Der Landkreis Mecklenburg-Strelitz war ein Landkreis, der 1994 gebildet wurde und im Zuge der Kreisgebietsreform 2011 im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte aufgegangen ist. Er trug den Namen des von 1701 bis 1933 bestandenen (Groß-)Herzogtums und Freistaats Mecklenburg-Strelitz und deckte sich zum Teil mit dessen Kerngebiet, der Herrschaft Stargard.

Geografie Nachbarkreise waren im Norden der Landkreis Demmin und der Landkreis Ostvorpommern, im Nordosten der Landkreis Uecker-Randow, im Osten und Südosten der brandenburgische Landkreis Uckermark, im Süden die ebenfalls brandenburgischen Landkreise Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin und im Westen der Landkreis Müritz. Die kreisfreie Stadt Neubrandenburg schneidet im Norden einen schmalen Streifen aus dem Kreisgebiet.

Das Gebiet des Landkreises bildet den südöstlichen Teil der Mecklenburgischen Seenplatte. Neben dem Naturpark Feldberger Seenlandschaft, der vollständig im Kreisgebiet liegt, hat der Landkreis Anteile am Müritz-Nationalpark.

Geschichte rechts|mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Mecklenburg-Strelitz (Datenquelle: Zensus 2011, Kreis Mecklenburg-Strelitz, Alter + Geschlecht)

Der Landkreis Mecklenburg-Strelitz wurde 1994 im Zuge einer Gebietsreform des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern durch Zusammenlegung der Kreise Neubrandenburg-Land (NB), Neustrelitz (NZ) sowie des größten Teils des Kreises Strasburg (SBG) gebildet. Er führte seither den Namen und benutzte zunächst auch das Wappen des historischen Territoriums Mecklenburg-Strelitz, welches von 1701 bis 1815 als (Teil-)Herzogtum, dann bis 1918 als (Teil-)Großherzogtum des mecklenburgischen Staates, 1919 bis 1933 politisch selbständig als Freistaat existierte. Er stand aber nicht in dessen Rechtsnachfolge.Ab 1934 bestand auf seinem Gebiet der Landkreis Stargard, welcher durch seinen Namen an die mittelalterliche Herrschaft Stargard anknüpfte.

Der Landkreis Mecklenburg-Strelitz umfasste ca. 71 % der Fläche des früheren Freistaates, inbegriffen den größten Gebietsteil (ca. 82 %) der ehemaligen Herrschaft Stargard, jedoch nicht das räumlich getrennte Fürstentum Ratzeburg nahe Lübeck und den zum Stargarder Land gehörenden Fürstenberger Werder (seit 1950 brandenburgisch).

Politischen Planungen zufolge sollte der Landkreis Mecklenburg-Strelitz in einem neu zu gründenden „Kreis Mecklenburgische Seenplatte“ mit der Kreisstadt Neubrandenburg und weiteren Teilen Vorpommerns und des Landkreises Müritz aufgehen. Nach dem Urteil des Landesverfassungsgerichtes vom 26. Juli 2007 konnte das Reformgesetz als mit der Verfassung des Landes unvereinbar nicht umgesetzt werden.Urteil des Landesverfassungsgerichtes vom 26. Juli 2007 (PDF; 269 kB)

Im Zuge der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 ging der Landkreis Mecklenburg-Strelitz im gegenüber der ursprünglichen Planung leicht veränderten neuen Landkreis Mecklenburgische Seenplatte auf.

Politik Kreistag

Der letzte Kreistag des Landkreises Mecklenburg-Strelitz bestand aus 47 Abgeordneten. Seit der Wahl vom 7. Juni 2009 setzte er sich wie folgt zusammen:

Partei SitzeCDU 17LINKE 12SPD 11FDP 5GRÜNE 2

Näheres zum Wahlverfahren und zu rechtlichen Bestimmungen: Kreistag (Mecklenburg-Vorpommern)

Landräte 1994–2001: Michael Kautz (SPD) 2001–2002: Elmar Schaubs (CDU) 2002–2009: Kathrin Dollinger-Knuth (CDU) 2009–2011: Heiko Kärger (CDU)

Wappen

Flagge Der ehemalige Landkreis verfügte über keine amtlich genehmigte Flagge.

