mini|300px|Aufteilung des Kreisgebietes vor 1952
Der Landkreis Barnim (Duden - Das Aussprachewörterbuch, 7. Auflage, Berlin 2015, S. 219.) ist ein Landkreis im Bundesland Brandenburg. Er ist benannt nach dem Höhenzug und ehemaligen Kreis Barnim. Die Kreisstadt ist Eberswalde.
Geografie Der Landkreis Barnim grenzt im Norden an den Landkreis Uckermark, im Westen an den Landkreis Oberhavel, im Süden an das Land Berlin und den Landkreis Märkisch-Oderland. Im Osten bildet die deutsche Staatsgrenze zu Polen (Woiwodschaft Westpommern) die Kreisgrenze.
Während der südliche Teil des Kreises auf der Barnimhochfläche liegt, befinden sich die Kreisstadt Eberswalde und ihr Umland im Eberswalder Urstromtal. Der nördliche Teil des Kreises gehört naturräumlich bereits zum Hügelland der Uckermark sowie im Nordwesten zur Waldlandschaft Schorfheide. Im östlichsten Zipfel gehört ein kleiner Teil des Landkreises zum Tal der unteren Oder.
Von der Gesamtfläche sind 46,3 Prozent Wälder und rund fünf Prozent Wasserflächen.
Gemeinden (In Klammern: Zahl der Einwohner am )
Mit jeweils mehr als 40.000 Einwohnern sind die beiden bevölkerungsreichsten Städte die Stadt Bernau, gefolgt von der Kreisstadt Eberswalde. Im gesamten Landkreis gibt es 25 Großgemeinden, drei Ämter, drei amtsfreie Städte und vier amtsfreie Gemeinden.
Amtsfreie Städte Bernau bei Berlin () Eberswalde () Werneuchen () Weitere amtsfreie Gemeinden Ahrensfelde () Panketal () Schorfheide () Wandlitz () Ämter undzugehörige Gemeinden (Sitz der Amtsverwaltung *) 1. Biesenthal-Barnim () Biesenthal, Stadt * () Breydin () Marienwerder () Melchow () Rüdnitz () Sydower Fließ ()2. Britz-Chorin-Oderberg () Britz * () Chorin () Hohenfinow () Liepe () Lunow-Stolzenhagen () Niederfinow () Oderberg, Stadt () Parsteinsee ()3. Joachimsthal(Schorfheide) () Althüttendorf () Friedrichswalde () Joachimsthal, Stadt * () Ziethen ()
Geschichte Gebildet wurde der Landkreis durch die brandenburgische Kreisreform am 6. Dezember 1993 aus den ehemaligen Kreisen Eberswalde (ohne die Gemeinde Bölkendorf) und Bernau sowie den Gemeinden Hohensaaten und Tiefensee aus dem ehemaligen Kreis Bad Freienwalde. Die Benennung des Kreises nach dem Barnim greift auch die Namen der bis 1952 bestehenden Vorgängerkreise Landkreis Niederbarnim und Landkreis Oberbarnim auf, mit deren Gebiet der heutige Kreis allerdings nur teilweise übereinstimmt. Am 1. Januar 2009 wechselte die Gemeinde Hohensaaten als Stadtteil von Bad Freienwalde (Oder) in den Landkreis Märkisch-Oderland.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1993 149.143 1995 151.783 2000 170.288 2005 176.693 2010 176.848 2015 177.411 Jahr Einwohner 2020 187.343 2021 188.835 2022 191.525 2023 192.776 2024 194.169 2025 194.885
Gebietsstand und Einwohnerzahl am 31. Dezember des jeweiligen JahresHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Barnim (PDF) S. 8–9Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden. Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 1, A II 4. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg. (jeweilige Ausgaben des 4. Quartals), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Religion Im Jahr 2011 gehörten 12,7 % der Bevölkerung der evangelischen Kirche an. Katholisch waren 2,5 %. 84,8 % der Befragten waren konfessionslos, an eine andere Religionsgemeinschaft gebunden oder machten keine Angabe.
