mini|hochkant=1.25|Boxenstopp von Michael Schumacher in Monza mini|hochkant=1.25|Rückkehr von BMW als Motorenlieferant: Williams FW22 Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2000 war die 51. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie wurde über 17 Rennen in der Zeit vom 12. März 2000 bis zum 22. Oktober 2000 ausgetragen. Neu im Kalender war das erste Mal seit 1991 der Große Preis der USA.

Michael Schumacher gewann zum dritten Mal die Fahrer-Weltmeisterschaft. Es war sein erster Weltmeistertitel für das Ferrari-Team und der erste Fahrer-Titel, den Ferrari seit 1979 mit Jody Scheckter gewinnen konnte. Die Konstrukteursmeisterschaft wurde zum zweiten Mal hintereinander von Ferrari gewonnen.

Änderungen 2000 Technisches Reglement

Erlaubt waren nurmehr V10-Motoren mit einem Hubraum von 3.000 cm³. Da seit 1998 kein Team mehr V8-Motoren eingesetzt hatte, entsprach diese Änderung des Reglements lediglich einer Anpassung an den aktuellen Stand. Des Weiteren wurde verordnet, dass alle Formel-1-Motoren ab diesem Jahr mit Treibstoff betrieben werden müssen, der normalem Benzin, wie man es von Tankstellen kennt, weitgehend ähnelt.

Rennstrecken Erstmals seit 1991 gab es wieder einen Großen Preis der USA, wodurch sich die Anzahl der Saisonrennen auf 17 erhöhte. Mit dem Indianapolis Motor Speedway als Austragungsort schloss die Formel 1 dabei auch an die Tradition an, dass das Indianapolis-500-Rennen bis 1960 Teil der Formel-1-Weltmeisterschaft gewesen war. Im Unterschied zu diesem Rennen wurde allerdings die bekannte Ovalstrecke nur abschnittsweise als Teil eines neuen Formel-1-Kurses befahren.

Daneben wurde der Rennkalender an mehreren Positionen umgestellt. Am Saisonende tauschten der Große Preis von Malaysia und der Große Preis von Japan ihre Positionen – das Saisonfinale sollte nun in Sepang stattfinden. Außerdem wurden die europäischen Saisonrennen umgestellt: Der Große Preis von Großbritannien wechselte aus dem Sommer ins Frühjahr, ebenso der Große Preis von Europa auf dem Nürburgring aus dem September in den Mai. Dadurch, dass der Große Preis von Monaco wiederum am Himmelfahrtswochenende stattfand, rutschte dieses Rennen ebenfalls auf einen Termin Anfang Juni.

Teams Das Stewart-Team wurde nach drei Jahren, in denen dieser Rennstall exklusiver Motorenpartner von Ford gewesen war, von diesem Konzern übernommen und fortan unter dem Namen Jaguar Racing gemeldet.

In ähnlicher Weise erwarb Renault wenige Tage nach Saisonbeginn das Benetton-Team, verzichtete hier aber vorerst auf eine Umbenennung.

Motoren Honda kehrte als Motorenlieferant zurück und versorgte zunächst exklusiv das BAR-Team. Zuvor war der Name Honda in der Formel 1 seit 1993 lediglich durch sein Tochterunternehmen Mugen vertreten gewesen, das im Jahr 2000 letztmals das Jordan-Team ausrüstete.

Auch BMW trat erstmals seit 1987 wieder als Motorenlieferant in Erscheinung und wurde exklusiver Partner von Williams.

Nach zwei Jahren, in denen von Hart konstruierte Motoren unter dem Teamnamen gemeldet worden waren, wechselte Arrows auf Supertec-Motoren, die zuvor bei BAR und Williams gelaufen waren.

Der ursprüngliche Ford-Motor, den Minardi eigenverantwortlich weiterentwickelt hatte, wurde in diesem Jahr unter dem Namen Fondmetal gemeldet.

Fahrer Die wichtigsten Änderungen standen im Zusammenhang mit der Übernahme von Stewart durch Ford: Stewart-Fahrer Rubens Barrichello und Ferrari-Pilot Eddie Irvine, Vizeweltmeister im Vorjahr, tauschten dabei die Plätze.

Bei Jordan trat Jarno Trulli an die Stelle des nach der Saison 1999 zurückgetretenen Ex-Weltmeisters Damon Hill. Trullis Platz bei Prost nahm mit Nick Heidfeld der Formel-3000-Weltmeister 1999 ein. Der Wechsel des französischen Routiniers Jean Alesi, der von Sauber kam, vervollständigte die Neuaufstellung des französischen Rennstalls. Im Gegenzug erhielt Olivier Panis kein Renn-Cockpit mehr und verbrachte das Jahr 2000 als Testfahrer bei McLaren. Sauber wiederum holte für Alesi Mika Salo ins Team, der 1999 bei Ferrari für einige Rennen den verletzten Michael Schumacher ersetzt hatte.

