mini|Anfahrt zur Ortschaft Lungitz – von St. Georgen/Gusen aus kommend, mit Lagerhausturm und Knoll-Mühle Turm Katsdorf ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Perg im Mühlviertel mit Einwohnern (Stand ).

Geografie Der Ort Katsdorf liegt auf 306 Meter Höhe im Mühlviertel. Die Ausdehnung der Gemeinde beträgt von Nord nach Süd 4,6 und von West nach Ost 5,5 Kilometer. Die Gesamtfläche umfasst  Quadratkilometer. Davon sind 11 Prozent bewaldet, 74 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet entspricht der Katastralgemeinde Bodendorf und umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Die Gemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Perg.

Nachbargemeinden

Geschichte Erstmals wird der Ort als Chazilinistorf im Jahr 1125 urkundlich genannt. Die Herren von Chazilinisdorf wohnten damals am Burgstall Wolfsbach.

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Anfang des 16. Jahrhunderts verbreitete sich die Reformation in der Gegend, heftige Glaubenskämpfe und die Durchführung der Gegenreformation waren die Folge.

Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich.

Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Ende 1944 wurde nach dem langjährigen Einsatz von KZ-Häftlingen aus dem KZ Gusen im Ortsteil Lungitz das KZ Gusen III eingerichtet, das im Mai 1945 von amerikanischen Truppen befreit wurde. In der Nähe des Lagerhauses wurde ein KZ Gedenkstein errichtet. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Bei Arbeiten am Gleisunterbau am Bahnhof Lungitz im Herbst 2018 trat eine Schicht Asche mit Knochen zutage. Am 11. Dezember 2019 informierte Innenminister Wolfgang Peschorn bei einer Veranstaltung, dass tatsächlich menschliche Knochen und für ein KZ und jene Zeit typische Artefakte gefunden worden sind und eine Gedenkstätte errichtet werden soll.Neue NS-Gedenkstätte in Lungitz geplant orf.at, 12. Dezember 2019, abgerufen am 13. Dezember 2019.

Kirchenchronik

Die Pfarrkirche zum Hl. Vitus in Katsdorf:

1116: Hermann von Chazilinitorf d. Ä. baute eine Kirche – vermutlich aus Holz, wie es zu dieser Zeit im Mühlviertel üblich war – und ließ sie am 4. April vom Passauer Bischof Ulrich I. von Passau weihen. Sitz der Hochfreien von Chazilinitorf soll Burg Wolfsbach in Neubodendorf gewesen sein.

1125 übergibt Hermann von Chazilinitorf d. J. die Eigenkirche von Katsdorf an das Stift St. Florian.

1350: In einer Urkunde vom Stift Sankt Florian vom 29. September wird Katsdorf ausdrücklich „Parochia“ (Pfarre) genannt, ein Zeichen, dass diese zu jener Zeit noch selbständige Pfarre war.

1546: Der Propst des Stiftes konnte die Pfarre wegen Priestermangels nicht mehr besetzen. Katsdorf wurde eine Filiale der „Mutterpfarre“ Ried in der Riedmark. Es wurde einmal im Monat ein Gottesdienst gehalten, sonst mussten die Leute nach Ried oder Gallneukirchen gehen.

1645: Die heutige Pfarrkirche zum Hl. Vitus wurde erbaut, wie auf der Marmortafel über der Sakristei berichtet wird. Von 1715 bis 1725 wurde jährlich nur fünfmal ein Gottesdienst von Rieder Geistlichen in Katsdorf gefeiert. Von 1726 bis 1781 hielt ein Priester aus Ried schon jeden Monat eine Messe in Katsdorf. Es ist verständlich, dass Katsdorf bestrebt war, wieder eine eigene Pfarre zu werden.

1785: Am 30. August erging der Befehl des kaiserlichen Statthalters Eybl an das Stift St. Florian, einen ständigen Seelsorger nach Katsdorf zu schicken. Damit wurde aus der Filialkirche wieder eine Pfarrkirche.

1838: Am 8. April schlug der Blitz in die Kirche ein und setzte den Turmhelm und den Dachstuhl des Kirchenschiffs in Brand. Die Kirche wurde großteils zerstört, nur das Presbyterium und die Sakristei blieben erhalten. Eifrig wurde am Wiederaufbau der Kirche gearbeitet, sodass sie bereits am 29. Oktober 1838 von Bischof Gregor Thomas Ziegler geweiht werden konnte.

1891: Die Orgel wurde vom Orgelbaumeister Josef Matthäus Mauracher aus St. Florian erbaut. Sie wurde 1998 von der Orgelbaufirma Walcker-Mayer aus Guntramsdorf generalsaniert. Die Prospektpfeifen, die dem Ersten Weltkrieg zum Opfer gefallen waren, wurden in Erbauerart neu angefertigt; auch das Orgelgehäuse wurde restauriert.

