waldstück verläuft die Havelchaussee am Havelufer. Die gesamte Länge dieser Strecke direkt auf der Havelchaussee oder mit dem Havelseenweg über den Havelhöhenweg beträgt ungefähr sechs Kilometer. An der Kleinen Steinlake liegt der Havelhöhenweg etwas havelferner und besitzt auch Treppen im Wegelauf, dieser Lauf wird vom Fernweg E11 bevorzugt. In den Grunewald hinein liegt hier der Havelberg mit . In der Kleinen Steinlake liegt auch die Insel Lindwerder, zu der eine Fährverbindung besteht. Nördlich der Insel liegt die Lieper Bucht, hier kreuzt die Bezirksgrenze Steglitz-Zehlendorf zu Charlottenburg-Wilmersdorf in einem nach Süden konvexen Bogen über die Havelchaussee durch den Grunewald und weiter auf die Havel hinaus. Gegenüber liegt die Ortslage Hohengatow im Ortsteil Gatow des Bezirks Sandau. Der Ortsteil wird dort, wo das Ufer zur Lieper Bucht nach Westen ausweicht, verlassen.
Grunewald mini|Havelchaussee im Grunewald
Die Havelchaussee weicht am Beginn der Lieper Bucht etwas nach Osten aus, der Havelseenweg bleibt dagegen in Havelnähe und wo der Weg etwas nach Norden führt, während das Ufer nach Westen führt wechselt der Hauptweg in den Ortsteil Grunewald, der Bezirk Steglitz-Zehlendorf ist erreicht. Die gegenüberliegende Westseite der Havel wird durch den Spandauer Weg (Nummer 02 der 20 grünen Hauptwege) erschlossen. Der Havelhöhenweg mit dem Hauptweg führt 30–40 m vom Havelufer 750 m nach Norden. Dann führt ein Weg rechtsab zum 200 m entfernten Grunewaldturm der am Karlsberg liegt, die Erhebung gab dem gesamten Teil des Grunewaldes den Namen. Am Grunewaldturm und Pechsee (hier im Süden NSG Saubucht), nachfolgend am NSG Teufelsfenn (mit dem Teufelsee und dem Öko-Werk Teufelsee) vorbei kann auf dem Wanderweg E11 der S-Bahnhof Grunewald nach fünf Kilometern erreicht werden. Im Übrigen wird der Havelseenweg im Bogen auf die Havelchaussee geführt, der Uferweg bleibt havelnah. Eine weitere Badestelle an der Havel, Badestrand Kuhhorn, findet sich in Höhe vom Dachsberg und wenig später wird die Halbinsel Schildhorn erreicht, die die Jürgenlanke bildet. An der Straße am Schildhorn, die von der Havelchaussee abgeht befindet sich ein Hotel, die Schildhornbaude und Segelclubs mit dem Yachthafen Schildhorn. Am Ende der Halbinsel steht das Jaczo-Denkmal, das an die Flucht des Slawenfürsten vor Albrecht dem Bären erinnert.
Nördlich von Schildhorn liegen Havelchaussee und Havelhöhenweg eng beieinander und ufernah und der Havelseenweg ist seinem Namen gerecht. Nahe der hier liegenden Badestelle geht die Straße Am Postfenn von der Havel weg an der Berlin British School vorbei nach Westend. 150 m weiter verlässt der Havelseenweg am Übergang vom Forst und LSG zu bebautem Gelände den Ortsteil Grunewald.
Westend mini|2009 angelegte Aussichtskanzel am Hochufer des Rupenhorn mit Blick über den Südteil des Stößensees und auf den Pichelswerder
Mit dem Wechsel des Ortsteils nach Westend verlässt der Havelseenweg das eigentliche Ostufer der Havel und verläuft am Rande des Stößensees, einem Nebengewässer der Havel. Hier im Bereich des Berliner Urstromtals um Spandau sind kaum Höhenunterschiede in der Landschaft. Mit dem endenden Hochufer gelangt der grüne Hauptweg 12 durch die architektonisch sehenswerten Einrichtungen am Rupenhorn (Jüdisch-Amerikanische Universität, Touro-College), der nach Süden zum Wannsee laufende Havelhöhenweg entstand nach einer Idee des Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné. Havelnah liegt der Havelseenweg auf der Havelchaussee, landwärts liegen die Grundstücke an der Straße Am Rupenhorn. Als Ausgleichsmaßnahme für die Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin hat der Bahnbau diese Gegend saniert und neu erschlossen. In dem Waldstück vor der Heerstraße (Bundesstraße B 2/B 5) verlässt der Havelseenweg die untenliegende Havelchaussee und führt nach rechts mit dem Aufstieg oder näher an der Heerstraße über Treppen zur Heerstraße hinauf. Die Heerstraße nach links ist eine fünfspurige Hauptstraße mit zwei je zweispurigen Nebenfahrbahnen und wird auf der Südseite erreicht. Die Heerstraße mit der folgenden Stößenseebrücke liegt etwa 15 m über der Havelchaussee (Heerstraße/Am Rupenhorn: , Havelchaussee/Angerburger Straße: ) Die Stößenseebrücke verbindet das Ostufer einschließlich der Havelchaussee mit der Landzunge, die das überbrückte Gewässer in einen Nord- und Südteil trennt und gehört in voller Länge schon zum Bezirk Spandau, so verlässt der Hauptweg 12 Westend am Brückenanfang.
