Nebelberg ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Rohrbach im oberen Mühlviertel mit Einwohnern (Stand ). Der zuständige Gerichtsbezirk ist Rohrbach in Oberösterreich.

Geografie Nebelberg liegt auf im Oberen Mühlviertel bzw. im naturkundlichen Landschaftsraum des Südlichen Böhmerwaldausläufers. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 3,9 km, von West nach Ost 4,8 km, die Gesamtfläche umfasst 9,2 km², womit die Gemeinde die viertkleinste des Bezirkes ist. 2001 war das Gemeindegebiet zu 72,8 % von landwirtschaftlicher Nutzfläche bedeckt, 22,8 % waren bewaldet. Gärten, Gewässer, Bauflächen und sonstige Flächen machten lediglich rund 4 % der Gemeindefläche aus.Land Oberösterreich: Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Nebelberg. Endbericht. Kirchdorf an der Krems 2006 (). Nachbargemeinden sind Julbach im Norden, Peilstein im Mühlviertel im Osten und Kollerschlag im Süden. Im Westen verläuft die Staatsgrenze zu Deutschland, wobei Nebelberg an den Landkreis Passau grenzt.

Geologie und Böden Die Landschaft des Gemeindegebietes ist ein Teil der Böhmischen Masse die auf ein sehr altes Gebirge zurückgeht, dass durch die Variszische Gebirgsbildung im Paläozoikum (Karbon) entstand. Nach der starken Erodierung des ehemaligen Hochgebirges kam es während der Alpidischen Gebirgsbildung im Tertiär zur Aufhebung des kristallinen Grundgebirges um mehrere Hundert Meter, wodurch Brüchen und Störungen entstanden. In weiterer Folge kam es im Tertiär und Quartär zur Ablagerung von Sedimenten. Das Gemeindegebiet ist durch flache, nur zum Böhmerwald-Hauptkamm hin ausgeprägteren Mittelgebirgsformen geprägt. Als dominate Gesteine finden sich im Gemeindegebiet ältere grobkörnige Granite vom Typus Weinsberger Granit und jüngeren Granite vom Typus Mauthausen. Weinsberger Granit gehört zu den ersten während der Gebirgsfaltung erstarrten Magmaserien, weist eine typische Grobkörnigkeit auf und bedingt einen unruhigen Landschaftscharakter mit raschem Wechsel von Kuppen und Senken.

Als Bodentyp findet sich im Gemeindegebiet silikatische Braunerde, die sich auf den Graniten und Gneisen der Böhmischen Masse ausbildet hat. Die Böden sind leicht bis sehr leicht, wobei die Qualität der Böden von der Tiefgründigkeit und der Wasserversorgung abhängig ist. Die unterschiedliche Körnung der Ausgangsgesteine entscheidet zudem über Wasserzügigkeit oder Trockenheit des Standortes. Die Böden sind generell nährstoffarm und bestehen aus lehmigem Sand bzw. sandigem Lehm. Die Humusform der trockenen Standorte ist Moder, bei normalen Verhältnissen besteht Mull. Zudem findet sich im Talbereich entlang der Großen Mühl Gley, der auch im Bereich von Quellvernässungen, Gräben, Mulden und am Hangfuß vorkommt. Weiters besteht entlang der Steinernen Mühl, des Leitenmühlbaches und des Lanitzbaches Podsol.

Landschaft und Vegetation Das Gemeindegebiet lässt sich grob in zwei Teilbereiche gliedern. Im Norden befindet sich walddominiertes Bergland, im übrigen Gemeindegebiet Agrarlandschaft mit siedlungsnaher Reststruktur. Das walddominierte Bergland ist überwiegend von großflächigem Nadelwald bedeckt, zudem besteht ein kleiner Laubwaldbestand. Hinzu kommt überwiegend intensiv genütztes Grünland. Als Strukturelemente haben sich lediglich lokale Ufergehölze entlang des Grenzbachs erhalten, der die westliche Gemeindegrenze bildet und offen als strukturloses Gerinne verläuft. Zudem bestehen zwei kleine strukturlose Fischteiche am Waldrand. Das übrige Gemeindegebiet wird von Agrarlandschaft dominiert, wobei nur Mittel- bis kleinflächige Waldgebiete bestehen, die mit Nadel- und Mischwald bestockt sind. Zudem besteht eine Vielzahl kleinerer Laubholzwälder sowie kleine und größere Aufforstungsflächen.

