mini|Allersberg, Luftaufnahme (2016)|252x252px Allersberg ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Roth in Bayern.
Geografie Lage Die Gemeinde liegt 25 Kilometer südöstlich von Nürnberg am nordwestlichen Rand der Fränkischen Alb. Durch Allersberg fließt die Kleine Roth, die etwa zweieinhalb Kilometer südwestlich des Ortes in den Rothsee mündet, der zum Fränkischen Seenland gehört.
Gemeindegliederung Allersberg besteht aus den nachstehend aufgeführten 26 Gemeindeteilen: OrtsteilSiedlungstypEinwohner 2025OrtsteilSiedlungstypEinwohner 2025AllersbergHauptort6351HarrhofDorf66AltenfeldenKirchdorf176HeblesrichtDorf78AppelhofSchlossKronmühleDorf83BrunnauDorf93LampersdorfDorf65EbenriedPfarrdorf524PolsdorfDorf158EisbühlEinöde2RealsmühleEinöde1EismannsdorfWeiler53ReckendrichtWeiler30EppersdorfDorf69ReckenstettenDorf38EulenhofWeiler17St. WolfgangEinöde4FischhofEinöde12SchönbrunnWeiler51GöggelsbuchPfarrdorf554StockachEinöde9GrashofEinöde16UttenhofenKirchdorf68GuggenmühleDorf79WagnersmühleEinöde20 Realsmühle hat abweichend von den anderen Orten die PLZ 92342. Auf dem Gemeindegebiet liegen die Wüstungen Dockenmühle, Hünerhof, Kellerhaus und Kleehof.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Allersberg, Altenfelden, Birkach (Gemarkungsteil 0), Brunnau (Gemarkungsteil 0), Ebenried, Göggelsbuch und Lampersdorf (Gemarkungsteil 0). Die Gemarkung Allersberg hat eine Fläche von 11,350 km². Sie ist in 3597 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3155,46 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Sankt Wolfgang.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind von Norden aus im Uhrzeigersinn: Pyrbaum (Opf.), Freystadt (Opf..), Hilpoltstein und Roth.
Geschichte mini|Unteres Tor|252x252px mini|Gilardihaus mini|Ehemaliges Spital mini|Spitalweiher
Ortsname Als Bestimmungswort des Ortsnamens liegt der althochdeutsche Personenname Alaheri (auch Alaher bzw. Aler) zugrunde, der sich aus den Bestandteilen "ala" (all-, ganz) und "heri" (Heer, Krieger) zusammensetzt. Das Grundwort des Ortsnamens, "-berg" (vom urgermanischen berganą für bergen, beschützen), lässt nicht zwangsläufig auf eine Burg schließen, sondern ganz allgemein auf eine befestigte Anlage. Somit handelt es sich beim Ort Allersberg ursprünglich um "Alers befestigte Siedlung".
Gründung Allersberg wurde 1254 erstmals als Zentrum einer Pfarrei urkundlich erwähnt, als in einer Schenkungsurkunde des Gottfried von Sulzbürg der Geistliche "Hermannus plebanus in Alrsperch" als Zeuge auftritt. Im Jahre 1256 wird dieser Geistliche in der Schreibweise "Hermannus canonicus Herridensis plebanus in Alrisberg" in einer Urkunde des Klosters Heilsbronn genannt. In einer Urkunde des Ulrich von Sulzbürg und seines Bruders Gottfried vom 24. Februar 1274 treten ein "Wrinto de Allersperg" und dessen Bruder "Cunradus de Allersperg" als Zeugen auf.
Die Wolfsteiner Am 12. Dezember 1323 erhielten die Brüder Leupold und Albrecht von Wolfstein von Ludwig dem Bayern das Recht, das Dorf Allersberg mit Graben und Mauern zu befestigen sowie das Marktrecht.Regesta sive Rerum Boicarum Autographa ad annum usque 1300 e Regni Scriniis fideliter in Summas contracta juxtaque genuinam terrae stirpisque diversitatem in Bavarica, Alemanica et Franconica synchronistice disposita cura Caroli Henrici de Lang: Band 5 Die Wolfsteiner gründeten im Jahre 1339 das erste Spital Allersbergs. In den Folgejahren nannte sich der Allersberger Zweig der Familie Wolfstein nach dem Ort. So trat in einer Urkunde vom 17. März 1345 ein "Ulrich von Alrsperch gesessen zu Obernsolzburch" auf.
Im Jahre 1375 sprach Kaiser Karl IV. den Wolfsteinern für den Ort Allersberg dieselben Rechte zu, wie sie die Stadt Neumarkt innehatte; dies waren Halsgericht, Jahrmarkt, Wochenmarkt und Geleit. Auch deshalb war in der Folgezeit das Geschlecht der Wolfsteiner in Allersberg ortsansässig. Wie späteren Lehensbüchern und auch einem Schiedsvertrag vom 13. November 1470 zu ersehen ist, hatten die Wolfsteiner das Dorf Allersberg als Lehen der Kirche zu Eichstätt.