Wilhelmstadt mini|Denkmalgeschütztes Kolonistenhaus in Tiefwerder, 1816 vom Fischer Philip Tübbike
Der Havelseenweg liegt von der Stößenseebrücke an im Ortsteil Wilhelmstadt und der Charlottenburg-Wilmersdorf nach Spandau gewechselt. Der Heerstraße folgend noch über die Freybrücke gelangt man in die Ortslage Pichelsdorf. Die heute vorhandene Landzunge wurde im Zusammenhang mit der (Döberitzer) Heerstraße angelegt, auf der Karte von 1842 fehlt sie noch. Der Hauptweg überquert etwa am Ende der in den Stößensee reichenden Landzunge (Ecke Siemenswerderweg) die Heerstraße an einer Fußgängerampelanlage und führt in den Brandensteinweg. Hier liegt in 1000 m Tiefe der Erdgasspeicher Berlins,Erdgasspeicher in Berlin – Puffer unter Tage. In: Berliner Zeitung, 30. Juli 2014. dessen Betrieb 2017 eingestellt wurde.Berliner Erdgasspeicher Zwischen dem Westrand des LSG Pichelswerder und der Wochenendsiedlung Birkeneck führt der Wanderweg weiter nach Norden durch die Waldfläche am Nordostzipfel des Pichelswerder zum LSG Tiefwerderwiesen. Am Westrand der „Wochenendsiedlung (WES) Tiefwerder Wiesen“ geht es über einen Graben der westlich im Havelaltarm „Toter Mantel“ verläuft, einem Feuchtwiesen- und Überschwemmungsgebiet als Teil der Tiefwerder Wiesen mit einigen Busch-/Baumflächen. Der Havelseenweg wendet sich anfangs kurz nach Osten an den Hauptgraben und an den Grundstücken der WES Tiefwerder Wiesen auf dem Hans-Werner-Klünner-Weg (nördlich am Toten Mantel) westwärts zum Havelufer. Die Havel nach rechts an der Wassersport- und Wochenendsiedlung ‚Dr. Pfuhl-Theuerkauf‘ geht es bis zur Einfahrt in den Unterhafen Spandau (Südhafen gegenüber) an dessen Ufer schon die Ortsteilgrenze liegt. Am Abfluss des „Kleinen Jürgengrabens“ in den Unterhafen wird Wilhelmstadt verlassen.
Spandau Auf einer Fußgängerbrücke (eine drei Meter breite Stegbrücke) wird der Kleine Jürgegraben am Unterhafen Spandau überquert, und der Ortsteil Spandau, Ortslage Tiefwerder ist erreicht. Die verbliebenen Gräben und die gesamte Fläche auch südlich der Bebauung bestehen aus Altarmen der Havel. Auf dem weiteren Weg zwischen den Grundstücken 25 und 26 der Dorfstraße führt der Hauptweg nach links. Es wird die Dorfstraße von Tiefwerder des ehemaligen Fischerdorfs mit einigen Kolonistenhäusern in einer Länge von 800 m durchlaufen. () An der Tiefwerderbrücke über den Großen Jürgengraben wird die Ortslage verlassen. Auf der linken Straßenseite des Tiefwerderwegs führt der Havelseenweg an der Ortsteilgrenze zwischen Spandau und Wilhelmstadt entlang. Auf der Spandauer (linken) Seite liegen Bootshäuser und Grundstücke am Unterhafen, auf der Wilhelmstadter (rechten) Seite die Kleingartenanlage Tiefwerderbrücke, der Schwarze Weg und die Freiheitswiesen und nördlich davon der Fredy-Stach-Sportpark auf einem Territorium von Wilhelmstadt, das hier im Nordosten nach Spandau hineinragt. Am Ende des Tiefwerderwegs wird die Schulenburgstraße erreicht, wo der Havelseenweg in die südliche Kernstadt Spandau führt. Zunächst werden die Straße zum Südhafen und die Bahngleise zur Hafenanlage an der Havel gequert und dann die Schulenburgstraße nach links zur Schulenburgbrücke gegangen.