Die Liste der Stolpersteine in Berlin-Moabit enthält die Stolpersteine im Berliner Ortsteil Moabit im Bezirk Mitte, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Tabelle erfasst insgesamt 557 Stolpersteine und ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Bild Name Standort Verlege­datum Leben Lage 100px Jagowstraße 4 100px Dortmunder Straße 9 Edmond Adout wurde am 13. Dezember 1889 in Adrianopel (heute: Edirne/Türkei) geboren. Er entstammte der jüdischen Handelsfamilie von Jacob und Mazalto Adout und war zweitältester Sohn. Edmond Adout war offiziell ledig, lebte aber mit seiner Sekretärin, Untermieterin und Lebensgefährtin seit 1928 in einer größeren Wohnung Dortmunder Straße 9. Die Nürnberger Gesetze verhinderten ab 1935 eine Eheschließung. Der gelernte Kaufmann betrieb hier ein florierendes Handelsgeschäft für Ziegenleder und Schwämme: der Betrieb lieferte u. a. Fensterleder für die Garagen und Gebäudereinigung des Reichs-Luftfahrt-Ministeriums. Den zunehmenden Schikanen des NS-Regimes gegen jüdische Unternehmen versuchte Edmont Adout zu entgehen, indem er vom Judentum zum Islam übertrat. Allerdings verzögerten die Behörden in Istanbul die erforderliche Beglaubigung der Konversion zu lange. Im Juli 1942 wurde Erdmond Adout zur Berliner Fremdenpolizei bestellt, von der er nicht mehr zurückkam. Der 17. Osttransport brachte ihn am 11. Juli 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz. Bei dessen Befreiung im Januar 1945 war Edmond Adout nicht unter den Überlebenden. 100px Elberfelder Straße 20 Margarete Alexander, geb. Fraenkel, kam am 9. Februar 1861 in Berlin zur Welt. Zum Zeitpunkt ihrer Deportation war sie verwitwet. Im Mai 1939 wohnte sie in der Elberfelder Straße 20 in Moabit. Am 15. Januar 1940 zog sie in das Jüdische Altersheim in der Klopstockstraße 58 um, am 12. Januar 1942 in ein anderes Heim in der Marburger Straße 5. Von dort wurde sie im Juli 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie am 18. Februar 1943 starb. 100px Dortmunder Straße 13 Geboren am 30. September 1925 in Berlin. Einschulung im April 1932 - Schule Bochumer Straße 1936 bis 1937 Menzel-Oberrealschule. Deportation am 4. März 1943 nach Auschwitz.(siehe Oskar Almus).Dort ermordet am 5. Juni 1943. 100px Dortmunder Straße 13 Geboren als Margarete Feder am 18. Mai 1895 in Heřmanův Městec (Hermannstädtel). Deportation am 4. März 1943 nach Auschwitz, dort ermordet (siehe Oskar Almus). 100px Dortmunder Straße 13 Geboren am 16. Dezember 1885 in Hostinné (Arnau). Verhaftet im Jahre 1938: KZ Sachsenhausen. Deportation am 4. März 1943 nach Auschwitz. Dort ermordet. 100px Dortmunder Straße 10 100px Dortmunder Straße 10 100px Dortmunder Straße 10 100px Dortmunder Straße 10 100px Dortmunder Straße 10 100px Essener Straße 11 Geboren am 11. November 1877 in Berlin, Borsigstraße 21 als Tochter des Kaufmanns Gustav Arndt und seiner Ehefrau Anna Auguste Maria, geb. Huhmann. Deportiert am 8. September 1942 nach Theresienstadt. Dort ermordet am 27. August 1944. 100px Essener Straße 11 Geboren am 5. Januar 1874 in Berlin. Deportiert am 8. September 1942 nach Theresienstadt. Dort ermordet am 23. Oktober 1942. 100px Essener Straße 11 Moritz Julius Arndt, geboren am 6. Juni 1889 in Berlin, Kleine Hamburger Straße 19, als Sohn des Kaufmanns Gustav Arndt und seiner Ehefrau Anna Auguste Maria, geb. Huhmann. Inhaftiert im KZ Sachsenhausen 1938. 27. Oktober 1942 Flucht in den Tod in Berlin. 100px Essener Straße 11 Walter Max Bernhard Arndt, geboren am 26. Januar 1884 in Berlin, Unterbaumstraße 2, als Sohn des Kaufmanns Gustav Arndt und seiner Ehefrau Anna Auguste Maria, geb. Huhmann. Inhaftiert im KZ Sachsenhausen 1938. 27. Oktober 1942 Flucht in den Tod in Berlin. 100px Solinger Straße 7 Luise Aronstein, geb. Scholtz, kam am 26. Juli 1879 als Tochter eines jüdischen Kaufmanns im oberschlesischen Kattowitz zur Welt. Sie heiratete 1901 Dr. Philipp Aronstein. Mit dem „59. Alterstransport“ vom 8. September 1942 wurde das Ehepaar Aronstein nach Theresienstadt deportiert. Luise Aronstein wurde von dort am 16. Mai 1944 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet. 100px Solinger Straße 7 Dr. Philipp Aronstein war Lehrer, Neuphilologe und Anglist. Er wurde am 4. Dezember 1862 in Halver geboren. Ab 1900 arbeitete er als Lehrer im oberschlesischen Myslowitz (Mysłowice). Dort heiratete er 1901 Luise Scholtz. 