Städte und Gemeinden mini|Die frühere Residenzstadt Neustrelitz (rot) war die Kreisstadt des Landkreises. (Einwohner am 31. Dezember 2010Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2010 (PDF; 203 kB))

Amtsfreie Gemeinden Feldberger Seenlandschaft (Sitz: Feldberg) (4651) Neustrelitz, Stadt * (21.207)

Ämter mit amtsangehörigen Gemeinden/Städten * Sitz der Amtsverwaltung

Gebietsänderungen In den Jahren seit 1994 fanden im Gebiet des Landkreises Mecklenburg-Strelitz wie im gesamten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern umfangreiche Gebietsänderungen statt.

Aus den ursprünglich 8 Ämtern wurden nach Abschluss der Gebietsreform am 1. Januar 2005 6 Ämter. Die Städte Burg Stargard und Friedland verloren ihre Amtsfreiheit. Die Anzahl der Gemeinden verringerte sich von 81 auf 55.

Ämterauflösungen, Ämterfusionen Fusion der vormals amtsfreien Stadt Burg Stargard mit dem Amt Burg Stargard-Land zum neuen Amt Stargarder Land (1. Januar 2002) Eingliederung der vormals amtsfreien Stadt Friedland in das Amt Friedland (1. Januar 2003) Auflösung des Amtes Groß Miltzow – Eingliederung der Gemeinden in das Amt Woldegk (1. Januar 2004) Fusion der Ämter Mirow und Wesenberg zum neuen Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte (1. Juli 2004)

Eingemeindungen, Gemeindeneubildungen Auflösung der Gemeinden Bredenfelde, Grauenhagen, Hinrichshagen und Rehberg – Eingemeindung nach Woldegk (13. Juni 1999) Auflösung der Gemeinden Conow, Dolgen, Lichtenberg, Lüttenhagen und der Stadt Feldberg – Neubildung der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft (13. Juni 1999) Auflösung der Gemeinde Kreckow – Eingemeindung nach Groß Miltzow (13. Juni 1999) Auflösung der Gemeinde Pasenow – Eingemeindung nach Helpt (13. Juni 1999) Auflösung der Gemeinde Strasen – Eingemeindung nach Wesenberg (1. Januar 2000) Auflösung der Gemeinde Jatzke – Eingemeindung nach Eichhorst (1. Januar 2001) Auflösung der Gemeinden Dabelow und Wokuhl – Neubildung der Gemeinde Wokuhl-Dabelow (6. Mai 2001) Auflösung der Gemeinden Ballin, Dewitz und Leppin – Neubildung der Gemeinde Lindetal (1. Januar 2002) Auflösung der Gemeinde Göhren – Eingemeindung nach Woldegk (1. Januar 2002) Auflösung der Gemeinde Rödlin-Thurow – Aufteilung: Ortsteile Rödlin und Rollenhagen zu Blankensee, Ortsteile Thurow und Zinow zu Carpin sowie ein Flurstück zu Blumenholz (1. Juli 2002) Auflösung der Gemeinden Sadelkow und Salow – Neubildung der Gemeinde Datzetal (1. Januar 2003) Auflösung der Gemeinden Kotelow, Schwichtenberg und Wittenborn – Neubildung der Gemeinde Galenbeck (1. Januar 2003) Auflösung der Gemeinde Watzkendorf – Eingemeindung nach Blankensee (1. Januar 2004) Auflösung der Gemeinde Neu Käbelich – Eingemeindung nach Cölpin (13. Juni 2004) Auflösung der Gemeinden Brohm und Schwanbeck – Eingemeindung nach Friedland (13. Juni 2004) Auflösung der Gemeinde Diemitz – Eingemeindung nach Mirow (13. Juni 2004) Auflösung der Gemeinde Warlin – Eingemeindung nach Sponholz (13. Juni 2004) Auflösung der Gemeinde Groß Daberkow – Eingemeindung nach Mildenitz (1. Juli 2006) Auflösung der Gemeinde Teschendorf – Eingemeindung nach Burg Stargard (27. September 2009)

Namensänderung von Amt Friedland-Land zu Amt Friedland (1. Januar 2003)

Kfz-Kennzeichen mini|hochkant|Kfz-Zulassungsplakette des Landkreises Mecklenburg-Strelitz Am 12. Juni 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen MST zugewiesen. Es wird im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit Ausnahme der Stadt Neubrandenburg durchgängig bis heute ausgegeben.

Weblinks

Website des Landkreises Mecklenburg-Strelitz

Einzelnachweise

Mecklenburgstrelitz Kategorie:Geschichte (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) Mecklenburgischeseenplatte Landkreis Mecklenburgischeseenplatte