Neufelden ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Rohrbach im oberen Mühlviertel mit Einwohnern (Stand ).
Der zuständige Gerichtsbezirk ist Rohrbach in Oberösterreich.
Geografie mini|Südansicht von Neufelden Neufelden liegt auf 517 Meter Höhe im oberen Mühlviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 5,8 und von West nach Ost 3,8 Kilometer. Die Gesamtfläche umfasst Quadratkilometer. 24 Prozent der Fläche sind bewaldet und 61 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.
Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Langhalsen () Neufelden () Plankenberg () Pürnstein () Steinbruch () Unternberg ()
Nachbargemeinden
Geschichte Gründung Der Ort wurde um 1200 von den Herren von Griesbach gegründet und lag ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern. Im Jahr 1217 wird der Ort als Velden zum ersten Mal urkundlich erwähnt. In einer Urkunde des Bischofs Ulrich von Passau wurde eine Lehensangelegenheit geregelt und Neufelden fiel in den Besitz des Hochstifts Passau: … Castrum Griezbach et forum Velden utrumque uidelicet cum suis pertinentiis secundum adtestacionem testium … … Schloss Griesbach und der Markt Neufelden, beide nämlich mit ihren Besitzungen gemäß dem Zeugnis der Zeugen … Nach dem Aussterben der Griesbacher 1220 wird der Markt Zentrum der Passauer Herrschaft Velden und erhält die Hochgerichtsbarkeit.
Landgericht Velden Ab 1220 wurde der Ort von Passauer Pflegern verwaltet. Um 1300 sind die Kapeller als Pfleger bezeugt, 1347–1354 Chunrat von Tannberg. 1393–1503 waren mehrfach die Herleinsberger Pfleger von Velden. Danach wurde das Pfleggericht zunächst nach Tannberg und ab 1528 nach Marsbach verlegt.Julius Strnadt: Versuch einer Geschichte der passauischen Herrschaft im oberen Mühlviertl, namentlich des Landgerichtes Velden bis zum Ausgang des Mittelalters. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 20, Linz 1860, S. 286–287 ().
Das Gebiet der Gerichtshoheit erstreckte sich von der Donau entlang der Großen Mühl bis gegen Schlägl. Westlich bildete die Ranna die Grenze. Die Richtstätte befand sich am auch heute noch so bezeichneten Galgenberg. Die Verpflichtung zur Errichtung des Galgens hatte der jeweilige Besitzer der Bruckmühle, und auf dem Feichtnerhofe zu Bairach haftete die Pflicht, „die Leiter zu Gericht zu führen“. Der Schinderkarren, mit dem die Delinquenten noch im 19. Jahrhundert zur Richtstätte geführt wurden, ist im Original erhalten. Die an der Straße zum Galgenberg stehende Kapelle, bei welcher die Verurteilten ihre letzte Andacht verrichten durften, heißt heute noch Arme-Sünder-Kapelle.Neufelden 1970, S. 7.
Salzhandel Obwohl Neufelden 1266 im Zuge eines Bayerneinfalls zerstört wurde, erholte sich der Ort durch seine Lage an einer wichtigen Handelsstraße dem von der Donau nach Böhmen schnell. Neufelden lag zugleich am östlichsten Seitenweg des Goldenen Steiges als auch an der westlichsten Alternativroute des Linzer Steigs. Im Jahr 1311 verlieh Bischof Wernhard von Passau dem Ort das Stapelrecht für Salz. Waren, die durch Velden transportiert wurden, mussten für einige Tage abgelegt und zum Verkauf angeboten werden. Velden durfte eine bestimmte Menge Salz zoll- und mautfrei aus Passau beziehen, und die Bürger in Velden sollten dieselben Rechte wie die Bürger in Passau haben.
Die Neufeldner handelten hauptsächlich mit Salz aus Hallein und Reichenhall, das von Passau mit Schiffen donauabwärts zur Mündung der Kleinen Mühl transportiert wurde, wo die Neufeldner die nötigen Lagerräume und Unterkunftsschuppen einrichteten. Im Lauf der Zeit entwickelte sich dort die Ortschaft Obermühl.
Im Jahr 1662 kam es wegen des Salzhandels und der in Neufelden zu entrichtenden Straßenmaut zum Streit zwischen Neufelden und Rohrbach, was sogar zu verschiedenen Ausschreitungen und Übergriffen führte. Die sieben Märkte Rohrbach, Haslach, Aigen, Sarleinsbach, Hofkirchen, Putzleinsdorf und Lembach verbündeten sich und sandten eine gemeinsame Beschwerdeschrift an die Landeshauptmannschaft. Der Mautstreit wurde schließlich zu Gunsten der sieben Märkte entschieden. Die Maut in Neufelden wurde aber erst 1776 endgültig aufgehoben.Neufelden 1970, S. 13–15.
