mini|hochkant=1.25|Antdorf aus Nordosten Antdorf ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau sowie Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Habach.
Geografie mini|Antdorf von Süden mini|Antdorf vor den Osterseen und dem Starnberger See mini|hochkant|Anwesen in Antdorf Antdorf liegt in der Region Oberland, etwa 50 km südwestlich von München.
Es gibt 13 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Gemarkungen sind Antdorf und Frauenrain.
Das Gemeindegebiet mit einer Fläche von 2237 ha (Stand 2012) teilt sich wie folgt auf:Kommunalstatistik von Antdorf (PDF; 1,5 MB), abgerufen am 29. August 2023 68,2 % landwirtschaftliche Fläche 23,5 % Waldfläche 0,9 % Wasserfläche 3,4 % öffentliche Verkehrsfläche 2,7 % Gebäude- und Freifläche 0,9 % Betriebsfläche
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Antdorf, das seinen Ursprung wohl in einer Ansiedlung aus der Zeit der bajuwarischen Landnahme, vermutlich schon in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts hat, galt bereits zur Zeit der Klostergründung von Benediktbeuern (739/40) als der Hauptort der an der Isar und der Loisach gelegenen Besitzungen der Grafen von Antdorf. Die Antdorfer Grafen, eine Seitenlinie der Huosi, waren die Gründer und ersten Äbte des Klosters Benediktbeuern. Sie brachten damals 30 Höfe in die Klosterstiftung ein. Beim Ungarneinfall 905 wurde die Benediktbeurer Ordensniederlassung zerstört, wodurch Antdorf wieder ein Besitz des Ortsadels wurde und 1330 durch Kaiser Ludwig dem Bayern dem Kloster Ettal überlassen wurde. 1632, während des Dreißigjährigen Krieges, überfielen die Schweden den Ort, plünderten und brandschatzten; ein Drittel der Wohnstätten und auch die Pfarrkirche fielen den Flammen zum Opfer. So begann man 1688 mit dem Bau einer neuen Pfarrkirche. Der Ort war ein Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete bis zur Säkularisation 1803 eine geschlossene Hofmark des Klostergerichts Ettal (Amt Murnau).
Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde, die zum Landgericht Weilheim gehörte.Geschichte, Homepage der Gemeinde Antdorf, abgerufen am 5. Dezember 2016
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1978 der größte Teil der aufgelösten Gemeinde Frauenrain mit 170 Einwohnern eingegliedert.
Religionen In Antdorf gibt es eine römisch-katholische Pfarrei St. Peter und Paul, zu der sich 66,4 % (Stand 2011) der Antdorfer Bevölkerung bekennen und zu der neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul auch die ehemalige Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt im Ortsteil Frauenrain, sowie die Kirnbergkapelle und andere kleine Kapellen und Grotten gehören.Kirche, Homepage der Gemeinde Antdorf, abgerufen am 5. Dezember 2016 9,9 % (Stand 2011) der Antdorfer sind evangelisch-lutherisch und ein Teil der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Penzberg.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 949 auf 1340 um 391 Einwohner bzw. um 41,2 %. Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 Einwohner 596 585 607 652 621 1.087 748 784 927 Jahr 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 999 1.049 1.068 1.111 1.196 1.288 1.305
Politik Gemeinderat Im Antdorfer Gemeinderat sitzen zwölf Personen, die alle der Unabhängigen Wählergemeinschaft Antdorf (UWG) angehören.
Bürgermeister Folgende Personen waren seit 1840 Gemeindevorsteher bzw. Bürgermeister von Antdorf: ZeitraumNameMax Biller: Antdorfer Heimat-Lexikon. Hrsg.: Gemeinde Antdorf. Weilheim 2000, , S. 110 ff.ParteiAnmerkungJosef PöltJohann Nepomuk StroblJohann Georg SteigenbergerPeter HoißBenedikt Wagner1882–1888Johann Meier1888–1912Josef Ponholzer1912–1934Anton Kirnberger1934–1938Friedrich Nägele1938–1945Xaver Bartl1945–1948Josef Zerluth1948–1952Xaver Bartl2. Amtszeit1952–1984Friedrich Nägele jun.1984–2002Johann Schweyer2002–2011Paul Frech jun.2011 verstorben2011–2014Peter Feldlseit 2014Klaus KostalekUnabhängige Wählergemeinschaft
Bis 2014 gab es bei den Wahlen keinen Wahlvorschlag für den Bürgermeister. Im Jahr 2014 ließ sich Klaus Kostalek von der Unabhängigen Wählergemeinschaft aufstellen und wurde ohne Gegenkandidat gewählt. 2020 erfolgte seine Wiederwahl mit 97,4 % der Stimmen.
Zweiter Bürgermeister ist Franz Thanner, dritter Karl Kuhn.
Wappen und Fahne
Steuereinnahmen Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2012 911.000 Euro, davon sind (netto) 237.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Brauchtum Brauchtum und Gepflogenheiten sind wesentlich durch den Ablauf des Kirchenjahres mit seinen Festtagen geprägt. Maibaumaufstellen und Mailauf (nur jedes 3. Jahr) Fronleichnamsprozession Sonnwendfeuer Patroziniumsfest an Mariä Himmelfahrt im Ortsteil FrauenrainBrauchtum, Homepage der Gemeinde Antdorf, abgerufen am 5. Dezember 2016
Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Wirtschaft Im Jahr 2021 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 0, im Produzierenden Gewerbe 157, im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 48, im Bereich der Dienstleister 40 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 570. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es keinen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 2020 39 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1555 ha. Davon waren 437 ha Ackerfläche und 1118 ha Dauergrünfläche. Außerdem waren im Bauhauptgewerbe 8 Betriebe vorhanden.
Verkehr
Etwa einen Kilometer nördlich des Zentrums von Antdorf liegt das Ultraleichtfluggelände Antdorf.
Bildung 2022 gab es folgende Einrichtungen: 1 Kindertageseinrichtungen: 103 Kindergartenplätze, 88 betreute Kinder
Persönlichkeiten Ehrenbürger Verliehen Name Lebensdaten Anmerkung 7. Mai 1952 Xaver BartlMax Biller: Antdorfer Heimat-Lexikon. Hrsg.: Gemeinde Antdorf. Weilheim 2000, , S. 134–136 1885–1973 Altbürgermeister Ambrosius Rogg † 1951 Pfarrer in Antdorf von 1935 bis 1951 März 2009 Friedrich NägeleEhrenbürgerwürde für Friedrich Nägele. In: Merkur.de, 26. März 2009. Abgerufen am 16. Januar 2017 1929–2011 Altbürgermeister, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und der Kommunalen Verdienstmedaille
Personen, die in Antdorf gewirkt haben Thomas G. Greiner (* 1966), Komponist und Arrangeur Heinz Kreutz (1923–2016), Maler
Literatur
Weblinks
Homepage (PDF; 1,24 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Weilheim-Schongau Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)