mini|Otto Waalkes beim Deutschen Fernsehpreis 2025rahmenlos|zentriert|class=notpageimage skin-invert-image|150px|Autogramm Otto Waalkes Otto Gerhard Waalkes (* 22. Juli 1948 in Emden), häufig einfach nur Otto genannt, ist ein deutscher Komiker, Comiczeichner, Maler, Musiker, Schauspieler, Regisseur, Synchronsprecher und Webvideoproduzent.

Leben Herkunft und Jugend Otto Waalkes wurde als zweiter Sohn des Malermeisters Karl Waalkes (1912–1993) und seiner Frau Adele, geborene Lüpkes (1910–1996),Grabstein der Eltern von Otto Waalkes, grabsteine-ostfriesland.de in Emden geboren und wuchs dort zusammen mit seinem älteren Bruder Karl-Heinz im Arbeiterstadtteil Transvaal auf. gq-magazin.de Die Eltern waren Baptisten und Mitglieder der Emder Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, deren Sonntagsschule Otto besuchte. Das erste Mal trat er im Alter von elf Jahren öffentlich auf, als er in einem Emder Kaufhaus u. a. den Babysitter-Boogie vortrug und dafür mit einem Gutschein über 30 Mark und dem Buch Meuterei auf der Bounty belohnt wurde. Im Alter von zwölf Jahren bekam er seine erste Gitarre. 1968 bestand Waalkes am Gymnasium für Jungen in Emden die Abiturprüfung.

Privates In den 1970er Jahren wohnte Waalkes mit vierzehn Mitbewohnern – unter anderen Udo Lindenberg, Marius Müller-Westernhagen, Steffi Stephan und Günter Fink – in der Künstler-Wohngemeinschaft Villa Kunterbunt in Hamburg-Winterhude.„Lindenberg stellt Lindenberg aus“. Stern, 16. Februar 2007. Er lebt in Hamburg-Blankenese; sein Nachbar ist der Liedermacher Rolf Zuckowski.

Waalkes war ab 1984 mit Manuela „Manou“ Ebelt (* 1964) liiert. Das Paar heiratete 1987 und bekam im selben Jahr Sohn Benjamin Karl Otto Gregory. 1992 erfolgte die Trennung, 1999 die Scheidung. Ein Jahr später feierte Waalkes mit der Schauspielerin Eva Hassmann (* 1972), die er 1999 während der Dreharbeiten von Otto – Der Katastrofenfilm kennenlernte, in Jork Hochzeit. Sie führten nach eigenen Angaben eine offene Ehe, in der sie oft an verschiedenen Orten lebten.Otto Waalkes führt mit seiner Frau eine offene Ehe. Welt Online, 21. Juli 2010.Schluss mit lustig, Süddeutsche Zeitung vom 7. November 2011. Das Paar trennte sich Anfang November 2011 offiziell.Kein Spaß: Waalkes und Hassmann getrennt, N-TV, 7. November 2011. Im November 2012 wurde die Ehe geschieden.Otto Waalkes und Eva Hassmann offiziell geschieden. t-online.de, 24. November 2012; abgerufen am 7. Februar 2013.

Wirken mini|Waalkes (2010) Waalkes’ Humor beruht auf Kalauern und Wortspielen sowie albern-witziger Sprache, Geräuschen und Körpersprache. Ein stilistisches Mittel seiner Vorträge sind Parodien, beispielsweise Überarbeitungen bekannter Lieder, die er mit der Gitarre begleitet. In die humoristischen Vorträge bettet er Satire, politische Anspielungen, Zeit- und Gesellschaftskritik ein.

Die regelmäßig veröffentlichten Otto-Bücher und vor allem die Otto-Langspielplatten wurden Verkaufsschlager, viele erreichten Spitzenpositionen in den Hit- bzw. Verkaufslisten.

Waalkes gehört zu den Unterhaltungskünstlern, die den allgemeinen Sprachgebrauch beeinflusst haben; einen beträchtlichen Teil davon machen die frühen Jahre aus, in denen er überwiegend Texte der Neuen Frankfurter Schule verwendete. So geht der Ausspruch „Hast du mal ’ne Zigarette? Meine Schachtel steckt noch im Automaten!“ auf ihn zurück. Auch die Floskel „Einen hab’ ich noch!“ wird ihm häufig zugeschrieben, stammt aber tatsächlich – wie viele seiner Sprüche – von Heinz Erhardt.

Bekannte Rollennamen von Otto Waalkes sind der Reporter Harry Hirsch, Frau Suhrbier, Oberförster Pudlich sowie Herbert von Karamalz (Parodie auf Herbert von Karajan und Anspielung auf das Malzbier).

Die bekannteste von Waalkes gezeichnete Comicfigur ist der Ottifant. Die zunächst nur für die Schallplattencover von Otto genutzte Strichfigur entwickelte sich zu einer eigenständigen Comicstripfigur mit Familienanhang, deren Geschichten in diversen Zeitungen sowie in Büchern veröffentlicht wurden. Aus den Comics entstand 1993 die 13-teilige Zeichentrickserie Ottos Ottifanten, die auf RTL und Super RTL zu sehen war. 2001 folgte der Zeichentrick-Kinofilm Kommando Störtebeker mit den Ottifanten.

