Bad Kreuzen ist eine Marktgemeinde und ein Kneippkurzentrum in Oberösterreich im Unteren Mühlviertel im Bezirk Perg mit Einwohnern (Stand ).
Geografie Bad Kreuzen liegt auf einer Höhe von 7 Kilometer nördlich der Donau bei Grein. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,4 Kilometer, von West nach Ost 8,5 Kilometer.Land Oberösterreich: Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Bad Kreuzen. Endbericht. Wien 2009, S. 5 (). Die Gesamtfläche beträgt Quadratkilometer. 29,4 Prozent der Fläche sind bewaldet, 64,6 Prozent der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt. Wolfsschlucht
Der Hauptort befindet sich etwa 17 Kilometer östlich der Bezirkshauptstadt Perg.
Gemeindegliederung
Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
und besteht aus den Katastralgemeinden (Fläche Stand ): Dörfl () Kalmberg () Kreuzen () Wetzelstein ()
Die Gemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Perg.
Nachbargemeinden
Geschichte Die älteste Erwähnung der um 900 erbauten Burg Kreuzen als Chroucen stammt aus dem Jahr 1147. Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.
An die Besetzung des Ortes während der Napoleonischen Kriege erinnert die so genannte Franzosenhütte, ein alter Getreidespeicher beim Rotaigner in Unterdörfl 29, an welchem Einschusslöcher im Holz und kleine Dellen im Eisenblech heute noch zu sehen sind.Karl Haider: Die Franzosenhütte in Bad Kreuzen und die Franzosenzeit um 1800. In: EuroJournal Linz – Mühlviertel – Böhmerwald. Jahrgang 15, Linz 2009, Heft 1, S. 8 ().
Die ursprünglich vier Katastralgemeinden und ab 1850 selbständigen Ortsgemeinden Kreuzen, Kalmberg, Dörfl und Wetzelstein sowie Teile der Grein zugeordneten Katastralgemeinde Panholz wurden 1875 zur Ortsgemeinschaft Kreuzen vereinigt. Die Marktgemeinde beruft sich auf ein 1482 dokumentiertes Marktrecht.
Seit 1973 wird in Anknüpfung an die lange Tradition als Kneipp- und Kurort die offizielle Bezeichnung „Bad Kreuzen“ für die Marktgemeinde verwendet.
Kurbetrieb Im Jahr 1565 stiftete Ferdinand Helfried von Meggau das Spital zu Kreuzen, eine Vorläufereinrichtung des Kurhauses. Seit 1835 bestand in Kreuzen ein bescheidener Kurbetrieb, der kaltes Wasser als Heilmittel verwendete.Stenzel 1987, S. 246. Spätestens ab 1912 wurde die Kaltwasserheilanstalt ganzjährig betrieben.Stenzel 1987, S. 248. Im Ersten Weltkrieg diente das Kurhaus als Lazarett. Im Zweiten Weltkrieg fanden volksdeutsche Flüchtlinge dort Zuflucht. Über die norwegische Europahilfe kam das Kurhaus 1959 an das Österreichische Rote Kreuz. Im Jahr 1984 beherbergten das Kurhaus und einige Ortsgasthäuser rund 400 Flüchtlinge. Das heutige „Kurheim der Schwestern vom Karmel“ wurde im Jahr 1972 gegründet.
Einwohnerentwicklung
Von 1981 bis 2001 waren die Geburtenbilanz positiv und die Wanderungsbilanz negativ. Seit 2001 gibt es eine Zuwanderung, die Geburtenbilanz wurde jedoch negativ.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Bad Kreuzen mini|hochkant|Wallfahrtskapelle Aigner Kreuz
Burg Kreuzen: Die einst nach der Burg Schaunberg zweitgrößte Wehranlage in Oberösterreich wurde um 900 als Fliehburg erbaut. Zu sehen sind der Arkadenhof, das Tafelzimmer, die Burgkapelle und der Burgturm. Katholische Pfarrkirche Bad Kreuzen hl. Veit Katholische Wallfahrtskapelle Aigner Kreuz in Neuaigen Das Naturdenkmal Vier Linden bei der Maria-Hilf-Kapelle, das Naturdenkmal Burglinde im Burghof der Burg Kreuzen, das Naturdenkmal Hauseiche (Steinereiche) und die Hiblereiche in Mitterdörfl sind im Naturschutzbuch der oberösterreichischen Landesregierung als Naturdenkmäler ausgewiesen.Naturdenkmäler in Bad Kreuzen. In: Naturschutzbuch Oberösterreich.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Im Jahr 2010 gab es 104 landwirtschaftliche Betriebe, die im Haupterwerb geführt wurden. Diese bewirtschafteten mehr als drei Viertel der Flächen. Im schwach ausgeprägten Produktionssektor beschäftigten elf Warenhersteller rund sechzig und elf Baufirmen rund dreißig Personen. Im Dienstleistungssektor waren rund 200 der Arbeitnehmer in sozialen und öffentlichen Diensten beschäftigt, vierzig in Beherbergung und Gastronomie und dreißig im Handel. WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)186223187261Produktion24188787Dienstleistung7649342226 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Unternehmen Freies Magazin fm5
Berufspendler
Von den über 1100 Erwerbstätigen, die 2011 in Bad Kreuzen wohnten, arbeitete ein Drittel in der Gemeinde und zwei Drittel pendelten aus. Etwa 220 Menschen kamen aus der Umgebung, um in Bad Kreuzen zu arbeiten.