Bei Williams verließ der im Vorjahr enttäuschende Alessandro Zanardi den Formel-1-Sport wieder und wurde durch den Debütanten Jenson Button ersetzt. Bei Arrows kehrte Jos Verstappen nach einjähriger Abwesenheit in die Formel 1 zurück. Sein Vorgänger Toranosuke Takagi erfuhr keinen erneuten Auftritt in dieser Rennserie. Auch Minardi besetzte eines der Cockpits neu und brachte für den glücklosen Luca Badoer den Paydriver Gastón Mazzacane an den Start.

Keine Änderungen gab es lediglich bei Benetton und bei BAR.

Über die Saison hinweg blieb das Fahrerfeld größtenteils homogen. Die einzige vorübergehende Umbesetzung betraf Jaguar, wo Luciano Burti beim Großen Preis von Österreich für ein Rennen Eddie Irvine ersetzte. Irvine hatte während des Freitagstrainings über Bauchschmerzen geklagt, woraufhin bei ihm eine Blinddarmentzündung diagnostiziert wurde.

Teams und Fahrer

Bild Team Chassis Motor Reifen Nr. Stammfahrer Rennen Test-/Ersatzfahrer 130px|zentriert|McLaren MP4/15 McLaren MP4/15 Mercedes-Benz 3.0 V10 1 1–17 2 1–17 130px|zentriert|Ferrari F1-2000 Ferrari F1-2000 Ferrari 3.0 V10 3 1–17 4 1–17 130px|zentriert|Jordan EJ10 Jordan EJ10Jordan EJ10B Mugen-Honda 3.0 V10 5 1–17 6 1–17 130px|zentriert|Jaguar R1 Jaguar R1 Ford Cosworth 3.0 V10 7 1–9, 11–17 10 8 1–17 130px|zentriert|Williams FW22 Williams FW22 BMW 3.0 V10 9 1–17 10 1–17 130px|zentriert|Benetton B200 Benetton B200 Playlife 3.0 V10 11 1–17 12 1–17 130px|zentriert|Prost AP03 Prost AP03 Peugeot 3.0 V10 14 1–17 15 1–17 130px|zentriert|Sauber C19 Sauber C19 Petronas 3.0 V10 16 1–17 17 1–17 130px|zentriert|Arrows A21 Arrows A21 Supertec 3.0 V10 18 1–17 19 1–17 130px|zentriert|Minardi M02 Minardi M02 Fondmetal 3.0 V10 20 1–17 21 1–17 130px|zentriert|BAR 002 BAR 002 Honda 3.0 V10 22 1–17 23 1–17

Rennkalender Nr. Datum Grand Prix(Strecke) Distanz(km) Sieger Zweiter Dritter Pole-Position SchnellsteRennrunde GesamtführenderFahrer GesamtführenderKonstrukteur 1 12. März (Melbourne) 307,574 (Ferrari) (Ferrari) (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) 2 26. März (São Paulo) 305,939 (Ferrari) (Benetton-Playlife) (Jordan-Mugen-Honda) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) 3 9. April (Imola) 305,846 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) 4 23. April (Silverstone) 308,355 (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) 5 7. Mai (Montmeló) 307,323 (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) 6 21. Mai (Nürburg) 305,252 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) 7 4. Juni (Monte Carlo) 262,860 (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Benetton-Playlife) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) 8 18. Juni (Montréal) 305,049 (Ferrari) (Ferrari) (Benetton-Playlife) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) 9 2. Juli (Magny-Cours) 305,886 (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) 10 16. Juli (Spielberg) 306,649 (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) 11 30. Juli (Hockenheim) 307,035 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) 12 13. August (Mogyoród) 305,921 (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) -Mercedes 13 27. August (Spa-Francorchamps) 306,592 (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) 14 10. September (Monza) 306,764 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Williams-BMW) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) 15 24. September (Indianapolis) 306,016 (Ferrari) (Ferrari) (Jordan-Mugen-Honda) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) 16 8. Oktober (Suzuka) 310,792 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) 17 22. Oktober (Sepang) 310,408 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) (McLaren-Mercedes)

Rennberichte Großer Preis von Australien

Platz Fahrer Team Zeit 1 Michael Schumacher Ferrari 1:34:01,987 2 Rubens Barrichello Ferrari + 11,415 3 Ralf Schumacher Williams-BMW + 20,009 4 Jacques Villeneuve BAR-Honda + 44,447 5 Giancarlo Fisichella Benetton-Supertec + 45,165 6 Ricardo Zonta BAR-Honda + 46,468

Der Große Preis von Australien auf dem Albert Park Circuit in Melbourne fand am 12. März 2000 über 58 Runden auf insgesamt 307,574 km statt.

