Mühltal ist eine Gemeinde im Vorderen Odenwald, südöstlich von Darmstadt im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg. Sie entstand 1977 im Rahmen der hessischen Gebietsreform. Die seit vorchristlicher Zeit besiedelte Gegend war bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem durch ihre Mühlenstandorte gekennzeichnet.

Geographie Das Gemeindegebiet von Mühltal beinhaltet den unteren Abschnitt des Talverlaufes der Modau, bevor sie mit dem Mühltaler Gemeindegebiet gleichzeitig den Odenwald verlässt und in die Oberrheinische Tiefebene (Rheinebene) eintritt, und die Seitentäler der Modauzuflüsse, die in der Gemarkung Nieder-Ramstadt in die Modau einmünden. Das sind die Täler des Waschenbaches und der Mordach, die in ihrem Oberlauf „Beerbach“ heißt.

Insgesamt umfasst das Mühltal mit seinen Nebentälern damit den Naturraum des nordwestlichen Odenwaldes und den nördlichen Abschnitt des Bergstraßen-Höhenzuges mit seiner Kette von Burgen und Schlössern. Nördlichstes Glied ist die auf dem „Langenberg“ liegende Burg Frankenstein, die zum Gemeindegebiet Mühltal gehört. Das Tal und das Gemeindegebiet sind erschlossen durch die A 5 (Ausfahrt 27 Darmstadt-Eberstadt/…/Mühltal), den Bundesstraßen 426 und 449, Landes- und Kreisstraßen, ÖPNV-Verbindungen nach allen Richtungen sowie der Odenwaldbahn (Darmstadt–Eberbach).

mini|links|Mühltal und seine Ortsteile mini|Blick auf Nieder-Ramstadt mini|Ansicht von Nieder-Ramstadt nach einer Postkarte von 1907

Nachbargemeinden Im Norden und Osten grenzt Mühltal an die Stadt Ober-Ramstadt, im Südosten an die Gemeinde Modautal, im Südwesten an die Gemeinde Seeheim-Jugenheim sowie im Westen an die kreisfreie Stadt Darmstadt.

Gemeindebildung Mühltal wurde durch das Hessische Landesgesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt vom 26. Juni 1974 im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Januar 1977 aus den vier selbständigen Gemeinden Nieder-Ramstadt (Sitz der Gemeindeverwaltung), Traisa, Nieder-Beerbach und Frankenhausen gebildet. Bei den Kommunalwahlen 1977 wurden mit dem Stand Juni 1976 12.052 Einwohner zugrundegelegt. Die Gemeinde Waschenbach, heute Ortsteil von Mühltal, war bereits am 1. April 1972 nach Nieder-Ramstadt eingegliedert worden. Neben diesen geschlossenen Ortschaften wird heute außerdem die Siedlung Trautheim als Ortsteil im Sinne der Hessischen Gemeindeordnung genannt, die auf dem damaligen Gemeindegebiet (Gemarkung) Nieder-Ramstadt entstanden war.

Der am 11. August 1972 aus den ehemaligen Wohnplätzen Burgwald, Waldhof und Ziegelei gebildete Ortsteil In der Mordach der damaligen Gemeinde Nieder-Ramstadt ist heute Teil des Ortsteiles Nieder-Ramstadt und kein eigener Ortsbezirk.Ortsteil Nieder-Ramstadt mit In der Mordach In: Webauftritt der Gemeinde Mühltal und Festlegungen der Mühltaler Hauptsatzung „§ 5: Ortsbeirat“ von 2015, abgerufen am 20. Mai 2015 (PDF; 126 kB)

Seinen neuen Namen erhielt „Mühltal“ aufgrund der zahlreichen Mahl-, Schleif-, Schneid- oder Hammermühlen, die ihre Standorte an der Modau und deren Zuflüssen hatten, weil Wasserstände, Strömung und Gefälle ganzjährig günstige Energiegewinnung gewährleisteten.

Bevölkerung Einwohnerstruktur Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Mühltal 13.405 Einwohner. Darunter waren 888 (6,6 %) Ausländer von denen 458 aus dem EU-Ausland, 245 aus anderen europäischen Ländern und 185 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 14,7 % einen Migrationshintergrund. Die Einwohner lebten in 5975 Haushalten. Davon waren 1987 Singlehaushalte, 1810 Paare ohne Kinder und 1599 Paare mit Kindern, sowie 444 Alleinerziehende und 134 Wohngemeinschaften. 6330 Einwohner gehörten der evangelischen (48,8 %) und 2450 Einwohner der katholischen (18,9,2 %) Konfession an. Daneben gab es 250 Mitglieder evangelischer Freikirchen (1,9 %) und 230 Mitglieder sonstiger Religionsgemeinschaften (1,8 %) sowie 3660 Einwohner, die keiner Religionsgemeinschaft (28,2 %) angehörten.