Die Salzgasse in Neufelden erinnert noch an den einstigen wichtigen Wirtschaftszweig.
Weitere Geschichte 1374–1383 wurde Neufelden an die Schaunberger verpfändet. 1595–1597 wurde der Markt im Zuge der Bauernaufstände schwer in Mitleidenschaft gezogen. Beim Marktbrand 1615 fielen die Schriften über die verliehenen Privilegien dem Feuer zum Opfer, aber Kaiser Ferdinand II. bestätigte mit dem Privilegienbrief vom 11. Dezember 1631 dem Markt die alten Freiheiten, unter anderem den Jahrmarkt am 1. Mai und zu Martini, die Pirsch im Burggeding und Feuchtenbachwald und das bürgerliche Braurecht.Neufelden 1970, S. 14. Ab 1627 war der Markt der Passauer Herrschaft Pürnstein unterstellt.
Im 18. Jahrhundert florierte der Ort besonders durch den Leinenhandel. Campmiller, Peßler und Stölzl sind die Namen der wohlhabenden und angesehenen Leinhändlerfamilien, die mit dem damaligen Aufschwung des Marktes untrennbar verbunden sind. Die Familie Campmiller erbaute Schloss und Kirche in Langhalsen und stand auch im kaiserlichen Dienst. Johann Stölzl war ein großer Wohltäter des Marktes, der auch das Bürgerspital neu herstellen und vergrößern ließ.Neufelden 1970, S. 16–17.
Im November 1805 wurde Neufelden im Zuge der Napoleonischen Kriege von französischen Truppen besetzt und durch außerordentliche Quartierlasten stark geschädigt. Durch die langjährigen Kriege war der Leinwandhandel lahmgelegt und die früheren reichen Absatzgebiete gingen verloren. Zu diesem wirtschaftlichen Tiefstand kam auch noch das Brandunglück von 1830, dem die Häuserreihen zwischen Marktplatz und Kirchengasse samt Kirche zum Opfer fielen. Mitte des 19. Jahrhunderts versuchten die Neufeldner Ersatz für die verloren gegangene Leinenindustrie zu schaffen. Seidenraupenzucht und Indigo-Erzeugung bewährten sich nicht, aber die Einführung der Hopfenkultur war von Erfolg gekrönt. Ein eifriger Förderer des Hopfenbaus war der Gutsbesitzer Johann Paul Löffler, der den Hopfen für seine Brauerei in Langhalsen verwendete und mit seinen guten Bieren das Misstrauen der anderen Brauereien gegen den hiesigen Hopfen zerstreute. Neufelden wurde zum Haupthandelsplatz für den oberösterreichischen Hopfen, der auch nach Bayern, Böhmen und sogar nach England exportiert wurde. 1864 wurde in Neufelden die erste Hopfendarre Oberösterreichs erbaut. Die Blüte des Mühlviertler Hopfenbaus dauerte bis zum Ersten Weltkrieg.Neufelden 1970, S. 18–20.
1923 wurden Edelsitz und Dorf Langhalsen für die Errichtung eines Stausees geopfert. Vom rechten Mühlufer wurde ein 8 Kilometer langer Stollen in Richtung Speicherkraftwerk Partenstein, dem ersten Großkraftwerk Österreichs, getrieben.
Verheerende Brände verwüsteten den Markt Neufelden in den Jahren 1931 und 1937. Im Frühjahr 1931 brannten die zwei Häuserreihen zwischen Kirchengasse und Marktplatz. Im April 1937 wurden die Häuser Nr. 11 bis 22 ein Raub der Flammen.
Im Herbst 1938 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Pürnstein nach Neufelden eingemeindet. Am 2. Mai 1945 erreichten amerikanische Truppen den Markt von Nordwesten her. Das Mühlviertel war dann bis 1955 allerdings russische Besatzungszone.
