Münzbach ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Perg im Mühlviertel mit Einwohnern (Stand ).
Geografie Der Markt Münzbach liegt auf einer Höhe von Die Ausdehnung des hügeligen Gemeindegebietes beträgt von Nord nach Süd 7,8 Kilometer, von West nach Ost 7,2 Kilometer. Die Gesamtfläche beträgt 25 Quadratkilometer. Etwa 28 % der Fläche sind bewaldet und 66 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt. Die höchste Erhebung des Gemeindegebietes liegt auf in der Nähe des Bauernhofes Lang.
Geologie Die Gemeinde liegt im Untermühlviertler Schollenland,Hermann Kohl: Die leblose Natur. In: Land Oberösterreich (Hrsg.): Das Mühlviertel, Natur-Kultur-Leben, Beiträge zur Landesausstellung 1988 im Schloss Weinberg bei Kefermarkt. Linz 1988, S. 41–50 (). einem Ausläufer des Granit- und Gneisplateaus. Aus geologischer und geomorphologischer Sicht sowie unter Aspekten der Raumnutzung gehört das Gemeindegebiet von Münzbach überwiegend zur oberösterreichischen Raumeinheit Aist-Naarn-Kuppenland. Lediglich im Südwesten an der Grenze zu Pergkirchen und Arbing sowie im Osten in der Ortschaft Danndorf reicht die Raumeinheit Südliche Mühlviertler Randlagen auch nach Münzbach.
Gewässer Ein Teil der Gemeindegrenzen wird von Bächen gebildet. Der Schwertmüllerbach bildet die Nordwestgrenze zu Windhaag bei Perg und der Käfermühlbach die Nordost- und Ostgrenze des Gemeindegebietes zu St. Thomas am Blasenstein beziehungsweise Bad Kreuzen. Im Südwesten bilden der Kropfmühlbach und der Falkenauerbach die Grenze zu Perg beziehungsweise Arbing. Weitere nennenswerte Fließgewässer auf dem Gemeindegebiet sind der Wieserbach und der Sulzbach. Unter anderem haben der Neuhauserbach, Puchbergerbach und Deimingerbach ihren Ursprung in Münzbach. Ganz im Norden reicht Rechberg, im Süden Baumgartenberg und im Südosten Klam an Münzbach heran.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde Münzbach besteht seit der Eingemeindung der Gemeinde Innernstein am 1. November 1938 aus den beiden Katastralgemeinden Innernstein und Münzbach (Die Angaben in Klammern betreffen die Einwohnerzahl Stand ):
Katastralgemeinde Innernstein mit den Ortschaften Danndorf (), Innernstein (), Obergaisberg (), Saxenegg (), Sulzbach () und Untergaisberg (). Katastralgemeinde Münzbach mit den Ortschaften Mollnegg (), Markt Münzbach (), Pilgram () und Priehetsberg ().
Die Gemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Perg.
Geschichte Siehe auch Geschichtsabschnitt im Hauptartikel Markt Münzbach
Antike und frühes Mittelalter Während der Römerzeit lag die Gegend um Münzbach nur wenige Kilometer nördlich der Grenze der Provinz Noricum, die in diesem Bereich vom Limes beziehungsweise von der Donau gebildet wurde, bereits außerhalb der 7,5 Kilometer breiten Pufferzone zwischen Römern und Barbaren. Das römische Kastell Adiuvense (Wallsee) und das römische Militärlager Lauriacum (Enns/Lorch) lagen in Sichtweite. Siedlungsspuren aus dieser Zeit sind auf dem Gebiet der Gemeinde Münzbach nicht nachweisbar.
Der sprachliche Einfluss der slawischen und baierischen Siedlungstätigkeit im 7. und 8. Jahrhundert ist verschiedentlich in den Bauernhof- und Ortschaftsbezeichnungen erhalten geblieben. Die Gegend um Münzbach war ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern gelegen und gehörte ab dem 9. Jahrhundert zur Awarenmark.
Mittelalter Zur Zeit der Babenberger lagen die späteren Katastralgemeinden Innernstein und Münzbach in der Markgrafschaft beziehungsweise später im Herzogtum Österreich im Grenzbereich zwischen Riedmark und Machland sowie im Grenzbereich zwischen den Gebieten der Herren von Perg und der Herren von Machland.
mini|Schloss Innernstein nach Georg Matthäus Vischer um 1674 Die Geschichte des 1209 mit der Burg des Chunradus de Staine erstmals erwähnten Schlosses Innernstein wird in einem eigenen Hauptartikel beschrieben. Die Anlage gelangte an die Kapeller, Liechtensteiner, Mühlheim, Kaiserstein, Stiebar, Rosenberg, Clam-Martinic, Salm-Reifferscheidt und schließlich (1897) die Freiherren von Tinti. Trotz mehrerer Besitzwechsel im 20. Jahrhundert ist das Schloss weiterhin in Privatbesitz.
