Die Hamburg Towers (seit 2022 aufgrund einer Werbevereinbarung Veolia Towers Hamburg) sind eine Basketballmannschaft aus Hamburg, die seit Beginn der Saison 2014/15 in der zweithöchsten deutschen Liga ProA antrat und mit Ende der Saison 2018/19 in die Basketball-Bundesliga aufstieg. Die Mannschaft wird von der 2013 gegründeten Hamburg Towers Basketball-Betreibergesellschaft mbH betrieben, deren Gesellschafter Jan Fischer, Sven Putfarken, Tomislav Karajica und Marvin Willoughby sind. Ihre Geschäftsführer sind Jan Fischer und Marvin Willoughby.
Geschichte 2001–2008: Vorgeschichte Zuletzt gab es in der Saison 2001/02 Bundesliga-Basketball in Hamburg, als der BCJ Hamburg in der 2. Basketball-Bundesliga spielte. Diese Mannschaft musste aufgrund finanzieller Probleme allerdings Insolvenz anmelden. Ansätze in den folgenden Jahren, eine neue Profimannschaft in der Stadt aufzubauen, wurden letztlich nicht umgesetzt. So wurde ab 2005 unter der Leitung der TSG Bergedorf mit den vom Berliner Unternehmen A.L.B. AG (Allgemeine Liegenschaft und Beteiligungsaktiengesellschaft) finanziell unterstützten Baskets Albag Hamburg der Versuch unternommen, in der 1. Regionalliga eine Mannschaft aufzubauen, die perspektivisch den Sprung in den Profibereich schaffen sollte. Laut Jan Pommer, dem damaligen Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga, stand die Liga „diesem Projekt wohlwollend gegenüber“. Dem Willen der Bundesliga, die Ansiedelung von Erstliga-Basketball in der Hansestadt zu unterstützen, wurde zudem Ausdruck verliehen, indem die Liga das Endturnier um den BBL-Pokal 2006 für fünf Jahre nach Hamburg vergab. Die Baskets Albag Hamburg kamen nicht über die Regionalliga hinaus, auch das 2008 geäußerte Interesse der US-Unternehmer Henry Feinberg und Steven M. Julius, eine Basketball-Profimannschaft in Hamburg aufzubauen, verlief im Sande.
Gleichzeitig entwickelte ab Mitte der 2000er Jahre eine Gruppe um Marvin Willoughby die Idee, den Basketballsport in Hamburg voranzubringen und veranstaltete unter anderem Basketballcamps für Jugendliche. Neben Willoughby waren mit Darko Krezic und Zoran Krezic zwei weitere Profibasketballer dabei, zudem gehörten auch Jan Fischer und andere Personen zur Gruppe, die 2006 den Verein „Sport ohne Grenzen“ gründete und insbesondere im Stadtteil Wilhelmsburg Breitensport für Kinder anbot. „Viele Leute nennen das dann Sozialarbeit. Ich habe mich nicht als klassischer Sozialarbeiter gefühlt“, sagte Willoughby später. „Wir wollten auch immer die Leistungsebene hinkriegen, dass wir mit den besten Jugendlichen aus Hamburg arbeiten können“, beschrieb er die angestrebte Verbindung. Dank des Geldes, das er als Berufssportler zur Seite gelegt hatte, konnte sich Willoughby, der zuletzt in der Saison 2004/05 als Profi gespielt hatte und dann verletzungsbedingt aufhören musste, eigener Aussage nach in den Anfangsjahren auf die Weiterentwicklung des Vereins und der Ideen kümmern. „Ich konnte – und den Luxus habe ich mir gegönnt – mir sagen: Ich möchte erst mal drei, vier Jahre das machen, was ich möchte und nicht das, was am meisten Geld bringt. Und das war auch für unsere Arbeit wichtig, dass gerade am Anfang kein wirtschaftlicher Druck dahinter war“, sagte er später. Ab 2009 baute „Sport ohne Grenzen“ seine Leistungssportgedanken mit den Piraten Hamburg aus.
2013/14: Gründung Im Februar 2013 gab der ehemalige Basketballnationalspieler Pascal Roller gemeinsam mit dem Unternehmer Wolfgang Sahm und dem Werber Gunnar Klink bekannt, dass es unter dem Namen Hamburg Towers konkrete Planungen für eine zukünftige Basketball-Erstligamannschaft gebe.Basketball wie in München – nur anders sueddeutsche.de, 5. Februar 2013 Im September 2013 stellten Roller und Marvin Willoughby das Projekt vor, mittlerweile war die Hamburg Towers Basketball-Betreibergesellschaft mbH gegründet worden. Neben Sahm fungierte mit Jochen Franzke ein zweiter Unternehmer als geschäftsführender Gesellschafter. Im Januar 2014 wurde Roller zum Geschäftsführer bestellt, während Sahm diesen Posten abgab.
