Lembach im Mühlkreis ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Rohrbach im oberen Mühlviertel mit Einwohnern (Stand ). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Rohrbach.

Geografie Lembach im Mühlkreis liegt auf 552 m Höhe im oberen Mühlviertel bzw. in der Naturschutzfachlichen Raumeinheit Zentralmühlviertler Hochland. Die Gemeindefläche ist mit  Quadratkilometer die kleinste des Bezirks. Die Ausdehnung beträgt von Norden nach Süden 3,6 und von West nach Ost misst das Gemeindegebiet 4 Kilometer. 27,2 Prozent der Fläche sind bewaldet, 61,7 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Lembach im Mühlkreis. Endbericht. Kirchdorf an der Krems 2007 ().

Geologie und Böden Die Landschaft des Gemeindegebietes ist ein Teil der Böhmischen Masse, die auf ein sehr altes Gebirge zurückgeht, das durch die Variszische Gebirgsbildung im Paläozoikum (Karbon) entstand. Nach der starken Erodierung des ehemaligen Hochgebirges kam es während der Alpidischen Gebirgsbildung im Tertiär zur Aufhebung des kristallinen Grundgebirges um mehrere 100 Meter, wodurch Brüche und Störungen entstanden. In weiterer Folge kam es im Tertiär und Quartär zur Ablagerung von Sedimenten. Als dominante Gesteine finden sich im Gemeindegebiet ältere grobkörnige Granite vom Typus Weinsberger Granit. Er gehört zu den ersten während der Gebirgsfaltung erstarrten Magmaserien, weist eine typische Grobkörnigkeit auf und bedingt einen unruhigen Landschaftscharakter mit raschem Wechsel von Kuppen und Senken. Naturräumlich wird Lembach dem Welligen Hochland mit seinen Kerbtälern des „Ranna-Mühl-Rodl-Hochlandes“ des Bayrisch-oberösterreichischen Massivrandes des Kristallinen Randlandes zugerechnet.

Als Bodentyp findet sich Böden der Braunerde-Podsolreihe aus Kristallin, wobei im Gemeindegebiet silikate Braunerde vorherrscht. Diese hat sich auf den Graniten und Gneisen der Böhmischen Masse gebildet. Die leichten bis sehr leichten Böden sind qualitativ von der Tiefgründigkeit und der Wasserversorgung abhängig, wobei die unterschiedliche Körnung der Ausgangsgesteine die Wasserzügigkeit oder Trockenheit des Bodens bestimmt. Generell sind die Böden aus lehmigem Sand bzw. sandigen Lehm des Gemeindegebietes nährstoffarm, die Humusart ist in trockenen Bereichen Moder, bei normalen Verhältnissen Mull. Zudem findet sich im Talbereich der Kleinen Mühl sowie des Brücklbaches Podsol.

Landschaft und Vegetation Landschaftlich kann das Gemeindegebiet grob in zwei Naturräume eingeteilt werden. Im Südwesten und Süden erstreckt sich der Talraum des Brücklbaches mit Waldeinhängen und das Ortsgebiet von Lembach. Der Landschaftsraum gehört fast zur Gänze zur Raumeinheit Zentralmühlviertler Hochland, der südlichste Abschnitt wird hingegen der Einheit Donauschlucht und Nebentäler zugerechnet. In diesem Teil des Gemeindegebietes finden sich neben dem Hauptort der Gemeinde großflächige Waldgebiete, die überwiegend mit forstlich genutztem Nadelwald bestockt sind. Hinzu kommen kleinere Flächen mit Laub- und Mischwald. Im landwirtschaftlichen Bereich dominiert das Grünland, hinzu kommen wenige Kleinstwaldflächen, Obstbaumwiesen und Einzelbäume als Strukturelemente. Der zweite zu unterscheidende Landschaftsraum umfasst den Hauptteil der Gemeindefläche von Nordwesten bis Südosten. Der Landschaftsraum liegt zur Gänze im Zentralmühlviertler Hochland und beherbergt intensiv genutzte Landwirtschaftsflächen sowie bewaldete Bachtäler. Die Wälder dieses Gebietes beschränken sich vor allem auf die mit Nadelwald bestockten Einhänge der Kerbtäler, zudem bestehen Kleinwaldflächen mit Laubgehölzen in den Randbereichen des Gebietes. Der überwiegende Teil der Flächen wird intensiv für Grün- und Ackerland verwendet, extensive Nutzflächen bestehen nur noch auf Restflächen. Als Strukturelemente bestehen lokal Hecken, zudem Kleinstwaldflächen, Obstbaumwiesen an den Ortsrändern, intensiv genutzte Teiche sowie Obstbaumreihen und Einzelbäume. Insgesamt haben sich im Gemeindegebiet kaum ökologisch wertvolle Landschaftselemente erhalten, wobei die Bäche das höchste Potential aufweisen.

