Buckenhof (fränkisch: BuggnhufD. Fastnacht: Erlangen, S. 57. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „bugn̩hûf“.) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth. Sie ist die flächenkleinste Kommune Bayerns.

Geographie Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht nur aus der Gemarkung und dem Gemeindeteil Buckenhof. Die Gemarkung Buckenhof hat eine Fläche von 1,390 km². Sie ist in 1373 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1012,64 m² haben.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Spardorf, Uttenreuth, Erlangen

Geografische Lage Die Gemeinde Buckenhof liegt am östlichen Stadtrand von Erlangen und an der Nordseite des Nürnberger Reichswaldes. Sie ist eine beliebte Wohngemeinde im Erlanger Umland und Teil der Metropolregion Nürnberg. Geografisch betrachtet liegt sie im Tal der Schwabach.

Geschichte mini|hochkant=1.20|Das Hallerschloss Puckenhof, um 1860 mini|hochkant=1.20|Buckenhof als Teil des Oberamtes Baiersdorf

Der Ort wurde im Jahr 1359 indirekt mit dem Personennamen „Reymar vonn Pukhenhoffe“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Bucko (Kosename von Burchard).D. Fastnacht: Erlangen, S. 54ff. Die Erbforsthube im Sebalder Reichswald des Nürnberger Bürgers Hermann Remar ist seit 1372 nachweisbar. Sie gehörte vorgenannten Hermann Remar; aus ihr ging das Schloss Puckenhof hervor. Das Gut befand sich von 1462 bis 1487 und 1501 bis 1848 im Besitz der Freiherren von Haller. Im Zweiten Markgrafenkrieg wurden die Gebäude am 29. Mai 1552 von markgräflichen Truppen niedergebrannt. In den Jahren 1564–1567 bauten die Haller das Schloss Puckenhof wieder auf. Seit 1850 ist es ein Jugendheim der Inneren Mission.B. v. Haller: Buckenhof, in: Stadtlexikon Erlangen, S. 178f.

Bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches war Buckenof ein Teil des Markgraftums Brandenburg-Bayreuth. Es gehörte dabei zum Oberamt Baiersdorf, das die Dorf- und Gemeindeherrschaft über den Ort ausübte.

Von 1797 bis 1810 unterstand Buckenhof dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt Uttenreuth und der zugleich gebildeten Ruralgemeinde Uttenreuth zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Buckenhof. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Erlangen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (1919 in Finanzamt Erlangen umbenannt). Ab 1862 gehörte Buckenhof zum Bezirksamt Erlangen (1939 in Landkreis Erlangen umbenannt) und zum Stadt- und Landgericht Erlangen (1879 in das Amtsgericht Erlangen umgewandelt).

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 Einwohner 125 139 211 185 170 149 177 212 199 177 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1871 bis 2022 als Wohngebäude. 22 19 21 22 22 Quelle Jahr 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 Einwohner 180 161 200 203 239 284 362 454 713 784 Häuser 24 34 87 Quelle Jahr 1961 1970 1987 2007 2015 2022 Einwohner 1270 2116 2771 3293 3139 3157 Häuser 171 634 865 884 Quelle

Buckenhof gehört zu den am dichtesten besiedelten Gemeinden in Bayern. Die außerordentliche Beliebtheit der Gemeinde spiegelt sich unter anderen in hohen Grundstückspreisen wider. Sie erklärt sich durch die stadtnahe Lage angrenzend an Erlangen und die Einbettung in die Natur am Reichswald und dem Landschaftsschutzgebiet „Talraum der Schwabach“.

Politik mini|Buckenhof Luftaufnahme (2020) Beherrschendes politisches Thema war über Jahrzehnte die Errichtung einer Ortsumgehung der Orte Buckenhof, Uttenreuth, Weiher und Buckenhofer Siedlung in Erlangen für die Staatsstraße 2240 von Erlangen nach Eschenau. Die von den staatlichen Planungsgremien bevorzugte Straßenführung durch den Sebalder Reichswald sollte hierbei dicht an der Wohnbebauung im Buckenhofer Süden vorbeiführen. Allerdings war bereits im Jahre 2006 der gesamte Nürnberger Reichswald als EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen worden. Im Frühjahr 2011 wurde zudem bekannt, dass die geplante Trassenführung bei Uttenreuth durch ein Gebiet verläuft, in dem mehrere geschützte Arten brüten, beispielsweise die Heidelerche. Eine Alternativroute, eine nördliche Umgehung des Uttenreuther Gemeindeteils Weiher, hätte ebenfalls an Buckenhof vorbeigeführt. Sie stieß aber bei noch mehr Bürgern, insbesondere auch in Uttenreuth, auf Ablehnung. Die Planungen wurden daher im Juni 2012 endgültig eingestellt. Im August 2013 wurden jedoch zur Entlastung der Anwohner lärmmindernde Maßnahmen (Flüsterasphalt) an der bisherigen Strecke durchgeführt. Im August/September 2017 wurde auch der restliche Teil der Staatsstraße im Gemeindegebiet mit lärmminderndem Belag versehen.