Ursprünglich wollte man sich um eine Wildcard für die Basketball-Bundesliga bewerben,"Das ist kein FC Rosenkohl" sueddeutsche.de, 19. September 2013 allerdings wurde aufgrund des fehlenden Hauptsponsors von diesen Plänen abgesehen.Hamburg Towers wollen in 2. Liga starten rp-online.de, 20. März 2014 Stattdessen nahm man am Wildcard-Verfahren für die zweithöchste Liga ProA teil. Die Teilnahmeberechtigung für die ProA-Saison 2014/15 wurde im Juni 2014 erteilt.Zweitliga-Wildcard für Hamburg Towers rp-online.de, 12. Juni 2014 Die Gründung der Profimannschaft Towers wurde als Dach der in den Vorjahren von Willoughby und seinen Mitstreitern im Rahmen von Inselakademie Wilhelmsburg, Sport ohne Grenzen e. V. und Piraten Hamburg betriebenen Jugendsportförderung und Sozialarbeit erachtet.
2014–2018: ProA Erster Towers-Trainer der Vereinsgeschichte wurde Hamed Attarbashi, nachdem zunächst auch Denis Wucherer ein Wunschkandidat gewesen war, der aber absagte. Das erste offizielle Pflichtspiel konnte Ende September 2014 gegen die Gießen 46ers mit 66:65 gewonnen werden. Die Heimspielpremiere folgte im Oktober gegen Bayer Leverkusen. Die erste Saison der Towers endete mit 15 Siegen und 15 Niederlagen auf dem achten Tabellenplatz. In den anschließenden Play-offs traf die Mannschaft im Viertelfinale auf die s.Oliver Baskets aus Würzburg und schied mit 0:3-Siegen aus. Im Mai 2015 gab Pascal Roller seinen Posten als Geschäftsführer der Towers auf und begründete diesen Schritt mit unterschiedlichen sportlichen und wirtschaftlichen Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung des Standorts. ndr.de, 28. Mai 2015
mini|Auswärtsspiel gegen die Dresden Titans in der Saison 2016/17 In der Saison 2015/16 erreichten die Towers als Tabellenfünfter die Play-offs und schieden im Viertelfinale mit 2:3-Siegen gegen die Oettinger Rockets aus Gotha aus. Im Dezember 2016 wurde Tomislav Karajica, der 2013 zunächst als Sponsor bei den Towers eingestiegen war und später Hauptgesellschafter wurde, die Prokura der Hamburg Towers Basketball-Betreibergesellschaft mbH übergeben. Im Januar 2017 ersetzte der Mitgesellschafter und Pressesprecher Jan Fischer Jochen Franzke als zweiten Geschäftsführer neben Marvin Willoughby. Franzke blieb aber zunächst Gesellschafter.
Die Saison 2016/17 schlossen die Towers auf dem neunten Tabellenplatz ab und verpassten somit die Qualifikation für die Play-offs. Mit durchschnittlich 3047 Zuschauern pro Heimspiel hatten die Towers in dieser Saison den höchsten Zuschauerschnitt der Liga.
In Hinblick auf die Saison 2017/18 wurde „das beste Team in der Geschichte der Towers zusammengestellt“, wie Sportdirektor und Geschäftsführer Willoughby im Juli 2017 gegenüber der Hamburger Morgenpost betonte. Als Ziel nannte er im selben Gespräch „einen Platz unter den ersten Vier“. Mitte Februar 2018 kam es zwischen Cheftrainer Attarbashi und den Hamburgern vorzeitig zur Trennung, nachdem es zuvor aus zehn Partien nur einen Sieg gegeben hatte und die Mannschaft auf den zehnten Tabellenplatz abgesackt war. Attarbashis Nachfolge trat dessen bisheriger Assistent Benka Barloschky an. Am Saisonende belegten die Towers den zehnten Tabellenplatz und verpassten damit erneut die Qualifikation für die Play-offs.
2018/19: Aufstieg in die Bundesliga Im Mai 2018 wurde der US-Amerikaner Mike Taylor als neuer Cheftrainer verpflichtet, der in seiner vorherigen Trainerkarriere unter anderem die deutschen Vereine Chemnitz und Ulm betreut hatte. Barloschky kehrte ins Amt des Co-Trainers zurück. Mit dem neuen Trainer verbanden die Hamburger die Hoffnung, den angestrebten Aufstieg in die Basketball-Bundesliga zu erreichen. „Wir haben den Sommer über viel gearbeitet und wollen nun um den Aufstieg spielen“, wurde Sportdirektor Willoughy unmittelbar vor dem Auftakt der Saison 2018/19 von der Hamburger Morgenpost zitiert. Die Mannschaft wurde umgebaut, man gebe mehr Geld für Trainer und Team aus, als je zuvor, so Willoughby zu den Personalwechseln. In einer Umfrage der 2. Bundesliga vor dem ersten Pflichtspiel als Towers-Trainer antwortete Taylor im September 2018 auf die Frage, welche Mannschaft den Meistertitel in der 2. Bundesliga ProA gewinnen würde: „Die Hamburg Towers. Wir haben den Klub, der am ehesten bereit für die Bundesliga ist und einen Kader, der bereit ist, unserem Traumziel nachzujagen.“ Im Verlauf der Saison wurde das Ziel des Bundesligaaufstiegs durch die sportliche Leitung bekräftigt.
