Heribert Hellenbroich (* 14. Mai 1937 in Köln; † 10. Juli 2014 in Köln-Roggendorf/Thenhoven) war ein deutscher Jurist, von 1983 bis 1985 Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) und im August 1985 für einen knappen Monat Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND).

Leben Hellenbroich wuchs in Köln als Sohn eines Musiklehrers auf, besuchte dort das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und studierte anschließend Rechtswissenschaft sowie Staatswissenschaften an der Universität zu Köln und der Georg-August-Universität Göttingen. Er trat dem Ring Christlich-Demokratischer Studenten bei. Nach dem Studium war er Referendar beim 14. Kommissariat (Politische Kriminalität) der Polizei Köln. Am 1. Februar 1966 trat er ins Bundesamt für Verfassungsschutz ein. 1975 wurde er Leiter der Spionageabwehr und 1980 der Zentralabteilung. Am 25. Juni 1981 wurde er vom damaligen Bundesminister des Innern Gerhart Baum zum Vizepräsidenten ernannt und übernahm am 13. Mai 1983 die Leitung dieser Behörde, nach dem Richard Meier in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden war. Er wurde in Kreisen der regierenden CDU/CSU und der Nachrichtendienste als zu jung für das Amt abgelehnt.Panorama: Nachfolger für Meier, Der Spiegel 19/1983, Seite 22 f.

Am 1. August 1985 wechselte Hellenbroich als Präsident zum BND. Sein Nachfolger als Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz wurde Ludwig-Holger Pfahls. Jedoch war seine Amtszeit beim BND nur von kurzer Dauer. Nachdem der Regierungsdirektor und Gruppenleiter in der Spionageabwehr des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hansjoachim Tiedge, am 19. August 1985 in die DDR übergelaufen war, trat er am 27. August 1985 nach nur vier Wochen Amtszeit zurück und wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Vor einem Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages musste er aussagen und wurde von Engelbert Rombach, dem Abteilungsleiter der Spionageabwehr im Bundesamt für Verfassungsschutz, diskreditiert. So sollen ihm „schwere sachliche Fehler“ bei der Telefonüberwachung der damaligen Sekretärin im Bundespräsidialamt, Margarete Höke, unterlaufen sein und durch seine „voreilige, leichtfertige Art“ habe er auch die Chance vertan, einen Spitzenmann „im Zentrum eines gegnerischen Nachrichtendienstes“ für die Mitarbeit zu gewinnen. Jeder der Führungsverantwortlichen schob vor dem Untersuchungsausschuss anderen die Schuld daran zu, über den bedenklichen Lebenswandel des Überläufers Tiedge informiert oder nicht informiert gewesen zu sein.

Nach dem Ende seiner Nachrichtendienstkarriere übernahm Hellenbroich die Leitung des Sicherheitsdienstleisters Industrie- und Handelsschutz GmbH (IHS) in Frankfurt am Main (heute Wisag).

Hellenbroich verstarb am 10. Juli 2014, sechs Tage nach seiner Frau. Er wurde am 14. August 2014 nach einer Trauerfeier in der Ortskirche St. Johann Baptist in Köln-Roggendorf/Thenhoven auf dem Friedhof Köln-Thenhoven beigesetzt.

Hellenbroichs jüngerer Bruder, Anno Hellenbroich, war zweiter stellvertretender Bundesvorsitzender der Europäischen Arbeiter-Partei der LaRouche-Bewegung.Wahn-GmbH und Co. KG, Der Spiegel, 10/1984 vom 5. März 1984.

Einzelnachweise

Literatur Peter Meier-Bergfeld, Verfassungschutzchef. Wenig Zeit für Geige und Garten. Heribert Hellenbroich, der erste "selbstgestrickte" Präsident im Kölner Amt. In: Rheinischer Merkur vom 10. Juni 1983.

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