1902 und 1904 kamen die Töchter Berta und Lotte zur Welt, die Söhne Fritz und Hans folgten 1912 und 1916. Ab 1907 war Philipp Aronstein als Lehrer in Berlin tätig. Die Familie wohnte erst in Kreuzberg, ab 1913 war sie im Bezirk Tiergarten zuhause, bis 1933 in der Elberfelder Straße 28, dann in der Tile-Wardenberg-Straße 11. Nach seiner, staatlichen Sparmaßnahmen geschuldeten, Frühpensionierung 1924 nahm er einen Lehrauftrag der Berliner Addass-Jisroel-Gemeinde an, wo er von 1928 bis 1935 Englisch unterrichtete. Neben seinem Beruf als Lehrer widmete sich Philipp Aronstein der Forschung. Er war Mitglied vieler wissenschaftlicher Vereinigungen und entfaltete eine rege Publikationstätigkeit. Den vier Kindern der Familie Aronstein gelang in den Jahren nach 1933 die Emigration. Die Tochter Berta wanderte mit Mann und Kindern nach England aus; Lotte und Fritz gingen nach Palästina. Der jüngste Sohn Hans konnte 1937 nach Schweden entkommen, auch er ging später nach Palästina. 1938 bezogen die Aronsteins ihre letzte Wohnung in der Solinger Straße 7 in Moabit. Mittlerweile hatten sie sich doch noch zur Auswanderung entschlossen, doch trotz aller Bemühungen der Kinder gelang die Rettung nicht mehr. Mit dem „59. Alterstransport“ vom 8. September 1942 wurde das Ehepaar Aronstein nach Theresienstadt deportiert. Dort starb der 79-jährige Philipp Aronstein nach 14 Tagen, am 23. September 1942. Luise Aronstein wurde am 16. Mai 1944 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet. 100px Thomasiusstraße 3 Geboren am 26. Februar 1927 in Ratzebuhr (Pommern)/Okonek. Beruf Schülerin. Deportation von Berlin am 26. September 1942 nach Raasiku bei Reval (Tallinn). Ermordet in Raasiku bei Reval (Tallinn). 100px Thomasiusstraße 3 Geboren als Marta Caminer am 13. April 1882 in Bärwalde (Westpommern)/Barwice. Deportation von Berlin am 26. September 1942 nach Raasiku bei Reval (Tallinn). Ermordet in Raasiku bei Reval (Tallinn). 100px Thomasiusstraße 3 Geboren am 29. Dezember 1878 in Labischin (Provinz Posen)/Łabiszyn. Beruf Kaufmann. Zwangsarbeit als Arbeiter bei Metallwarenfabrik Karl Berger, Dieffenbachstraße, Berlin. Deportation von Berlin am 26. September 1942 nach Raasiku bei Reval (Tallinn). Ermordet in Raasiku bei Reval (Tallinn). 100px Thomasiusstraße 26 Geb. Editha Ester Schuber, 24. Dezember 1902 in Berlin als Tochter von Philipp Schuber und seiner Ehefrau Johanna, geb. Wisch. Verheiratet am 14. April 1921 mit dem Kaufmann Max Paul Badasch. (siehe Max Badasch) 100px Krefelder Straße 4 unbekannt Dorothea Paula Balschowski, geb. Reiss, geboren 1876, Deportation am 17. Juli 1942, tot am 31. Mai 1944.Angaben auf dem Stolperstein 100px Krefelder Straße 4 unbekannt Ephraim Balschowski, geboren 1873, Deportation am 17. Juli 1942, tot am 19. April 1944.Angaben auf dem Stolperstein 100px Thomasiusstraße 26 Max Paul Badasch wurde am 8. November 1890 in Berlin geboren. Seine Eltern, der Zigarrenarbeiter Mordech Hirsch Badasch und seine Frau Mirjam, geborene Rippmann, waren aus Wilna zugewandert. Max Badasch machte eine kaufmännische Lehre in der Moritz Böhme gehörenden Fabrik für Verbandsstoffe in Berlin NW 24, Oranienburger Straße 65. In den 20er und zu Beginn der 30er Jahre arbeitete er zeitweise als Reisender für diese Firma, als Filialleiter in Hamburg sowie zwischen 1925 und 1929 als Mitinhaber. Nach 1933 arbeitete er als selbständiger Kaufmann. Am 14. April 1922 heiratete er Editha Schuber in Berlin-Steglitz. Am 27. Februar 1924 wurde der Sohn Gerhard Manfred geboren. Die Familie Badasch lebte in der Flemmingstraße und der Arndtstraße in Steglitz. 1936 schickte das Ehepaar Badasch seinen Sohn mit einem Kindertransport in die USA, wo er von einer Pflegefamilie in St. Louis aufgenommen wurde. Vermutlich ab 1940 hatte Max Badasch Zwangsarbeit zu leisten, zuerst im Tiefbau, dann in der Fabrik der Firma Blaupunkt in der Forckenbeckstraße 9–13 in Wilmersdorf. Im Frühjahr 1942 zog er mit seiner Frau von der Rathstraße 46 (bis 1939 Arndtstraße) in Steglitz in die Thomasiusstraße 26 nach Moabit in eine sogenannte Judenwohnung. Von dort wurden beide im Februar 1943 in ein Sammellager gebracht, wohin ihnen am 28. Februar die amtliche Verfügung über die Einziehung des Vermögens überbracht wurde. Am 1. März 1943 wurden Max und Editha Badasch mit dem 31. Osttransport nach Auschwitz deportiert. 100px Alt-Moabit 86 Geb. Mühsam, am 20. Juli 1862 in Berlin-Pankow als Tochter von Emanuel Mühsam und Emilie Gottschalk. Flucht in den Tod, Berlin 10. September 1942.