Die Liste der Stolpersteine in Berlin-Friedrichshain enthält die Stolpersteine im Berliner Ortsteil Friedrichshain im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Ende 2002 gab es in Friedrichshain insgesamt 50 Stolpersteine; Ende 2012 waren bereits mehr als 200 verlegt. Die Tabelle erfasst insgesamt 483 Stolpersteine und ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.
Bild Person Verlegeort Verlegedatum Leben 100px Marchlewskistraße 40 Abraham, Johanna, geboren am 26. Februar 1914 in Märkisch Friedland / Deutsch Krone / Westpreußen, wohnhaft in Berlin-Friedrichshain (die heutige Marchlewskistraße hieß bis 1946 noch Memeler Straße), Deportation ab Berlin am 2. März 1943 nach Auschwitz, Vernichtungslager. 100px Platz der Vereinten Nationen 26 Kurt Abraham, geboren am 24. Januar 1906 in Breslau; alleinstehend; Berliner Wohnungen: Landsberger Allee 154 im Prenzlauer Berg, Koppenstraße 9 zur Untermiete und Landsberger Straße 15 (heute Platz der Vereinten Nationen); arbeitete bis zum 17. Oktober 1941 als Bürstenzieher in der Blindenwerkstatt von Otto Weidt in der Rosenthaler Straße 39. Die dortige Zwangsarbeit galt als „wehrwichtig“, deshalb und weil Otto Weidt sich für die jüdischen Arbeiter einsetzte, wurden sie zunächst nicht deportiert. Doch am 18. Oktober 1941wurde er mit dem 1. Osttransport ins Getto Litzmannstadt verschleppt, wo er Unterkunft in Alexanderhofstraße 9/3 fand. Am 8. Mai 1942 wurde Abraham ins Vernichtungslager Kulmhof deportiert und dort bald ermordet; den noch nicht ausgezahlten Lohn von 7,50 RM musste Otto Weidt ans Finanzamt Moabit-West überweisen; dieser Betrag und Ersparnisse von 1,43 RM wurden durch den Oberfinanzpräsidenten von Berlin-Brandenburg als „dem Reich verfallen“ erklärt.Maria Hufenreuter: Am Platz der Vereinten Nationen. Berlin 2013, S. 50–52.Ingo Loose: Namensliste der aus Berlin in das Getto Litzmannstadt deportierten Juden. In: Berliner Juden im Getto Litzmannstadt 1941–1944. Ein Gedenkbuch. Stiftung Topographie des Terrors, Berlin 2009, S. 178–301. 100px Andreasstraße 34 Abramovicz (auch AbromowitsCh bzw. Abromowicz geschrieben), Golde, geborene Manne, geboren am 15. Juli 1875 in Kraków (deutsch: Krakau)/Galizien, wohnhaft in Berlin (Friedrichshain), Deportation ab Berlin am 11. Juni 1942 nach Theresienstadt, Ghetto; am 18. Dezember 1943 nach Auschwitz, VernichtungslageR, Todesort: Auschwitz, Vernichtungslager.. 100px Andreasstraße 34 Abramovicz, Hirsch Isaak Hermann, geboren am 10. Juni 1873 in Kraków (deutsch: Krakau) / Galizien, wohnhaft in Berlin (Friedrichshain), Deportation ab Berlin am 11. Juni 1942 nach Theresienstadt, Ghetto.. 100px Markgrafendamm 16 Ackermann, Liselotte, geboren am 8. Dezember 1918 in Friesack (Westhavelland), wohnhaft in Berlin (Wilmersdorf), Deportation ab Berlin am 1. März 1943 nach Auschwitz, Vernichtungslager.. 100px Frankfurter Allee 35/37 Geboren am 10. Februar 1868 in Zempelburg; Textilkaufmann; Berliner Wohnungen: Dirschauer Straße 13, Frankfurter Allee 305; am 18. Oktober 1941 mit dem 1. Osttransport ins Getto Litzmannstadt deportiert; Unterkunft in Alexanderhofstraße 25/32; im Getto verstorben am 19. Dezember 1941. 100px Frankfurter Allee 35/37 Hertha Adam, geb. Rosenbaum, geboren am 8. August 1888 in Crone an der Brahe, heute Koronowo. Zeitpunkt des Umzuges nach Berlin ist unbekannt. Heirat mit Paul Adam, Geburt der gemeinsamen Tochter Ruth am 28. September 1921. Wohnhaft in der Frankfurter Allee 305, heute Hausnummer 35/37, seit 1925. Nach dem Tod Paul Adams 1936 führte sie das Gardinen- und Teppichgeschäft ihres Mannes bis zur erzwungenen Geschäftsaufgabe bis zum 31. Dezember 1938 als Inhaberin weiter. Deportation am 18. Oktober 1941 mit dem 1. Osttransport ins Getto Litzmannstadt mit Tochter Ruth und ihrer Schwester Else. Deportation am 8. Mai 1942 aus Litzmannstadt in das Vernichtungslager Kulmhof (Chełmno) und ermordet. 100px Petersburger Straße 31 100px Petersburger Straße 31 100px Petersburger Straße 31 100px Petersburger Straße 31 (Auszug)…wanderten die Töchter 1936 aus: Regina emigrierte nach Palästina, Margot nach Spanien und von dort 1939 nach Frankreich. Simon Altkorn wurde aufgrund seiner polnischen Staatsangehörigkeit Ende Oktober 1938 nach Polen ausgewiesen. Er zog zurück nach Lemberg. Im Sommer 1939 bekam er eine Einreiseerlaubnis, um seine Frau, die krank in Berlin zurückgeblieben war, zu sich zu holen. Simon und Rosa Altkorn hofften, von Lemberg nach Palästina auswandern zu können. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs verliert sich aber ihre Spur und es ist davon auszugehen, dass sie zu einem unbekannten Zeitpunkt ermordet wurden. 100px Platz der Vereinten Nationen 6/7 100px Platz der Vereinten Nationen 6 / 7 100px Platz der Vereinten Nationen 6 / 7 100px Frankfurter Allee 104 Ein weiterer Stolperstein für Bertha Badt liegt in Aschersleben in der Breite Straße 39. 100px Frankfurter Allee 104 Ein weiterer Stolperstein für Max Badt liegt in Aschersleben in der Breite Straße 39. 100px Rigaer Straße 57 100px Rigaer Straße 57 100px Andreasstraße 47 100px Andreasstraße 47 100px Andreasstraße 47 Zierel Baendel, geboren 14. August 1902 in Lodz, Piotrkow (Russland); Zwangsarbeiterin bei Charlottenburger Motoren- und Gerätebau, Potsdamer Straße 98 100px Friedenstraße 24 Baer, Edith, (Auszug) …(Der Bruder von Edith Baer) Hans Hirsch war seit 1930 mit der Nicht-Jüdin Elsbeth, geb. Ide, verheiratet, der gemeinsame Sohn Frank Heinz Hirsch war 1932 zur Welt gekommen. Elsbeth Hirsch widerstand dem Druck, sich von ihrem jüdischen Mann scheiden zu lassen und konnte ihn dadurch vor der Deportation schützen. Seine Mutter und seine Schwester jedoch nicht: Edith Baer wurde am 19. Oktober 1942 mit dem 21. Osttransport nach Riga deportiert, wo sie drei Tage später ermordet wurde. 100px Strausberger Straße 38 100px Strausberger Straße 38 100px Strausberger Straße 38 100px Sonntagstraße 29 100px Warschauer Straße 61 100px Warschauer Straße 61 100px Warschauer Straße 61 100px Warschauer Straße 61 100px Schreinerstraße 51 Hans Behrendt (Auszug) …musste im Klinkerwerk Oranienburg arbeiten, einem Außenlager des KZ Sachsenhausen. In diesem Großziegelwerk mit eigenem Hafen an der Lehnitzschleuse wurden Ziegel für Albert Speers Großbauvorhaben in Berlin produziert, dem Aufbau der Reichshauptstadt Germania. Die Häftlinge selbst hatten Fabrik und Hafenanlage außerhalb des Hauptlagers zu bauen. Mit 1.500 im Klinkerwerk eingesetzten Häftlingen war das Kommando eines der größten und die Arbeitsstätte eine der gefürchtetsten im Sachsenhausen-Komplex, da es wegen Erschöpfung und durch Misshandlungen des Wachpersonals fast täglich zu Todesfällen kam. Am 15. Juli 1942 um 14:30 Uhr wurde Hans Behrendt im KZ Sachsenhausen ermordet. 100px Schreinerstraße 51 100px Landsberger Allee 8 100px Rigaer Straße 80 Bendit, Aron, wurde am 19. März 1940 als einziges Kind seiner Eltern Luise und Leo Bendit geboren. Er wohnte mit seinen Eltern und Großeltern, Samuel und Jenni Bukofzer, in der Rigaer Straße 80. Am 4. März 1943 wurde er mit seiner Mutter Luise im 34. Osttransport, Vater Leo am 6. März 1943 mit dem 35. Osttransport nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. 100px Rigaer Straße 80 Bendit, Leo, geboren am 2. Juni 1906 in Krojanke (Flatow) / Westpreußen, wohnhaft in Berlin (Friedrichshain), 1939 Hochzeit mit Luise Bukofzer, Deportation