Eine Kirche in Münzbach ist bis 1111 als Besitz des Friedrich von Perg, von 1111 bis 1122 des Stiftes St. Florian und 1147 des Klosters Säbnich ausgewiesen. Pfarrrechte erhielt die Kirche erstmals 1217, erster Pfarrer war Mag. Gottschalkus, allerdings kam die Kirche 1331 wieder in den Besitz des Stifts Waldhausen. Unter den Babenbergern erstmals nicht näher datierte Marktrechte für die Bürger von Münzbach erwähnt. Das zuständige Landgericht war vom 13. bis zum 15. Jahrhundert die Landgericht Machland und ab 1491 Schloss beziehungsweise Herrschaft Windhaag. Seit 1490 gehört der Ort zum Fürstentum Österreich ob der Enns.
Neuzeit 1530 kam der Ort unter die Herrschaft Windhaag, die damals den Nachkommen des Ladislaus Prager gehörte, dann an verschiedene Adelsgeschlechter, bis sie 1588 als Lehen an Lorenz Schütter von der Herrschaft Klingenberg kam. Bereits unter den Pragern hatte sich der Protestantismus verbreitet, unter den Schüttern war Luthers Lehre allgegenwärtig. Nur elf Häuser sollen katholisch geblieben sein. Im Zuge der Gegenreformation kam Münzbach für einige Jahre zum Kloster Baumgartenberg und Zisterzienser übernahmen die Seelsorge. 1636 erwarb Joachim Enzmilner das Patronat über die Pfarre sowie 1639 den Markt Münzbach und setzte ab 1657 Dominikaner als Pfarrer ein. Mit der Errichtung des Dominikanerklosters Münzbach wurde die Kirche zur Klosterkirche. Bereits vorhandenen Einrichtungen wie die 1641 in ein katholisches Alumnat umgewandelte seit 1591 bestehende ursprünglich protestantische Lateinschule und das Barbaraspital wurden dem Kloster zugeordnet und von den Dominikanern verwaltet. Die von Enzmilner 1653 eingerichtete Erzbruderschaft Jesu, Mariae und des ewigen Rosenkrantz hatte 11.250 Mitglieder, darunter Kaiser Ferdinand III. und Kaiser Leopold I., mehrere Kaiserinnen und Angehörige des Kaiserhauses. 1684 wütete in der Pfarre Münzbach die Pest und es waren 158 Sterbefälle zu beklagen. Das Dominikanerkloster wurde 1784 aufgehoben, ebenso die Stiftschule. Das Gebäude war danach viele Jahre das Linzer Siechhaus mit zeitweilig mehr als hundert Kranken und wird nunmehr als Pfarrhof und für Wohnungen genutzt. 1848 entstanden auf den Gebieten der gleichnamigen Katastralgemeinden die selbständigen Gemeinden Innernstein und Münzbach. Die Marktkommune war ein selbstständiger Körper mit eigener Verwaltung. Die Kommunevertretung wurde auf drei Jahre gewählt. Der Marktkommune oblag die Pfründner-Versorgung im Bürgerspital, die Herhaltung des Marktbrunnens, die Bestellung der Nachtwächter und die Herhaltung der Marktbeleuchtung. Das Vermögen bestand aus dem Pfarrwald sowie aus Spenden und Wertpapieren. 1938 ging der Besitz in das Eigentum der Marktgemeinde über und die Kommune löste sich auf. Das Barbaraspital steht im Eigentum der Marktgemeinde.
20. und 21. Jahrhundert Ab 1918 waren diese Gemeinden im Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1938 wurde die Gemeinde Innernstein in die Gemeinde Münzbach eingemeindet. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs und Münzbach gehörte bis 1955 zur sowjetischen Besatzungszone. Die Bevölkerungsentwicklung war von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis Anfang der 1960er-Jahre stagnierend beziehungsweise rückläufig, erst dann setzte eine rege Siedlungstätigkeit ein und die Einwohnerzahl steigt seither deutlich.
Eine Kirche ist 1111, damit verbundene Pfarrrechte sind erstmals 1217 und Marktrechte der Bürger erstmals 1251 erwähnt. Die Geschichte des Ortes ist geprägt von den Herren von Perg und Machland, den Herrschaften Klingenberg und Windhaag, den Pragern im 16. und Joachim Enzmilner im 17. Jahrhundert.
1938 erreichte die Marktgemeinde Münzbach durch Eingemeindung der bis dahin selbständige Gemeinde Innernstein die aktuelle flächenmäßige Ausdehnung. Seit den 1960er-Jahren führt die verstärkten Siedlungstätigkeit zu einem Bevölkerungswachstum verbunden mit dem Ausbau der Infrastruktur.