Große Flächen werden intensiv zur landwirtschaftlichen Nutzung verwendet, vorwiegend besteht Dauergrünland mit erhaltenen landschaftstypischen Streifenfluren. Als Strukturelemente besteht eine Vielzahl an schmalen aber großteils artenarmen Hecken sowie vereinzelt Obstbaumwiesen an Siedlungsrändern. Extensives naturschutzfachlich bedeutendes Grünland ist auf kleine Restflächen begrenzt.

Gemeindegliederung Einwohnerzahlen der Ortsteile Ortsteil 2001 2011 Heinrichsberg 174 182 Nebelberg 184 153 Stift am Grenzbach 137 164 Vordernebelberg 146 120

Die Gemeinde Nebelberg ist deckungsgleich mit der Katastralgemeinde Nebelberg, wobei sich die Gemeinde in vier Ortsteile gliedert. Der Hauptort der Gemeinde ist das Dorf Nebelberg (). Es liegt im Süden des Gemeindegebietes an der Nebelberger Bezirksstraße (L 1553). Zu Nebelberg werden neben dem eigentlichen Dorf auch das Wochenendhaus Nebelbergermühle, das Einzelhaus Pfeilmühle und Hausteiner und die Rotte Spielberg im Südwesten gezählt. Der Ortsteil wies 2001 44 Gebäude, zwei Arbeitsstätten und 20 land- und forstwirtschaftliche Betriebe auf.

Südöstlich von Nebelberg bzw. im Südosten des Gemeindegebietes befindet sich das Dorf Vordernebelberg (). Zu Vordernebelberg werden auch die Einöden Höllhäusl und Schopper gezählt, wobei Höllhäusl zwischen Vordernebelberg und Nebelberg und Schopper nördlich von Vordernebelberg liegt. Vordernebelberg umfasste 2001 36 Gebäude, zwei Arbeitsstätten und 17 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Im Zentrum des Gemeindegebietes bzw. nordwestlich von Nebelberg befindet sich die Streusiedlung „Stift am Grenzbach“ () mit dem Gasthaus Jagawirt und der Jagdhütte List und dem Einzelhof Schmidl. Die Streusiedlung wies 2001 46 Gebäude, zwei Arbeitsstätten und 18 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Nördlichster Ortsteil ist die Streusiedlung Heinrichsberg (), die 2001 44 Gebäude, eine Arbeitsstätte und 25 land- und forstwirtschaftliche Betriebe aufwies.Statistik Austria: Ortsverzeichnis Oberösterreich 2005 S. 265

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Heinrichsberg () Nebelberg () Stift am Grenzbach () Vordernebelberg ()

Nachbargemeinden

Geschichte Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.

Mit diesen Worten im Vertrag vom 11. November 1296, verkaufte Otto der Piber dem Bischof Bernhart von Passau, beziehungsweise dem Kloster Engelszell sein Dorf zu „Eppenberg“ mit allem Zugehör. Der Name Eppenberg (= Nebelberg) entstammt vom Gründer der Ortschaft Nebelberg – Graf Eppo (= verkürzte Form für Eberhard) von Formbach. Dieses Adelsgeschlecht der Formbacher hatte im heutigen Österreich große Besitzungen und dürfte auch die ersten „Siedlungen“ in unserer Gegend angelegt haben.

Seitens der Gemeinde Nebelberg wurde man auf die geschichtliche Begebenheit im Zuge der Ausstellung zur Amtshauseröffnung aufmerksam. Bei dieser Ausstellung wurde eine Kurzchronik der Gemeinde Nebelberg präsentiert. Durch diese Nachforschungen stieß man auf das historische Ortslexikon des Konrad Schiffmann. Dieser hat in mühevoller Kleinarbeit dieses Verzeichnis angelegt, wobei darin auf die Urkunde vom 11. November 1296 verwiesen wird.

Durch das heutige Gemeindegebiet von Nebelberg führte schon in früher Zeit ein Handelsweg (Schiffl, Schopper) von der Donau zur Moldau (Fund aus der Steinzeit bei Vorderschiffl). Die Rodung und Besiedlung erfolgte durch die hochfreien Falkensteiner im 13. und 14. Jahrhundert. Nach 1300 kam das Gebiet an das passauische Landgericht Velden (= Neufelden).

Urkundlich wird Nebelberg erstmals 1296 genannt. 1467 wird erstmals vom vorderen Epelberg und vom hinteren Epelberg geschrieben.Viktor von Handel-Mazzetti: Waltenstein und Eppenberg und die Herren „von Ort im Traunsee“. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 67, 1909, S. 39 („St. Colmanstag 1467“; ). Weitere schriftliche Erwähnungen: 1537 Empmperg – Urbar zu Falkenstein, f. 50 und 53; 1581 Eppenberg – Urbar zu Rannariedl; 1787 Eberberg – Schutzkarte.