Allersberg wird wittelsbachisch Aufgrund hoher Schulden, die mit den Belastungen des Ersten Markgrafenkrieges zu erklären sind, war "Georg von Wolfstein zu Allersberg" am 10. Juli 1455 gezwungen, die Burg² und den Markt Allersberg sowie das Öffnungsrecht an der Burg² gegen ein Darlehen von 2200 Pfund Pfennigen an Herzog Ludwig IX. zu verpfänden. (² siehe Ortsname)
Da ihm jedoch das Recht auf Verpfändung als Lehensträger der Eichstätter Kirche nicht zustand, wurde dem Wolfsteiner Georg "das Schloß, der Markt und vier Huben daselbst" auf Grund eines Entscheids des Eichstätter Lehenshofes 1470 aberkannt. Schließlich belehnte das Hochstift Eichstätt im Jahre 1475 Herzog Ludwig mit Allersberg, wodurch der Ort zum Herzogtum Bayern-Landshut kam.
In Folge des Landshuter Erbfolgekriegs wurde Allersberg ab 1505 dem wittelsbachischen Herzogtum Neuburg-Sulzbach zugeschlagen. In den Jahren 1542 bis 1578 wurde der Markt dann der Stadt Nürnberg verpfändet.
Der Zweite Markgrafenkrieg
In der Fehde zwischen Markgraf Albrecht Alcibiades und der Stadt Nürnberg war auch Allersberg betroffen, da es zu jener Zeit unter der Pfandschaft Nürnbergs stand. Bereits in den Jahren 1552/1553 musste Allersberg zusammen mit Hilpoltstein und Heideck zehntausend Gulden Brandschatzung an den Markgrafen Albrecht zahlen. Im Jahr 1554 wurde Allersberg dann vom Albrecht Alcibiades eingenommen und um viertausend Gulden gebrandschatzt.
Dreißigjähriger Krieg Zwar blieben die Pfalzgrafen zu Neuburg-Sulzbach im Dreißigjährigen Krieg neutral, sie konnten ihr Territorium jedoch nicht vollends vor Schaden bewahren. So wurde Allersberg im Jahre 1633 von kaiserlichen Truppen besetzt und geplündert.
Kurbayerisches Allersberg Mit dem Tode Karls III. Phillip am 31. Dezember 1742 erlosch die wittelsbachische Linie Pfalz-Neuburg am Mannesstamme. Die Nachfolge trat der Gemahl dessen Enkelin Elisabeth Auguste, Pfalzgraf Karl Theodor aus der Wittelsbacher Linie Pfalz-Sulzbach an. Er war damit auch der neue Grundherr Allersbergs. Karl Theodor beerbte auch den am 30. Dezember 1777 verstorbenen Maximilian III. Joseph, Kurfürst von Bayern, so dass unter der Linie Pfalz-Sulzbach die großen wittelsbachischen Länder mit Kurpfalz-Bayern wiedervereinigt wurden.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Allersberg aus 255 Anwesen, darunter ein Spital, ein Landrichtergebäude, ein Maut-, Forst- und Amtshaus sowie einem Mesner- und Schulhaus und zwei Tortürmen. Das Hochgericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das kurfürstlich bayerische Landrichteramt Allersberg aus.
Im Zuge einer kurbayerischen Verwaltungsreform wurde im Jahre 1803 das bisherige Pflegamt Allersberg dem neu entstandenen Landgericht Hilpoltstein zugeordnet.
Gemeindegründung und staatliche Verwaltung Im Rahmen des ersten Gemeindeedikts des Jahres 1808 wurde der Steuerdistrikt Allersberg gebildet, zu dem Dockenmühle, Eulenhof, Eisbühl, Eppersdorf, Harrhof, Hünerhof, Reckenricht, Reckenstetten und Sankt Wolfgang gehörten. Der Markt wurde dem ebenfalls neuen Altmühlkreis mit seiner Hauptstadt Eichstätt angegliedert.
Durch Verordnung vom 2. Februar 1817 wurde Bayern neu geordnet. Aus den bisherigen 15 Kreisen wurden 8 Kreise gebildet. Allersberg wurde nunmehr auf den neu entstandenen Rezatkreis mit seinem Verwaltungssitz Ansbach übertragen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt des Jahres 1818 entstand die Ruralgemeinde Allersberg, zu der Dockenmühle und Sankt Wolfgang gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit zunächst dem Landgericht Hilpoltstein zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Hilpoltstein (1919 in Finanzamt Hilpoltstein umbenannt) unterstellt.