Neben seiner Tätigkeit auf der Bühne stand Waalkes mehrmals vor und hinter der Kamera. Seine Filme sind meist Parodien auf aktuelles Geschehen in Kultur und Öffentlichkeit und leben vor allem von Situationskomik und karikierten Figuren.

Karriere 1960er Jahre Seinen ersten Auftritt auf einer Bühne absolvierte Otto Waalkes im Hamburger Folkloreklub Danny’s Pan, wo man für fünf Mark zehn Minuten lang sein Können zeigen konnte. In seinen frühen Programmen trug Waalkes übersetzte Sketche aus dem Stand-up-Programm von Woody Allen vor und benutzte sie in leicht abgewandelter oder gekürzter Form.

1964 trat er erstmals mit seiner Band The Rustlers, die vorwiegend Lieder der Beatles spielte, im Raum Emden öffentlich auf. Otto war der Kopf der Musikertruppe, Leadsänger und Leadgitarrist zugleich. Fünf Jahre tourte die Band vorwiegend durch Ostfriesland.Der Friesenjung. badische-zeitung.de; abgerufen am 10. Februar 2013.

1970er Jahre mini|hochkant|Otto Waalkes auf dem Bundeskanzlerfest 1977 mit Hans-Jürgen Bäumler (links) und Rudi Carrell (rechts) 1970 nahm er an der Hochschule für bildende Künste Hamburg – nachdem er keinen Studienplatz in Freier Malerei erhalten hatte – ein Kunstpädagogikstudium auf, übte den Lehrerberuf jedoch nie aus.„Jetzt mal im Ernst …“. Frankfurter Rundschau, 1. Juli 2009. Er lernte unter anderem bei Hans Thiemann. Zur Finanzierung seines Studiums trat er mit der Gitarre weiter in kleinen Clubs in Hamburg auf. Er erzählte zu seinen Liedern ein paar Witze, und wenn er mal ganz nervös das Mikrofon fallen ließ, dann entschuldigte er sich dafür. Irgendwann kamen die Entschuldigungen besser an als seine Musik und so entwickelte sich langsam seine Bühnenshow. Statt Clubs wie Onkel Pö war es später die Westfalenhalle.

Im Jahr 1972 lernte Waalkes seinen späteren Manager Hans Otto Mertens (1945–2026) kennen, hatte mit seiner Band The Rustlers sein erstes großes Konzert in Hamburg, das er live und auf eigene Kosten mitschnitt, und gründete mit Mertens das Label Rüssl Räckords. Das Label wurde gegründet, da keine Plattenfirma die Live-Mitschnitte Waalkes’ veröffentlichen wollte. Noch im gleichen Jahr erschien die LP Otto, die sich 500.000 Mal verkaufte. Der Mitschnitt war im Hamburger Audimax entstanden, im Frühjahr 1973 übernahm die Electrola den Vertrieb. Die Zeitschrift Sounds empfahl die Platte im Mai 1973 und bezeichnete Waalkes dabei als „Tegtmeier des Underground oder auch Kulenkampff der Hippies“, in Anspielung auf Jürgen von Mangers Bühnenfigur und den Fernsehunterhalter Hans-Joachim Kulenkampff. Anderen Interpreten riet das Blatt, einen Auftritt im Vor- oder Nachprogramm Ottos lieber nicht in Erwägung zu ziehen, sie könnten dabei schlecht abschneiden. Außer Otto selbst veröffentlichten unter anderem Vince Weber und Schulzke’s Skandal Trupp auf Rüssl Räckords.

1973 machte er mit dem Autor und Zeichner Robert Gernhardt eine weitere Bekanntschaft, nachdem er sich fälschlicherweise als Verfasser eines Gedichts ausgegeben hatte, das auf der von Gernhardt betreuten Humorseite WimS der Zeitschrift pardon erschienen war und das Waalkes bei seinen Bühnenauftritten vortrug. Damit begann eine jahrzehntelange Zusammenarbeit, zunächst bei Waalkes’ Fernseh-Shows, später gab Gernhardt auch Waalkes’ Bücher heraus und war an den Drehbüchern der Otto-Filme beteiligt, an denen außerdem auch Pit Knorr und Bernd Eilert mitarbeiteten.Martin Roos: , karriere.de, 23. Januar 2006. Waalkes ließ sich in den folgenden 30 Jahren von dem Autorenteam Gernhardt/Eilert/Knorr viele Bühnen- und Fernsehprogramme schreiben.