Im Januar 2019 wurde mit dem Logistikunternehmen VTG erstmals in der Vereinsgeschichte ein Hauptsponsor gefunden. Im Spieljahr 2018/19 zogen die Hanseaten als Tabellenvierter in die Meisterrunde ein. Am 30. April 2019 stand der sportliche Aufstieg der Hamburger in die Basketball-Bundesliga fest, nachdem sie im fünften und letzten Spiel der Halbfinalserie Hauptrundenmeister Chemnitz auswärts mit 78:72 bezwangen. Bester Mann in der bis dahin wichtigsten Begegnung der Vereinsgeschichte war Carlton Guyton mit 28 Zählern. Nachdem in den vorangegangenen Jahren mit den Hamburg Freezers und dem HSV Handball Profimannschaften aus der Hansestadt ihren Betrieb eingestellt hatten, wurde der Aufstieg der Towers vom Hamburger Senator für Inneres und Sport Andy Grote als „neues Kapitel für den Sport in Hamburg“ bezeichnet. Im ersten Endspiel gegen Nürnberg verloren die Hamburger auswärts mit 87:90, das Finalrückspiel gewannen sie mit 99:94 und errangen damit den Meistertitel. Den entscheidenden Dreipunktwurf in den Schlusssekunden des Rückspiels erzielte der 18-jährige Justus Hollatz. Kurz nach dem Gewinn der Meisterschaft wurden den Hamburgern die Lizenz für die Bundesligasaison 2019/20 „mit einer auflösenden Bedingung“ erteilt.
2019/20: Erstes Jahr als Bundesligist Nach dem Aufstieg in die Bundesliga wurde die Mannschaft in Teilen verändert, auch wenn sieben Spieler des Meisterkaders wie Beau Beech und Tevonn Walker gehalten wurden. Die sportliche Führung setzte darauf, Neuzugänge zu verpflichten, die laut Trainer Taylor „noch weitgehend unbekannt“ seien, aber über die Aussichten verfügten, sich in der Bundesliga durchzusetzen. Eine Besonderheit im Vorfeld des ersten Jahres in der Bundesliga ergab sich durch Taylors gleichzeitige Tätigkeit als Trainer der polnischen Nationalmannschaft, mit der sich der Amerikaner auf die Weltmeisterschaft vorbereitete, während das neugestaltete Aufgebot der Towers in dieser Zeit von den Co-Trainern Benka Barloschky und Austen Rowland betreut wurde. Bei der Benennung eines Ziels für das Premierenspieljahr verzichtete Sportdirektor Willoughby auf die für einen Aufsteiger übliche Vorgabe des Klassenerhalts. Gegen Ende der Vorbereitung wurde mit dem früheren deutschen Nationalspieler Heiko Schaffartzik ein namhafter Mann verpflichtet.
Das erste Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte wurde am 30. September 2019 gegen den amtierenden deutschen Meister FC Bayern München mit 55:111 (Halbzeitstand: 17:58) deutlich verloren. Nach nur zwei Spieltagen trennten sich die Towers aus sportlichen Gründen von Point Guard Khalil Dukes. Der erste Sieg gelang am dritten Spieltag auswärts in Gießen (79:75). Im Dezember 2019 wurden die Towers bei der Hamburger Sportgala als Hamburgs Mannschaft des Jahres 2019 ausgezeichnet. Ende April 2020 wurde entschieden, die Bundesliga-Saison aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 mit zehn Mannschaften zu Ende zu spielen, die Hamburger entschieden sich gegen eine Teilnahme an dieser Schlussrunde, nachdem der Spielbetrieb bereits wochenlang geruht hatte. Die Hamburger standen zu diesem Zeitpunkt auf dem letzten Tabellenplatz, aufgrund des Abbruchs wurde die Abstiegsregel aber außer Kraft gesetzt. Der Vertrag mit Trainer Taylor, unter dessen Leitung die Mannschaft in der Bundesliga-Saison 19/20 drei Siege und 17 Niederlagen verbucht hatte, wurde anschließend nicht verlängert.
2020/21: Mit neuem Trainer ins Viertelfinale