mini|Haslacher See, Bernbeuren (links) und der Auerberg

Bernbeuren (mundartlich: Bearabeire) ist die am westlichsten gelegene Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau. Die Gemeinde ist Mitglied in der Verwaltungsgemeinschaft Bernbeuren.

Geografie Die Gemeinde liegt in der Region Oberland, am östlichen Fuß des 1055 m hohen Auerberg. Es ist die westlichste Gemeinde im Regierungsbezirk Oberbayern.

Gemeindegliederung

Es gibt 63 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Auerberg, Bernbeuren und Echerschwang.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort geht auf eine Siedlung, der die merowingische Sippe eines Bero ihren Namen gab zurück, aber erst 1221 wird ein Ulrich von Beroburo urkundlich erwähnt.Georg Paula, Stefanie Berg-Hobohm: Landkreis Weilheim-Schongau: Denkmäler in Bayern. Lipp, München 2003, Band 1, S. 26 In karolingischer Zeit wurde in Bernbeuren ein fränkischer Reichshof eingerichtet.Gemeinde Bernbeuren. In: Der Landkreis Weilheim-Schongau. Herausgeber: Landratsamt Weilheim-Schongau 2010, Texte: Max Biller (Kreisarchivpfleger), Helmut Schmidbauer (Kreisheimatpfleger), Seite 46 f Zur Zeit des Heiligen Römischen Reichs gehörte Bernbeuren zum Hochstift Augsburg. Am 1. Juni 1720 wurde der Ort fast vollständig durch einen Brand zerstört. Die durch den Wiederaufbau im 18. Jahrhundert entstandene Struktur hat sich weitgehend erhalten. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Kreiszugehörigkeit Bernbeuren gehörte bis zum 30. Juni 1972 zum Landkreis Schongau, seither zum Landkreis Weilheim i.OB, dessen Name am 1. Mai 1973 in Landkreis Weilheim-Schongau geändert wurde.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Tannenberg eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1852 auf 2433 um 581 Einwohner bzw. um 31,4 %. Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 201520202023 Einwohnerzahl 1398 1490 1525 1650 1435 2125 1742 1748 1820 1966 2049 2176 2303 2288 239124822495

Politik Bürgermeister und Gemeinderat Erster Bürgermeister ist seit Mai 2020 Karl Schleich (Wählergemeinschaft Lebendiges Bernbeuren). Sein Amtsvorgänger war ab 2014 Martin Hinterbrandner (Unabhängige Wählergemeinschaft; UWG).

Seit der Gemeinderatswahl am 15. März 2020 hält von den 14 Sitzen im Gemeinderat die UWG zehn (Stimmenanteil 70,5 %), die WLB vier Sitze (Stimmenanteil 29,5 %). Die Wahlbeteiligung lag bei 73,0 %.

Steuereinnahmen Im Jahr 2020 betrugen die Steuereinnahmen der Gemeinde 2.178.000 Euro, davon waren 439.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Auerbergland Bernbeuren ist Mitgliedsgemeinde der die Grenzen der Regierungsbezirke Schwaben und Oberbayern überschreitenden interkommunalen Allianz „Auerbergland“.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bernbeuren: Barocke Pfarrkirche St. Nikolaus mit Wallfahrtskapelle Maria Heimsuchung St.-Georgs-Kirche auf dem Auerberg Auerbergmuseum im Kiebelehaus 2011 mit den Themen „Der Berg – Die Römer auf dem Auerberg“, „Das Dorf – Bernbeuren, die Geschichte der Gemeinde“, „Das Land – Der agrarische Wandel vom blauen zum grünen Allgäu“ und „Das Haus – Die Holzbauweise, Römisches Streifenhaus und Allgäuer Ständerbohlenbau“

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Es gab 2020 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft acht, im produzierenden Gewerbe 78 und im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 109, im Bereich Unternehmensdienstleister 18 und im Bereich Öffentliche und private Dienstleister 75 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1071. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 91 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 2597 ha, davon 2586 ha Dauergrünfläche. (PDF; 1,24 MB) Abgerufen am 20. Juni 2016.

Bildung Im Jahr 2021 gab es folgende Einrichtungen: einen Kindergarten mit 164 Kindergartenplätzen und 112 betreuten Kindern eine Volksschule mit vier Lehrern und 77 Schülern (2020/21)

Persönlichkeiten Prominente Einwohner Doris Dörrie (* 1955) hat ihren Zweitwohnsitz in Bernbeuren, ist Mitglied im örtlichen Museumsverein und der IG Auerberg.

Söhne und Töchter der Stadt Corinna Scholz (* 1. August 1989), Curling-Europameisterin 2009, Curling-Weltmeisterin 2010

Literatur Arbeitskreis „Geschichte“ Bernbeuren (Hrsg.): Bernbeuren – Aus der Geschichte unseres Dorfes. Bernbeuren 1995, ISBN 3-930599-06-6

Weblinks

bernbeuren.de Auerbergmuseum im Kiebelehaus Bernbeuren

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Weilheim-Schongau Kategorie:Ersterwähnung 1221 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ort am Jakobsweg (Münchner Jakobsweg)