Mit der Verwaltungsreform des Jahres 1837 wurde Allersberg zusammen mit Hilpoltstein aus dem Rezatkreis herausgelöst und der Oberpfalz zugeordnet. Mit Verordnung vom 24. Februar 1862 wurde in Bayern Justiz und Verwaltung getrennt. Dies hatte zur Folge, dass die Orte des Landgerichts Hilpoltstein – somit auch Allersberg – verwaltungstechnisch dem Bezirksamt Neumarkt in der Oberpfalz zugeordnet wurde. Die Gerichtsbarkeit blieb jedoch beim Landgericht Hilpoltstein (1879 in Amtsgericht Hilpoltstein umbenannt).
Im Jahre 1880 wurde Allersberg verwaltungsmäßig in das neu gebildete Bezirksamt Hilpoltstein eingegliedert (1939 in Landkreis Hilpoltstein umbenannt). Im Zuge einer gleichzeitig umgesetzten Grenzbegradigung wurde das Bezirksamt Hilpoltstein dem Bezirk Mittelfranken zugeordnet. Im Zuge der Bayerischen Gemeindegebietsreform wurde aus den Landkreisen Schwabach und Hilpoltstein am 1. Juli 1972 der Landkreis Roth gebildet.
Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,176 km². Die Gerichtsbarkeit wird seit 1973 vom Amtsgericht Schwabach ausgeübt.
BerichtsjahrEinwohnerHäuserBerichtsjahrEinwohnerHäuserBerichtsjahrEinwohnerHäuser1818 Für die Gemeinde Allersberg zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Dockenmühle (S. 19).129526818851504296193317123071836145126818901484302193918121852144318951421194625581861155019001403295195028334121867161319051407196136041871152330219101516197046941875145119191522198768981806188014311925155030720007883
BerichtsjahrEinwohnerHäuserBerichtsjahrEinwohnerHäuserBerichtsjahrEinwohnerHäuser1818129226718851494294196135986571836143926519001395293197046881861153919251541305198751761357187115131950282741120096346
20. Jahrhundert Mit Inbetriebnahme der Lokalbahn Burgthann-Allersberg am 15. Dezember 1902 erhielt der Ort einen Anschluss an das königlich bayerische Bahnnetz. Allersberg wurde ferner an die in den Jahren 1935 bis 1939 zwischen Nürnberg und München errichtete Autobahn angeschlossen.W. Wiesener: Hilpoltstein, S. 270 Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Allersberg im April 1945 bei Kämpfen gegen die vorrückende 7. US-Armee stark zerstört.Wolfgang Handrick: Allersberg 1930 bis 1950. Zwei schwierige Jahrzehnte in der Geschichte der Marktgemeinde. Allersberg 1997, Seiten 112–132
Eingemeindungen Am 1. Juli 1971 wurden im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinden Altenfelden und Göggelsbuch eingegliedert. Am 1. Januar 1972 folgten Ebenried sowie Brunnau und Teile der Gemeinde Lampersdorf. Gebietsteile von Birkach kamen am 1. Januar 1975 hinzu.
Einwohnerentwicklung Dargestellt wird hier die summarische Entwicklung der Hauptwohnsitze aller heutigen Ortsteile Allersbergs. Zwischen 1987 und 2024 wuchs die Einwohnerzahl des Marktes Allersberg von 6898 auf 8550 um 1652 Einwohner bzw. um 23,9 %.
Quellen: 1840–2007 / 2010–2024 / 2025
Gebäudeverteilung Gebäude- und Wohnungsbestand am 31.12.2024Anzahl der Wohngebäude2.600Anteil der Gebäude mit 1 Wohnung72,7 %Anteil der Gebäude mit 2 Wohnungen16,9 %Anteil der Gebäude mit 3 oder mehr Wohnungen10,3 %Anzahl der Wohnungen in Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden3.981Durchschnitt Einwohner je Wohnung2,14Durchschnittl. Wohnfläche je Wohnung115,4 m² Politik Marktgemeinderat
Der Marktgemeinderat besteht aus 20 Mitgliedern und dem ersten Bürgermeister. CSU SPD Grüne ABF * FWAFD Gesamt 2026 3 2 3 4 6 2 20 Sitze 2020 6 2 2 4 6 –– 20 Sitze 2014 8 5 – 7 –– 20 Sitze Quellen: 2014 / 2020 / 2026
Bürgermeister mini|Rathaus Allersberg|252x252px Erster Bürgermeister: Daniel Horndasch (parteilos) (seit August 2017) Zweiter Bürgermeister: Rainer Just (FW) Dritter Bürgermeister: Bernd Schneider (ABF)
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-weiß.
Aktionsbündnis Oberpfalz-Mittelfranken (ILE AOM)