mini|UNESCO-Weltkulturerbe:der Kaiserdom zu Speyer mini|Höchster Berg der Pfalz:der Donnersberg () mini|Ort des 1832er Freiheitsfestes:das Hambacher Schloss mini|Naturpark Pfälzerwald:der Eiswoog
Die Pfalz ist eine Region im Süden des Landes Rheinland-Pfalz in Südwestdeutschland. Sie hat seit der Abtrennung der Saarpfalz 1919 eine Fläche von 5451,13 km² und heute etwa 1,4 Millionen Einwohner.
Geographie Im Westen grenzt die Pfalz an das Saarland, im Nordwesten an den Hunsrück, nordöstlich an das rheinhessische Alzeyer Hügelland, die östliche Grenze zu Hessen und Baden (inkl. der heutigen Region Kurpfalz) bildet der Rhein, und im Süden erstrecken sich die französischen Landschaften Elsass und Lothringen.
Der zum Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord gehörende Pfälzerwald bedeckt ein Drittel der Region und ist mit 1771 km² eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands. Der höchste Berg der Pfalz ist der im Nordpfälzer Bergland gelegene Donnersberg (); der mit tiefste Punkt liegt auf der Gemarkung der Stadt Frankenthal und befindet sich nur wenige hundert Meter vom Rhein entfernt.
Gewässer machen lediglich 1,26 % der Fläche der Pfalz aus. 61 % davon liegen in den am Rhein gelegenen Städten und Kreisen; hier ist die Landschaft stark von Altrheinarmen und Baggerseen geprägt. Die Wasserscheide zwischen Mosel und Oberrhein verläuft inmitten des Pfälzerwalds etwa von Südsüdwest nach Nordnordost. Die nach Osten entwässernden großen Wasserläufe – Lauter (am Oberlauf Wieslauter), Queich und Speyerbach – fließen direkt zum Oberrhein. Der Schwarzbach fließt nach Westen; sein Wasser erreicht über Blies, Saar und Mosel den Mittelrhein. Der Glan tritt im Westen in die Pfalz ein und fließt in nordöstlicher Richtung durch das Nordpfälzer Bergland. Bei Meisenheim verlässt er die Pfalz – in den seit 1969 bestehenden Grenzen – wieder und mündet in die Nahe. Mit anteiligen 68 km auf Pfälzer Boden ist der Glan nach dem Grenzfluss Rhein – 80 km – der zweitlängste Wasserlauf der Region. Die Alsenz entwässert ebenfallsein größeres Gebiet im Norden der Pfalz über die Nahe zum Rhein.
Geographisch-naturräumliche Einteilung mini|Einteilung der Pfalz in ihrer aktuellen Definition (ohne Saarpfalz, Kurpfalz und die Gemeinden, die bei der Kreisreform 1969 an den Landkreis Bad Kreuznach übergingen) auf einer Karte von Rheinland-Pfalz
Geographisch-naturräumlich wird die Pfalz unterteilt in die West- und die Nordpfalz, die beide mehr mittelgebirgsartigen Charakter haben, sowie die Vorder- und die Südpfalz, die überwiegend in der Ebene zwischen dem Oberrhein und der Haardt, dem östlichen Rand des Pfälzerwalds, liegen und dichter besiedelt sind. Den Übergang zwischen Ebene und Gebirge bildet das schmale Hügelland beiderseits der 85 km langen Deutschen Weinstraße, das den größten Teil des pfälzischen Weinbaugebiets ausmacht. Zwischen den nachstehend aufgeführten naturräumlichen Teilen der Pfalz erstreckt sich das Pfälzerwald genannte Mittelgebirge.Helmut Beeger u. a.: Die Landschaften von Rheinhessen-Pfalz − Benennung und räumliche Abgrenzung. In: Berichte zur deutschen Landeskunde, Band 63, Heft 2, Trier 1989, S. 327–359.
Westpfalz Die Westpfalz umfasst die Westricher Hochfläche, die Westpfälzische Moorniederung und den Westteil des Nordpfälzer Berglands. Ganz oder teilweise in der Westpfalz liegen die Landkreise Kaiserslautern (Verwaltungssitz Kaiserslautern), Kusel und Südwestpfalz (Verwaltungssitz Pirmasens); die kreisfreien Städte in der Westpfalz sind Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken.