Gemeindegliederung Einwohnerzahlen der Ortsteile Ortsteil 2001 2011 Atzesberg 52 44 Feichten 43 41 Graben 21 19 Lembach im Mühlkreis 1.321 1.365 Lug 8 Oberlembach 29 26 Obernort 53 44 Volkersdorf 14 12 Das Gemeindegebiet von Lembach im Mühlkreis ist deckungsgleich mit der Katastralgemeinde Lembach. Rund 86 Prozent der Einwohner der Gemeinde leben im Markt Lembach, der 2001 395 Gebäude 1.321 Einwohner umfasste. Die übrigen sechs bzw. sieben Ortsteile wiesen maximal rund 50 Einwohner auf. Der Markt Lembach liegt im Westen des Gemeindegebietes. Nordöstlich bzw. im Norden des Gemeindegebietes liegt der Ortsteil Oberlembach, der aus dem Weiler Oberlembach und dem Weiler Grub besteht. Der Ortsteil umfasste 2001 lediglich sechs Gebäude. Östlich vom Lembach bzw. im Zentrum des Gemeindegebietes befindet sich der Ortsteil Feichten. Die Rotte Feichten wies 2001 insgesamt 14 Gebäude auf. Im Nordosten der Gemeinde liegt der Ortsteil Atzesberg, wobei die Rotte 2001 aus 14 Gebäuden bestand. Südlich von Atzesberg bzw. östlich von Lembach liegt der Weiler Volkersdorf, der 2001 aus fünf Gebäuden bestand. Im Südosten des Gemeindegebietes liegt des Weiteren die Streusiedlung Obernort, zu dem auch der Einzelhof Bauerngut gezählt wird. Insgesamt hatte der Ortsteil 2001 14 Gebäude. Im südlichsten Teil der Gemeinde besteht mit Graben ein weiterer Weiler. Der Ortsteil hatte 2001 sechs Gebäude und beherbergte auch das Gasthaus Bruckwirt.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Atzesberg () Feichten () Graben () Lembach im Mühlkreis () Lug () Oberlembach () Obernort () Volkersdorf ()

Nachbargemeinden

Geschichte Die Gründung von Lembach erfolgte um 1000 durch die Falkensteiner am Übergang über den „langen Bach“, woraus sich über „Lengenbach“ der Name Lembach herleitet. Spätere Grundherrschaften durch die Herrschaften Falkenstein, Marsbach und Pürnstein.

Erste urkundliche Erwähnung fand der damals im Osten des Fürstbistums Passau liegende Ort 1230 als „Lengenbach“ und wurde bereits 1256 zum Passauer Gerichtssitz.

Im Zuge der Hussitenkriege wurde 1427 das einstige Schloss Lembach vollständig zerstört.

Beginn des Oberösterreichischen Bauernkriegs (17. Mai 1626) Zwischen Bauern und bayrischen Soldaten kommt es im Wirtshaus „Habach“ zum Streit, wobei 6 Soldaten erschlagen werden. Daraufhin wird von Obernort aus das vereinbarte Alarmzeichen für die große Bauernerhebung im Lande ob der Enns gegeben.

Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.

Im Jahre 1848 ließ der Leinenhändler Alois Johanniter als Dank für die Errettung vor dem Ertrinkungstod in der Donau eine Kapelle auf dem Mühlholzberg samt Kreuzweg errichten.