Beim Bauernaufstand 1595 bis 1597 wurden bei Nebelberg Soldaten des Landrichters erschlagen. Im Spanischen Erbfolgekrieg 1701 bis 1704 wurden an der Grenze Schanzen aufgeworfen. An die Franzosendurchzüge erinnert die Donabauerkapelle.

Nebelberg leitet seinen Namen vom Gründer der beiden Ortschaften Vorder- und Hinternebelberg, dem Grafen Eppo (Eberhard von Windberg) Formbach in Niederbayern ab. Eppo hatte im Oberen Mühlviertel große Besitzungen. Er starb im Jahre 1110 kinderlos in St. Florian. Es kann daher angenommen werden, dass Oepping und Teile der Ortschaften Vorder- und Hinternebelberg schon vor 1100 entstanden. In den Pfarrmatriken von Peilstein, die ab 1612 vorhanden sind, schrieb man die Ortsnamen noch annähernd richtig und es heißt da „in den vorderen oder in den hinteren Öppl- oder Epplberg“. Der Unverstand und die Gleichgültigkeit früherer Kanzleimenschen machte dann aus dem Epplberg einen Nebelberg.

Die Streusiedlung Heinrichsberg leitet ihren Namen von den Hörleinsbergern, die um 1370 zum ersten Mal im oberen Mühlviertel genannt wurden, ab. Sie stammten vom Herleinsbergerhof in der Pfarre Rohrbach. Von 1421 bis 1503 besaßen sie pfandweise Tannberg und Peilstein. Bei Gründung der Pfarre Kollerschlag im Jahre 1786 wurde ein Teil von Heinrichsberg – wozu früher alle Häuser von Stift am Grenzbach rechts vom Stiftholz gehört haben – der Ortschaft Stift am Grenzbach einverleibt, sodass die beiden Ortschaften gleich viele Häuser hatten.

Die Gemeinde Nebelberg wurde, wie auch alle Nachbargemeinden nach der Bauernbefreiung im Jahre 1848 gegründet.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau.

Die aus Vordernebelberg gebürtige Theresia Lauß (* 1893) kam 1945 bei einem Endphaseverbrechen ums Leben. Am 2. Mai 1945 erschossen zwei Volkssturmmänner in Reichersberg den Augustiner-Chorherren Rupert Haginger (* 1898) aus Mehrnbach und die als Stiftswirtschafterin angestellte Theresia Lauß (* 1893).Schilderung des Mordes, in: Gottfried Gansinger: Nationalsozialismus im Bezirk Ried im Innkreis: Widerstand und Verfolgung 1938–1945, Innsbruck-Wien-Bozen (Studien Verlag) 2016 Am Haus der Schwestern Lauß (Reichersberg Nr. 100, unweit des Stiftes) wehte eine weiße Fahne. Die Volkssturmmänner beriefen sich bei der Tat auf die Devise von Gauleiter Eigruber: „Wer feige kapituliert, wird standrechtlich erschossen.“Ernst Gansinger: Orte der Erinnerung, in: Kirchenzeitung der Diözese Linz, Ausgabe: 2013/18 (30. April 2013, online)

Bevölkerung 2013 lebten in der Gemeinde Nebelberg 632 Menschen, womit Nebelberg die zehntkleinste der 42 Gemeinden des Bezirks war. Mit einer Bevölkerungsdichte von 69 Ew./km² lag Nebelberg 2013 hingegen im oberen Mittelfeld im Bezirk Rohrbach. Ende 2001 waren 97,2 % der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 %, Bezirk Rohrbach 96,9 %Land Oberösterreich Bevölkerungsstand Überblick – Staatsangehörigkeit Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft), bis zum Jahresbeginn 2013 veränderte sich der Wert mit 97,9 % (Oberösterreich 91,1 %, Bezirk Rohrbach 96,9 %) kaum. Insgesamt wurden 2013 in der Gemeinde nur 13 Ausländer gezählt, die zu 100 % aus den EU-14-Ländern stammten. Auch jene 55 Personen, die nicht in Österreich geboren waren, hatten ihr Geburtsland in einem der EU-Länder. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 97,3 % der Einwohner (Oberösterreich: 79,4 %Statistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001 (abgerufen am 2. Oktober 2013)), 0,9 % waren ohne Bekenntnis, 0,5 % evangelisch.Statistik Austria Gemeindedaten von Nebelberg