Politik Kreistag
Die 56 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Wahl vom 9. Juni 2024 folgendermaßen auf Parteien und Wählergruppen:Ergebnis der Kreistagswahl 2024. Wahlleiter des Landes Brandenburg, abgerufen am 20. Juli 2024. Partei / Wählergruppe Stimmen 2019 Stimmen 2024 Sitze 2019 Sitze 2024 AfD 15,0 % 24,6 % 8 14 CDU 16,2 % 17,2 % 9 10 BVB/Freie Wähler 13,2 % 12,1 % 7 7 SPD 13,3 % 10,9 % 8 6 Die Linke 15,9 % 10,9 % 9 6 Bündnis 90/Die Grünen 10,9 % 6,9 % 6 4 Bauernverband Barnim 2,8 % 3,0 % 2 2 FDP 4,1 % 2,8 % 2 2 Die PARTEI 2,5 % 2,6 % 1 1 Bündnis Barnim – 2,2 % – 1 Bürgerfraktion Barnim 3,1 % 1,4 % 2 1 Ahrensfelder Wählergemeinschaft – 1,4 % – 1 Bündnis für Bernau 1,2 % 1,1 % 1 1 Unabhängige Wählergemeinschaft der Großgemeinde Wandlitz – 0,9 % – – Bündnis Schorfheide 1,7 % 0,7 % 1 – Wir für Schorfheide – 0,5 % – – 3 Einzelbewerber – 0,6 % – –
Der Kreistag wird von einem Vorsitzenden geleitet und mindestens alle drei Monate einberufen. Er verfügt über acht Fachausschüsse, die für die inhaltliche Vorbereitung der Entscheidungen zuständig sind. Die Ausschüsse sind: (1) Kreisausschuss, (2) Haushalt und Finanzen, (3) Rechnungsprüfung, (4) Territorialplanung, Bauen und Wohnen, Gewerbe und Wirtschaft, (5) Landwirtschaft, Umweltschutz und Abfallwirtschaft, (6) Gesundheit, Senioren und Soziales, (7) Bildung und Kultur sowie (8) Jugendhilfe.
Landrat 1993–2018: Bodo Ihrke (SPD) seit 2018: Daniel Kurth (SPD)
Kurth erreichte in der Landratsstichwahl am 6. Mai 2018 61,2 % der gültigen Stimmen.Ergebnis der Landratsstichwahl am 6. Mai 2018 Allerdings verfehlte er durch die geringe Wahlbeteiligung von 18,7 % das erforderliche Quorum von 15 % der Wahlberechtigten. Infolgedessen hatte der Kreistag zu entscheiden. Er wählte Kurth am 4. Juli 2018 zum Landrat.Daniel Kurth ist neuer Landrat im Barnim. In: Märkische Allgemeine, 4. Juli 2018 Bei der Stichwahl am 10. Mai 2026 wurde er mit 66,1 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Landratsstichwahl am 10. Mai 2026 Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.§ 126 der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg
Ämter mini|hochkant|Paul-Wunderlich-Haus in Eberswalde mit Sitz von Kreistag und Kreisverwaltung Barnim (2015) Das Brandenburgische Bodenschutzamt, die Untere Wasserbehörde und die Untere Abfallwirtschaftsbehörde haben ihren Sitz im Landkreis und sind im Auftrag des Landesumweltministeriums Ansprechpartner für alle Fragen und Anträge zu Wasser, Wald und Grünland in der Region.
Wappen Das Wappen wurde am 17. Oktober 1995 genehmigt.
Blasonierung: „Geviert von Silber und Rot; oben ein wachsender, golden bewehrter Adler in verwechselten Farben mit goldenen Kleestengeln auf den Flügeln.“Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises sind in der Liste der Wappen im Landkreis Barnim enthalten.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Die Wirtschaft des Landkreises besteht aus den Hauptsäulen Landwirtschaft, produzierendes Gewerbe einschließlich Handwerk, Touristik und Dienstleistungen sowie Energie und Gesundheit. In der Landwirtschaft gab es per Ende 2005 insgesamt 6668 Betriebe der verschiedensten Größe.Landwirtschaft im Barnim (PDF) Faltblatt, 2005 Der Wirtschaftsstandort Eberswalde ist einer von 15 Regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert.
Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Barnim Platz 312 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „Zukunftsrisiken“. Der Zukunftsatlas 2019 listet den Landkreis Barnim deutlich verbessert auf Rang 251. Zukunftschancen und -risiken gelten als ausgeglichen.
Verkehr Straßenverkehr Durch den Landkreis Barnim verlaufen die Bundesautobahnen A 10 (Berliner Ring) und A 11 von Berlin nach Stettin. Sieben Bundesstraßen erschließen das Gebiet (B 2, B 109, B 158, B 167, B 168, B 198, B 273) zusammen mit zahlreichen Landes- und Kreisstraßen.