Die Gemeinde ist als eine von 18 Gemeinden des Bezirks Perg Mitglied in der Tourismusregion Strudengau und bewirbt insbesondere den Erlebnispark der Sinne und die auf dem Gemeindegebiet gelegenen Stationen des Enzmilner Kulturwanderweges.
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung Die Bevölkerung der Marktgemeinde stieg im 20. Jahrhundert auf einen Höchststand von 1547 Personen im Jahr 1880, ging dann in den folgenden Jahrzehnten deutlich zurück auf 1316 zu Beginn des Zweiten Weltkrieges und begann dann wieder langsam zu steigen. Der Höchststand des 21. Jahrhunderts wurde ab 2001 übertroffen und 2025 lebten gar 1898 Personen in Münzbach.
Bevölkerungsstruktur Die Gemeinde Münzbach hatte am 1. Jänner 2009 1.728 Einwohner, davon 905 Männer und 823 Frauen.Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Münzbach Bevölkerungsstand und-strukturPDF
Die grobe Altersstruktur der Münzbacher Bevölkerung zum 1. Jänner 2009 zeigt, dass 67,1 % der Münzbacher über 15 und unter 65 Jahre alt sind. Mit 18,5 % ist etwas weniger als ein Fünftel der Bevölkerung jünger und mit 14,4 % etwa ein Siebentel der Bevölkerung älter. Der Frauenanteil liegt bei der Hauptgruppe und bei den jüngeren Personen mit rund 45,8 % deutlich unter, während er bei den älteren Personen mit 58,2 % deutlich höher als bei der Gesamtbevölkerung liegt.
Von den 1329 Münzbachern, die 2001 über 15 Jahre alt waren, sind 650 beziehungsweise 48,9 % Frauen. 30 Münzbacher, das sind 1,2 % der über Fünfzehnjährigen, haben den Abschluss einer Universität, Fachhochschule oder Akademie, der Frauenanteil liegt hier mit 56,7 % deutlich über dem der Bevölkerungsgruppe insgesamt. Weitere 95 Münzbacher, das sind 7,1 % der relevanten Bevölkerungsgruppe, haben die Matura, dabei liegt der Frauenanteil mit 49,5 % geringfügig über dem an der betreffenden Bevölkerungsgruppe. 596 Münzbacher, das sind mit 44,8 % fast die Hälfte der über Fünfzehnjährigen, haben eine Lehre oder berufsbildende mittlere Schule abgeschlossen, wobei der Frauenanteil 37,2 % beträgt. 608 oder 45,7 % der Münzbacher haben nur einen Pflichtschulabschluss. Darunter sind fast drei Fünftel Frauen.Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Münzbach Bildung PDF
Herkunft und Sprache 94,9 % der Münzbacher Einwohner sind zum 1. Jänner 2009 österreichische Staatsbürger und 93,5 % wurden in Österreich geboren. 2,8 % der Münzbacher kommen aus anderen EU-Staaten, 2,3 % aus Nicht-EU-Staaten.Statistik Austria Tabelle: Ein Blick auf die Gemeinde Münzbach Demographische Daten PDF
Der mittel- oder donaubairische Dialekt ist eine bairische Dialektform, die in ganz Oberösterreich verbreitet ist. Der ostösterreichische Zweig des Mittelbairischen geht auf die Mundart des durch die bairische Ostsiedlung entstandenen babenbergischen Herrschaftsgebietes Ostarrichi zurück.
Bei der Volkszählung 2001 haben 1595 Personen (93,9 %) Deutsch als Umgangssprache angegeben, 46 (2,7 %) Türkisch, 10 (0,6 %) Kroatisch, 4 (0,2 %) Bosnisch, 23 (1,4 %) Tschechisch, 21 (1,2 %) eine sonstige Sprache.
Religion Im 16. Jahrhundert waren die Nachfolger von Ladislaus Prager zum protestantischen Glauben konvertiert und mit ihnen die zur Herrschaft Windhaag gehörenden Pfarren und Untertanen (Altenburg, Münzbach, Rechberg, Windhaag). Auch Münzbach hatte protestantische Pfarrer und eine Lateinschule. Nach der Übernahme der Herrschaft durch den Gegenreformator Joachim Enzmilner wurden die protestantischen Pfarrer vertrieben, wer nicht zum katholischen Glauben zurückkehren wollte, verlor sein Hab und Gut und somit waren sehr bald die Pfarren und Untertanen wieder katholisch.
Bei der Volkszählung 2001 haben 1580 Personen (93,0 %) römisch-katholisch als Religionsbekenntnis angegeben, 64 (3,8 %) islamisch, 3 (0,2 %) evangelisch, 7 (0,4 %) orthodox und 6 (0,4 %) sonstige Glaubensrichtungen. 39 (2,3 %) der Münzbacher haben sich zu keiner Religion bekannt.