Um 1850 wird im Zuge der Auflösung der Grundherrschaften die Marktgemeinde Lembach geschaffen.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Bis Ende 2002 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Lembach, per 1. Jänner 2003 wurde die Gemeinde dem Gerichtsbezirk Rohrbach zugewiesen. Der Pfarrkirchener Landwirt Josef Amerstorfer klagte 1986 am Bezirksgericht Lembach mit Hilfe des Komitees "Österreicher gegen Wackersdorf" und seinem Anwalt Heinrich Wille gegen die atomare Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf (WAA) in Bayern. Er klagte auf Baustopp wegen Grundbesitzstörung gegen die DWK, weil er mit seinen Feldern nur 150 Kilometer entfernt von Wackersdorf durch die geplante WAA bedroht war.Oberösterreichisches Gericht erklärt sich für Besitzstörungsklage gegen WAA Wackersdorf zuständig / DWK setzt Bauer Amerstorfer mit existenzbedrohendem Streitwert unter Druck - (taz vom 25. September 1986)Österreicher klagt weiter gegen WAA - In der Bauverbotsklage eines Österreichers weist Gericht Prozeßverhinderungs–Taktik der WAA–Betreiber zurück (taz vom 28. Januar 1987)WAA–Klage von österreichischem Bezirksgericht zunächst abgewiesen. Rein formale Begründung des oberösterreichischen Gerichts „nach altem römischen Recht“ / Kläger geht jetzt in die nächste Instanz / Wiener Anwalt bereitet weitere Klage vor - (taz vom 30. Januar 1987)Präventivklage Wackersdorf - (Ö1-Mittagsjournal vom 30. Juli 1986 auf Österreichische Mediathek, 9.–16. Min.)Wackersdorf - Klage eines österreichischen Bauern in Lembach / Mühlviertel - (Ö1-Mittagsjournal vom 24. September 1986 auf Österreichische Mediathek, 45.–50. Min.)

Bevölkerung Bevölkerungsstruktur 2013 lebten in der Gemeinde Lembach im Mühlkreis 1.540 Menschen, womit Lembach im oberen Drittel der 42 Gemeinden des Bezirks lag. Bezogen auf die Bevölkerungsdichte wie Lembach sogar die dritthöchste Besiedelungsdichte im Bezirksgebiet auf. Ende 2001 waren 94,7 Prozent der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 ProzentLand Oberösterreich Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft), bis zum Jahresbeginn 2013 veränderte sich der Wert mit 95,5 Prozent (Oberösterreich 91,1 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 Prozent) kaum. Insgesamt wurden 2013 in der Gemeinde 69 Ausländer gezählt, die zu 81 Prozent aus Europa stammten. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 92,4 Prozent der Einwohner (Oberösterreich: 79,4 ProzentStatistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001 (abgerufen am 2. Oktober 2013)), 2,7 Prozent waren ohne Bekenntnis, 3,5 Prozent islamischen Glaubens und 1,0 Prozent evangelisch.Statistik Austria Gemeindedaten von Lembach im Mühlkreis

Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 etwas über dem Landesdurchschnitt. 18,5 Prozent der Einwohner von Lembach waren jünger als 15 Jahre (Oberösterreich: 18,8 Prozent Wohnbevölkerung in Oberösterreich im Vergleich nach Altersgruppen), 55,6 Prozent zwischen 15 und 59 Jahre alt (Oberösterreich: 61,6 Prozent). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 25,9 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt von 20,2 Prozent, was mit ca. 100 Bewohnerinnen im Bezirksaltenheim Lembach erklärbar ist. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von Lembach veränderte sich in der Folge in allen Segmenten. Der Anteil der unter 15-jährigen sank per 1. Jänner 2013 auf 13,5 Prozent, während sich der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 63,3 Prozent deutlich erhöhte. Der Anteil der über 59-jährigen sank hingegen leicht auf 23,1 Prozent. Nach dem Familienstand waren 2001 45,1 Prozent der Einwohner von Lembach ledig, 41,0 Prozent verheiratet, 10,4 Prozent verwitwet und 3,5 Prozent geschieden.

Bevölkerungsentwicklung

Die Gemeinde Lembach im Mühlkreis verzeichnete zwischen 1869 und 1880 ein starkes Bevölkerungswachstum von 15 Prozent, danach kam es bis 1939 zu kaum einer Bevölkerungsbewegung. Vielmehr pendelte die Einwohnerzahl um etwa 1.000 Einwohner. 1939 begann ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum, wobei es insbesondere in den 1960er Jahren und in den 1980er Jahren zu einem starken Wachstum kam. Das Bevölkerungswachstum der Gemeinde lag deutlich über jenem des Bezirks Rohrbach, jedoch leicht unter jenem des Bundeslandes Oberösterreich. Die Gemeinde verzeichnet seit den 1970er Jahren eine stark schwankende Geburten- bzw. Wanderungsbilanz. Konnte die positive Geburtenbilanz in den 1970er Jahren die negative Wanderungsbilanz gerade noch ausgleichen, so war in den 1980er Jahren die Zuwanderung mehr als doppelt so hoch wie der Geburtenüberschuss. In den 1990er Jahren kippte die Geburtenbilanz dann stark ins Minus, konnte jedoch durch eine gleichbleibend hohe Wanderungsbilanz ausgeglichen werden. Auch seit 2001 ist die Zuwanderung hoch, während die Geburtenbilanz stark negativ ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Lembach Mühlholzkapelle

Wirtschaft und Infrastruktur Bildung