Nordpfalz Die Nordpfalz ist ein hügeliges bis bergiges Land, das gänzlich innerhalb des Nordpfälzer Berglands liegt und vom Massiv des Donnersbergs überragt wird. Sie ist sehr dünn besiedelt, die größten Orte Eisenberg, Kirchheimbolanden und Rockenhausen haben jeweils weniger als 10.000 Einwohner. Einziger Landkreis ist der Donnersbergkreis (Verwaltungssitz Kirchheimbolanden), der 1969 durch Zusammenlegung der vorherigen Landkreise Kirchheimbolanden und Rockenhausen geschaffen wurde.
Vorderpfalz Als Vorderpfalz wird der östlich vor der Haardt in der Rheinebene liegende nordöstliche Landesteil bezeichnet. Ganz oder teilweise in der Vorderpfalz liegen der Landkreis Bad Dürkheim und der Rhein-Pfalz-Kreis (Verwaltungssitz Ludwigshafen). Die kreisfreien Städte in der Vorderpfalz sind Frankenthal (Pfalz), Ludwigshafen am Rhein, Neustadt an der Weinstraße und Speyer. In der Vorderpfalz liegt auch das bevölkerungsreichste Dorf Deutschlands, Haßloch, das rund 20.000 Einwohner hat. Die Vorderpfalz endet im Norden an der südlichen Stadtgrenze von Worms, das in Rheinhessen liegt.
Südpfalz Die Südpfalz liegt im Südosten der Pfalz und besteht aus einem vor der Haardt in der Rheinebene liegenden flachen Landesteil im Osten sowie im Westen aus dem deutschen Nordteil des Wasgaus, einem Teilbereich des Pfälzerwalds. Ganz oder teilweise in der Südpfalz liegen die Landkreise Germersheim und Südliche Weinstraße sowie der Ostteil des Kreises Südwestpfalz. In der Südpfalz liegt zudem die kreisfreie Stadt Landau in der Pfalz.
Touristische Einteilung Abweichend von der geographisch-naturräumlichen Untergliederung teilt die Tourismusbranche die Pfalz in vier Regionen ein und verwendet auch eigene Schöpfungen bei Namen und Schreibweise:
Urlaubsregion Pfälzer Bergland mini|Adlerbogen auf dem Donnersberg Die „Urlaubsregion Pfälzer Bergland“ ist weitgehend mit dem Nordpfälzer Bergland identisch. Das touristische Zentrum ist der höchste Berg der Pfalz, der Donnersberg, der schon in keltischer Zeit besiedelt war und auf dem die Überreste einer großen Keltensiedlung zu besichtigen sind. Ein Keltendorf als touristische Attraktion wurde im nahen Steinbach nachgebaut.
Mittlerweile sind viele alte Höfen zu Gaststätten und Pensionen umgewandelt, die sich vor allem den Familienurlaub richten. Eine weitere touristische Einrichtung stellt die 40 km lange Draisinenstrecke der Glantalbahn, die vom pfälzischen Altenglan bis ins Nahetal führt. Das Wander- und Radwegenetz wurde in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich ausgebaut, vorzugsweise im Gebiet von Donnersberg und Potzberg.
An den Südhängen des Zellertals im Osten der Urlaubsregion wird Wein angebaut. In dem eigentlichen, eher kargen und dünn besiedelten Bergland spielte und spielt die Land- und Weidewirtschaft eine wichtige Rolle. Die Menschen waren früher relativ arm, was der Auswanderung Vorschub leistete. Häufig zogen Wandermusikanten aus dem Musikantenland durch Deutschland oder gelangten bis in die USA.
Naturpark Pfälzerwald mini|Naturdenkmal Teufelstisch
Der 2020 aufgelöste „Naturpark Pfälzerwald“ war größtenteils mit dem auf Buntsandsteinboden befindlichen Pfälzerwald identisch; letzterer stellt das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands dar und gab dem Naturpark den Namen. Er ist durchzogen von Wander- und Fahrradrouten zu kleinen Dörfern, Gehöften, Gasthöfen und Wanderhütten, die in ihrer Mehrzahl unter der Bezeichnung Pfälzerwaldhütten-Kultur Bestandteil des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland der deutschen UNESCO-Kommission sind.
Viele Berge im Pfälzerwald enthalten Burgruinen; die ehemals bedeutsame Reichsburg Trifels beispielsweise ist von einem Ring von Schutzburgen umgeben. Der Berwartstein des Ritters Hans von Trotha ist teilrestauriert und bewohnt.
Der Süden des Pfälzerwalds wird vom deutschen Nordteil des Wasgaus gebildet. Dort zeichnet sich vor allem das Dahner Felsenland durch zahlreiche zum Sportklettern geeignete Felsformationen aus. Im Norden sind die Erhebungen flacher, es gibt Hochebenen und ausgedehnte Mischwälder.