Ende 2011 wurde dem Gemeindegebiet eine zusätzliche Fläche zugeordnet, die sich auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei befindet und vorher zur Gemeinde Spardorf gehörte. Die beiden Gemeinden bildeten einen Planungsverband, um die Nahversorgung in beiden Orten zu verbessern. Ende 2018 eröffneten dort zwei neue Supermärkte, ein Drogeriemarkt, eine Bankfiliale sowie eine Bäckereifiliale. Das angrenzende Ärztehaus wurde Anfang 2019 fertiggestellt, später kamen noch eine Apotheke und ein Restaurant hinzu. Bei der Planung legten die Gemeinden Wert auf ein nachhaltiges Energiekonzept durch Nutzung von Erdwärme (über Wärmepumpen) und Photovoltaik.

Die Gemeinde ist seit längerem schuldenfrei.

Gemeinderat Die vergangenen Kommunalwahlen führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat, dazu kommt noch die hauptamtliche Bürgermeisterin: CSU SPD FW (ab 2022: Bunt.Gemeinsam.Lebenswert) Unabhängige Bürger Buckenhof Die Linke Gesamt 2008 3 2 8 3 - 16 Sitze 2014 3 2 8 3 - 16 Sitze 2020 3 5 4 4 - 16 Sitze 2026 4 4 4 3 1 16 Sitze (Stand: Kommunalwahl am 8. März 2026)

Bürgermeisterin Erste Bürgermeisterin ist Astrid Kaiser (SPD). Sie wurde am 8. März 2026 mit 59,1 % der Stimmen wiedergewählt.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist gelb-blau-weiß.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Das Hallerschloss Puckenhof, 2011 Bau- und Bodendenkmäler

Schloss Puckenhof

Freizeit- und Sportanlagen Sportplatz, Tennisplatz, zwei Rodelhügel, Kegelbahn, Halfpipe, Aquariumsanlage des Vereins „Toxotes“

Gesundbrunnen und Bewässerung Überregionale Aufmerksamkeit erlangte Buckenhof ab 1709 bis etwa 1810 durch eine Heilquelle, die als Gesundbrunnen bekannt wurde. Sie führte zu einem Zustrom Heilungssuchender aus nah und fern. Das Wasser wurde getrunken, zur Zubereitung von Kaffee benutzt oder abgefüllt. Später jedoch versiegte die Quelle fast vollständig. Heute befindet sich an einem Hang unterhalb des Fußballplatzes nur noch ein verwittertes Bauwerk, das mit Gittern geschützt ist. Es liegt an einem Bewässerungsgraben, über den Anfang des 20. Jahrhunderts die Buckenhofer Talaue, die sogenannten Brunnwiesen, bewässert wurde.Broschüre unter

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Buckenhofer Forst Buckenhof ist durch die Staatsstraße 2240 mit Erlangen und den Nachbargemeinden Spardorf und Uttenreuth verbunden. Lange Zeit war eine Umgehungsstraße durch den nahegelegenen Buckenhofer Forst geplant, die jedoch aufgrund von Brutstätten geschützter Arten auf der geplanten Trasse verworfen wurde.

Buckenhof ist durch die Buslinien 285 und 280 der Erlanger Stadtwerke sowie die Linien 208, 209 und 210 der OVF an den VGN angeschlossen. Innerhalb des Ortes gibt es ein auf die Linie 285 abgestimmtes Linienbedarfstaxi.

Bis 1963 hatte Buckenhof Anbindung an die Sekundärbahn Erlangen–Gräfenberg; die Strecke wurde stillgelegt [s. o.]. Es gibt Planungen zur Neuerrichtung einer Stadt-Umland-Bahn, welche die Orte Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach miteinander verbinden soll. Ein ursprünglich angedachter Ostast über Buckenhof bis Uttenreuth durfte nach einem Bürgerentscheid im April 2015 im Landkreises Erlangen-Höchstadt auf Kreisebene zunächst nicht weiter geplant werden. Inzwischen gibt es aber ein „landkreisübergreifendes interkommunales Bündnis Ostachse Stadt-Umland-Bahn“ (LIBOS) mit 14 beteiligten Gemeinden. Der Ostast soll (wie die frühere Bahnstrecke) auch durch den Landkreis Forchheim verlaufen.

Unternehmen Von 1923 bis 1928 wurden in Buckenhof Motoren für die Ermag hergestellt, später andere mechanische Erzeugnisse unter dem Firmennamen Siebenkees.

Persönlichkeiten Ernst Schwarz (* 19. Juni 1895; † 14. April 1983), Historiker und Germanist, Professor an der Deutschen Universität Prag und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Gründungsmitglied des Collegium Carolinum in München Karl Steinbauer (* 2. September 1906; † 6. Februar 1988), evangelisch-lutherischer Theologe und Mitglied der Bekennenden Kirche

Literatur

Silvia Minderlein und Siegfried Ziegler: Buckenhof – Geschichte eines Ortes mit einem Schloss und einer Mühle. 2025

Weblinks

Gemeinde Buckenhof

Fußnoten

Kategorie:Ersterwähnung 1359 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ort an der Schwabach (Regnitz) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt