Klam ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Perg im Mühlviertel mit Einwohnern (Stand ). Die Gemeinde gehört seit 1. Jänner 2003 zum Gerichtsbezirk Perg mit dem zuständigen Bezirksgericht in Perg.
Geografie Geologie, Gemeindegebiet, Klima Klam liegt auf im Mühlviertel am Rand des Böhmischen Massivs. Unter geologischen und geomorphologischen Gesichtspunkten gehört Klam überwiegend zur oberösterreichischen Raumeinheit Südliche Mühlviertler Randlagen. Klam ist der Hauptort des Klamer Beckens. Derartige Absenkungen sind entlang geologischer Bruchlinien entstanden und teilweise mit Ablagerungen gefüllt. Die Ausdehnung des Gemeindegebiets beträgt von Nord nach Süd 4,5 Kilometer, von West nach Ost 3,7 Kilometer. Die Gesamtfläche beträgt Quadratkilometer. Davon sind 30 Prozent bewaldet, 61 Prozent der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt.
Das Klima im Klamer Becken ist im Vergleich zur eher rauen Klimazone des östlichen Mühlviertels begünstigt. Der Jahresdurchschnitt der Temperatur bewegt sich zwischen 8 und 9 Grad Celsius. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge liegt zwischen 800 und 900 Millimeter. Nach Langzeitmessungen besteht 46 Tage im Jahr eine geschlossene Schneedecke. Die Beckenlage begünstigt häufig Nebel und Frost.
Gewässer, Naturdenkmäler Durch Klam fließt der zum Gewässernetz der Naarn (Fluss) gehörende Klambach, der zwischen Klam und Saxen die Klamschlucht bildet. Zuflüsse des Klambachs auf dem Gemeindegebiet sind der Eichbach und das Bäckerbachl.Klaus Berg, Clemens Gumpinger, Simonetta Siligato: Wehrkataster der Naarn und ihrer Zuflüsse. Gewässerschutz-Bericht 42. Amt der Oberösterreichischen Landesregierung, Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft, Abteilung Oberflächengewässerwirtschaft, Linz 2009, S. 54 und weitere Erwähnungen (PDF; 2,8 MB auf land-oberoesterreich.gv.at). Zu Beginn der Klamschlucht befindet sich das Naturdenkmal Leonstein, eine für die Region typische Wollsackverwitterung. Weitere im Naturschutzbuch der oberösterreichischen Landesregierung eingetragene Naturdenkmäler sind die Kirchenlinde auf dem Marktplatz in Klam und die Burgeiche von Clam.Naturdenkmäler in Klam
Gemeindegliederung
Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Achatzberg () Gauning () Klam () Letten () Linden () Niederkalmberg () Oberhörnbach () Sperken () Unterhörnbach ()
Nachbargemeinden
Geschichte Im Tal des Klambaches fanden sich Spuren alt- und jungsteinzeitlichen Besiedelung wie beispielsweise eine Feuersteinklinge und mehrere Steinbeile. Auf diese Zeit werden auch die Reste des Burgstalles datiert.
Während der Römerzeit lag die Gegend um Klam nur wenige Kilometer nördlich der Grenze der Provinz Noricum, die in diesem Bereich vom Limes beziehungsweise von der Donau gebildet wurde, knapp innerhalb der 7,5 Kilometer breiten Pufferzone zwischen Römern und Barbaren. Das römische Kastell Adiuvense (Wallsee) lagen in Sichtweite. Siedlungsspuren aus dieser Zeit sind auf dem Gebiet der Gemeinde Klam nicht nachweisbar.
Der sprachliche Einfluss der slawischen und baierischen Siedlungstätigkeit im 7. und 8. Jahrhundert ist verschiedentlich in den Bauernhof- und Ortschaftsbezeichnungen erhalten geblieben. Die Gegend um Klam war ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern gelegen und gehörte ab dem 9. Jahrhundert zur Awarenmark.
Zur Zeit der Babenberger lagen Klam in der Markgrafschaft beziehungsweise später im Herzogtum Österreich im Machlandviertel sowie im Gebiet der Herren von Perg. 1149 wurde die Burg Clam als Besitz des Otto von Machland erstmals erwähnt. Zu dieser Zeit begann auch die Entwicklung des Markts unterhalb des Schlosses. Auch die Ortsbezeichnungen Letten, Achatzberg und Kalmberg traten zu dieser Zeit erstmals auf.