Bevölkerung Bevölkerungsstruktur 2013 lebten in der Gemeinde Neufelden 1.287 Menschen, womit Neufelden im Mittelfeld der 42 Gemeinden des Bezirks lag. Bezogen auf die Bevölkerungsdichte wies Neufelden mit 131 Einwohnern pro km² die vierthöchste Besiedelungsdichte im Bezirksgebiet auf. Ende 2001 waren 93,0 Prozent der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 ProzentLand Oberösterreich Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft), bis zum Jahresbeginn 2013 sank der Wert auf 90,3 Prozent (Oberösterreich 91,1 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 Prozent) an. Insgesamt wurden 2013 in der Gemeinde 125 Ausländer gezählt, die zu drei Viertel aus Europa stammten. Der Anteil der EU-Ausländer war dabei gering, vielmehr kam der überwiegende Teil der Ausländer aus dem ehemaligen Jugoslawien (38 Prozent), Asien ohne der Türkei (24 Prozent) bzw. anderen europäischen Staaten (19 Prozent). Insgesamt lebten in Neufelden 2013 164 Menschen mit einem ausländischen Geburtsland. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 94,3 Prozent der Einwohner (Oberösterreich: 88,6 ProzentStatistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001 (abgerufen am 2. Oktober 2013).), 2,3 Prozent waren ohne Bekenntnis, 6,0 Prozent islamischen Glaubens, 1,0 Prozent orthodox und 0,8 Prozent evangelisch.Statistik Austria Gemeindedaten von Neufelden
Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 etwas unter dem Landesdurchschnitt. 20,9 Prozent der Einwohner von Neufelden waren jünger als 15 Jahre (Oberösterreich: 18,8 Prozent Wohnbevölkerung in Oberösterreich im Vergleich nach Altersgruppen), 58,9 Prozent zwischen 15 und 59 Jahre alt (Oberösterreich: 61,6 Prozent). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 20,1 Prozent knapp unter dem Landesdurchschnitt von 20,2 Prozent. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von Neufelden veränderte sich in der Folge in allen Segment. Der Anteil der unter 15-Jährigen sank per 1. Jänner 2013 auf 17,0 Prozent, während sich der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 65,3 Prozent deutlich erhöhte. Der Anteil der über 59-Jährigen sank hingegen auf 17,7 Prozent. Nach dem Familienstand waren 2001 46,7 Prozent der Einwohner von Neufelden ledig, 43,8 Prozent verheiratet, 6,1 Prozent verwitwet und 3,4 Prozent geschieden.
Bevölkerungsentwicklung
Das heutige Gemeindegebiet von Neufelden weist eine vergleichsweise geringe Schwankung seiner Bevölkerung auf. So bewegte sich die Einwohnerzahl zwischen 1869 und 2013 immer in einem vergleichsweise schmalen Band von rund 1.000 bis 1.300 Einwohnern. Zwischen dem späten 19. Jahrhundert und der Zwischenkriegszeit schwankte die Einwohnerzahl zunächst zwischen rund 1.100 und 1.300 Einwohnern, wobei in dieser Zeit kein klarer Trend abzulesen ist. Erst ab 1923 begann die Einwohnerzahl vergleichsweise stark zu sinken, wobei 1961 mit einer Einwohnerzahl von 1.031 Menschen die absolut niedrigste Einwohnerzahl erreicht war. Danach begann die Einwohnerzahl langsam aber kontinuierlich zu steigen. Zuletzt wurde Anfang 2005 mit 1.352 Einwohnern ein neuer Höchststand verzeichnet, seitdem ging die Einwohnerzahl bis 2013 wieder auf 1.287 Personen zurück, womit der Bevölkerungsstand nur knapp über dem Wert von 1880 lag. Die Einwohnerentwicklung verlief in Neufelden dabei nahezu analog zum Gebiet des Bezirks Rohrbach, war jedoch weit schwächer als jene des Bundeslandes Oberösterreich. Neufelden wies in den 1970er und 1980er Jahren einen leichten bis stärkeren Geburtenüberschuss sowie eine leichte Zuwanderung auf, bevor die Abwanderung in den 1990er Jahren massiv zunahm. Die Abwanderung konnte in diesem Jahrzehnt jedoch noch durch den Geburtenüberschuss ausgeglichen werden. Nachdem es Anfang des 21. Jahrhunderts kurzfristig zu einer Zuwanderung gekommen war, weist die Gemeinde seit 2004 jährlich überwiegend ein starkes Wanderungsminus auf, das auch durch den leichten Geburtenüberschuss nicht ausgeglichen werden kann.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|Pfarrkirche Hll. Philippus und Jakobus
Katholische Pfarrkirche Neufelden Hll. Philippus und Jakobus Heimathaus: In der alten Fronfeste befindet sich seit 1989 das Heimathaus von Neufelden. An die 1.200 Exponate sind auf einer Fläche von etwa 250 m² ausgestellt. Der Schwerpunkt liegt auf handwerklichen und bäuerlichen Gebrauchsgegenständen. (Abgerufen am 12. Dezember 2009). Burg Pürnstein: Die Burg besteht seit 1010 und war Passauer Lehen. 1866 brannte sie ab, seit 1958 wird sie renoviert.