mini|hochkant=1.3|Mündersbach, Luftaufnahme (2016) Mündersbach ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hachenburg an.
Geographische Lage Die Gemeinde liegt zwischen Hachenburg und Herschbach und ist von den Waldgebieten Roßbacher Wald, Höchstenbacher Wald und Kuheck (Marother Wald) umgeben. Nachbargemeinden sind Höchstenbach im Norden, Schenkelberg im Osten, Freirachdorf im Süden und Roßbach im Westen der Gemeinde. Im Osten erhebt sich der Hartenfelser Kopf. Bei Mündersbach entspringt der Holzbach.
Zu Mündersbach gehören auch die drei Wohnplätze Zur alten Mühle 1, 2 und 3.
Geschichte Der Ort wurde erstmals 1247 urkundlich erwähnt, als Theoderich der Jüngere von Isenburg seine Güter in Mündersbach verschenkte.
Mündersbach gehörte zum Kirchspiel Höchstenbach und bis Ende des 18. Jahrhunderts landesherrlich zur Grafschaft Sayn. Die Einwohner wurden nach der Einführung der Reformation in der Grafschaft Sayn erst lutherisch und später reformiert.Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74–80. Nach der Landesteilung der Grafschaft Sayn im 17. Jahrhundert gehörte Mündersbach zur Grafschaft Sayn-Hachenburg.
1799 kam die Grafschaft auf dem Erbweg an die Fürsten von Nassau-Weilburg. Im Zusammenhang mit der Bildung des Rheinbundes kam die Region und damit auch Mündersbach 1806 an das neu errichtete Herzogtum Nassau. Unter der nassauischen Verwaltung war Mündersbach dem Amt Hachenburg zugeordnet. Nach der Annexion des Herzogtums Nassau, kam der Ort 1866 an das Königreich Preußen und gehörte von 1868 an zur Provinz Hessen-Nassau und zum Oberwesterwaldkreis. Seit 1946 ist Mündersbach Teil des Landes Rheinland-Pfalz.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Mündersbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 9. Oktober 2021 Jahr Einwohner 1815 319 1835 391 1871 433 1905 511 1939 532 1950 620 Jahr Einwohner 1961 632 1970 648 1987 647 2005 769
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Mündersbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.
Bürgermeister Iris Arens wurde am 20. Januar 2025 Ortsbürgermeisterin von Mündersbach. Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein gültiger Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat, der jedoch zunächst keinen Bewerber finden konnte. Die bisherige Ortsbürgermeisterin kandidierte nicht erneut. Daher wurde im Juli 2024 von der Kommunalaufsicht gemäß § 124 GemO mit Marco Dörner, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde, ein Beauftragter eingesetzt, der die notwendigen Amtsgeschäfte zunächst fortführte. Diese Verwaltung endete im Januar 2025 mit der einstimmigen Wahl von Iris Arens zur neuen Ortsbürgermeisterin.
Die Vorgängerin Wiebke Szczesny-Bersch hatte das Amt am 31. Januar 2022 übernommen, nachdem sie die Aufgabe bereits seit September 2021 als Beigeordnete kommissarisch ausgeübt hatte. Bei einer ersten Direktwahl am 26. September erreichte der einzige Bewerber die notwendige Mehrheit nicht. Bei der Wiederholungswahl am 23. Januar 2022 konnte sich Szczesny-Bersch mit einem Stimmenanteil von 71,04 % durchsetzen.
Szczesny-Berschs Vorgänger Helmut Kempf hatte das Amt am 1. Mai 2011 angetreten. Zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 83,89 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Zum 30. September 2021 legte Kempf sein Amt jedoch aus ortspolitischen Gründen vorzeitig nieder, wodurch eine Neuwahl erforderlich wurde. Kempfs Vorgänger Winfried Himmerich hatte das Amt 2011 aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Kirche Mündersbach
Kulturdenkmäler Liste der Kulturdenkmäler in Mündersbach
Mündersbacher Kirche Das Kirchengebäude entstand 1901/1902 als zweiklassige Volksschule. Nach der Schulreform 1973 und dem Ende des Schulbetriebes in Mündersbach erwarb die Kirchengemeinde das Gebäude und richtete es als Kirche her.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die Gemeinde liegt direkt an der B 413 von Bendorf nach Hachenburg. Die nächsten Autobahnanschlussstellen sind in Dierdorf, Neuwied sowie Ransbach-Baumbach an der A 3 Köln–Frankfurt am Main, jeweils etwa 15 Kilometer entfernt. Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main. Beide Ballungszentren erreichen die Züge in 30 bis 40 Minuten.
Von 1901 bis 1950 verkehrte in Mündersbach die Kleinbahn Selters–Hachenburg. (Selters – Wahlrod – Hattert – Hachenburg).
Öffentliche Einrichtungen Die Gemeinde verfügt über einen Sportplatz mit Flutlichtanlage und eine Tennisanlage mit drei Plätzen. Die Kinder des Dorfes vergnügen sich auf öffentlichen Bolz- und Spielplätzen. Die Ortsgemeinde Mündersbach unterhält ein Gemeindehaus (Mehrzweckhalle) und einen Kindergarten in kommunaler Trägerschaft.
Persönlichkeiten Benjamin Daniel (* 1983), Journalist, wuchs in Mündersbach auf
Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Mündersbach Liste der Naturdenkmale in Mündersbach
Literatur Volker Ecker: Mündersbach. Von der Hofsiedlung zum Industriestandort. 1247–1998, Mündersbach 1998. Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74–80.
Weblinks
Website der Ortsgemeinde Mündersbach Ortsgemeinde Mündersbach auf den Webseiten der Verbandsgemeinde Hachenburg
Einzelnachweise
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