Luftenberg an der Donau ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Mühlviertel im Bezirk Perg mit Einwohnern (Stand ). Die Gemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Perg mit dem zuständigen Bezirksgericht in Perg.
Der Ortskern auf befindet sich ungefähr 13 Kilometer südöstlich vom Zentrum der Landeshauptstadt Linz. Das Gemeindegebiet erstreckt sich auf Flächen nördlich und südlich der Donau.
Gräberfunde, die Existenz alter Kultstätten, eine spätbronzezeitliche Wallburg auf dem Luftenberg u. a. verweisen auf eine Besiedlung des durch die Lage an der Donau und der Mündung der Traun strategisch günstig gelegenen Ortes bereits in der Bronzezeit.
Die erstmalige urkundliche Erwähnung Luftenbergs erfolgte bereit um das Jahr 900, während Abwinden 1208 das erste Mal genannt wurde. Luftenberg war im Mittelalter Standort der Veste Luftenberg, während die Hofmark Abwinden mit Donauhafen und Ladstadt zur Donauveste Spielberg gehörte. Bedeutender Wirtschaftsfaktor war neben dem Salzhandel der Bergbau in Steinbrüchen.
Entwicklungsgeschichtlich besteht ein enger Zusammenhang mit der Marktgemeinde St. Georgen an der Gusen, was sich heute noch in der Pfarrzugehörigkeit ausdrückt. Eine stärkere Eigenständigkeit der Gemeinde Luftenberg wurde erst durch das starke Bevölkerungswachstum in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts forciert und durch die Schaffung eigener Schulen und Kindergärten sowie die Schaffung eigener Infrastruktur und vereinzelte Ansiedelung von Betrieben verwirklicht. Ein Großteil der Berufstätigen pendelt zu Arbeitsplätzen in den Industrie- und Dienstleistungsunternehmen in Linz.
Seit 14. August 1937 gehört zum Gemeindegebiet Luftenbergs auf Grund eines freiwilligen Zusammenschlusses auch die bis dahin selbständige Gemeinde Pürach. Die Markterhebung Luftenbergs erfolgte am 8. Februar 2010. Durch die Lage am Donau- und Traunradweg sowie dem Donausteig und dem Jakobsweg Österreich stellt auch der Tourismus ein wirtschaftliches Potential dar.
Geografie mini|hochkant|Nepomukkapelle am Beginn der Wellastraße in der Ortschaft Luftenberg Lage und Umgebung Die größte Ausdehnung der Gemeinde beträgt von Nord nach Süd 7,2 und von West nach Ost 3,9 Kilometer. Das Gebiet der Marktgemeinde bedeckt eine Gesamtfläche von Quadratkilometer. Davon sind 23 Prozent bewaldet, 46 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.
Die höchste Stelle des Luftenbergs im Südwesten der Gemeinde liegt auf Der Hohenstein in der Ortschaft Forst befindet sich auf rund , wobei sich dessen höchste Stelle mit bereits in der Nachbargemeinde Steyregg befindet. Die tiefstgelegenen Gebiete des Gemeindegebietes finden sich in der Ortschaft Abwinden auf
Die Landeshauptstadt Linz ist 13 Kilometer in westlicher, die Bundeshauptstadt Wien rund 170 Kilometer in östlicher Richtung von Luftenberg entfernt. Der nächste Grenzübergang nach Tschechien, Wullowitz in der Gemeinde Leopoldschlag, befindet sich nördlich von Luftenberg in 55 Kilometer Entfernung. Die Landesgrenze zu Niederösterreich befindet sich in rund 13 Kilometer Entfernung und kann über die Mauthausner Donaubrücken überschritten werden. Richtung Westen ist allgemein die Überquerung der Donau über die Linzer Donaubrücken möglich, während die Straße über das Kraftwerk Abwinden-Asten nur von Fußgängern und Radfahrer benützt werden darf.
Geologie Der Luftenberg ist aus geologischer Sicht der südlichste Ausläufer des Böhmerwaldes, der ein Teil des Böhmischen Massivs ist. Aus geologischer und geomorphologischer Sicht sowie unter Aspekten der Raumnutzung gehört das Gemeindegebiet von Luftenberg zu drei der 41 Raumeinheiten des Bundeslandes Oberösterreich. Der Großteil der Gemeindefläche liegt in der Raumheit Südliche Mühlviertler Randlagen. Im Norden reicht die Raumeinheit Zentralmühlviertler Hochland auf das Gemeindegebiet. Die in der Ebene befindlichen Flächen an der Donau, am Ausee sowie im Bereich von Abwinden auch nördlich der Donau zählen zur Raumeinheit Linzer Feld.
