Haugschlag ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Gmünd in Niederösterreich.

Geografie mini|Naturdenkmal Hutstein mini|Wegweiser

Haugschlag, die nördlichste Gemeinde Österreichs, liegt am Reißbach in der nordwestlichen Ecke des Waldviertels in Niederösterreich, an der Staatsgrenze zu Tschechien. An der Einmündung des Rottaler Baches in den Neumühlbach befindet sich gegenüber der ehemaligen tschechischen Kaserne Peršlák der nördlichste Punkt Österreichs.

Am Stankauer Teich steht an der Grenze im Rottaler Forst ein Meridianstein, der den Schnittpunkt des 15. Längenkreises und 49. Breitenkreises kennzeichnet.

Die Fläche der Gemeinde umfasst  km², 65,58 % der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Griesbach Haugschlag Rottal Türnau

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Griesbach () samt Griesbach-Gramett-Siedlung Haugschlag () samt Blankohäuser, Kreidlsiedlung, Lerchenfeld und Waldhäuser Rottal () samt Lerchenfeld Türnau () samt Alttürnauhäuser

Nachbargemeinden

Geschichte mini|Gasthof mit Wandmalerei Hutstein Um das Jahr 980 sandte Bischof Pilgrim von Passau fränkische Siedler in diese Gegend, die den Boden Stück für Stück urbar machten und besiedelten. Der Rodungsname „-schlag“ deutet siedlungsgeschichtlich auf die Entstehung in der hochmittelalterlichen Rodungswelle zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert hin. Urkundlich scheint der Ort erstmals im Jahre 1369 auf, wo er als „Hawslag“ im Untertanenverzeichnis der Herrschaft Litschau geführt und dort mit 14 Lehen und einer Hofstatt erwähnt wird. 1784 wurde die Pfarre Haugschlag errichtet und 1787 die Pfarrkirche Haugschlag fertiggestellt.

Haugschlag zählte über viele Jahrhunderte zur Herrschaft Litschau. 1590/91 gab es im Ort 14 untertänige Häuser; 1751 zählte Haugschlag 20 untertänige Häuser.

Im Fünften Koalitionskrieg (1809) wurde Haugschlag schwer beschädigt. Im Preußisch-Österreichischen Krieg (1866) zog das preußische Heer über das Waldviertel ab und in Haugschlag waren kurzzeitig 600 preußische Soldaten einquartiert.

Nach der Revolution von 1848 konstituierte sich Haugschlag als selbständige politische Gemeinde, war sodann dem Amtsbezirk Litschau zugeteilt und liegt heute im Bezirk Gmünd.

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Haugschlag ein Bäcker, ein Fleischer, drei Gastwirte, drei Gemischtwarenhändler, ein Schmied, zwei Schneider, zwei Schuster, ein Tischler und mehrere Landwirte ansässig.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 281

Haugschlag wurde im Zuge der NÖ. Kommunalstrukturverbesserung zum Jahresbeginn 1971 mit der Nachbargemeinde Griesbach vereint., abgerufen am 3. Mai 2024

Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahl nahm bis 2021 viele Jahrzehnte kontinuierlich ab. Seit 1981 waren sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz negativ, wobei die Abwanderung in den letzten Jahren abnahm. 2026 stieg die Bevölkerung leicht auf 483 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Haugschlag

Katholische Pfarrkirche Haugschlag Zur Kreuzerhöhung: Josephinische Saalkirche aus dem Jahre 1787. Ortskapelle Türnau

Wirtschaft und Infrastruktur In Haugschlag gibt es 46 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (Stand 2010), davon sind zwölf Haupterwerbsbetriebe. Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gibt es vier im sekundären und 24 im tertiären Wirtschaftssektor (Stand 2011). Diese Betriebe beschäftigen zehn Personen im Produktionssektor und 73 Personen im Dienstleistungssektor.

In Haugschlag befindet sich das „Leading Golfresort Haugschlag“. Durch das Gemeindegebiet verläuft auch der Eisenwurzen-Weitwanderweg.

Öffentliche Einrichtungen In Haugschlag befindet sich ein Kindergarten und eine Volksschule.

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hatte 15 Mitglieder und 13 Mitglieder ab der Gemeinderatswahl 2025.

Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP und 4 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 ÖVP, 3 SPÖ und 2 Wahlgemeinschaft Haugschlag. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 ÖVP, 3 SPÖ und 2 Wahlgemeinschaft Haugschlag. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 3 SPÖ und 1 Wahlgemeinschaft Haugschlag. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP und 3 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP und 3 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP und 3 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat 13 Mandate und folgende Verteilung: 7 ÖVP, 4 FPÖ, 1 SPÖ und 1 Freie Liste Haugschlag (FLH).

Bürgermeister

Adolf Kainz (ÖVP) (2000–2019) Franz Kuben (ÖVP) (seit 2020)Franz Kuben folgt auf Adolf Kainz in den NÖN vom 12. Jänner 2020, abgerufen am 27. Oktober 2020.

Persönlichkeiten Nina Proll (* 1974), Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin

Literatur

Stefan René Buzanich: Die Lebenswelt der dörflichen Untertanen der Kuefstein’schen Herrschaft Litschau im Spiegel der Verlassenschaftsabhandlungen der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts (Dissertation an der Universität Wien, 2020, 4 Bände). Stefan René Buzanich: Die Lebenswelt der dörflichen Untertanen der Herrschaft Litschau in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Eine sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Fallstudie auf Basis von Verlassenschaftsabhandlungen. Mit 66 Abbildungen und 3 Grafiken (Schriftenreihe des Waldviertler Heimatbundes, herausgegeben von Doris Gretzel und Marlene Müllner, Band 60, Horn 2020). Hermine Grabenhofer: Chronik des Dorfes Haugschlag. (2 Bände, Haugschlag 2009).

Weblinks

Seite der Gemeinde

Einzelnachweise