Schienen- und Schiffsverkehr Die Eisenbahnlinie Berlin–Stettin/Stralsund über Eberswalde und Angermünde bildet zusammen mit der Wriezener Bahn, der Heidekrautbahn und einigen regionalen Busverkehrsgesellschaften das Rückgrat des öffentlichen Personenverkehrs. Für den Güterverkehr spielt die Schienenverbindung ebenso eine bedeutende Rolle wie die in Ost-West-Richtung verlaufende Wasserstraße Oder-Havel-Kanal.
Umwelt
Energiestrategie – Null Emissionen mini|hochkant|Windrad in der Gemeinde Wandlitz Seit August 2008 arbeitet der Landkreis Barnim auf der Grundlage eines Kreistagsbeschlusses an der Umsetzung der Null-Emissions-Strategie. Es besteht das Ziel, die Klimaschutzvorgaben von EU und Bund bereits vorfristig im Jahr 2011 zu erfüllen. Das Modellvorhaben wird im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundes gefördert. (PDF) in einem Barnimer Schulverbundprojekt; abgerufen am 25. Januar 2010
Bereits im Jahr 2011 wurden die Klimaschutzziele der Bundesregierung für das Jahr 2020 erreicht.
Mit dem I. Klimaplan Barnim 2025–35 sollen die bisherigen Ergebnisse der Null-Emissions-Strategie von 2008 evaluiert und im Bereich Energieversorgung und Treibhausgas-Reduzierung für eine strategische Neuausrichtung genutzt werden. Gleichzeitig soll er Ziele für die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen definieren. Dazu bedarf es u. a. einer Bilanzierung der kreisweit anfallenden Treibhausgase (Klimaschutz) sowie der Ermittlung von Betroffenheit und von Vulnerabilität der Bevölkerung bezüglich der Auswirkungen der Klimaerwärmung (Klimaanpassung). So können von möglichst vielen Beteiligten konkrete (eigene) Maßnahmen erarbeitet, priorisiert und umgesetzt werden.
Klimafreundliches Bauen Die Verwaltung des Landkreises Barnim hat ihren Sitz im Paul-Wunderlich-Haus, einem besonders energieeffizienten Gebäude. Es wurde 2008 mit dem goldenen Gütesiegel der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet. Die Erfahrungen beim Bau des Verwaltungsgebäudes führten zur Entwicklung eines Leitfadens Nachhaltigkeit für Neubau und Bauerneuerung, der im Landkreis Barnim als Ausschreibungsgrundlage für alle Bauansinnen gilt. Er richtet sich nach den DGNB-Kriterien. Die Stromversorgung aller kreislichen Liegenschaften wurde bereits Anfang 2009 auf Ökostrom umgestellt.
Klimabewusstsein entwickeln Ein weiterer Meilenstein in der Umsetzung der Null-Emissions-Strategie ist die Entwicklung von Schulprojektmodulen mit dem Titel „Engagement für Erneuerbare Energien, Klima- und Umweltschutz an Barnimer Schulen“, mit denen sich die genannten Themen flexibel in den Unterricht integrieren lassen.
Neben zahlreichen erneuerbaren Energie-Anlagen (Solar, Biogas, Biomasseanlagen), die im Landkreis Barnim entstanden sind, entwickelt sich ein Barnimer Dorf zum Energiedorf: Brodowin will in den nächsten Jahren seine Energieversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umstellen und sich damit selbst mit Elektro- und Wärmeenergie versorgen.
Auch im Bereich Elektromobilität geht der Landkreis erste Schritte. Nach der Einweihung einer öffentlich zugänglichen Stromtankstelle wurde der kreiseigene Fuhrpark um ein Elektrofahrzeug erweitert.
Schutzgebiete Im Landkreis befinden sich 31 ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Februar 2017).
Kfz-Kennzeichen Am 1. Januar 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen BAR zugewiesen und seitdem ausgegeben. Seit dem 19. März 2013 sind zudem die Unterscheidungszeichen BER (Bernau) und EW (Eberswalde) erhältlich.
Eingliederungen und Zusammenschlüsse von Gemeinden
In der Tabelle sind die Eingliederungen und Zusammenschlüsse von Gemeinden seit der Bildung des Landkreises am 5. Dezember 1993 erfasst.Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Barnim (PDF) S. 26–27.