An den nach Süden ausgerichteten Hängen Luftenbergs befinden sich heute die Reste aufgelassener Steinbrüche, welche neben dem noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts abgebauten Granit auch Pegmatite wie Apatit, Beryll, Rauchquarz, Albit, Mikrolin und kleinere Granate führten. In Luftenberg konnte erstmals das äußerst seltene Berylliumphosphat Herderit in glasigen, gelblichen Partien im Pegmatit nachgewiesen werden. Aus historischer Zeit sind auch ein Bergbau und eine Schmelzhütte auf dem Luftenberg überliefert. Fruchtbarer Löss und ein geeignetes Klima waren noch vor wenigen Jahrhunderten die Basis für Weinbau in dieser Gegend.
Nach wie vor von wirtschaftlicher Bedeutung sind die Sandvorkommen, die industriell abgebaut werden. Sie wurden vom Tertiärmeer vor rund 30 Millionen Jahren abgelagert.
Ortsteile der Gemeinde und ihre Gewässer mini|Die Donau teilt das Gemeindegebiet in einen nördlichen (links Teilansicht ohne Ortschaften) und einen südlichen Teil (rechts mit Ausee)
Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Abwinden () samt Bahnhofsiedlung, Fall und Hintberg Forst () Gröbetsweg () samt Lehen Knierübl () Luftenberg () samt Kutzenbergsiedlung und Weih Pürach () Statzing () Steining ()
Die politische Gemeinde Luftenberg besteht seit dem freiwilligen Zusammenschluss mit der Gemeinde Pürach seit 14. August 1937 aus den zwei Katastralgemeinden Luftenberg und Pürach. Die Katastralgemeinde Pürach liegt im nördlichen Teil des Gemeindegebietes. Dazu gehören die Ortsteile Forst, Gröbetsweg, Knierübl und Pürach. Die Katastralgemeinde Luftenberg bildet den südlichen Teil des Gemeindegebietes. In dem am linken Donauufer gelegenen Teil der Katastralgemeinde befinden sich die Ortsteile Abwinden, Luftenberg, Statzing und Steining.
Der am rechten Donauufer gelegene Teil der Katastralgemeinde ist vom übrigen Gemeindegebiet durch die Donau getrennt und befindet sich südlich der Ortsteile Steining und Abwinden. Er umfasst neben naturnahen Auflächen und stehenden Gewässern den 23 Hektar großen, bis zu neun Meter tiefen, durch Schotterabbau entstandenen und aus Grundwasserquellen gespeisten Ausee. Ab den 1970er-Jahren haben sich auf dem in Privatbesitz befindlichen Areal ein Campingplatz und weiteren Erholungseinrichtungen etabliert. Das keiner der Ortschaften Luftenbergs zugeordnete Gelände ist von Luftenberg nur zu Fuß oder mit einspurigen Fahrzeugen über das Kraftwerk Abwinden-Asten erreichbar. Die allgemeine Zufahrt erfolgt über Asten.
In der Gemeinde Luftenberg gibt es neben der Donau und kleineren Gerinnen keine nennenswerten Fließgewässer, da auch die Gusen das Gemeindegebiet im Osten der Ortschaft Abwinden nur berührt. Der Reichenbach fließt aus dem Gemeindegebiet von Steyregg kommend, zwischen Donau und Donau Straße nach Osten und bei der Reichenbachbrücke in Abwinden in den Altarm der Donau.
Nachbargemeinden mini|hochkant|Dreibezirkestein, bei dem die Stadt Linz und die Bezirke Linz-Land und Perg zusammentreffen Luftenberg grenzt einerseits an die Landeshauptstadt Linz und andererseits an sechs Gemeinden, die in drei verschiedenen oberösterreichischen Bezirken liegen. In der Nähe des Ausees befindet sich der Drei-Bezirke-Stein, an dem die Bezirke Linz-Land und Perg sowie die Stadt Linz aufeinander treffen.
Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung
Die Einwohnerzahl in Luftenberg an der Donau stieg seit 1869 im Vergleich zum Bezirk Perg und zu Oberösterreich deutlich stärker, wobei die Wachstumsphase erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann, während in den Jahrzehnten zuvor insgesamt nur ein geringer Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen war.Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Luftenberg an der Donau Bevölkerungsentwicklung PDF
In den einzelnen Ortsteilen war die Entwicklung der Einwohnerzahl sehr unterschiedlich: Die Entwicklung der Siedlungsgebiete in Abwinden führte seit 1869 zur Vervierfachung der Einwohnerzahl und zu einem Zusammenwachsen mit den Siedlungsgebieten der Nachbargemeinde St. Georgen an der Gusen. Noch stärker war das Bevölkerungswachstum in Luftenberg, wo sich seit 1869 die Einwohnerzahl fast versechsfacht hat. Hingegen stagnieren die Einwohnerzahlen in Pürach (1869: 127; 2001: 138) und in Steining (1869: 96; 2001: 107).
