Montana (englische Aussprache ) ist ein Bundesstaat im Nordwesten der Vereinigten Staaten. Der Name leitet sich ab vom spanischen montaña, dieses wiederum vom lateinischen montanus (beides dt. „Berg“, „bergig“, „gebirgig“). Der Name ist auch ein Hinweis auf die Bodenschätze dieses Bundesstaates; sein Spitzname Treasure State („Staat der Schätze“) begründet sich durch die Vielzahl an Bodenschätzen wie Erdöl, Kohle, Kupfer, Silber oder Gold, die praktisch alle durch Bergbau gehoben werden.

Mit 380.838 km² ist Montana nach Alaska, Texas und Kalifornien der viertgrößte Bundesstaat der USA und dabei geringfügig größer als Deutschland; im Bundesstaat leben aber mit knapp über einer Million Einwohnern"About Montana" auf mt.gov. Abgerufen am 14. Januar 2020 nur etwa 0,3 % der US-Gesamtbevölkerung: Dünner besiedelt sind im Land nur Wyoming und Alaska. Montana zählt zu den Mountain States, die von den Rocky Mountains durchzogen werden; die Hauptstadt von Montana ist Helena.

Geographie

Im Norden grenzt Montana an die kanadischen Provinzen British Columbia, Alberta und Saskatchewan, im Osten liegen die US-Bundesstaaten North Dakota und South Dakota, im Süden Wyoming sowie im Südwesten und Westen Idaho. Der Westen Montanas besteht aus hohen, zerklüfteten Bergen (siehe Rocky Mountains), während der Osten durch weite Ebenen (siehe Great Plains) geprägt ist. Mit geschätzten rund 117.000 Einwohnern (Volkszählung 2020) ist Billings die größte Stadt in Montana. In Montana liegt der Glacier-Nationalpark sowie ein kleiner Teil des Yellowstone-Nationalparks. Der Missouri River, der Milk River, der Flathead River und der Yellowstone River sind die vier Hauptflüsse. Der kürzeste Fluss der Welt, der Roe River, fließt ebenfalls durch Montana.

Fläche Montana hat eine Fläche von rund 380.840 km², davon sind 376.973 km² Land- und 3.867 Wasserfläche. 2016 waren davon 110.385 km² (29 %) im Eigentum des Bundes (Forstverwaltung und Bureau of Land Management), 21.029 km² (5,5 %) im Eigentum des Staates Montana (meist Schullehn) sowie 245.674 km² (64,5 %) in Privateigentum. Es gibt rund 160.000 private Grundbesitzer, 4000 Personen und Institutionen kontrollieren rund zwei Drittel des privaten Grundbesitzes. Die zehn größten Eigentümer besitzen rund 4,3 % der privaten Flächen.

2016 waren diese zehn größten Landeigentümer das Forstwirtschaftsunternehmen Weyerhaeuser (über das Tochterunternehmen Plum Creek Timber) mit 3100 km², die Fracking-Unternehmer Farris und Dan Wilks (1452 km²) die zwölftgrößten Landbesitzer der USA, die Familie Galt (als Erben des Besitzes von Wellington D. Rankin) mit 1004 km², Stan Kroenke (Unternehmer und größter Landbesitzer der Vereinigten Staaten) mit 911 km² und Robert Earl Holding (u. a. Sinclair Oil) mit 863,85 km².

Sechstgrößter Landbesitzer ist die Familie Coffee, als Erben von Virginia Nefsy (Erbin der Stockman Bank of Montana) mit 861 km². Danach folgen die Great Northern Properties (ehemalige Landbesitz der Burlington Northern Santa Fe) mit 619 km², die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage mit 614 km², der viertgrößte Landbesitzer der USA und Medienunternehmer Ted Turner mit 602 km² und der Investmentunternehmer John Hillenbrand mit 479 km².

Gliederung

Der Bundesstaat gliedert sich in 56 einzelne Countys (vergleichbar mit den deutschen Landkreisen). Der Kreis mit der größten Bevölkerungszahl ist mit über 129.000 Einwohnern das Yellowstone County im Süden des Staates.

Bevölkerung

mini|Bevölkerung Montanas 1870–2018 Montana ist mit einer guten Million Einwohnern einer der bevölkerungsärmsten Bundesstaaten der USA. Darüber hinaus ist Montana der Bundesstaat mit der drittgeringsten Bevölkerungsdichte, nach Alaska und Wyoming. Seit den 1980er Jahren erfährt die Region Zuwanderung durch Ruheständler und Naturliebhaber, während jüngere Menschen und alteingesessene Farmerfamilien oft abwandern. Verstärkt wanderten insbesondere seit der COVID-19-Pandemie auch Konservative aus dem ganzen Land zu, die sich von der traditionellen Betonung des ungebrochenen Individualismus und der Autarkie – sowie dem Fehlen von Umsatz-, Luxus- und Erbschaftssteuern – angezogen fühlten. Die dadurch verursachten Preis- und insbesondere Mietsteigerungen führten wiederum zu Protesten oder zur Abwanderung von Einheimischen.