Einwohnerentwicklung

Im Jahr 1970 zählten die 1977 zur Gemeinde Mühltal zusammengeschlossenen Gemeinden 10.589 Einwohner. Bei den Kommunalwahlen 1977 wurden, mit dem Stand Juni 1976, 12.052 Einwohner zugrundegelegt. Bei den Kommunalwahlen 1985 wurden, mit dem Stand 30. Juni 1984, 12.945 Einwohner zugrundegelegt. Bei den Kommunalwahlen 1993 wurden, mit dem Stand 31. März 1992, 13.103 Einwohner zugrundegelegt. Das Hessische Gemeindelexikon nennt für das Jahr 2000 13.600 Einwohner. Laut Hessischen Statistischen Landesamt wohnten am 30. Juni 2005 13.963 Einwohner im Mühltal. Das Hessisches Statistisches Landesamt meldete für den 30. Juni 2010 13.893 Einwohner. Beim Zensus 2011 wurden 13.405 Einwohner gezählt. Für den 30. Juni 2015 gibt das Hessische Statistische Landesamt 13.518 Einwohner an.

Erwerbstätigkeit Die Gemeinde im Vergleich mit Landkreis, Regierungsbezirk Darmstadt und Hessen: Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk HessenSozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2024 6605 81.261 1.873.655 2.761.767 Veränderung zu 2014 +66,5 % +18,0 % +19,0 % +17,0 % davon Vollzeit 2024 59,0 % 66,1 % 71,5 % 70,0 % davon Teilzeit 2024 41,0 % 33,9 % 28,5 % 30,0 % Ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte 2024 525 13.267 204.564 336.662 Veränderung zu 2014 −21,2 % −17,8 % −12,8 % −13,9 %

Branche Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk HessenProduzierendes Gewerbe 2014 17,0 % 30,5 % 20,4 % 24,8 % 2024 29,5 % 28,9 % 18,4 % 22,3 % Handel, Gastgewerbe und Verkehr 2014 12,0 % 27,1 % 24,9 % 23,7 % 2024 5,7 % 27,4 % 24,0 % 23,2 % Unternehmensdienstleistungen 2014 10,6 % 17,8 % 31,3 % 25,7 % 2024 8,5 % 17,7 % 33,1 % 27,2 % Öffentliche und private Dienstleistungen 2014 60,2 % 23,5 % 23,1 % 25,4 % 2024 56,2 % 24,9 % 24,3 % 26,9 % Sonstiges (bzw. ohne Zuordnung) 2014 0,2 % 1,1 % 0,3 % 0,4 % 2024 0,0 % 1,0 % 0,3 % 0,4 %

Religion Mühltal ist eine traditionell stark christlich geprägte Ortsgemeinde. Historisch war Mühltal überwiegend protestantisch. Heute bestehen im Gemeindegebiet fünf Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, die von insgesamt vier Pfarrern betreut werden. Die katholische Kirche in Nieder-Ramstadt ist zuständig für den größten Teil von Mühltal und gehört zum Bistum Mainz. Die katholischen Christen in Frankenhausen gehören zu Ober-Modau, die Nieder-Beerbacher Katholiken sind Eberstadt angeschlossen. Weiter verstärkt wurde diese christliche Prägung durch die Ansiedlung der Nieder-Ramstädter Heime der inneren Mission (heute „Nieder-Ramstädter Diakonie“, NRD).

Insgesamt gibt es in Mühltal mehr als zehn einzelne Kirchen und religiöse Gemeinschaften: Bahai-Gemeinde Mühltal Christlicher Verein Junger Menschen Evangelische Kirche Nieder-Ramstadt mit Trautheim und Waschenbach Evangelische Kirche Nieder-Beerbach Evangelische Kirche Frankenhausen (eigenständige Gemeinden mit gemeinsamen Pfarrer) Evangelische Kirchengemeinde Traisa Evangelische Lazaruskirche in der Nieder-Ramstädter Diakonie Evangelisch Freikirchliche Gemeinde Mühltal (Baptisten) Landeskirchliche Gemeinschaft Nieder-Ramstadt e. V. (mit EC-Deutschland) Katholische Kirche St. MichaelKatholische Pfarrei St. Michael Nieder-Ramstadt. Webauftritt.

