mini|hochkant=1.25|Böbing von Nordwesten
Böbing ist eine Gemeinde und ein Pfarrdorf im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau sowie Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Rottenbuch. Böbing liegt in der Region Oberland.
Gemeindegliederung Es gibt 22 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt nur die Gemarkung Böbing.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Name Böbing stammt von der Sippe eines Babo oder Bebo. Erste urkundliche Erwähnung war im Jahr 935 mit dem Ortsnamen „Bebingoe“.Gemeinde Böbing. In: Der Landkreis Weilheim-Schongau. Herausgeber: Landratsamt Weilheim-Schongau 2010, Texte: Max Biller (Kreisarchivpfleger), Helmut Schmidbauer (Kreisheimatpfleger), Seite 49 Später ging der Ort als Schenkung Welfs IV. an das nahegelegene Kloster Rottenbuch.Georg Paula, Stefanie Berg-Hobohm: Landkreis Weilheim-Schongau: Denkmäler in Bayern. Karl M Lipp Verlag, München 2003, Band 1, Seite 71 Das ist mit der Urkunde vom 27. Dezember 1074 belegt. Böbing gehörte noch im Kurfürstentum Bayern zum Kloster Rottenbuch und war ein Teil der geschlossenen Hofmark Rottenbuch.
Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde, die zum Landgericht Schongau gehörte.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1401 auf 1885 um 484 Einwohner bzw. um 34,6 %. Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 Einwohner 643 759 746 949 835 1358 1086 1207 1396 1426 Jahr 1995 2000 2005 2010 2015 Einwohner 1537 1579 1696 1765 1850 Ab 1991: jeweils 31. Dezember;Quelle: Statistik BayernBayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Statistik kommunal 2021: Böbing (PDF; 2,1 MB)
Politik Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 2026 Thomas Jungwirth (Die Unabhängigen). Zuvor war es ab 2002 Peter Erhard (CSU/Junge Union/Parteifreie Wähler).
Steuereinnahmen Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2020 1.555 T Euro, davon waren 441 T Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).
Wappen
mini|Böbing und Rottenbuch vom Hohen Peißenberg mini|Böbing von Norden mini|Böbing von Osten mini|Am Lugenauer See bei Böbing
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pestfriedhof Böbing
Neben der katholischen Kirche mit Lourdesgrotte in der Ortsmitte gibt es außerhalb in Richtung Schönberg einen kleinen Pestfriedhof. Dort wird der Pestopfer der Jahre 1643 gedacht. Laut einer Informationstafel findet jedes Jahr Mitte August eine kleine Prozession dorthin statt.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab 2020 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft fünf, im produzierenden Gewerbe 213 und im Bereich Handel und Verkehr 16 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 82 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 756. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe mit 20 oder mehr Mitarbeitern, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 75 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1903 Hektar.
Verkehr Böbing liegt an der Staatsstraße 2058 von Steingaden nach Weilheim. Der Ort ist mit der Buslinie 9651 des Regionalverkehrs Oberbayern erreichbar. (PDF-Datei; 683 kB)
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2011): 50 Kindergartenplätze mit 49 Kindern eine Volksschule mit vier Lehrern und 74 Schülern
Persönlichkeiten Bartholomäus Steinle (um 1580–1628), Bildhauer des Manierismus und Frühbarocks, wurde auf dem Steinlehof im Ortsteil Kirnberg geboren. Albin Schwaiger (1758–1824), Meteorologe und Augustinerchorherr Julius Uhl (1903–1934), Politiker (NSDAP) und SA-Führer sowie langjähriger Chef der SA-Stabswache, einer der Getöteten des sogenannten Röhm-Putsches Niki Schelle, Rallye-Fahrer und Testfahrer für TV-Motorsport-Magazine (z. B. Grip – Das Motormagazin) Josef Gretschmann (1914–1965), ehemaliger Bürgermeister und Ehrenbürger von Böbing, ehemaliges Mitglied des Bayerischen Landtags (1958–1965) der CSU (nach ihm wurde die „Bürgermeister-Gretschmann-Straße“ benannt) Martin Gretschmann, Musiker, der durch Musikprojekte wie Console und erfolgreiche Hörspiele (in Zusammenarbeit mit Andreas Ammer) auf sich aufmerksam machte. Als Mitglied der Gruppe Notwist erhielt er 2010 den Deutschen Filmpreis für den Soundtrack zum Film „Sturm“.
Sonstiges In Böbing gab es eine Band namens „Babo de Bebo“, die sich in Anlehnung an den Ursprung des Ortsnamens so genannt hat.
Literatur Ludwig Hailmeier: Kurze Geschichte der Pfarrei Böbing. Eigenverlag 1914
Weblinks
Homepage (PDF; 1,24 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Weilheim-Schongau Kategorie:Ersterwähnung 935 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)