Ernst Vettori (* 25. Juni 1964 in Hall in Tirol) ist ein ehemaliger österreichischer Skispringer. Er war Olympiasieger und Sieger der Vierschanzentournee, mit der Mannschaft auch Weltmeister.

Werdegang 1982 wurde der in Absam lebende 18-jährige Ernst Vettori Juniorenweltmeister. Er war zweimal Sieger der Vierschanzentournee (1985/86 und 1986/87) und Olympiasieger 1992 im Skispringen auf der Normalschanze in Albertville. Während seiner Laufbahn als Spitzensportler konnte er 15 Weltcupsiege erringen.

Zudem wurde Vettori bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1991 in Predazzo Weltmeister im Mannschaftsbewerb mit Heinz Kuttin, Andreas Felder und Stefan Horngacher. Im selben Jahr wurde er mit der Holmenkollen-Medaille geehrt. Bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville errang er im Mannschaftsbewerb die Silbermedaille. Bei Nordischen Skiweltmeisterschaften gewann er noch drei weitere Medaillen mit dem Team (Silber 1985, Bronze 1987 und Bronze 1993) sowie 1987 eine Bronzemedaille von der Großschanze.

Mit 142 Top-Ten-Platzierungen bei Skisprunggroßveranstaltungen von 1981 bis 1994 setzte er in den 1980er Jahren bis weit hinein in die 1990er Jahre zusammen mit seinem „Zwilling“ Andreas Felder die großen Erfolge des österreichischen Skisprungwunderteams fort, das Baldur Preiml in den 1970er Jahren ausgeformt hatte. Wie Andreas Felder gelang auch Ernst Vettori Anfang der 1990er Jahre der Umstieg vom klassischen Stil (Parallelstil) auf den V-Stil. Er hat mit beiden Stilen Siege errungen.

Von 1995 bis 1999 war Vettori an der Seite von Dirk Thiele Co-Kommentator bei Skisprungübertragungen auf Eurosport, dann trat er eine Stelle als Marketingleiter Nordisch im Österreichischen Skiverband an.

Im März 2010 wurde bekannt, dass Vettori Nachfolger von Toni Innauer auf dem Posten des ÖSV-Sportdirektors wird. Am 3. April 2018 wurde Mario Stecher als Nachfolger von Vettori vorgestellt.

Privates Ernst Vettori ist mit der ehemaligen österreichischen Skirennläuferin und Juniorenweltmeisterin Sieglinde Winkler verheiratet und Vater von zwei Kindern: Sohn Nils war Kombinierer, Tochter Marion ist Sprungrichterin.

Erfolge Weltcupsiege im Einzel Nr. Datum Ort Typ 1. 30. Dezember 1984 Großschanze 2. 13. Februar 1985 Normalschanze 3. 6. Jänner 1986 Großschanze 4. 19. Jänner 1986 Normalschanze 5. 21. Februar 1986 Normalschanze 6. 16. März 1986 Großschanze 7. 23. März 1986 Großschanze 8. 14. Dezember 1986 Großschanze 9. 15. Jänner 1987 Normalschanze 10. 17. Jänner 1988 Normalschanze 11. 9. Dezember 1989 Großschanze 12. 16. Dezember 1989 Normalschanze 13. 17. März 1991 Großschanze 14. 2. Dezember 1991 Großschanze 15. 4. März 1992 Normalschanze

Weltcupsiege im Team Nr. Datum Ort Typ 1. 12. Jänner 1992 Großschanze 2. 24. Jänner 1993 Großschanze

Weltcup-Platzierungen Saison Platz Punkte 1980/81 26. 30 1981/82 24. 41 1982/83 13. 86 1983/84 18. 45 1984/85 3. 176 1985/86 2. 232 1986/87 2. 192 1987/88 5. 114 1988/89 8. 125 1989/90 2. 239 1990/91 9. 139 1991/92 4. 205 1992/93 23. 30 1993/94 39. 81

Schanzenrekorde Ort Land Weite aufgestellt am Rekord bis Oberstdorf 116,0 m(HS: 137 m) 30. Dezember 1984 30. Dezember 1987 Innsbruck 112,0 m(HS: 130 m) 4. Jänner 1987 4. Jänner 1994

Weitere Resultate 3. August 1986: Rang 2 hinter Thomas Klauser und vor Schanzenrekordhalter Primoz Ulaga beim Mattenspringen auf der Kälbersteinschanze in Berchtesgaden.„Vettori Zweiter“ in «Tiroler Tageszeitung» Nr. 178 vom 4. August 1986, S. 12; POS.: links unten. 31. August 1986: Rang 2 hinter Andreas Felder und vor Jens Weißflog beim Mattenspringen in Hinterzarten.„Felder siegte vor Vettori“ in «Tiroler Tageszeitung» Nr. 202 vom 2. September 1986, S. 13; POS.: Spalte 1, zweiter Titel.

Auszeichnungen 1992: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

Weblinks

Ernst Vettori – Eintrag auf der Webseite des österreichischen Olympiamuseums

Einzelnachweise

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