Bevölkerungsstruktur nach Geschlecht, Alter und Bildung Die Marktgemeinde Luftenberg an der Donau hatte am 1. Jänner 2010 3848 Einwohner, davon 1926 Männer und 1922 Frauen. Die grobe Altersstruktur der Bevölkerung zum 1. Jänner 2010 zeigt, dass 69,3 % der Luftenberger über 15 und unter 65 Jahre alt sind. Mit 15 % ist rund ein Siebentel der Bevölkerung jünger und mit 15,6 % fast ein Sechstel der Bevölkerung älter. Während der Anteil der Frauen in der Hauptgruppe etwas niedriger als bei der gesamten Bevölkerung ist, liegt er bei der jüngeren Bevölkerung mit 51,6 % und bei der älteren Bevölkerung mit 52,0 % deutlich über dem Anteil an der gesamten Bevölkerung.Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Luftenberg an der Donau Bevölkerungsstand und-struktur PDF
Von den 3008 Luftenbergern, die 2001 über 15 Jahre alt waren, sind 1484 beziehungsweise 49,3 % Frauen. 121 der Luftenberger, das sind 4,0 % der über Fünfzehnjährigen, haben den Abschluss einer Universität, Fachhochschule oder Akademie, der Frauenanteil liegt mit 37,2 % deutlich unter dem der Bevölkerungsgruppe insgesamt. Weitere 292 Luftenberger, das sind 9,7 % der relevanten Bevölkerungsgruppe, haben die Matura, hier liegt der Frauenanteil mit 61,0 % deutlich über dem der betreffenden Bevölkerungsgruppe. 1554 Luftenberger, das sind mit 51,7 % mehr als die Hälfte der über Fünfzehnjährigen, haben eine Lehre oder berufsbildende mittlere Schule abgeschlossen, wobei der Frauenanteil 40,2 % beträgt. 1041 oder 34,6 % der Luftenberger haben nur einen Pflichtschulabschluss. Darunter sind mehr als zwei Drittel Frauen.Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Luftenberg an der Donau Bildung PDF
Herkunft und Sprache 96,9 % der Luftenberger sind österreichische Staatsbürger und 94,1 % wurden in Österreich geboren. 1,6 % der Luftenberger kommen aus anderen EU-Staaten, 1,5 % aus Nicht-EU-Staaten.
Der mittel- oder donaubairische Dialekt ist eine bairische Dialektform, die in ganz Oberösterreich verbreitet ist. Der ostösterreichische Zweig des Mittelbairischen geht auf die Mundart des durch die bairische Ostsiedlung entstandenen babenbergischen Herrschaftsgebietes Ostarrichi zurück.
Bei der Volkszählung 2001 haben 3600 Personen (98,2 %) Deutsch als Umgangssprache angegeben, 34 (0,9 %) Türkisch, 2 (0,1 %) Kroatisch, 3 (0,1 %) Bosnisch, 1 Serbisch, 18 (0,5 %) Ungarisch, 15 (0,2 %) Tschechisch, 190 (2,6 %) eine sonstige Sprache.Statistik Austria Tabelle: Ein Blick auf die Gemeinde Luftenberg an der Donau Demographische Daten PDF
Religion Bei der Volkszählung 2001 haben 3.044 Personen (83,1 %) römisch-katholisch als Religionsbekenntnis angegeben, 58 (1,6 %)islamisch, 86 (2,3 %) evangelisch, 10 (0,3 %) orthodox und 16 (0,4 %) sonstige Glaubensrichtungen. 451 (12,3 %) haben sich zu keiner Religion bekannt.
Luftenberg an der Donau gehört zur römisch-katholischen Pfarre St. Georgen an der Gusen, die zu den Pfarren des Dekanates Pregarten zählt.
Geschichte → Siehe auch Geschichte von Sankt Georgen und den Nachbargemeinden
Besondere geographische Lage Teile des heutigen Gemeindegebietes von Luftenberg waren bereits in der Bronzezeit besiedelt, wobei als Ursache die günstige Erreichbarkeit über die Flüsse Traun, Enns und Donau vermutet wird. Grabfunde aus der Bronzezeit, ein urnenfelderzeitlicher Bronzedepotfund aus dem Jahre 1890 und eine etwa 8,8 Hektar große Wallburg auf dem Luftenberg mit einem Kultplatz belegen die frühgeschichtliche Bedeutung.