Ebenfalls 1973 brachte seine erste Fernsehshow OTTO SHOW mit Einschaltquoten bis zu 15 % den endgültigen Durchbruch. Sie wurde am 27. August 1973 mit kleinem Publikum und mit Auftritten von Gästen (unter anderem des Gitarristen und Sängers Peter Horton) ausgestrahlt. In dieser Sendung war der Sketch Englischkurs mit Peter, Paul und Mary zu sehen und hören. Ein Jahr später erschien die zweite LP mit dem Titel OTTO, die Zweite, während Waalkes im selben Jahr seine erste Goldene Schallplatte für über 250.000 verkaufte Exemplare der LP „OTTO“ erhielt und seine zweite Sendung unter gleichem Namen auf WDR und ARD bis zu 20 % Sehbeteiligung hatte. 1975 folgten die nächste LP Oh, OTTO, die nächste Show mit bis 44 % der Fernsehzuschauer und die zweite sowie dritte Goldene Schallplatte, die in Köln verliehen wurden.

1975 gründete Waalkes die Rüssl Musikverlag GmbH und die Rüssl Video & Audio GmbH. Die im Laufe der Jahre 1974 bis 1979 ausgestrahlten Otto-Shows II bis VII sowie „So ein Otto“ und „Ein neues Programm von und mit Otto Waalkes“ (beide 1981) wurden Publikumsrenner und machten Waalkes zu einem der populärsten Komiker des deutschen Fernsehens der 1970er und frühen 1980er Jahre.

1976 moderierte Waalkes seine vierte Fernsehshow im Ersten und im WDR und erhielt den Bambi der Illustrierten Bunte. Ein Jahr später wurde er mit der Goldenen Kamera der Hörzu ausgezeichnet, veröffentlichte seine vierte Platte und sendete seine fünfte Show. 1978 erschien die fünfte LP, ferner trat Otto in der Hamburger Staatsoper als Gerichtsdiener Frosch in der Fledermaus von Strauss auf. Außerdem bekam er den Goldenen Elefanten für 125.000 in Österreich verkaufte Langspielplatten. Die sechste Show im Ersten und im WDR folgte ebenfalls bald. 1979 wurde der Komiker mit einer Platin- und drei Goldenen Schallplatten sowie der Goldenen Westfalenhalle prämiert und brachte seine sechste LP auf den Markt.

1980er Jahre mini|hochkant|„Dat Otto Huus“ in Emden mini|hochkant|Fußgängerampel beim Otto-Huus

1980 erschien die erste Ausgabe von Das Buch OTTO im Verlag Hoffmann und Campe. Autoren sind Waalkes und Autorengruppe Robert Gernhardt, Bernd Eilert und Peter Knorr, die auch für die Bühnenprogramme verantwortlich sind. Im selben Jahr überlebte er nur knapp einen Hotelbrand in Las Vegas.Wie Otto 1980 einen Hotelbrand überlebte. Focus online, 15. Mai 2018.

Im Jahr 1981 folgte die siebte Schallplatte. Das Jahr 1982 brachte ihm den Video Bambi durch Bild+Funk ein und die achte LP wurde herausgebracht. 1983 ging er auf Deutschlandtournee und veröffentlichte die Platten Nummer neun und zehn. 1984 folgte mit Das zweite Buch OTTO ein weiteres Buch vom gleichen Autorenteam, das im Verlag Rasch und Röhring herausgegeben wurde.

Von 1982 bis 1988 führte Waalkes Regie bei der ZDF-Sendung Ronny’s Pop Show, einer 45-minütigen Popmusiksendung mit aktuellen Videoclips. Moderiert wurde die Sendung von Ronny, einem kleinen Schimpansen in Jeans-Jacke, dem Waalkes seine Stimme lieh und der zwischen den Videoclips kleine Gags bis zu ganzen Sketchen zeigte. Waalkes hatte die Idee zur Sendung und war für die Zwischenmoderationen verantwortlich.

Die letzte reguläre Fernseh-Show mit dem Namen Hilfe, Otto kommt strahlte das ZDF 1983 aus. Sie enthielt die noch immer populäre Hänsel-und-Gretel-Interpretation im Gewand der damals verbreiteten Musik der Neuen Deutschen Welle. 1985 wandte sich Waalkes dem Kino zu. Seine erste Produktion lief unter dem Titel Otto – Der Film.

Am 1. August 1987 eröffnete er in seiner Heimatstadt Emden „Dat Otto Huus“ in einer ehemaligen, umgebauten alten Apotheke in der Nähe des Rathauses am Delft. Geschäftsführer wurde sein damaliger Manager Hartmut Fischer. Im ersten und zweiten Stockwerk befindet sich ein Museum, in welchem Erinnerungsstücke aus der Anfangszeit seiner Karriere ausgestellt sind. Hier sind unter anderem Ottos erste Bartstoppeln, ein Otto-Foto aus Konfirmandentagen sowie sein erstes Kaugummi zu bewundern. Im Erdgeschoss werden Fanartikel verkauft, wie etwa die berühmten Ottifanten als Plüschtiere. mini|Pilsumer Leuchtturm, Ottos Wohnung im Film Otto – Der Außerfriesische