In einer Urkunde von 7. März 1365 wird „das dorf gelegen under Clamm, genannt der markcht“. Der Markt Klam erlebte seine Blütezeit im 13. und 14. Jahrhundert, wobei er zu dieser Zeit bereits 60 Häuser zählte. Der älteste erhalten gebliebene Freibrief (Marktrecht) stammt von Herzog Albrecht III. (Österreich) aus dem Jahre 1384. Die Burg wurde mehrmals angegriffen, konnte aber nie eingenommen werden. Dies gelang weder den Hussiten, die 1422 das unter der Burg liegende Dorf verwüsteten, noch den Ungarn 1487 unter Matthias Corvinus.
1531 brannte der Markt bis auf 10 Häuser auf Grund eines Blitzschlages ab. Viele Bürger und Handwerker verließen daraufhin den Markt und machten sich anderswo sesshaft. 1636 wurde vom neuen Burgherren Johann Gottfried Perger zu Clam eine Marktchronik angelegt und 1637 wurden die alten Marktrechte aus dem Jahr 1384 von Kaiser Ferdinand bestätigt. 1646 errichtete der Burgherr eine Spitalstiftung und ließ das Armen- oder St. Anna-Haus errichten. 1654 stellte der Burgherr den Creuzpöckhischen Luss für den Anbau von Kraut zur Verfügung, der in 31 Teile geteilt und auf die Bewohner des Marktes aufgeteilt wurde. Perger ließ schließlich von 1659 bis 1664 die Kirche erbauen, bevor er 1673 verstarb.
Während der Regentschaft von Kaiserin Maria Theresia und deren Mitregenten Joseph II. wurden 1771 die Ortschaften mit Hausnummern als Ergänzung der bis dahin ausschließlich mit Hausnamen bezeichneten Häuser eingeführt. Im Josephinischen Lagebuch wurden die Katastralgemeinden genau beschrieben und als Grundlage für die Besteuerung herangezogen.
Nach der Revolution von 1848/49 kam es zur Auflösung der Grundherrschaften und zur Bildung der Gemeinde Klam, der damals die Ortschaften Achatsberg, Gauning, Linden Ober- und Unterhörnbach sowie Sperken angehörten. Niederkalmberg kam erst am 14. Jänner 1877 zu Klam. Zwischen 1869 und 1908 kaufte der Besitzer der Burg Clam in den Rotten Gauning und Sperken 36 Häuser auf und ließ diese großteils für die Schaffung eines Tierparks schleifen. Durch den Verkauf der Häuser sank die Einwohnerzahl von 770 auf 645 ab. Der Tierpark wurde am Ende des Ersten Weltkriegs wieder aufgelassen. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich.
Die beiden Weltkriege forderten in Klam 40 Gefallene und 14 Vermisste. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs. 1945 lag Klam kurze Zeit in der amerikanischen und ab 9. Mai 1945 bis 1955 in der sowjetischen Besatzungszone.
Nach dem Krieg setzte der wirtschaftliche Aufschwung ein, verbunden mit zahlreichen öffentlichen und privaten Investitionen in die Infrastruktur des Ortes und in die Bausubstanz der Häuser. 1965 erwarb die Marktgemeinde den Rohbau des jetzigen Amtsgebäudes, in dem neben der Gemeindeverwaltung das Postamt und das Feuerwehrzeughaus untergebracht sind. Im Jahre 2002 wurde das Postamt Klam geschlossen.
Überregionale Bekanntheit erlangte der Ort ab den 1990er-Jahren durch Open-Air-Konzerte im Rahmen von Clam Concerts mit international bekannten Persönlichkeiten auf dem Burgareal.
Bevölkerung Bevölkerungsstruktur nach Geschlecht, Alter und Bildung Die Marktgemeinde Klam hatte am 1. Jänner 2011 931 Einwohner, davon 480 Männer und 451 Frauen. Die grobe Altersstruktur der Klamer Bevölkerung zum 1. Jänner 2011 zeigt, dass 66,4 % der Klamer über 15 und unter 65 Jahre alt sind. Mit 21,2 % ist mehr als ein Fünftel der Bevölkerung jünger und mit 12,5 % ein Achtel der Bevölkerung älter.Statistik Austria: Gemeinde Klam. Bevölkerungsstand und -struktur (PDF; 202 kB)
Von den 608 Klamern, die 2001 über 15 Jahre alt waren, sind 307 beziehungsweise 50,5 % Frauen. 18 Klamer, das sind 2,9 % der über Fünfzehnjährigen, haben den Abschluss einer Universität, Fachhochschule oder Akademie, der Frauenanteil liegt bei 55,5 %. Weitere 55 Klamer, das sind 9,1 % der relevanten Bevölkerungsgruppe, haben die Matura, hier liegt der Frauenanteil mit 41,8 % deutlich unter jenem der betreffenden Bevölkerungsgruppe. 312 Klamer, das sind mit 51,4 % mehr als die Hälfte der über Fünfzehnjährigen, haben eine Lehre oder berufsbildende mittlere Schule abgeschlossen, wobei der Frauenanteil 39,4 % beträgt. 223 oder 36,7 % der Klamer haben nur einen Pflichtschulabschluss. Darunter sind mehr als zwei Drittel Frauen.Statistik Austria: Volkszählung vom 15. Mai 2001. Wohnbevölkerung nach Bildung; Familien und Haushalte (PDF; 10 KB).