1892–1893: Die barocke Kircheneinrichtung wurde entfernt und durch eine neue im Renaissancestil ersetzt.

1967 wurde die Kirche der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils entsprechend renoviert. Der Hochaltar, die Seitenaltäre, die Kanzel und das Kommuniongitter wurden entfernt, der Altarraum mit Volksaltar und Ambo neu gestaltet.

1983 fand eine Innenrenovierung der Kirche statt. Ein barockes Altarbild, das Martyrium des Kirchenpatrons Vitus darstellend, befindet sich in der Mitte des Altarraumes. Über der Sakristeitür ist ein Bild des Hl. Augustinus angebracht. Barocke Bilder mit der Heiligen Familie und dem Hl. Sebastian befinden sich über Tabernakel und Taufstein.

1985 wurden zum 200-Jahre-Jubiläum der Pfarre zwei dem Barock nachempfundene Statuen, Maria mit dem Kinde und der Hl. Florian, im Kirchenschiff aufgestellt.

2002: Am 3. Juni begann die Außenrenovierung der Pfarrkirche und am 17. August wurde das Turmkreuz aufgesteckt und ein Pfarrfest gefeiert.

Pfarrherren von Katsdorf Pfarrer der 33 Florianer Stiftspfarren blieb bis zum II. Vatikanum (1962–1965) der Propst von St. Florian. Die Seelsorger vor Ort waren meistens Chorherren (CanReg) des Stiftes die meist als Pfarrverweser oder Pfarrvikare fungierten.

Einwohnerentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Burgstall Wolfsbach mini|Schloss Bodendorf mini|Schloss Breitenbruck

Katholische Pfarrkirche Katsdorf hl. Vitus Karden- und Heimatmuseum Katsdorf: hier wird u. a. die mittlerweile ausgestorbene Produktion von Weber-Karden dargestellt Schloss Bodendorf (erstmals erwähnt 1270): Erhaltener Meierhof mit historischem Schlossbrunnen. Schloss Breitenbruck (erstmals erwähnt 1230): Eindrucksvolle erhaltene historische Gebäudeteile. Burgstall Wolfsbach (erwähnt um 1100): Burgberg mit erhaltenen Geländespuren. Kino: In Katsdorf gibt es ein Programm- und Premierenkino, das auch für Theateraufführungen genutzt wird.

Musik Musikverein Katsdorf Gusentaler Bläserquintett (Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott) Chazilini Brass (2 Trompeten, Horn, Posaune, Bass) Bodendorfer Tanzlmusi Bodenderfl Hafsoke Klezmorim Verein Kirchenchor St. Vitus UNIVOICES – die junge Chorgemeinschaft regelmäßige Chorprojekte Kisi-Club Katsdorf

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr Bahn: Katsdorf liegt an der Summerauer Bahn und hat eine eigene Haltestelle etwas außerhalb vom Ortskern im Ortsteil Neubodendorf. Der nächste größere Bahnhof liegt in Lungitz. Straße: Über die in rund fünf Kilometer nordwestlich des Gemeindegebietes verlaufende Mühlkreis Autobahn A7 ist Katsdorf gut mit Linz verbunden.

Sport Ein Fußballverein SPG Katsdorf, mit einer Mannschaft in der Bezirksliga Nord und einer in der 2. Klasse Nordmitte Tennisplätze Beachvolleyballplätze Motorikparkoasen (VS Katsdorf, ASKÖ Katsdorf, FF Lungitz)

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 25 Mandataren. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 1997 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP, 10 SPÖ und 2 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2003 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 11 SPÖ und 2 GRÜNE. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2009 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 9 SPÖ und 2 GRÜNE. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, 6 SPÖ und 4 GRÜNE. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2021 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 9 SPÖ, 3 GRÜNE und 1 FPÖ.

Bürgermeister Bürgermeister seit 1850 waren:

In Bodendorf:

In Katsdorf:

Wappen Offizielle Beschreibung des 1973 verliehenen Gemeindewappens: Schräglinks geteilt; oben in Rot ein silbernes Patriarchenkreuz mit Kugelenden; unten in Silber der grüne Blütenkopf einer Weberkarde.

Die Gemeindefarben sind Rot-Weiß-Grün.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde Sebastian Grubauer (1833–1891), Landwirt und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus, in Katsdorf geboren Richard Wall (* 1953), Schriftsteller, in Katsdorf aufgewachsen Sylvia Haider (* 1959), Schauspielerin, in Katsdorf aufgewachsen Martin Winkler (* 1963), Unternehmer und Politiker, in Katsdorf geboren

Personen mit Bezug zur Gemeinde Anna Goldgruber (* 1957), Textilkünstlerin, lebt in Katsdorf

Weblinks

Webpräsenz der Gemeinde Katsdorf

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1125