Zu 89 % besteht die Bevölkerung aus Weißen (85,9 % nicht-lateinamerikanische Weiße), gefolgt von den amerikanischen Ureinwohnern (Indianern) mit 6,6 %. Lateinamerikaner machen 4 % aus.

Die 13 Indianerstämme sind die Kootenai, Blackfoot, Assiniboine, Nördliche Cheyenne, Salish und Anishinabe, Cree, Pend d’Oreille, Gros Ventre, Chippewa, Sioux, Crow und Little Shell. Zirka zwei Drittel von ihnen leben heute in Reservaten. Zwischen 2000 und 2010 ist die indianische Bevölkerung um 18 % gewachsen.Montana Indians: Their History and Location. Auf: opi.mt.gov (Office of Public Instruction), 2010. Abgerufen am 14. Januar 2020 (PDF, englisch).

Indianerreservate mini|Indianerreservate in Montana Es gibt sieben Indianerreservate in Montana, die sich auf zwölf Stämme verteilen. Hinzu kommt der Little Shell Tribe, der kein Reservat hat. Die Reservate sind:Montana Governor's Office of Indian Affairs: tribalnations

Blackfeet Indian Reservation (Blackfeet) Crow Reservation (Absarokee) Flathead-Indianer-Reservat (Salish, Pend d’Oreille und Kutenai) Fort Belknap Reservation (Gros Ventre, Assiniboine) Fort Peck Indian Reservation (Dakota, Assiniboine) Northern Cheyenne Indian Reservation (Cheyenne) Rocky Boy’s Reservation (Cree, Chippewa)

Religionen Die mitgliederstärksten Religionsgemeinschaften im Jahre 2000 waren die Katholische Kirche mit 169.250, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika mit 50.287 und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) mit 32.726 Anhängern.

Größte Städte mini|Bevölkerungsdichte

Geschichte Frühgeschichte mini|Madison Buffalo Jump State Park

Wie der Fund der Buhl-Frau im benachbarten Idaho zeigt, kann man in der Region mit sehr frühen nacheiszeitlichen Bewohnern rechnen, die vor mehr als 10.000 Jahren hier auftauchten. Weiter südlich, in Boulder (Colorado), fand man im Mai 2008 83 Werkzeuge, die rund 13.000 Jahre alt sind.Alysia Patterson: 13,000-year-old tools unearthed at Colorado home, 26. Februar 2009. Zu den ältesten Fundstätten im Bundesstaat zählen die Stätten von Indian Creek,L. B. Davis, S. T. Greiser: Indian Creek Paleoindians: Early Occupation of the Elkhorn Mountains’ Southeastern Flank, West-Central Montana. in: Ice Age Hunters of the Rockies. Hg. D. J. Stanford, J. S. Day, Denver Museum of Natural History and University Press of Colorado 1992, 225–283. Mill IronG. C. Frison: The Mill Iron Site. University of New Mexico Press, Albuquerque 1996. und Myers-Hindman.L. A. Lahren: The Myers-Hindman Site: An Exploration Study of Human Occupation Patterns in the Upper Yellowstone Valley from 7000 B.C. to A.D. 1200. unveröffentlichte Diss., University of Calgary, Archaeology Department 1976. Indian Creek, ein kurzzeitig bewohntes Lager, ist rund 11.000 Jahre alt, Mill Site, ein wohl nur einmal genutzter Jagd- und Speiseplatz etwa 10.700 Jahre, Myers-Hindman, ein Dauerlager rund 9000 Jahre alt. Die Barton Gulch Site im Südwesten Montanas zählt bereits zur späten paläoindianischen Epoche.

Eine dünne Besiedlung fand während der folgenden archaischen Phase (6000 v. Chr. bis 500 n. Chr.) hier und östlich der Rocky Mountains statt. Diese Phase ist durch zunehmende Trockenheit gekennzeichnet. Frühe Wickiups wurden um 3000 v. Chr. von Tipis verdrängt. Zur Jagd wurde der Atlatl eingesetzt, der um 500 durch Pfeil und Bogen ersetzt wurde. Buffalo Jumps nahmen zu, ebenso wie die Konzentration auf die als Büffel bezeichneten Bisons, die an solchen Stellen in die Tiefe gestürzt wurden. Solche Stellen finden sich am Madison Buffalo Jump oder am Ulm Pishkun. Nicht vor 1730 ersetzte das Pferd zunehmend den Hund als Transporttier, wenn auch das Travois als einfaches Transportmittel beibehalten wurde.