Die Pole-Position erreichte Mika Häkkinen vor David Coulthard und Michael Schumacher. Nachdem beide McLaren-Mercedes mit Motorschäden ausgefallen waren, Coulthard in der 11. und Häkkinen in der 18. Runde, war der Weg frei für einen Ferrari-Doppelsieg.

Gestartet waren 21 Fahrer, von denen 9 im Ziel gewertet wurden. Rubens Barrichello fuhr in 1:31,481 Minuten die schnellste Rennrunde.

Großer Preis von Brasilien

Platz Fahrer Team Zeit 1 Michael Schumacher Ferrari 1:31:35,271 2 Giancarlo Fisichella Benetton-Supertec + 39,898 3 Heinz-Harald Frentzen Jordan-Mugen-Honda + 42,268 4 Jarno Trulli Jordan-Mugen-Honda + 1:12,780 5 Ralf Schumacher Williams-BMW + 1 Runde 6 Jenson Button Williams-BMW + 1 Runde Der Große Preis von Brasilien auf der Rennstrecke Interlagos in São Paulo fand am 26. März 2000 statt und ging über eine Distanz von 71 Runden mit 304,732 km.

McLaren-Mercedes konnte zum zweiten Mal keine Punkte einfahren. Häkkinen schied mit technischem Defekt aus, Coulthard wurde nach einer technischen Überprüfung nach dem Rennen disqualifiziert.

Großer Preis von San Marino

Platz Fahrer Team Zeit 1 Michael Schumacher Ferrari 1:31:39,776 2 Mika Häkkinen McLaren-Mercedes + 1,168 3 David Coulthard McLaren-Mercedes + 51,008 4 Rubens Barrichello Ferrari + 1:29,276 5 Jacques Villeneuve BAR-Honda + 1 Runde 6 Mika Salo Sauber-Petronas + 1 Runde Der Große Preis von San Marino auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola fand am 9. April 2000 statt und ging über eine Distanz von 62 Runden über insgesamt 305,660 km.

Großer Preis von Großbritannien

Platz Fahrer Team Zeit 1 David Coulthard McLaren-Mercedes 1:28:50,108 2 Mika Häkkinen McLaren-Mercedes + 1,477 3 Michael Schumacher Ferrari + 19,917 4 Ralf Schumacher Williams-BMW + 41,312 5 Jenson Button Williams-BMW + 57,759 6 Jarno Trulli Jordan-Mugen-Honda + 1:19,273 Der Große Preis von Großbritannien auf dem Silverstone Circuit in Silverstone fand am 23. April 2000 statt und ging über eine Distanz von 60 Runden (308,400 km).

Großer Preis von Spanien

Platz Fahrer Team Zeit 1 Mika Häkkinen McLaren-Mercedes 1:33:55,390 2 David Coulthard McLaren-Mercedes + 16,066 3 Rubens Barrichello Ferrari + 29,112 4 Ralf Schumacher Williams-BMW + 37,311 5 Michael Schumacher Ferrari + 47,983 6 Heinz-Harald Frentzen Jordan-Mugen-Honda + 1:21,925 Der Große Preis von Spanien auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona fand am 7. Mai 2000 statt und ging über eine Distanz von 65 Runden über insgesamt 307,255 km.

Großer Preis von Europa

Platz Fahrer Team Zeit 1 Michael Schumacher Ferrari 1:42:00,307 2 Mika Häkkinen McLaren-Mercedes + 13,822 3 David Coulthard McLaren-Mercedes + 1 Runde 4 Rubens Barrichello Ferrari + 1 Runde 5 Giancarlo Fisichella Benetton-Supertec + 1 Runde 6 Pedro de la Rosa Arrows-Supertec + 1 Runde Der Große Preis von Europa auf dem Nürburgring fand am 21. Mai 2000 statt und ging über eine Distanz von 67 Runden (305,235 km).

Häkkinen startete von Position 3 und konnte direkt die Führung vor Schumacher und Coulthard übernehmen. In Runde 10 setzte Regen ein und eine Runde später übernahm Schumacher die Führung. In Runde 30 kam es zu einer Kollision zwischen Ralf Schumacher, Jos Verstappen und Eddie Irvine. Die weiteren Ausfälle: Trulli, Frentzen, Salo, Villeneuve, Gene und Zonta, Button, Herbert und Wurz. Nick Heidfeld wurde aufgrund von Unterschreitung des Mindestgewichts von 600 kg nach dem Training disqualifiziert und durfte nicht starten.

Großer Preis von Monaco