mini|Luftaufnahme von Alerheim (2016) mini|Luftaufnahme von Schloss Alerheim (2016) mini|Stele zur Erinnerung an Johann Wilhelm Klein

Alerheim (Rieserisch: Alre) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ries.

Geographie Lage Das Kirchdorf liegt im Nördlinger Ries, neun Kilometer östlich von Nördlingen, und ist Teil der Planungsregion Augsburg. Die Wörnitz durchquert das Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Alerheim (Pfarrdorf) Anhauserhöfe (Weiler) Bühl im Ries (Pfarrdorf) Rudelstetten (Kirchdorf) Schloßruine (Weiler) Wennenmühle (Einöde) Wörnitzostheim (Kirchdorf)

Die Einöde Neumühle zählt zum Gemeindeteil Bühl i.Ries.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Alerheim, Bühl i.Ries, Rudelstetten und Wörnitzostheim. Die Gemarkung Alerheim hat eine Fläche von 10,228 km². Sie ist in 1347 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7593,26 m² haben. In ihr liegen die Gemeindeteile Alerheim, Schloßruine und Wennenmühle.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Erstmals im 8. Jahrhundert n. Chr. wurde Alerheim im Zusammenhang mit einer Schenkung an die Reichsabtei Fulda urkundlich als „Villa Alarheim“ erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Ortschaft 1645 während der Schlacht bei Alerheim stark verwüstet, der Wiederaufbau war erst nach 70 Jahren abgeschlossen. Alerheim war von 1306 bis 1806 im Besitz der Familie Oettingen-Wallerstein und kam als Oberamt des Fürstentums Oettingen-Wallerstein mit der Rheinbundakte 1806 zu Bayern.

Eingemeindungen Am 1. Januar 1972 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Eingliederung von Wörnitzostheim, am 1. Januar 1978 kamen die Gemeinden Bühl im Ries mit ihren Gemeindeteilen sowie Rudelstetten dazu.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1502 auf 1637 Einwohner bzw. um 9 %.

Jahr Einwohner 1904 1420Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, München, 1904 1939 711 (nur Ortschaft Alerheim) 1947 1095 (nur Ortschaft Alerheim) 1961 1503 1970 1455 1987 1501 1991 1591 1995 1620 2000 1675 2005 1696 2010 1665 2015 1619

Die im Jahr 2008 von der Gemeinde ermittelten 1663 Einwohner verteilten sich wie folgt auf die Gemarkungen:

Name der Gemarkung Einwohner Alerheim 962 Bühl im Ries 231 Rudelstetten 279 Wörnitzostheim 191

Politik Bürgermeister Berufsmäßiger Erster Bürgermeister ist Alexander Joas (Wählervereinigung Alerheim). Er ist seit dem 26. Januar 2022 im Amt und erreichte bei der Wahl am 16. Januar 2022 einen Stimmenanteil von 52,1 %. Bei der Wahl am 8. März 2026 wurde er ohne Mitbewerber mit 93,0 % der Stimmen für weitere sechs Jahre (bis 30. April 2023) im Amt bestätigt.

Der Vorgänger von Joas, Christoph Schmid (Freie Wahlgemeinschaft Alerheim), war seit Mai 2008 im Amt, wurde 2014 und 2020 wiedergewählt und zog in den 20. Deutschen Bundestag ein. Dessen Vorgänger war Gerhard Ament (Wählervereinigung Alerheim/Rudelstetten).

Gemeinderat Die Sitzverteilung ist in der Amtszeit von 2026 bis 2032 (unverändert wie in den Amtszeiten 2014 bis 2020 und 2020 bis 2026):Wahlergebnis vom 8. März 2026, abgerufen am 7. Mai 2026 Wählervereinigung Alerheim: 6 Sitze Wählervereinigung Rudelstetten: 2 Sitze Wählergemeinschaft Bühl i. Ries: 2 Sitze Wählervereinigung Wörnitzostheim: 2 Sitze

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Natur Der hohe Wennenberg zwischen Alerheim und Rudelstetten Anhauser Weiher, Naturdenkmal, nordwestlich von Anhauserhöfe, im Mittelalter angelegt

Bau- und Bodendenkmäler

Pfarrkirche St. Stephan Schloss Alerheim

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2023 gab es in der Gemeinde 332 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 774 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 442 Personen größer als die der Einpendler. 19 Einwohner waren arbeitslos. 2020 gab es 45 landwirtschaftliche Betriebe, die eine Fläche von 1846 ha bewirtschafteten.

Bildung Es bestehen folgende Einrichtungen: Kindertageseinrichtung: Der Alerheimer Kindergarten ist unter der Trägerschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde und hat 103 Plätze. Er wurde am 1. März 2024 von 93 Kindern besucht, darunter 31 Krippenkinder unter drei Jahren. SVE, Schulvorbereitende Einrichtung der Schwabenhilfe e. V.: Im Schulgebäude sind drei Gruppen der Fördereinrichtung der Schwabenhilfe untergebracht, die von Kindern aus dem ganzen Ries besucht werden. In der Johann-Wilhelm-Klein-Grundschule werden die Jahrgangsstufen 1–4 von fünf Lehrern unterrichtet. Im Schuljahr 2024/2025 besuchten 106 Kinder die Schule. Volkshochschule: In Alerheim gibt es eine Außenstelle der VHS Nördlingen.

Gemeindehaushalt 2017 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 1.557.000 €, davon waren 486.000 € (netto) Gewerbesteuereinnahmen und 721.000 €Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. Die Verschuldung betrug 478 € je Einwohner.

Verkehr Die Staatsstraße 2221 von Oettingen zur Bundesstraße 25 durchquert die Gemeinde und kreuzt am östlichen Rand des Ortes Alerheim die Kreisstraße DON 10.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Wilhelm Klein (1765–1848), Pionier der Blindenbildung Wilhelm Schmidt (1888–1962), Politiker (WAV, DP) Hans Löfflad (1922–1997), Politiker (WAV, DP)

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen König Heinrich (VII.), 1235 hielt Kaiser Friedrich II. seinen aufrührerischen Sohn in der Burg im Ortsteil Schloßruine in Gewahrsam. Er war auf der „Durchreise“ und kam vom Schlossverließ aus Heidelberg nach Alerheim. Weiter über Friaul verlegte man ihn anschließend nach Apulien und hielt ihn bis zu seinem Tod im Kastell San Fele und anderen Burgen in Süditalien gefangen. Franz von Mercy (1597–1645), Oberbefehlshaber im Dreißigjährigen Krieg, gestorben in Alerheim. Ein Gedenkstein nahe der Stephanuskirche erinnert daran.

Literatur Bernhard Erhard: Alerheim im Ries. Ein historisches Mosaik vom 8. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Gemeinde Alerheim, 2000, ISBN 3-00-007186-5

Weblinks

Homepage der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Donau-Ries Kategorie:Ersterwähnung im 8. Jahrhundert

Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Donau-Ries