Politik mini|Gemeindezentrum in Bad Kreuzen Gemeinderat Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder. Von 2003 bis nach den Wahlen 2015 hatte der Gemeinderat 25 Mandate. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 1997 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 21 ÖVP und 4 SPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2003 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 22 ÖVP und 3 SPÖ (25 Mandate). Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2009 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 21 ÖVP, 2 FPÖ und 2 SPÖ (25 Mandate). Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 20 ÖVP, 4 FPÖ und 1 SPÖ (25 Mandate). Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2021 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, 3 FPÖ und 1 SPÖ (19 Mandate).
Bürgermeister
Bürgermeister seit 1850 waren:
Wappen Blasonierung: In Rot auf grünem Dreiberg ein silbernes Lamm mit einem goldenen, auf dem Rücken aufgesteckten, lateinischen Kreuz.
Die Gemeindefarben sind Rot-Weiß-Grün.
Persönlichkeiten Ehrenbürger von Kreuzen (die Zahlenangabe in Klammer betrifft das Jahr der Ernennung)Marktgemeinde Bad Kreuzen: Heimatbuch der Marktgemeinde Bad Kreuzen. 2., erweiterte Auflage, Linz 1997, S. 90.
Ehrenringträger von Kreuzen Franz Steinbauer, Bürgermeister (1956) Josef Brandstetter, Bürgermeister (1986), Träger des Goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich (1987) Franz Hinterdorfer, Amtsleiter (1988), Träger des Goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich (1989)
Ehrennadelträger von Kreuzen Rudolf Kandulski, Ehrenkommandant der Freiwilligen Feuerwehr (1988) Karl Maschik, Obmann der Wassergenossenschaft Bad Kreuzen (1988)
Söhne und Töchter der Gemeinde Theophil Heimb (* 1706 in Bad Kreuzen; † 1773 in Wien), Zisterzienser, Prediger und Ordenshistoriker Hermann Heinz Ortner (* 1895 in Bad Kreuzen; † 1956 in Salzburg), Schriftsteller und Dramatiker Kurt Lettner (* 1937 in Bad Kreuzen), war 40 Jahre Hauptschullehrer, davon viele Jahre Hauptschuldirektor von Mauthausen, Vizebürgermeister von Mauthausen, nebenberuflich Heimatforscher, Kulturjournalist, Sachverständiger für Kunst und Antiquitäten, promovierte im Rahmen seines Seniorenstudiums in Kunstgeschichte und Ethnologie Notburga Astleitner (* 1958 in Bad Kreuzen), Landtagsabgeordnete (2012 bis 2015), Bundesrat (2009 bis 2012), Bezirksschulinspektorin, Gemeinderätin in Bad Kreuzen Viktor Sigl (* 1954 in Bad Kreuzen), Landesrat in der OÖ. Landesregierung (2003 bis 2013), seither Landtagspräsident von Oberösterreich, Unternehmer.
Literatur Dalibor Truhlar: Bad Kreuzener Idyllen. Trauner Verlag, Linz 2017, ISBN 978-3-99062-121-9. Malvine Stenzel: Kurwesen und Fremdenverkehr am Beispiel von drei oberösterreichischen Gemeinden. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Jahrgang 41, Linz 1987, Heft 3, S. 236–261 (Bad Kreuzen S. 244–251; ).
Weblinks
Homepage der Gemeinde Bad Kreuzen.
Einzelnachweise
Kreuzen
Kategorie:Aist-Naarn-Kuppenland