Unter vielen dieser Gemeinden gibt es eine enge Zusammenarbeit mit gemeinsamen Projekten wie etwa den Ferienspielen, bei denen jedes Jahr etwa 230 Kinder unter der Betreuung von etwa 50 ehrenamtlichen Mitarbeitern ein 9-tägiges Spiel-Spaß-Sport-Bastel-Werk-Programm erleben können.

Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Mühltal erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge %2026 Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 33,31226,0927,01031,21132,61232,112 15,2614,1519,8726,81037,81439,715 24,5921,1814,4526,81020,0719,77 7,539,8410,047,239,648,63 DM Die Mühltaler7,736,1210,248,03———— BEW Beerwischer6,025,32———————— 5,924,824,32—————— FUCHS Fuchs-Mühltal——12,9514,35—————— Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 65,6 61,7 56,5 56,3 50,5 57,6

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Mühltal neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und acht weitere Beigeordnete angehören.Gremien: Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 16. Mai 2024 Niels Starke (CDU). Er wurde am 18. Februar 2024 in einer Stichwahl, die Amtsinhaber Willi Muth (FDP) für eine zweite Amtszeit verfehlte, bei 56,9 Prozent Wahlbeteiligung mit 61,5 Prozent der Stimmen gewählt.hessenschau: Bürgermeister-Stichwahl am 18. Februar 2024 in Mühltal

Amtszeiten der BürgermeisterGemeinde Mühltal: Historie Der aktuelle Bürgermeister der Gemeinde Mühltal und seine Vorgänger (Galerie und Namensliste mit Angabe von Wahlterminen und Wahlergebnissen) 2024–2030 Niels Starke (CDU)FR, 18. Februar 2024: Mühltal: Niels Starke folgt Bürgermeister Willi Muth nach: „Bürgermeister Muth schaffte es mit 21,2 Prozent nicht in die Stichwahl“ - Echo online, 15. Mai 2024: Die Amtszeit von Niels Starke ist offiziell eingeläutet: „Der neue Mühltaler Bürgermeister beginnt mit seiner Arbeit am 16. Mai.“ 2018–2024 Willi Muth (FDP)Darmstädter Echo, 18. Februar 2018: Rebecca Keller "Die Kirche ist im Dorf geblieben" - Stimmen zur Wahl in Mühltal und Sabine Eisenmann: Willi Muth wird neuer Bürgermeister in Mühltal - Niederschrift Nr. 28/2018 über die Sitzung der Gemeindevertretung der Gemeinde Mühltal am Dienstag, dem 15. Mai 2018: „Die Amtszeit beginnt am 16. Mai 2018“ 2007–2017 Astrid Mannes (CDU) (Amtsantritt 28. November 2007, ausgeschieden 24. Oktober 2017 als MdB mit der Konstituierung des 19. Deutschen Bundestags; Erste Stadträtin Edelgard Heymann leitete die Gemeindeverwaltung danach kommissarisch.)Mühltal Post, Januar 2008: Über 350 Besucher bei der Amtseinführung der neuen Bürgermeisterin spiegelten die hohen Erwartungen der Bürger wieder: „Viele Augen werden ab dem 28. November, Ihrem ersten Arbeitstag als Bürgermeisterin, auf Sie gerichtet sein“ 1995–2007 Gernot Runtsch (SPD) 1985–1995 Ansgar Rinder (CDU) 1977–1985 Willi Späth (zuvor Bürgermeister in Nieder-Ramstadt von 1954 bis 1976)

Ortsbezirke Folgende Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gibt es im Gemeindegebiet: Ortsbezirk Frankenhausen (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Frankenhausen). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Ortsbezirk Nieder-Beerbach (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Nieder-Beerbach). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Ortsbezirk Nieder-Ramstadt (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Nieder-Ramstadt). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Ortsbezirk Traisa (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Traisa). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Ortsbezirk Frankenhausen (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Frankenhausen). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Ortsbezirk Trautheim (Gebiete des Ortsteils Trautheim). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Ortsbezirk Waschenbach (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Waschenbach). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.

Wappen und Flagge mini|100px Wappen links|100px Blasonierung: „Das Gemeindewappen zeigt auf goldenem Hintergrund drei grüne Eicheln auf einem Stiel aus einem unterhalben, roten Mühlrad wachsend, begleitet von einem roten Wolfseisen und einer roten Brezel.“

Das Wappen wurde der Gemeinde Mühltal am 8. März 1979 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.