Ferienregion Deutsche Weinstraße mini|Winzergasse in Gleiszellen-Gleishorbach
Die „Ferienregion Deutsche Weinstraße“ umfasst das mit Reben bepflanzte Hügelland an der Deutschen Weinstraße, zu dem im Westen die Berge der Haardt und im Osten auch ein etwa 10 km tiefer Streifen der Rheinebene hinzugenommen werden. Die Weinstraße beginnt im Norden in Bockenheim. Der nördliche Abschnitt der Region zieht sich durch das Leiningerland einschließlich Neuleiningen und seinem mittelalterlichen Ortskern über die Urlaubsregion Freinsheim bis nach Bad Dürkheim, wo im September der Dürkheimer Wurstmarkt stattfindet, das größte Weinfest der Welt. Am mittleren Teil der Weinstraße, der früher Mittelhaardt genannt wurde, liegen Weinorte wie Wachenheim, Forst und Deidesheim. Die Mittelhaardt endet in Neustadt, dem Zentrum der Weinstraße, wo alljährlich Ende September/Anfang Oktober das Deutsche Weinlesefest stattfindet, auf dem regelmäßig die Deutsche Weinkönigin gekürt wird. Südlich davon beginnt der Teilabschnitt Südliche Weinstraße, der sich über Landau bis zum südlichen Ende am Deutschen Weintor in Schweigen-Rechtenbach hinzieht, wo die Deutsche Weinstraße an der deutsch-französischen Grenze in unmittelbarer Nähe zur elsässischen Kleinstadt Wissembourg endet.
Urlaubsregion Rheinebene mini|links|Naherholungsgebiet Blaue Adria
Die „Urlaubsregion Rheinebene“ ist im Westen um die der „Ferienregion Deutsche Weinstraße“ zugerechneten Gebietsanteile verkleinert. Das westliche Ufer des Rheins war ursprünglich eine Auenlandschaft mit kleinen Seen und typischen Auwäldern. Im Norden bei Ludwigshafen prägen jedoch große Industrieanlagen, beispielsweise die der BASF, das Bild, während in der Ebene westlich davon ausgedehnte Gemüsefelder vorherrschen. Südlich des Ludwigshafener Hafengebiets beginnt bei Altrip ein Naherholungsgebiet um die Blaue Adria.
Die Stadt Speyer ist eine der ältesten Städte Deutschlands und seit dem 5. Jahrhundert Bischofssitz. Der Speyerer Dom steht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Südlich der Festungsstadt Germersheim und der industriell geprägten Region von Wörth am Rhein finden sich bis zur französischen Grenze hin wieder Auwälder.
Aus touristischen Gründen haben sich die südpfälzischen Landkreise und Städte mit Baden und Nordelsass zum Zweckverband Eurodistrikt PAMINA zusammengeschlossen und beispielsweise den Pamina-Rheinpark geschaffen. Diese Institution erstreckt sich links- und rechtsrheinisch von Leimersheim in der Pfalz bis Drusenheim im Elsass. Im Westen des pfälzischen Teils des Pamina-Rheinparks gehen die Auwälder in den großen Bienwald über, der sich an der elsässischen Grenze entlang in westlicher Richtung bis fast nach Wissembourg erstreckt.
Klima mini|hochkant|Edelkastanie
Die Pfalz zeichnet sich durch ein gemäßigtes, humides Klima aus, das überwiegend vom Atlantik her bestimmt wird. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt gut 10 °C. Von Westen oder Südwesten einfließende feuchte Luftmassen steigen in den Mittelgebirgslagen der West- und Nordpfalz auf, was dort ergiebige Niederschläge bewirkt. Östlich des Pfälzerwalds, am Haardtrand und in der Rheinebene, sinkt die Luft wieder ab, erwärmt sich und wird dabei recht trocken.
Das milde Klima zwischen Pfälzerwald und Rhein ermöglicht es, auch kälteempfindliche Gewächse im Freiland anzupflanzen. So verbreiten manche Orte entlang der Deutschen Weinstraße durch Mandelbäume, Essfeigen, Pinien, Zypressen, Hanfpalmen, einige winterharte Kakteenarten und bestimmte Bananensorten ein mediterran anmutendes Flair. Am Rande des Pfälzerwalds, zu den Weinbergen und zur Rheinebene hin, gibt es ausgedehnte Wälder von Edelkastanien.
Wegen der an den Süden erinnernden Pflanzen und des sanfthügeligen Landschaftsbildes werden Vorder- und Südpfalz in der Werbebranche gerne als die „deutsche Toskana“ bezeichnet.
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