Herkunft und Sprache 97,9 % der Klamer sind österreichische Staatsbürger und 95,5 % wurden in Österreich geboren. 1,5 % der Klamer kommen aus anderen EU-Staaten, 0,2 % aus Nicht-EU-Staaten.
Der mittel- oder donaubairische Dialekt ist eine bairische Dialektform, die in ganz Oberösterreich verbreitet ist. Der ostösterreichische Zweig des Mittelbairischen geht auf die Mundart des durch die bairische Ostsiedlung entstandenen babenbergischen Herrschaftsgebietes Ostarrichi zurück.
Bei der Volkszählung 2001 haben 785 Personen (99,5 %) Deutsch als Umgangssprache angegeben, 3 (0,4 %) Kroatisch, 1 (0,1 %) eine sonstige Sprache.Statistik Austria Tabelle: Ein Blick auf die Gemeinde Klam Demographische Daten (PDF)
Religion Bei der Volkszählung 2001 haben 758 Personen (96,1 %) römisch-katholisch als Religionsbekenntnis angegeben, 3 (0,4 %) islamisch, 8 (1,0 %) evangelisch, 1 (0,1 %) orthodox und 16 (0,4 %) sonstige Glaubensrichtungen. 19 (2,4 %) der Klamer haben sich zu keiner Religion bekannt. Die Bewohner von Klam werden von der römisch-katholischen Pfarre Klam betreut, die zu den Pfarren des Dekanates Grein zählt.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahl von Klam stieg ab 1869 zunächst und erreichte 1890 mit 770 Einwohnern einen Wert, der nach einer dann einsetzenden, stark rückläufigen Entwicklung mit einem Tiefpunkt bei 614 Einwohnern im Jahr 1951, erst im Jahr 2001 erstmals wieder übertroffen wurde. 2025 hatte der Markt sogar schon 974 Einwohner.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Burg Clam mini|hochkant|Sgraffito von Ernst Graner am Haus seines Schwiegervaters in der Klamschlucht
Katholische Pfarrkirche Klam Kreuzauffindung Burg Clam Sgraffito von Ernst Graner auf der Hammerschmiede (heute Elektrizitätswerk) in der Klamschlucht. Es zeigt Kastler bei dessen Arbeit Naturdenkmal Leonstein in der Klamschlucht Schwedenschanze von Achatzberg
Wirtschaft und Infrastruktur Die Marktgemeinde Klam ist eine von 18 Gemeinden der LEADER Region Strudengau.
Beschäftigung und Einkommen Die Anzahl der Arbeitsstätten in Klam stieg zwischen den beiden letzten Volkszählungen 1991 und 2001 um 15,0 % auf 23. Die Anzahl der Arbeitsplätze ging im selben Zeitraum um 8,2 % auf 67.Arbeitsstättenzählung vom 15. Mai 2001. Arbeitsstätten und Beschäftigte im Vergleich zu 1991 (PDF), aufgerufen am 11. April 2012
Klam bot 2001 für 32 außerhalb der Gemeinde wohnende Personen Arbeitsplätze, während 268 Klamer auswärts arbeiteten. Der überwiegende Teil der Einpendler kommt aus dem Bezirk Perg, ebenso bleibt der Großteil der Auspendler innerhalb der Grenzen des Bezirkes.Statistik Austria: Blick auf die Gemeinde Perg Erwerbspendler nach Pendelziel (PDF; 7 kB).
2001 waren 26,3 % der in Klam beschäftigten erwerbstätigen Personen in der Land- und Forstwirtschaft tätig. In Industrie, Gewerbe und Bauwesenwaren 2001 18,9 % beschäftigt. Der Anteil der Landwirtschaft ist gegenüber 1991 beziehungsweise 1981 deutlich zurückgegangen, ebenso jener von Industrie, Gewerbe und Bauwesen, während der Anteil der im Dienstleistungsbereich tätigen Personen deutlich gestiegen ist.Landes Oberösterreich, Regionaldatenbank, Statistische Basisdaten und Kennzahlen: Aufgerufen am 11. April 2012
Verkehr Die Donauuferbahn und die Donau Straße B3 erschließen den Bezirk Perg in westöstlicher Richtung. Die Anschlüsse an diese beiden Verkehrswege in den Nachbargemeinden Baumgartenberg, Saxen und Grein sind nur wenige Kilometer von Klam entfernt.