Die heute in Montana ansässigen Stämme der Indianer sind relativ spät eingewandert. Die meisten von ihnen lebten ursprünglich viel weiter östlich. Dabei haben einige von ihnen sehr komplizierte Wanderungen durchlebt. So lebten die Kutenai östlich der Rocky Mountains. Folgt man der mündlichen Tradition, so lebten sie rund 600 Jahre zuvor noch am Lake Michigan. Sie zogen auf die Tobacco Plains am Kootenai River in Montana und in British Columbia. Die Gruppe spaltete sich in eine Obere, die Upper Kutenai, deren Lebensweise stark von der Büffeljagd beeinflusst wurde, wohingegen die Lower Kutenai sesshaft wurden. Die Jennings Band oder Agiyinik, die zu den Upper Kutenai zählte, bildete um 1850 einen Stamm von rund 700 Mitgliedern. Sie lebten zunächst um Jennings in Montana, wanderten ostwärts in die Gegend des späteren Kalispell, dann südwärts nach Elmo. Eine Gruppe, die Libby Montana zog in die Gegend um Fort Steele in British Columbia. Vor 1855 zogen die Libby und Jenning Band an den oberen Flathead Lake in Montana.

Eine der ersten Gruppen, die westwärts zog, waren wohl die Blackfoot, auch wenn sie erst um 1730 Reiternomaden wurden. Ihre Kultur lässt sich wahrscheinlich bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgen.

Die Salish oder Flathead, die zu den Binnen-Salish gehören, kamen eher aus Westen, wo ihre Verwandten, die Küsten-Salish, überwiegend von Fischfang lebten. Die im Hinterland lebenden Salish-Gruppen mussten sich der trockenen Landschaft auch kulturell anpassen und wurden ebenso Reiternomaden, wie ihre Nachbarn.

Die Absarokee kamen erst im 18. Jahrhundert, gleichfalls von den Großen Seen nach Montana, in dessen Süden sie lebten. Jedoch erstreckte sich ihr Gebiet sehr viel weiter nach Süden. Das Gebiet um Billings war allerdings bereits vor rund 2100 Jahren bewohnt.Joe Medicine Crow: The Migration Story. und Rick Graetz, Susie Graetz: Migration: Another Version. aus: Rick Graetz, Susie Graetz: Crow Country: Montana’s Crow Tribe of Indians. Billings: Northern Rockies Publishing Company, 2000. Die in Montana als Crow bezeichneten Absarokee (Apsáalooke) hatten wohl die größten Pferdeherden und besaßen 1914 rund 30 bis 40.000 Tiere.

Die Cheyenne wurden von den Anishinabe gleichfalls im 18. Jahrhundert verdrängt und zogen nach Dakota und Colorado.

Ähnlich erging es den Sioux, die wohl ab etwa 1650 von den Irokesen nach Westen abgedrängt worden waren, und den Gros Ventre, die um 1800, von den Cree verdrängt, nach Montana kamen. Die Assiniboine sind ein im 17. Jahrhundert abgespaltener Lakota-Stamm, der wohl ebenfalls von Irokesen westwärts verdrängt worden ist.

Bis auf die frühen Zuwanderer ist allen Gruppen gemein, dass sie von Stämmen verdrängt wurden, die gegen Pelze von Europäern mit Waffen ausgerüstet worden waren. Die Besiedlung Montanas ist eine ungewollte Fernwirkung des europäischen Handels.

Erste Europäer Die beiden Händler Louis-Joseph Gaultier de La Vérendrye und François de La Vérendrye erreichten 1743 als erste Europäer das Gebiet des heutigen Montana.

Am 30. April 1803 erwarben die USA das französische Louisiana, zu dem auch das spätere Montana gehörte. Die Lewis-und-Clark-Expedition fuhr den Columbia River hinab bis zur Pazifikküste, wo sie den Winter von 1805 auf 1806 verbrachte. Meriwether Lewis kartografierte auf der Rückreise den Marias River. William Clark hinterließ am 25. Juli 1806 seinen Namen am Pompeys Pillar rund 40 km nordöstlich von Billings. Die vierköpfige Gruppe um Lewis traf auf Piegan-Blackfoot, von denen zwei bei einem Streit um Waffen durch Expeditionsteilnehmer getötet wurden. Clark betrat währenddessen das Crow-Gebiet. Die Crow stahlen ihm einige Pferde, ohne dass er auch nur einen einzigen von ihnen zu Gesicht bekam.

Goldrausch und Bevölkerungswachstum